Weil es nicht besser wurde-Kastration

  • Hallo.
    Leider wurde auf meinem alten Thread nicht mehr geantwortet.
    Es gibt Neuigkeiten.

    Ich war heute wieder beim Tierarzt, da bei Jack nachgeschaut werden sollte, wie es mit dem Tropfenden Wundwasser aussieht. Für die, die es nicht wissen: Jack wurde am 9 September Kastriert-er hatte einen Hoden im Bauchraum.

    Er zeigte mir eine rötliche Schwellung-ich dachte es sei "normal" wegen dem Wundwasser.
    Aber nein. Er säuberte die Wunde und ging mit einem Besteck rein und zog die Flüssigkeit mit einer Spritze raus/auf.
    Gelbe Flüssigkeit (Eiter) und diese rötliche Flüssigkeit, die ich raustropfen sah.

    Er bekommt Antibiotika, Antiseptikum und Schmerzmittel.
    Zudem bekam er heute noch eine Spritze und soll weiterhin Windel tragen und ich soll die abengenannten Medis geben. Am Mittwoch muss ich wieder dort hin (der eigentliche Termin zum Fäden ziehen-was aber verschoben wird, ist klar ;-) ) und nochmal am Freitag. Ich bin gespannt was uns noch erwartet :/

    Er tut mir echt leid und wird von jedem in höchsten Tönen gelobt,
    weil er es so toll macht-kein Beisen, Kein wegziehen, kein Aufstand oder so.
    Aber er ist gestresst. Gestresst durch die OP, Durch die Schmerzen am Anfang, Durch den Trichter, durch die Arztbesuche und durch die Windel (Damit die Wunde geschützt bleibt und er die Flüssigkeit nicht rumspritzt.
    Ja, rumspritzen-er baut den Stress durch "ausschütteln" ab oder versucht es zumindest :sad2:

    Meine Fragen:
    Wie kann sich das so entzünden?
    Mir kam die Idee mit seinen Haaren-er haart mal wieder viel oder durch Gras?
    Er pieselt wie ein Mädchen. Markieren tut er wie vorher auch.

    Und wie kann ich ihm den Stress nehmen oder ihn dabei möglichst unterstützen?
    Gassi gehen wir nach wie vor nur kleine Runden (je 15 Minuten).

    Und wie kann das sein, dass Jack mit fitter vorkommt, als am Anfang und es ihm dabei aber nicht besser geht?

    Vielen Dank schon mal :)

  • Hallo,

    Generell sind Wunden immer eine kritische Stelle und ein Spitzenort für Bakterien.
    Ausgelöst kann die Entzündung durch jeden möglichen Dreck. Es reicht schon, dass er einfach an einer ungünstigen Stelle (naßer schmutziger Boden, Pfütze usw.) mal Sitz gemacht hat.
    Jetzt im nachhinein ist es schwierig zu rekonstruieren, wie Bakterien in die Wunde gelangt sind. Beim nächsten mal einfach Versuchen die Wunde sehr sauber zu halten und weg von allen möglichen Dreckquellen (d.h. auch die eigenen Hände immer schön waschen, bevor die Wunde inspiziert wird).

    Zum Pinkeln kann ich nur sagen, dass unser Rüde sein Bein auch nicht gehoben hat, als wir ihn bekommen haben (vom Tierschutz - dieser hatte ihn zuvor kastrieren lassen). Nach einer Weile hat er von alleine angefangen, sein Beinchen zu heben und mittlerweile pinkelt er nur noch so. Die Vermutung lag nahe, dass es vom kastrieren kam. So wird es wahrscheinlich auch gewesen sein.

