Mehrhundhaltung - Beziehung der Hunde untereinander

  • Wie sind eure Erfahrungen? Wie Kant ihr von einem Hund, zu mehreren?
    Wie habt ihr die zweit, dritt.... etc. Hunde ausgesucht?
    Nach welchen Kriterien? Passend zu euch? Zum Hund?

    Wie ist nun deren Beziehung? Wie lange hat das anfreunden gedauert?

    Wie ist es nun für euch? Seid ihr zufrieden?

  • Hallo....

    Bei uns kam der Zuwachs sportbedingt (Schlittenhunde) und wurde auch dementsprechend ausgewählt.
    Allerdings hatte ich immer alle Hunde dabei, wenn ein Neuzugang anstand.
    Hätte es beim ersten Treffen gescheppert, hätte ich das berücksichtigt, weil ich einen möglichst entspannten Alltag möchte. Für mich und die Hunde.
    Aber es war immer sehr harmonisch.
    Auch die Integration eines Neuen war bisher immer sehr unauffällig. Gut, der wohnt jetzt auch hier.
    (Worüber ich sehr froh bin.... )
    Mittlerweile sind es sieben.
    Alle kommen gut miteinander aus, manche mögen sich mehr, andere ziehen eher ihr Ding überwiegend alleine durch.

    Was steht bei dir an?

  • Ich wollte gerne einen Zweithund haben, weil Yoma gerne Hunde um sich hat und weil ich egoistischerweise auch einen zweiten Hund wollte.

    Ich habe einen schwierigen Hund dazu genommen, weil ICH ihn wollte - allerdings war es schon so, dass Yoma mit ihm "relativ gut" aus kam (der Zweithund ist diesbezüglich ein Sonderfall).

    Das Anfreunden hat sehr schnell funktioniert... allerdings haben sie erst nach einem Jahr richtig intim miteinander gespielt (also vor ein paar Tagen). Es gab viele Hürden und es sind immer noch welche da.

    Bereut habe ich es allerdings nie.

  • Die Hunde suche ich nach meinen Bedürfnissen aus, Hundesport und Wachdienst, wenn sich Erst- und Zweithund dann "lieben", ist gut, sonst wird gemanagt.
    Was nützt mir der Zweithund, der sich zwar mit dem Ersten gut versteht, aber für meine Zwecke untauglich ist.
    Im Moment habe ich zwei Rüden, 9 + 5 Jahre alt, die sich tolerieren. Vorher waren es eine Hündin und ein Rüde, die wie ein altes Ehepaar waren. Als dann der jetzige "Alte" dazu kam, waren die Beiden 9 + 8 Jahre alt und haben ihn toleriert, wollten sich aber nicht näher mit ihm beschäftigen.
    Einen Zweithund holen, nur damit der Erste Gesellschaft hat, würde ich nie machen.


  • Wie sind eure Erfahrungen?

    Soweit ziemlich gut. Man muss eben ein Auge fuer seine Hunde haben.

    Wie Kant ihr von einem Hund, zu mehreren?
    Meine Eltern zuechteten Deutsche Schaeferhunde (leistung) und wir hatten schon immer 3-5 Rueden im Haus, von daher bin ich in die Mehrhundehaltung reingewachsen, ist fuer mich also ganz normal.

    Insgesamt hab ich 5 Deutsche Schaeferhunde in die USA eingeflogen. Davon leben leider nur noch drei. Zusaetzlich zu den drei Schaeferhunden hab ich einen Belgier. Drei Huendinnen ein Ruede. Bei einer Huendin muss ich schon aufpassen, die kann ein Miststueck sein. Hab sie jedoch seit ihrer 8. Lebenswoche und kenn sie besser wie sie sich selbst kennt.

    Wie habt ihr die zweit, dritt.... etc. Hunde ausgesucht?
    Die beiden aus dem Zwinger meiner Eltern waren einfach. Die kannten sich ihr Leben lang. War also einfach sie mitzunehmen. Die dritte Huendin hab ich als Welpe gekauft und integriert. Der Vollbruder zur Huendin war ebenfalls einfach zu integrieren. Den musste ich jedoch aus gesundheitlichen Gruenden einschlaefern.
    Die andere Huendin war ebenfalls einfach zu integrieren. Die hab ich gekauft da mein Vater sie empfohlen hat und ich waer dumm gewesen sie nicht zu kaufen.
    Zur Malinois Huendin kam ich rein zufaellig. Ne Freundin kannte jemanden der ein neues Zuhause fuer ne kleine Malihuendin brauchte da sich ihre beiden Hunde uebel gerauft hatten, und so konnte sie einfach nicht mehr halten. Hab sie also fuer umsonst bekommen und seitdem ist sie hier.

