Der Mehrhundehalter- Laberthread.

  • Da wir ja nun auch zwei haben reihe ich mich mal bei euch ein! Ich gebe zu das ich auch nicht abgeneigt wäre von einem dritten Hund, irgendwann mal. Aber meine Partnerin würde vermutlich die Kriese bekommen und mit Auszug drohen... Schade eigentlich, ein Parson Russell Terrier oder ein Foxel (Glatthaar) würde meiner Meinung nach noch super passen.

    Nur muss ich sage das ich schon mit drei Hunden unter einem Dach gelebt habe (meiner und die zwei Jungs meiner Mutter) und ich daher weiß was auf mich zukommen würde. Ich habe mich damals auch die meiste Zeit um alle drei gekümmert neben meinem Job.

    Aber wer weiß, vielleicht klappt es ja auch mal irgendwann, wobei wir im Moment nur zwei halten dürfen, wurde so in unseren Mietvertrag geschrieben.

  • Ich finde das nicht schlimm, wenn man sagt, dass man es gerne einfacher hätte, als mit seinem Second Hand Hund :ka:
    Bei Finya habe ich auch was völlig Anderes bekommen, als erwartet und als mir erklärt wurde (und ich habe sehr oft und explizit nachgefragt, was es mit ihrer Verletzung auf sich hat). Ich hab sie trotzdem behalten und schätze sie sehr für ihr unglaublich einzigartiges Wesen und trotzdem habe ich mich in der schwierigen Zeit OFT gefragt, warum um Himmels Willen ich mir einen TS Hund eingebildet habe und nicht einfach gegen meine Überzeugung einen Welpen von einem Züchter geholt habe. Da stand einfach Vernunft gegen Herz und mein Herz hat gewonnen. Ob das gut war, kann ich heute nicht mehr sagen. Ja und nein.

    Ich kann es also total verstehen, wenn man sich mit einem bzw. sogar zwei schwierigen Hunden, ab und an wünscht, man hätte einfach einen Welpen aufgenommen und den in das eigene Leben reinwachsen lassen.

  • Ein Dritthund ist bei mir gerade kein Thema, weil bei mir vor wenigen Wochen erst ein Zweithund eingezogen ist. Darf ich mich trotzdem zu Euch gesellen?

    Die ersten Tage fand ich extrem anstrengend. Meine Hündin (Terrier- Mix, 3 Jahre) fand den kleinen Rüden (ebenfalls Terrier, 14 Wochen) auf neutralem Boden toll, in "ihrer Wohnung" aber absolut überflüssig. Hinzu kommt, dass der Kleine rotzfrech und distanzlos war bzw. teilweise noch ist und sich in diesen Situationen von den Warnungen meiner Hündin nicht beeindrucken lässt. Ein "Nein" bedeutet für ihn nicht "Nein", sondern dass er noch penetranter werden muss, um sein Ziel zu erreichen. Terrier eben. ;)

    Für mich war es anfangs sehr schwer auszuloten, wann ich eingreifen muss und wann nicht. Inzwischen hat sich alles eingependelt. Bei dem Kleinen habe ich mich in erster Linie darauf konzentriert, ihm Ruhe beizubringen und das hat die Situation schon sehr entspannt. Wilde Spiele, bei denen sich beide hochschrauben, gibt es nicht, wird der Welpe zu frech, wird er aus der Situation genommen, Zurechtweisungen durch meine Hündin dulde ich situativ (und solange, wie sie nicht zu heftig ausfallen) und lobe jedes Verhalten, das Konflikte ausbremst.

    Mein kleiner Rüde findet meine Hündin unglaublich toll, sie ihn überwiegend unglaublich überflüssig, obwohl sie erstaunlich geduldig mit ihm ist. Ich frage mich, wie sich die Beziehung beider entwickeln wird, wenn der Kleine reifer und erwachsen ist. Wie sieht Eure Erfahrung aus? Kann sich das Verhältnis noch entwickeln oder bleibt ein Ersthund, der den Zweithund überflüssig findet, dauerhaft auf Distanz?

  • Femi findet Welpen auch nicht so genial. Erstrecht keine aufdringlichen.
    Jetzt habe ich den Vorteil, dass ich noch ne Hündin habe die tobefreudige Welpen, nach einigem Kennenlernen super findet (kann man zu untergebenen Minisoldaten ausbilden, denkt sie sich, glaub ich :P). Unsere Maivi hat sich als Welpe also auch von Femi fern gehalten und sich eher mit Donna beschäftigt oder auch mal mit Ovo.

    Mittlerweile ist Maivi ja sowas ähnliches wie erwachsen :D (Also noch nicht so richtig, aber halt auch kein Welpe mehr) und Femi findet sie mittlerweile auch richtig nett und freut sich auch, wenn sie sie sieht.

    Da hatte ich halt wie gesagt den Vorteil, dass es nie zu wirklichen Interessenskonflikten kam, da für jedes Interesse irgendein Hund da war den sich Maivi dann ausgesucht hat.