    Mir ist schon öfters aufgefallen, dass beim Tierarzt fast immer der Fehler gemacht wird, dass der Hund nach einer Spritze oder wenn er Angst hat, betüttelt wird. Tatsächlich ist es aber so, dass seine ängstliche Haltung dadurch nur verstärkt wird. Der Hund kriegt nur mit, dass er gelobt wird, weil er Angst hat. Also wird er beim nächsten mal, wieder seine Angst zeigen.
    Außerdem kann es sein, dass der Halter durch die innere Aufregung den Hund noch angespannter macht.
    Ich weiß natürlich nicht, wie euer Tierarzt und Ihr euch im Behandlungsraum verhaltet. Aber versuch einfach für dich eine selbstbewusste und starke Haltung anzunehmen. Dann signalisierst du, dass du die Situation unter Kontrolle hast und dein Hund könnte eventuell so etwas ruhiger werden, weil er weiß, sein Halter beschützt ihn.
    Die Angst von deinem Hund würde ich einfach ignorieren. So verhalten sich Hunde auch untereinander. Dort kommt es sogar vor, dass der ängstliche Hund von anderen Hunden korrigiert wird.
    Sobald dein Hund keine Aufregung oder Angst mehr zeigt, würde ich ihn sofort loben. Somit kriegt er gleich mit, dass Ruhe und Gelassenheit richtig ist.

    Noch was:
    Eine Tierärztin hat mir mal nach einer Spritze den Tipp gegeben, den Hund abzulenken, in dem man nach dem Spritzen den Hund noch an anderen Stellen zwickt. Das hat bei unserem ganz gut funktioniert.

  • Jack hat keine Angst. Was soll die TE denn da ignorieren? Jack hat zwar Stress, aber das ist nicht unbedingt Angst. :???: Und Stress kann man nicht "wegbelohnen".

    Zitat

    Wie kann sich das so entzünden?
    Mir kam die Idee mit seinen Haaren-er haart mal wieder viel oder durch Gras?


    Wunden sind immer in Gefahr sich zu entzünden. Manchmal kann man noch so sehr aufpassen. Es ist durchaus möglich das er was am Fell hatte, oder irgendwo dran gekommen ist. Es kann auch sein das nicht zu 100 % sauber gearbeitet wurde. Das ist schwer zu sagen. Hauptsache ist, dass es behandelt wird.

    Zitat

    Er pieselt wie ein Mädchen. Markieren tut er wie vorher auch.


    Mein (unkastrierter) Rüde pinkelt auch nicht unbedingt immer mit Bein hoch. Wenn er einfach nur Drang hat, dann steht er auch mal mit allen 4ren fest auf dem Boden und läßt laufen. Ich kann mir vorstellen, wenn es für Jack ungewöhnlich ist, dass die Narbe noch zieht, wenn er länger das Bein hochhält. Markieren ist ja schneller erledigt als einfaches Pinkeln.

    Zitat

    Und wie kann das sein, dass Jack mit fitter vorkommt, als am Anfang und es ihm dabei aber nicht besser geht?


    Selbsterhaltungstrieb? :) Gute Schmerzmittel oder auch Antibiotika. Alles kann ihm einen Boost geben.

  • Aber sicher kann man (vereinfacht ausgedrückt) Stress wegbelohnen- wie auch Angst- man muss es nur richtig angehn- der Wohlfühlreiz muss den Stress(oder Angst-)reiz überlagern, ansonsten kann es natürkich passieren, dass statt vermindert, verstärkt wird.

    Nur als blödes Bsp- wenn man gestresst ist und Schoki ist, bzw. generell isst, kann der Stress dadurch sinken.

  • Zitat

    Beim nächsten mal einfach Versuchen die Wunde sehr sauber zu halten und weg von allen möglichen Dreckquellen (d.h. auch die eigenen Hände immer schön waschen, bevor die Wunde inspiziert wird).

    Wenn ich die Wunde anfasse, heißt abtupfe oder jetzt auch eincreme, dann nur mit Handschuhe und Desinfektionsmittel-von Anfang an ;)

    Zitat

    Zum Pinkeln kann ich nur sagen, dass unser Rüde sein Bein auch nicht gehoben hat, als wir ihn bekommen haben (vom Tierschutz - dieser hatte ihn zuvor kastrieren lassen). Nach einer Weile hat er von alleine angefangen, sein Beinchen zu heben und mittlerweile pinkelt er nur noch so. Die Vermutung lag nahe, dass es vom kastrieren kam. So wird es wahrscheinlich auch gewesen sein.


    Er hebt schon das Bein, aber nur wenn er markiert. Beim normalen Pippi setzt er sich wie eine Hündin hin.
    Was für mich kein Problem ist, auch nicht wenn er es so weiter beibehalten würde.

