Titerbestimmung - Wer kennt sich aus?
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Nachdem man meiner 12 jährigen Hündin letzte Woche sowieso Blut nehmen musste und ich diese die letzten Jahre nur noch gegen Tollwut habe impfen lassen habe ich bei dieser die Antikörpe gegen Parvovirose mitbestimmen lassen. Der Titer beträgt 1:50 was lt. Tierarzt bedeutet, dass sie Antikörper besitzt und nicht geimpft werden muss. Meine Frage wäre nun ob sich jemand genauer auskennt und mir erklären kann, was dieser Impftiter aussagt über die Menge der Antikörper ect... und ob es hier verschiedene Angeben der Konzentration gibt, wie sähe diese aus, wenn keine Antikörper vorhanden wären?
Wird der Titer bei Staupe, Tollwut ect.. genau so angegeben? - Vor einem Moment
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Hi,
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Beim Menschen reicht bei den meisten Titer 1:50 aus und es würde bei Nachimpfung zu einer impfreaktion kommen.
Wäre der Wert unter 1:20 wäre es zu wenig und man würde impfen. -
Der Titer sagt normalerweise rein gar nichts aus.
Das Antigen wird bei einer Infektion oder bei einer Impfung in den B-Gedächtniszellen abgelegt. Die B-Zellen werden aktiviert, wenn es zu einer Neuinfektion kommt.
Der Titer misst die Zahl der Antikörper, die momentan unterwegs sind. Das kann natürlich je nach Hund/Immunsystem/Infektion/.. immer anders sein. Wenn keine "Bedrohung" besteht, dann ist der Titer auch sehr weit unten, da die B-Zellen dann gar nicht aktiv sind.
Das gilt für alle Impfungen. Man kann anhand des Titers nie sagen, ob der Impfschutz noch ausreicht, da es nur eine "Momentaufnahme" ist...
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Hallo Nikki,
Danke für Deine Ausführungen. Die sind sehr interessant, das würde aber auch bedeuten, dass man nach einer Impfung nicht sicher weiß ob genügend Abwehrzellen vorhanden sind!? So zumindest verstehe ich das dann, denn auf der Ausführung vom Labor steht, dass diese Konzentration der Antikörper sowohl nach einer Impfung, als auch nach einer Infektion möglich wäre.......Richtig?
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Ja das ist richtig, was das Labor da schreibt
!
Ich kann es leider auch nicht genau wieder geben, da ich kein Arzt bin.
Dennoch beschäftige ich mich schon länger mit dem Thema "Immunsystem" und "immunologische Abwehr"...Wikipedia gibt dazu auch ganz gut Auskunft.. http://de.wikipedia.org/wiki/T-Ged%C3%A4chtniszelle
http://de.wikipedia.org/wiki/B-Lymphozyt -
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Ob eine sichere Immunität besteht ist nicht bei allen Impfungen per Titer sicher zu bestimmen, beim Menschen z.B: hat man bei Tetanus und Hepatitis B relativ eindeutige Aussagen über die Dauer des Impfschutzes bei Keuchhusten z.B. nicht ,
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Zitat
Der Titer sagt normalerweise rein gar nichts aus.
Das Antigen wird bei einer Infektion oder bei einer Impfung in den B-Gedächtniszellen abgelegt. Die B-Zellen werden aktiviert, wenn es zu einer Neuinfektion kommt.
Der Titer misst die Zahl der Antikörper, die momentan unterwegs sind. Das kann natürlich je nach Hund/Immunsystem/Infektion/.. immer anders sein. Wenn keine "Bedrohung" besteht, dann ist der Titer auch sehr weit unten, da die B-Zellen dann gar nicht aktiv sind.
Das gilt für alle Impfungen. Man kann anhand des Titers nie sagen, ob der Impfschutz noch ausreicht, da es nur eine "Momentaufnahme" ist...
Das ist halbwahr. Natürlich feuern die Gedächtniszellen nicht dauernd und wandeln sich auch nicht dauernd in Plasmazellen um, wenn das Antigen nicht vorhanden ist.
Ein bestimmter Prozentsatz tut das aber eben doch...man könnte sagen, damit das System in Übung bleibt.
Daher ist der Antikörpertiter auch in Abwesenheit von Antigen ein gutes Maß für die Populationsgröße an B-Gedächtniszellen und somit die Immunität (Impftiter). Wie hoch dieser basale Titer ist, schwankt stark je nach spezifischer Impfung. Liegt eine akute Infektion vor, schnellt er natürlich dramatisch in die Höhe (Akuttiter).
Die Bestimmung des Titers um den Grad der Immunität abzuschätzen nimmt aber natürlich vorzugsweise in Abwesenheit der spezifischen Infektion vor und für viele (nicht alle) Impfungen ist das ein absolut sinnvoller und aufschlussreicher Messwert.