    Zwei Huendinnen sind super Pflegeleicht. Der Ruede sowieso, die einzige die immer wieder aufmuckt und wo ich ein Auge drauf haben muss, ist die Huendin die ich seit Welpenalter habe.

    Nach welchen Kriterien? Passend zu euch? Zum Hund?
    Definitiv nicht ob sie zueinander passen. Rein nach meinen Kriterien und fuer die Rettungshunde Arbeit hier in NY. Mittlerweile mach ich jedoch fast alles. Dock Jumping, Lure Coursing, Leichensuche.. egal was, ich probiers ;) . Die Huendin die ich aus Deutschland dazugekauft hab, kannte ich vorher gar nicht persoenlich. Ich kannte nur Fotos und ein Video, da sie jedoch von meinem Vater getestet war konnte ich darauf vertrauen das sie passt. Der Vollbruder zu meiner Huendin hatte ich vorher ebenfalls nie gesehen und vertraute dem Zuechter...
    Bisher hab ich noch jeden Hund, egal ob Pflege oder Gasthund, erfolgreich in mein Rudel eingefuehrt.

    Wie ist nun deren Beziehung? Wie lange hat das anfreunden gedauert?
    Das anfreunden geht relativ schnell. Es gab bisher nur einen Pflegehund bei dem es Rund einen Monat gedauert hat, das lag nicht an meinen sondern an seiner problematischen Vergangenheit. Mit Geduld hat jedoch auch das funktioniert.

    Wie gesagt, eine Huendin ist etwas problematisch aber ansonsten gibts hier keine Probleme. Hab hier immer wieder Hunde die ein und ausgehen, auf Besuch kommen, Pflegehunde, Gasthunde... ich kann hier jede Rasse eingliedern, von Dackel, Chi, Goldendoodle bis zum Pitbull hatte ich hier schon alles. :smile:
    An einem Punkt hatte ich 15 Hunde im Haus und alles lief gut. An einem anderen hatte ich hier drei Dackel, vier Schaeferhunde und eine Riesendogge.
    An nem anderen Punkt 5 Schaeferhunde, ein Chi und Pitbull...

    Zum Grossteil liegt es an dir selbst. Ich kann nicht erklaeren wie ich es mache, bin halt reingewachsen und mach sehr viel intuitiv.

    Wie ist es nun für euch? Seid ihr zufrieden?
    Soweit ja. Ich kenne das Verhaeltnis zwischen den Hunden und weis wann ich eingreifen muss und wann nicht.
    Sie sind sozialvertraeglich und ich kann sie ueberall mit hinnehmen ohne mich fuer das Verhalten meiner Hunde schaemen zu muessen.
    Wie gesagt, es ist Intuitiv. Ich hab Hunde die hier von Sheltern als "nicht rehabilitierbar" eingestuft wurden mit der Hilfe meines Rudels erfolgreich rehabilitiert.

    Das wichtigste ist die Hunde nicht zu vermenschlichen sondern als das zu sehen was sie sind, eben Hunde.

    Zum Beispiel:
    Jede Huendin kann einen Ball im Maul haben. Sie tauschen die Baelle untereinander aus. Ueberhaupt kein Problem. Ich kann jedoch nicht einen Ball nehmen und aktiv mit dem ganzen Rudel spielen, denn eine Huendin wuerde sofort auf die andere gehen wenn sie nicht den Ball bekaeme.
    Wenn sich jedoch die beiden jungen Huendinnen untereinander beschaeftigen ist es ueberhaupt kein Problem wenn ich mit der dritten spielen.

    - Man muss Aufmerksam beobachten und seine Hunde lesen koennen.

