Ein Nein beim Welpen durchsetzen

  • Hallo Ihr Lieben,

    wir haben seit 4 Wochen einen ca. 5 Monate alten Mischlingsrüden (Eltern und somit Rasse unbekannt) aus dem Tierschutz. Die Eingewöhnungsphase lief recht gut und bis letztes Wochenende ohne größere Probleme. Am letzten Wochenende und auch heute Abend hatten wir jedoch eine heftige "Auseinandersetzung" mit unserem Kleinen. Und zwar knabbert er, wie vermutlich alle Welpen, gerne an Dingen rum. Sind das Dinge bei denen wir das nicht möchten unterbinden wir das mit einen strengen Nein. Leider nimmt er uns aber manchmal nicht für voll, sucht sich neue Dinge und wir sagen wieder Nein. Bis dahin finden wir das auch noch normal. Aber jetzt hat sich schon 2 mal die Situation dabei so hoch geschaukelt (weil wir vermutlich auch immer lauter und verzweifelter wurden) und der Kleine fängt richtig an zu toben, zu rennen, nach uns zu schnappen, zu zwicken und fasst das alles als Spiel auf.
    In der Hundeschule (dort sind wir seit 3 Wochen) hat man uns geraten ihn dann auf den Rücken zu legen, wenn er es zu wild treibt. Das funktioniert nur für etwa 10-20 Sekunden und dann geht es noch doller weiter. Da das für uns heißt wir machen es nicht richtig und es so auch einfach zu inflationär wird haben wir beschlossen ihn in solchen Situtionen dann einfach auszusperren und erst wieder rein zu lassen, wenn er sich beruhigt hat. Das funktioniert soweit auch einigermaßen gut, wenn wir ihn denn vor die Tür bekommen. Er wiegt mittlerweile 17 kg, wirft sich dabei dann auch einfach auf die Seite und zwickt ziemlich stark nach uns, wodurch wir ihn dann einfach auch nicht schnell genug vor die Tür bekommen und er das auch erst mal als Spiel betrachtet. Das wir den Raum verlassen funktioniert nicht, da er sich selbst erst mal genug ist und weiter Unfung treiben würde.

    Nun unsere Fragen:
    1) Habt ihr einen Tipp, wie man das schneller hinbekommen könnte. Wir sind da gerade etwas ratlos. Kennt ihr das auch, was macht ihr in einer solchen Situation?
    2) Gibt es noch andere Alternativen zur Auszeit, wo er wieder runter kommen kann? Körperkontakt und Ansprachen putschen ihn wie gesagt nur auf.

    Viele Grüße und schon mal vielen Dank im Voraus für eure Rückmeldungen und Tipps,
    Ela und Thorsten

  • Hallo Ela und Thorsten,

    ich finde das immer witzig: Wenn ein Welpe ruhig ist, weil er neu und schüchtern ist, heisst es, es läuft alles toll und gut.

    Taut der Welpe auf und ist welpentypisch verspielt, dann kommt die große Verzweiflung.

    Wieviel Gelegenheit hat euer kleiner Wutz denn, sich zu bewegen und zu toben?
    Hat er Kontakt zu anderen jungen Hunden?

  • Hallo,

    ich würde sagen ihr solltet mit dem Kleinen erstmal üben was nein überhaupt heißt. Er scheint das nicht zu wissen. Gut geht das mit Futter. Leckerchen in die Hand, wenn der Hund es nehmen will, sagst du nein und machst die Hand zu. Geht er nicht dran belohnst du ihn aus der anderen Hand mit Futter. Später dann kannst du das Leckerchen auf den Boden legen oder das gleiche mit Spielzeug machen. Habt Geduld, er ist ja noch Jung.

    In der Zwischenzeit würde ich den Wauz auf keinen fall auf den Rücken legen (das fördert nicht grad das Vertrauen zu euch). Lenkt ihn mit anderen Kausachen ab (Zerrseil, hartes Kauzeug, usw.). Probier mal, ob er sich aus der Situation mit Übungen (Sitz, Platz) und Leckerchen rausholen lässt. Die Auszeit haben wir (selten) auch als letztes Mittel gewählt, aber meist hat Ablenken oder ruhiges Festhalten geholfen.

    Viel Spass mit dem Kleinen.