    Zitat

    Mir ist schon öfters aufgefallen, dass beim Tierarzt fast immer der Fehler gemacht wird, dass der Hund nach einer Spritze oder wenn er Angst hat, betüttelt wird. Tatsächlich ist es aber so, dass seine ängstliche Haltung dadurch nur verstärkt wird. Der Hund kriegt nur mit, dass er gelobt wird, weil er Angst hat. Also wird er beim nächsten mal, wieder seine Angst zeigen.
    Außerdem kann es sein, dass der Halter durch die innere Aufregung den Hund noch angespannter macht.
    Ich weiß natürlich nicht, wie euer Tierarzt und Ihr euch im Behandlungsraum verhaltet. Aber versuch einfach für dich eine selbstbewusste und starke Haltung anzunehmen. Dann signalisierst du, dass du die Situation unter Kontrolle hast und dein Hund könnte eventuell so etwas ruhiger werden, weil er weiß, sein Halter beschützt ihn.
    Die Angst von deinem Hund würde ich einfach ignorieren. So verhalten sich Hunde auch untereinander. Dort kommt es sogar vor, dass der ängstliche Hund von anderen Hunden korrigiert wird.
    Sobald dein Hund keine Aufregung oder Angst mehr zeigt, würde ich ihn sofort loben. Somit kriegt er gleich mit, dass Ruhe und Gelassenheit richtig ist.


    Man redet bei der Untersuchung im ruhigen Ton mit ihm, aber betüttelt ihn nicht-hab es aber auch schon mal erlebt, dass das gemacht wurde. Ich behandel ihn so wie vorher. Er hat jetzt dadurch keine "Sonderrechte".
    Denn ich möchte ihn nicht durch (m)eine Verhaltensänderung verunsichern.
    Angespannt war ich nicht, denn ich hätte ehrlich gesagt, mit guten Nachrichten gerechnet, denn er schient mir echt fitter als zuvor. Angst hat er jetzt nicht vom Tierarzt direkt, da ist er freundlich und freut sich auch.
    Aber die Angst ist da, wenn es ins Behandlungszimmer geht. Aber auch da zeige ich ihm, wir gehen gemeinsam rein und es ist so wie vorher-ich gebe den Weg an. Wenn er so wie gestern wirklich angespannt ist, dann gehe ich kurz mit ihm einen Kreis, damit sich die Anspannung löst und dann geht es auch gut durch die Türe ins Zimmer ;-)


    Zitat

    Noch was:
    Eine Tierärztin hat mir mal nach einer Spritze den Tipp gegeben, den Hund abzulenken, in dem man nach dem Spritzen den Hund noch an anderen Stellen zwickt. Das hat bei unserem ganz gut funktioniert.


    Den Tipp kenne ich, wobei Jack von Anfang an nicht zuckt, wenn es eine Spritze gibt.
    Er ist ganz tapfer :ops:

  • Zitat

    Jack hat keine Angst. Was soll die TE denn da ignorieren? Jack hat zwar Stress, aber das ist nicht unbedingt Angst. :???: Und Stress kann man nicht "wegbelohnen".


    Jack hat schon Angst, aber nur wenn es in den Behandlungszimmer geht.
    Aber würde ich ihn jetzt auch anfangen die Angst ihm "wegzufüttern", dann würde er merken,
    dass ich mich anders verhalte. Leckerli gibt es nach dem Tierarztbesuch, wenn ich bezahle-das kennt er und ist für ihn nichts Neues. Und ja, Stress kann man nicht wegbelohnen, denn ein gestresster Hund frisst nicht.
    Habe ich schon öfters gehört und Jack verhält sich auch so :gut:

    Zitat

    Wunden sind immer in Gefahr sich zu entzünden. Manchmal kann man noch so sehr aufpassen. Es ist durchaus möglich das er was am Fell hatte, oder irgendwo dran gekommen ist. Es kann auch sein das nicht zu 100 % sauber gearbeitet wurde. Das ist schwer zu sagen. Hauptsache ist, dass es behandelt wird.


    Ob sauber gearbeitet wurde kann ich natürlich nicht sagen-ich war beim OP nicht dabei.
    Von den Behandlungen sonst könnte ich aber vermuten, dass er sehr sauber arbeitet.

