• Hast du den Eindruck, dass dein Hund den Clicker als Belohnungsankündigung "verstanden" hat? Als beispiel: Wenn ich markere wendet sich mein Hund zu mir, um die Belohnung zu empfangen. Meist schleckt er sich kurz nach Ertönen des Clicks das Maul (hab ihn auch anfangs über Futter konditioniert, heute kündigt er verschiedenste Belohnungen an). Der Marker ist also so gut konditioniert, dass er eine (praktischerweise) sichtbare körperliche reaktion hervorruft (und es passiert ja noch mehr, was nicht sichtbar ist).

    Übers Sitz ist natürlich auch eine Möglichkeit! Hab ich mal angefangen und dann schleifen lassen :roll:

  • dem joggel hab ich es so beigebracht, dass er erst einmal das abbruchsignal kennen musste. wenn er einen fehler macht, gibt's das abbruchsignal.

    das "warten" habe ich dann so angefangen, dass wir ganz normal Gassi gegangen sind. an jedem Bordstein habe ich halt gemacht und "warten" gesagt. der joggel konnte damals nicht anders, und musste halt auch warten. wenn er sich wegbewegte, kam das abbruchsignal. dann wusste er, dass er etwas falsch gemacht hat und ist zurück zu mir gehoppelt. der joggel hat recht schnell bemerkt, dass "warten" bedeutet, einfach an ort und stelle stehen zu bleiben. inzwischen bin ich soweit, dass wir herumrennen können, ich "warten" sage und ich weiterrennen kann und der joggel stehenbleibt.

    stopp.... das haben wir so aufgebaut, dass ich den joggel in ein sitz gebracht und "warten" gesagt habe. ich bin dann ein paar meter vor ihn hingegangen und habe ihn zu mir gerufen. er ist dann zu mir gerannt und bevor er zu mir kommen konnte, habe ich einen schritt vorgemacht, die arme abwehrend vor mich gehalten und mit ziemlich viel nachdruck "stopp" gesagt. der joggel war so überrascht, dass er tatsächlich stehen blieb und als das passierte, gabs gleich ein "feiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin". wenn er trotz "stopp" noch zwei schritte macht, gibt's das abbruchsignal. dann weiss er, dass er einen fehler gemacht hat und meistens bietet er mir bei der Wiederholung der Übung ein anderes verhalten an. ja, und sobald es wieder das richtige verhalten ist, gibt's sofort ein "feiiiiiiin".

    der joggel hat so recht schnell gelernt, wie er sich zu verhalten hat - und das abbruchsignal finde ich ausgesprochen praktisch. mit sehr viel goodies arbeite ich übrigens nicht mehr. wenn er gut arbeitet, bekommt er von mir das ultimative lobwort zu hören (feiiiiiin) und das macht ihn glücklich (das ultimative lobwort habe ich so aufgebaut, dass ich x-Millionen kleine würstli-fitzelchen in einer tasche hatte. der joggel sass vor mir und die erste zeit habe ich nur das wort "fein" gesagt und sofort so ein wurst-fitzelchen dem Hund in den mund gestopft. natürlich fand er das wort "feiiiin" irgendwann ganz toll. irgendwann wurden es weniger wrustfitzelchen und trotzdem blieb das wort "feiiiin" das ultimative lobwort. heute gibt's nur noch ganz selten eine wurstfitzelchen-session - eigentlich nur noch, wenn ich ihn auf ein neues Kommando einstimmen will. sonst geht's ohne belohnungshappen).

    wir sind übrigens so weit, dass er - 1 jahr alt - problemlos zwischen spielenden Hunden abgelegt werden kann und er so lange auf der stelle bleibt, bis ich ihm das frei-zeichen gebe. ich finde, das ist eine solide Leistung für einen 1jährigen rüden (gibt natürlich auch noch "bessere" Hunde. da er mein erster eigener Hund ist, bin ich mit dieser Leistung aber schon arg zufrieden).

    viel spass beim aufbau :-)

  • Zitat

    Hast du den Eindruck, dass dein Hund den Clicker als Belohnungsankündigung "verstanden" hat? Als beispiel: Wenn ich markere wendet sich mein Hund zu mir, um die Belohnung zu empfangen. Meist schleckt er sich kurz nach Ertönen des Clicks das Maul (hab ihn auch anfangs über Futter konditioniert, heute kündigt er verschiedenste Belohnungen an). Der Marker ist also so gut konditioniert, dass er eine (praktischerweise) sichtbare körperliche reaktion hervorruft (und es passiert ja noch mehr, was nicht sichtbar ist).

    Übers Sitz ist natürlich auch eine Möglichkeit! Hab ich mal angefangen und dann schleifen lassen :roll:

    Da bin ich mir nicht sicher. Wahrscheinlich muss ich einfach nochmal anfangen, bei Schritt eins.

    Vielleicht erlebe ich auch eine Überraschung ;)

  • Hut ab!
    Weiter so.