  • Ich vermisse die Information, wie ihr eurem Welpen Nein beigebracht habt. Oder wurde er da gleich auf den Rücken gelegt, wenn er nicht wusste, was das unbekannte Wort bedeutet? :???:

    Meine Tipps wären folgende:
    - Wechselt unbedingt die Hundeschule und geht wohin, wo man nicht mit völlig veralteten und überflüssigen Methoden wie auf-den-Rücken-drehen arbeitet. Bestenfalls nützt es nix, und schlimmstenfalls beschädigt es nachhaltig das Vertrauen eures Welpen.

    - Bringt eurem Hund Nein bei: https://www.dogforum.de/bring-deinem-h…bei-t61351.html

    - Nehmt Dinge, die euch wichtig sind aus der Reichweite des Welpen, und bietet ihm spannende Dinge, an denen er sein Kaubedürfnis ausleben darf. Welpen erkunden nun mal mit dem Maul.

  • Hey,

    festhalten und streicheln hat hier auch nichts genutzt - stattdessen hab ich Maia in den Flur gesetzt, wenn sie wirklich völlig ausgerastet ist und in ihrem Übermut alles ansprang und umwarf. Da ist nix außer einer Kommode und sie konnte dann gefahrlos hin und her wetzen.
    Das hab ich aber nur in Ausnahmefällen auch zu ihrer Sicherheit gemacht (Scherben und flitzender Welpe ist 'ne blöde Kombination), normales rumrennen um Tisch und Mensch ist halt der Welpenwahnsinn, der sich irgendwann verwächst.
    ... und jetzt seh ich gerade, dass ihr ihn nicht zwingend raus kriegt. Vielleicht wär eine Hausleine eine Möglichkeit? Dazu würd ich mal die Suche bemühen, ich hab damit nicht gearbeitet bisher.

    Was das Dinge anknabbern betrifft - alles wegräumen. Das macht es dem Kleinen einfacher, sich richtig zu verhalten und genau das will man ja. ;) Falls das Nein noch nicht völlig verstanden wurde oder eben beim ersten Mal nicht fruchtet, würd ich den Hund ruhig wegnehmen und dabei Nein sagen. Nicht schubsen (wird gern als Spielaufforderung verstanden), sondern eher am Vorderkörper festhalten und herumdrehen. Je nach Sturkopf darf man das dann 10 Mal in 5 Minuten machen, bis Hund kurz Ruhe gibt. Und dann würd ich 'ne Alternative bieten - Zerrseil, Kuscheltier, Kauknochen.

    Die erste Zeit ist wirklich recht anstrengend, aber es wird besser. :D

  • Moin,

    das Wichtigste aber scheint mir auch zu sein, das junge Hunde in dem Alter unbedingt etwas zum knabbern brauchen.... vielleicht hab ich es überlesen? Aber ich würde ihm etwas geben, das sie gefahrlos knabbern kann, das können Kauknochen sein oder - meine Freundin hat ihrer jungen Hündin immer Pappkartons gegeben und sie hat nie etwas anderes angeknabbert - wenn man dann hinterher fegen mag ;)

    Ich würde auch tauschen, knabbern am Stuhlbein etwa (alles kann man nicht weg räumen) gegen Kauknochen und das "Nein" darf ruhig bleiben.

    Es geht zwar hier um ein "Nein" durchsetzen, aber doch in einer speziellen Situation und knabbern (Zahnwechsel und so) ist eifach existenziell..... momentan. Das würde ich nicht nur schlicht verbieten mögen.

    Viel Erfolg
    Sundri

  • Wir mussten uns auch von etlichen Möbeln trennen. Schließlich kauften wir wir ein Rehgeweih und alles war gut. Der Hund braucht etwas zum Kauen und wenn ihr ihm nichts gebt, sucht er sich halt etwas.
    Sucht euch eine andere Hundeschule. Dass man euch empfiehlt, den Hund auf den Rücken zu legen, zeigt deutlich, dass die jetzige rückständig und einfallslos arbeitet. Mich wundert nicht, dass der Hund danach Übersprungshandlungen zeigt, ihr stresst ihn ja auch.
    Das "Nein" könnt ihr z.B. im Spiel üben. Wir haben es über den Klassiker gemacht. Leckerli auf den Boden vor ihn gelegt, hat er es auf ein Nein liegen gelassen, bekam er ein anderes Leckerli. Das kann man gut in den Alltag einbauen, immer wieder üben und am Anfang zuverlässig belohnen.
    Er wird es nie schaffen, so zu werden, wie ihr ihn euch wünscht, wenn ihr es nicht schafft, euch für ihn verständlich zu machen, aber er wird es ewig wünschen und daran verzweifeln. Also, versucht ihn zu verstehen und guckt, ob ihr einen Trainer oder eine Hundeschule findet, die euch Hündisch beibringt ;) .