    Zitat

    Mein (unkastrierter) Rüde pinkelt auch nicht unbedingt immer mit Bein hoch. Wenn er einfach nur Drang hat, dann steht er auch mal mit allen 4ren fest auf dem Boden und läßt laufen. Ich kann mir vorstellen, wenn es für Jack ungewöhnlich ist, dass die Narbe noch zieht, wenn er länger das Bein hochhält. Markieren ist ja schneller erledigt als einfaches Pinkeln.


    Ja, wenn er normal pinkelt, also in "Mädchenhaltung", dann brauch das seine Zeit bis er fertig ist.
    Da bin ich froh wenn er nicht unbedingt den Drang hat das Bein zu heben und vielleicht noch die Wunde aufreist.


    Zitat

    Selbsterhaltungstrieb? :) Gute Schmerzmittel oder auch Antibiotika. Alles kann ihm einen Boost geben.

    Mhh so habe ich es noch gar nicht gesehen =)

  • Zitat

    Aber sicher kann man (vereinfacht ausgedrückt) Stress wegbelohnen- wie auch Angst- man muss es nur richtig angehn- der Wohlfühlreiz muss den Stress(oder Angst-)reiz überlagern, ansonsten kann es natürkich passieren, dass statt vermindert, verstärkt wird.

    Nur als blödes Bsp- wenn man gestresst ist und Schoki ist, bzw. generell isst, kann der Stress dadurch sinken.


    Jack frisst nicht wenn er Angst hat oder gestresst ist.

    Auch ein blödes Beispiel :headbash: : Wenn ich richtig gestresst bin,
    dann bekomme ich nichts runter :keks: egal ob Kekse, Schokolade oder sonst was

  • Das hört sich doch schon ganz gut an.

    Was mir auch noch eingefallen ist, um ein wenig die Angst vorm Behandlungsraum bzw. Behandlungstisch zu lösen:
    Einfach mal rein gehen, kurz warten und dann wieder rausgehen - ohne das jetzt was gemacht wurde. Ruhig öfters wiederholen. Dann Verknüpft er den Behandlungsraum nicht so, dass darin immer was schlimmes passiert.
    Aber vorsicht! Wenn er Angst zeigt, und du gehst dann aus dem Raum raus, dann kann es sein, dass er denkt, wenn er ängstlich ist, geht es raus. Dann würdest du sein Verhalten wieder verstärken.

    Vielleicht musst du auch einfach nur öfters zum Tierarzt gehen und dein Ding durchziehen. Unserer hatte Anfangs panische Angst vor Aufzügen, wenn wir mal in einem Kaufhaus waren. Ich bin einfach immerwieder mit selbstbewusster Haltung reingegangen. Nach ein paar Einkaufstouren hat er wohl begriffen, das nix schlimmes dabei ist und plötzlich war die Angst weg.

  • Zitat


    Jack frisst nicht wenn er Angst hat oder gestresst ist.

    Auch ein blödes Beispiel :headbash: : Wenn ich richtig gestresst bin,
    dann bekomme ich nichts runter :keks: egal ob Kekse, Schokolade oder sonst was

    genau das meinte ich ja mit- der positive Reiz muss den negativen überdecken- ist die Angst zu groß, dann kann man nix essen- wenn es sich aufbaut oder das level eben geringer ist, kann man mit essen dagegen ankommen. bei hohem level, braucht man nen höheren positiven Reiz.

  • Ich war heute wieder mal beim Tierarzt und die Entzündung wurde schon sichtlich weniger :)
    Er hatte es nochmal ausgespühlt.
    Schmerzmittel kann ich absetzen, Antibiotika soll ich weiter geben, so auch die Creme.
    Am Samstag nochmal dort hin und vielleicht werden am Montag "schon" nach 2 Wochen die Fäden gezogen.

    Den Lampenschirm habe ich abgemacht.
    Er trägt jetzt diesen "Procollar" und die Windel weiterhin.
    Nur Nachts werde ich ihm den Schirm noch anziehen :)

    Jack ist sichtlich erleichtert den doofen Schirm nicht mehr tragen zu müssen :)

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