  • STOP heißt bei uns einfach nur Stehenbleiben, nicht bleib stehen und setz Dich, bleib stehen und warte dort o.ä. - einfach nur STOP.

    Wenn ich mehr will, ist das ein eigenes Kommando, das kann "warte" oder "Bleib" sein, das kann auch "sitz" sein, oder ein Abruf, oder eine Freigabe, weiterzugehen (an Straßenecken, wenn ich erst nur kurz gucken möchte, ob ein Auto kommt). Kann auch passieren daß ich den Hund stoppe, weil er geradeaus weiterlaufen möchte, und dann, wenn er zu mir guckt, ein Richtungszeichen mit der Hand gebe, um irgendwo abzubiegen. Also erwarte ich keine 2 Dinge vom Hund, wenn ich STOP sage, sondern nur ein Verharren auf der Stelle - er darf sich setzen/legen etc. - Hauptsache, er tut´s an Ort und Stelle und rennt net weiter (auf die Straße o.ä.), und ist auf mich aufmerksam (Letzteres kam von alleine, denn wenn nach dem Kommando noch irgendwas kommt -Leckerli, Spiel oder neues Kommando- bin ich so interessant, daß der Hund nach ner Weile automatisch nach mir guckt, um das, was dann kommt -notfalls einfach nur die Freigabe zum Weiterlaufen- nicht zu verpassen).

    Aufgebaut hab ich es, indem ich einfach nur stehengeblieben bin mitsamt dem Hund an der Leine. Immer wieder direkt beim Stehenbleiben STOP gesagt. Irgendwann selbst erst minimal nach dem Kommando stehengeblieben, um zu testen, ob der Hund schon kapiert hat, was das Wort bedeutet, und von selbst stehenbleibt, bevor ich stehenbleibe. Später dann das Ganze ohne Leine.

    PS: eine extra-Bestätigung braucht´s dafür eigentlich nicht immer, denn wenn ich meinem Hund nach dem Stehenbleiben die Freigabe für´s Weiterrennen/Weiterschnüffeln gebe o.ä., ist das ja schon eine Bestätigung für ihn: wenn er tut, was ich sage (stehenbleiben), dann darf er tun, was er wollte: rennen.... Er kommt also übers Kommandobefolgen zur Freigabe, seinem Interesse nachzugehen. Da hab ich´s mit nem Spiel- und Rennhund natürlich leicht und brauche nicht immer Leckerli o.ä. mit mir rumzuschleppen *gg Und: funktioniert auch ohne Clicker und konditionierten Marker...... (ok, das ist relativ, denn das Freigabekommando muß ja auch erstmal "sitzen" bzw. verstanden sein, bevor ich das als Bestätigung geben kann)

    PPS: die "normalen" Kommandos (sitz, platz) gelten bei mir aber auch so lange, bis ich freigebe...

  • Zitat

    @ NeonAtom

    Hm, ähnlich mache ich das auch, nur ohne Abbruchsignal *notier*

    Liest sich, als sein "fein" dein Markerwort?

    yepp! "fein" ist einfach das ultimative! ich habe mir lange überlegt, ob ich klickern will. beim klickern bin ich aber auf dieses klick-klack-teil angewiesen. da ich gelegentlich am stock gehe, hätte ich für dieses klick-klack-teil keine Hand frei (manchmal würde ich es auch zu hause vergessen). aus dem grund arbeite ich eben nur noch mit "feiiiin" - und es funzt wirklich gut.

    für das abbruchsignal habe ich mich entschieden, weil ich dem joggel die Möglichkeit geben wollte, sein verhalten zu korrigieren. wenn ich ihm nix sage, wie soll er checken, dass er gerade ein doof ist? okay, der Moment in dem das abbruchsignal gegeben wird, ist sicher nicht prickelnd. aber der joggel kann so schnell reagieren und kommt viel, viel schneller zum ultimativen lobwort. und das macht ihn glücklich - und dann hat er das abbruchsignal auch schon verkraftet und vergessen.

    und jo, es macht einfach riesigen spass, wenn der joggel etwas checkt oder wenn er etwas neues kennengelernt hat. und mir macht es auch eine riesige Freude. denn dann weiss ich, dass ich "hündisch" mitgedacht habe - und das ist eben für ein Anfänger manchmal schon sehr tricky!

  • Zitat

    STOP heißt bei uns einfach nur Stehenbleiben, nicht bleib stehen und setz Dich, bleib stehen und warte dort o.ä. - einfach nur STOP.