    Als wir Donna geholt haben war Femi 11 Monate alt. Sie hat zwar auch gerne mit Donna gespielt, diese ist aber deutlich temperamentvoller und ging ihr zwischenzeitig schon auch ziemlich auf die Nerven. Während Donnas erster Läufigkeit gab es auch etwas Stunk.
    Mittlerweile kommen die beiden gut miteinander aus. Aber so richtig best buddies, auch von der Spielweise her, werden sie vermutlich nicht.

    Wie das also mit deinem Rüden wird, finde ich jetzt noch schwierig einzuschätzen und hängt sicherlich auch damit zu sammen, wie er sich letztlich entwickelt.

  • .....Wie sieht Eure Erfahrung aus? Kann sich das Verhältnis noch entwickeln oder bleibt ein Ersthund, der den Zweithund überflüssig findet, dauerhaft auf Distanz?

    Normalerweise finden erwachsene Hunde Welpen selten so richtig toll. Und eigene Zweithunde als Welpen erst recht net - immerhin wird Frau Hund grade von Dir von ihrem Prinzessinenthron als Einzelhund gestoßen. Und das noch von so nem Nervzwerg. Nimmt anteilig Aufmerksamkeit von Dir in Anspruch, bekommt auch von ihrem Futter, geht am Ende sogar an ihr Spielzeug etc..... Wie halt bei Kindern, die "plötzlich" nimmer alleine sind *gg

    Aber ich finde die pärchenweise Konstellation (noch dazu mit Hündin älter und junger Rüde -der die Ältere dann auch schnell als "Chefin" akzeptieren wird-) eigentlich schon vielversprechend. Und wenn sie ihn jetzt schon notgedrungen zumindest toleriert, scheinen mir das gute Voraussetzungen..... :-)

    Also - mach Dir da mal keine Sorgen, solange Du sie nicht allzusehr vom Zwerg nerven läßt (und meist wehren sich die Hunde schon selbst, sofern altersbedingt noch möglich, wenns ihnen echt reicht - und natürlich, solange der Althund "sauber" kommuniziert und kein Problem mit Hunden hat! Ansonsten muß man das selbst regeln.).

    Meistens ist es eher so, daß die Ersthunde den Anderen dann irgendwann akzeptieren, wenn sie merken, der geht tatsächlich nimmer, und wenn der erwachsener wird, der Ersthund ihn also ernst nehmen kann. Anfangs ist es normal, daß auch erstmal viele Grenzen gesetzt werden, oder eben allzu welpiges Verhalten (Aufdringlichkeit) geduldig ignoriert wird, bis zu einem bestimmten Alter. Ne Freundin hat grad 12 Wochen alte Welpen, die sagt, was ihre erwachsenen Hündinnen sich da alles gefallen lassen, ist unglaublich, die dürfen echt weit gehen, bevor sie ausgebremst werden..... Dann aber halt konsequent.

    Ich denke also, da geht sicher noch mehr als nur "höfliche Distanz" bei Deinen :-) Laß ihnen einfach bissel Zeit, und guck drauf, daß es keiner der beiden übertreibt. Der Junge mit Nerven, die Alte mit Zurechtweisen :-)

  • Ich beneide übrigens auch Leute mit Welpen :-D aber nicht weil es mit meinen schwierig wäre oder sie eine Herausforderung sind mit der ich nicht gerechnet habe (na gut, HickUp ist schon eine Herausforderung, aber das wusste ich ja :lol: ) aber ich langweile mich schon fast. Sie sind echt perfekt und wir haben keine Punkte an denen ich arbeiten muss. Ich trainiere ja die beiden Großen und das macht definitiv Spaß und ist Arbeit, der Zwerg hat seine Zeit beim Canicross. Aber der Alltag ist sehr harmonisch, ich kann auch mal aufs Handy gucken beim Spaziergang (mach ich idR nicht). Aber so ein Welpi... Hach... Einfach das Aufwachsen miterleben, von Anfang an andere Fehler machen, dafür anderes richtig machen... Den Hund formen und einen Gefährten gewinnen... Mit meinen beiden Jungs hatte ich das nie so wirklich. Denen musste ich nie die Welt zeigen, die waren weitestgehend fertig, HickUps Erbsenhirn ist noch gereift, aber ansonsten :ka: Mir fehlt einfach diese Entwicklung... Eine Freundin mag die Welpenphase so gar nicht, ihr Mann hat jetzt einen neuen Welpen, ich glaube manchmal ist sie versucht das Angebot anzunehmen dass ich ihn aufziehe (natürlich nicht ernsthaft)


  • Wie das also mit deinem Rüden wird, finde ich jetzt noch schwierig einzuschätzen und hängt sicherlich auch damit zu sammen, wie er sich letztlich entwickelt.

    Da liegst Du sicherlich richtig, aber Dein Bericht über Maivi und Femi macht mir trotzdem Hoffnung. :bindafür:


    Gestern hat meine Hündin eine klare Ansage gemacht, als der Kleine zu wild und zu aufdringlich wurde. Vorhin haben sie dann zum ersten Mal zusammen auf einer Decke gelegen und mit den Mäulern gefochten, ohne aufzudrehen und das Spiel auch von selbst und ruhig wieder beendet. Ich habe den Kleinen zwar nicht mit dem Plan geholt, dass es die große Liebe zwischen beiden wird, aber wenn sie sich besser verstehen würden, würde ich mich natürlich freuen.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!