Oft ist es auch sinnvoll, den Impftiter nicht dann bestimmen zu lassen, wenn man sich fragt, ob man sich nachimpfen soll, sondern recht bald nach der ersten Impfung, wenn er noch hoch ist. Die absolute Höhe ist nämlich ein recht gutes Maß für die individuelle Immunantwort und erlaubt eine sinnvolle Vorhersage, wie lange man bis zur Auffrischung warten sollte.Viele Grüße
Ingo
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Zitat
Das ist halbwahr. Natürlich feuern die Gedächtniszellen nicht dauernd und wandeln sich auch nicht dauernd in Plasmazellen um, wenn das Antigen nicht vorhanden ist.
Ein bestimmter Prozentsatz tut das aber eben doch...man könnte sagen, damit das System in Übung bleibt.
Daher ist der Antikörpertiter auch in Abwesenheit von Antigen ein gutes Maß für die Populationsgröße an B-Gedächtniszellen und somit die Immunität (Impftiter). Wie hoch dieser basale Titer ist, schwankt stark je nach spezifischer Impfung. Liegt eine akute Infektion vor, schnellt er natürlich dramatisch in die Höhe (Akuttiter).
Die Bestimmung des Titers um den Grad der Immunität abzuschätzen nimmt aber natürlich vorzugsweise in Abwesenheit der spezifischen Infektion vor und für viele (nicht alle) Impfungen ist das ein absolut sinnvoller und aufschlussreicher Messwert.
Oft ist es auch sinnvoll, den Impftiter nicht dann bestimmen zu lassen, wenn man sich fragt, ob man sich nachimpfen soll, sondern recht bald nach der ersten Impfung, wenn er noch hoch ist. Die absolute Höhe ist nämlich ein recht gutes Maß für die individuelle Immunantwort und erlaubt eine sinnvolle Vorhersage, wie lange man bis zur Auffrischung warten sollte.Viele Grüße
Ingo
ich war gerade dabei meine Antwort zu formulieren, aber das hast du mir ja Gott sei Dank abgenommen 
Zur TE: hier kannst du nachlesen wie genau dein 1:50 zu verstehen ist http://de.wikipedia.org/wiki/Impftiter#Verfahren
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Was Ingo sagt stimmt.
Parvo Antikoerper werden fuer gewoehnlich per ELISA-Verfahren nachgewiesen. Der Titer kann auf zwei Arten bestimmt werden - entweder wird eine Verduennungsreihe des Serums erstellt und der angegebene Titer ist die hoechste Verduennung, bei der das Serum noch positiv reagiert, oder es wird der Wert bei einer bestimmten Verduennung gemessen und dann rechnerisch ein Titer ermittelt.
Der Titer sagt also aus, wie stark man ein Serum verduennen kann, um noch Antikoerper nachweisen zu koennen (in Deinem Fall also: Serum kann 50-fach verduennt werden und man wuerde immer noch Ak nachweisen)Der Zusammenhang zwischen Titer und Impfschutz ist von Pathogen zu Pathogen und von Impfung zu Impfung unterschiedlich. Das haengt von der Art der Impfung ab (Lebendvakzine [z.B. Parvo, klassische Staupeimpfung], Totvakzine [z.B. Tollwut], oder Vektorvakzine [z.B. neuere Staupevakzine / Staupe fuer Frettchen]), und vom Mechanismus, ueber den das Virus das Immunzyztem stimuliert (zellvermittelte vs humorale Immunitaet).
ZitatWird der Titer bei Staupe, Tollwut ect.. genau so angegeben?
Bei Staupe wird der Titer angegeben wie bei Parvo. Er wird fuer gewoehnlich auch per ELISA ermittelt und gibt die letzte positive Verduennung an.
Tollwut ist ein bisschen anders. Die Titerbestimmung erfolgt in spezialisierten und akkreditierten Laboren (weil meldepflichtige Tierseuche), das Verfahren ist der Neutralisationstest, und das Ergebnis wird in "Units" (Einheiten) angegeben. Das ist ein rechnerischer Wert, der sich aus dem Neutralisationstiter errechnet.
Der Grund dafuer ist, dass es auch Antikoerper gibt, die zwar spezifisch gegen ein bestimmtes Pathogen gerichtet sind, aber trotzdem nicht wirksam schuetzen. ELISA-Verfahren messen Gesamtantikoerper, also alle Antikoerper im Serum, egal ob sie wirksam schuetzen oder nicht. Der Neutralisationstest misst nur die Antikoerper, die die Infektion von Zellen verhindern koennen. Der NT sagt also zusaetzlich zur Staerke der Immunantwort auch etwas ueber die Qualitaet der gebildeten Antikoerper aus. Deshalb wird der Titer bei Tollwut per Neutralisationstest gemessen und nicht per ELISA.Lange Rede, kurzer Sinn: es gibt keine allgemeingueltige Regel, nach der man sagen kann "ab einem Titer von ... besteht Impfschutz".
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@ Ingo: Danke
So kannte ich das noch nicht!Aber ist es nicht so, dass es von Individuum zu Individuum unterschiedlich ist und bei dem Einen weniger Antigene ausreichen, als bei dem Anderen? Dadurch müsste man ja zuerst mal Impfen, dann den Wert als Richtwert nehmen und könnte darauf dann später zurückgreifen, wenn ich den Titer bestimmen lassen möchte, richtig? Woher nehmen die Labors/TÄ dann die Richtwerte? Ist das eine Art Durchschnitt?
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