    Wenn ich mehr will, ist das ein eigenes Kommando, das kann "warte" oder "Bleib" sein, das kann auch "sitz" sein, oder ein Abruf, oder eine Freigabe, weiterzugehen (an Straßenecken, wenn ich erst nur kurz gucken möchte, ob ein Auto kommt). Kann auch passieren daß ich den Hund stoppe, weil er geradeaus weiterlaufen möchte, und dann, wenn er zu mir guckt, ein Richtungszeichen mit der Hand gebe, um irgendwo abzubiegen. Also erwarte ich keine 2 Dinge vom Hund, wenn ich STOP sage, sondern nur ein Verharren auf der Stelle - er darf sich setzen/legen etc. - Hauptsache, er tut´s an Ort und Stelle und rennt net weiter (auf die Straße o.ä.), und ist auf mich aufmerksam (Letzteres kam von alleine, denn wenn nach dem Kommando noch irgendwas kommt -Leckerli, Spiel oder neues Kommando- bin ich so interessant, daß der Hund nach ner Weile automatisch nach mir guckt, um das, was dann kommt -notfalls einfach nur die Freigabe zum Weiterlaufen- nicht zu verpassen).

    Aufgebaut hab ich es, indem ich einfach nur stehengeblieben bin mitsamt dem Hund an der Leine. Immer wieder direkt beim Stehenbleiben STOP gesagt. Irgendwann selbst erst minimal nach dem Kommando stehengeblieben, um zu testen, ob der Hund schon kapiert hat, was das Wort bedeutet, und von selbst stehenbleibt, bevor ich stehenbleibe. Später dann das Ganze ohne Leine.

    PS: eine extra-Bestätigung braucht´s dafür eigentlich nicht immer, denn wenn ich meinem Hund nach dem Stehenbleiben die Freigabe für´s Weiterrennen/Weiterschnüffeln gebe o.ä., ist das ja schon eine Bestätigung für ihn: wenn er tut, was ich sage (stehenbleiben), dann darf er tun, was er wollte: rennen.... Er kommt also übers Kommandobefolgen zur Freigabe, seinem Interesse nachzugehen. Da hab ich´s mit nem Spiel- und Rennhund natürlich leicht und brauche nicht immer Leckerli o.ä. mit mir rumzuschleppen *gg Und: funktioniert auch ohne Clicker und konditionierten Marker...... (ok, das ist relativ, denn das Freigabekommando muß ja auch erstmal "sitzen" bzw. verstanden sein, bevor ich das als Bestätigung geben kann)

    PPS: die "normalen" Kommandos (sitz, platz) gelten bei mir aber auch so lange, bis ich freigebe...

    Jepp, so hätte ich´s gerne. "Stopp" = Bleib an der Stelle und rühr dich nicht!
    Ob im Stehen, Sitzen oder Handstand ist mir egal.

    Das von mir fett markierte, bekomme ich gerade aber nicht zusammen. Stopp bis ich auflöse ist doch eigentlich warte dort?

  • Wurde dein Hund früher über Strafe erzogen. Aversiv erzogene Hunde können mit Shaping erstmal nichts anfangen und versuchen sich ständig rückzuversichern. Sie sind irgendwann in ihrem Leben reine Befehlsempfänger geworden. Das braucht einige Zeit, bis sie sich öffnen...


    Wenn man die Belohnung nach dem Markerwort irgendwann weglässt, macht man sich die "Sekundärbestärker" (Versprechen auf die Belohnung)-Sache kaputt und macht den Marker zum Primärbestärker. Lob ist trotz Konditionierung ein relativ schwacher Verstärker. Wenn man so vorgeht, kann es bei manchen Hunden auch sein, dass man die Belohnung an sich herabwürdigt...
    würde ich keinesfalls so machen.
    Auch hat man den Marker dann nicht mehr als Brücke.

    Markerwort ist toll, wenn man keinen Clicker nutzen will. Aber dann nutzt man ihn halt doch lieber als Sekundärbestärker...

    Mit einem Jahr finde ich das nun auch nicht so erstaunlich. Mal gucken, ob das in und nach der Pubertät immer noch so ist.


    Zusätzliches Fehler anzeigen via Abbruchsignal oder No Reward Marker würde ich beim Shapen allerdings komplett sein lassen. Der Hund soll es sich doch selbstständig erarbeiten.

  • Ach ja - Markersignale müssen nicht mit Leckerlis verknüpft werden. Belohnung ist für einen Hund alles, was er gerne tut. Rennt ein Hund und hört auf "Stopp", dann darf er meistens weiterrennen. DAS ist die bedürfnisorientierte Belohnung.

    Auflösesignal gibt es bei mir eigentlich nur während des Shapens, sonst bietet der Hund am laufenden Band irgendwas an. Und das ist auch kein "Frei"-Signal, das ich aufgebaut hätte, sondern ein schlichtes "Lauf" oder "Weiter". Beide Signale kennen sie. Werden aber nicht nur als Auflösesignal genutzt.
    Tatsächlich aber gibt es das auch nach "Warte".

    Abbruchsignale könnte man auch positiv verstärkend aufbauen, dann findet der Hund es nicht so doof. Des Weiteren möchte ich keinen Hund, der Strafe erträgt, um an die Belohnung zu kommen. Wenn man Strafen nämlich mag und nutzt, schwächt man diese dann auch noch ab!

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