  • Solche Hundeschulen gibt es wirklich noch? Oo Ich dachte das wäre mal so langsam zu den Menschen durchgedrungen :tropf:
    Sucht euch jedenfalls unverzüglich eine neue, ich würde da keine einzige Stunde mehr verbringen. :muede:

    Und gebt dem kleinen ein paar kausachen ;)

  • Hallo an Alle,

    leider habe ich es nicht früher geschafft euch zu antworten. Vielen Dank erst einmal für eure schnellen Rückmeldungen und vielen Tipps. Aber ich glaube ich habe wohl unser Problem nicht so gut beschrieben bzw. die Überschrift nicht gut gewählt. :???: Uns geht es nicht so sehr um das Nein lernen, sonder vielmehr um die Situation wenn unser Kleiner total aufdreht, wild um sich zwickt und einfach durch nix mehr zu beruhigen ist. Bei unseren früheren Hunden hat hier die Auszeit einfach am besten funktioniert, aber sie waren als wir sie bekamen auch jünger und insgesamt auch kleiner und in solchen Situationen besser zu händeln. Und wie gesagt auf den Rücken legen haben wir zwar 2 oder 3 mal probiert, aber das werden wir nicht mehr machen. Es hat alles nur schlimmer gemacht und tut uns und ihm nicht gut.
    Nun aber trozdem zu euren Antworten und Fragen: Was das Nein lernen betrifft (@Najira) üben wir seit er bei uns ist, also seit 5 Wochen jeden Tag mehrmals ein paar kurze Einheiten. Wir nehmen kein Futter als unerlaubtes Objekt, da das nicht so richtig funktioniert (ist bestimmt ein anderes Thema wert ;), sondern Alltagsgegenstände die wir durch die Gegend werfen oder hinlegen und ihn dann belohnen wenn er bei nein nicht hin/rangeht. In diesen Übungssituationen und die meiste Zeit im Alltag klappt das einigermaßen gut, wir üben ja noch nicht so lange. Oft tauschen wir auch einfach Lekerli oder Spielzeug gegen alles was er so anschleppt, das geht auch. Aber manchmal hat er halt seinen Dickschädel und dann klappt's nicht.
    Ansonsten hat er natürlich ein Kauseil, Kong, schreddert regelmäßig unseren Papiermüll oder kaut mal auf einem Ast rum, das ist ja auch okay. Alles nehmem wir ihm nicht weg. Kauknochen, etc. nimmt er nicht an, Möhren auch nicht.

    Bubuka: das unser Kleiner auftaut und verspielt ist ist nicht das Problem. Das war uns schon klar und soll auch so sein. Es gibt aber auch Grenzen und unser Problem ist, dass wir das was wir uns für solche Situationen überlegt haben nicht umsetzen können. Ansonsten bekommt er genug Bewegung, Beschäftigung (Spaziergänge und Übungen) und auch Kontakt mit anderen Hunden (im Welpenkurs und auf Spaziergängen). Nur mit Spielzeugen spielen wir nicht oft, das will er nicht, ist aber ein anderes Thema.

    Holly: Ruhiges Festhalten funktioniert nicht, da zwickt er uns und dreht auch auf. Aber wir haben vorgestern mal probiert Übungen (Sitz, Platz, etc.) zu machen die er schon kann, das hat ganz gut funktioniert. Danke für den Tipp. :gott: Das werden wir erst mal so weiter machen.

    Megaira: Den Hund wegnehmen führt zu dem beschriebenen Problem. Alternative Sachen will er dann nicht...der Dickschädel. Aber wir werden uns wegen der Hausleine noch mal kundig machen. Klingt als ob du die Phase überwunden hättest ...das lässt hoffen. ;)

    Allen anderen: seit mir nicht böse, aber ich glaube ich hab schon nen Roman geschrieben (will bestimmt niemand mehr lesen) und ich müsste auch alle Fragen beantwortet haben. Aber euch trotzdem vielen Dank.

    Viele Grüße und noch einen schönen Abend,
    Ela.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!