  • Da wir/mittlerweile nur mehr ich fast immer zwei Hunde hatte(n) , kam auch nach dem Tod meines letzten IRS wieder ein Welpe zu dem nunmehrigen Ersthund Rodin hinzu. Rodin selbst waere, sowie ich ihn in seiner Zeit als Einzelhund (16 Mon.) beobachtet und erlebt habe, wohl auch ohne Primo gluecklich und zufrieden, andererseits ist es deutlich sicht- und spuerbar, dass die Beiden einander wirklich sehr moegen und ergaenzen, wobei Primo Rodin noch ein bisschen mehr braucht, als umgekehrt. Mittlerweile sind wir/sie schon ein recht gut eingespieltes Team. Durch Nichtsetter Primo hat dieses Mehrhunde-Dasein ganz andere hochinteressante Dimensionen bekommen, als vorher in der jeweiligen Setter-Paarhaltung. Fuer mich zwar noch ein bisschen muehsam und anstrengend, da BrI Primo aus rein leistungsgezogener Zucht kommt, Rodin aber aus einem mehr oder weniger reinen US Showkennel, und seine Grossmutter der etzte Masterhunter in dieser Zucht war. Vom jagdl. Gespuer her sind beide sehr unterschiedlich. Trotzdem kann ich mir so ein gemischtes Doppel immer wieder sehr gut hier vorstellen, selbst unter dem styrken Bewusstsein, dass jeder neu hinzukommende Hund ein ziemlich eigener Charakter ist und voellig anders tick(t)en kann und wird.

    Liebe Gruesse
    Gini, Rodin & Primo

  • erstmal recht herzlichen dank für die ausführlichen antworten :gut:
    hat mir schon mal sehr geholfen...
    und es liest sich super interessant und ich würde mich freuen, wenn sich noch mehr finden die hier ihre erfahrungen schreiben...

    was mich nuns sehr beruhigt, dass nicht primär geschaut wird, das die hunde untereinander die große liebe haben...

    warum ich einen solchen thread eröffnet habe?

    ich kam ungeplanterweise (also ein zweithund war schon in planung, aber noch lange nicht jetzt :hust: ) und recht überraschend zu einem zweithund aus dem tierschutz.

    mein erster, rüde, 1 1/2 jahre, schäfer-colliemix, liebt andere hunde, von demher war/ist das kein problem.
    die hündin nun aus dem tierschutz, entspricht so gar nicht meinem "eigentlichen beuteschema".
    sie ist klein (9kg), kurzhaarig, fledermausohren, große kulleraugen, sehr schlank.... wirklich nicht das was ich mir unter meinen traumhund vorstelle.

    aber als ich sie sah, hat sie es irgendwie geschafft das mein herz schneller schlug :ops:
    dazu noch ihre "probleme"....
    dann suchte sie ein zuhause (hatte sie noch nie, als welpe vom straßenhund, auf die tötungsstation, dann nach deutschland ins tierheim, dann auf pflegestelle, diese wäre nun "zuende" gewesen, hätte bedeuted, sie müsste zurück ins tierheim. und wenn man nach menschen schnappt vor lauter angst, hat man nicht so gute vermittlungschancen)

    lange rede, kurzer sinn, ich hab sie zu mir genommen.
    das ist nun ca drei wochen her, mein ersthund schwebt im siebten himmel, kann sein glück kaum fassen....
    dementsprechend benimmt er sich auch :hust:

    sie ist froh, das noch ein hund da ist, so ist ihr einfach wohler, hunde kennt sie, hunde geben ihr sicherheit.
    aber dann hörts glaub auch schon auf.

    nun bin ich gespannt wie sich das weiterentwickelt, wer letzten endes die hosen anhat... wobei ich glaube, dass hat sie schon. sie sucht sich als erstes das körbchen aus, er geht dann ins andere (meist in ihr kleines, weil sie in seinem großen liegt).

    ich bin gespannt ob sie noch ein "dream-team" werden oder ob das so bleibt...

    aber nach dem ich eure berichte gelesen hab, bin ich schon mal beruhigt, sollte es so bleiben wie es ist...

    danke schön

  • Zitat

    Wie Kant ihr von einem Hund, zu mehreren?

    Ich habe mir gedacht, es gibt so viele arme Hunde, die ein zuhause suchen. Ich hatte Freude an der Hundehaltung und Lust auf einen Zweithund. Also habe ich mir gesagt, warum nicht?

    Zitat

    Wie habt ihr die zweit, dritt.... etc. Hunde ausgesucht?

    Da der Ersthund ruhig ist habe ich den Zweithund auch nach einem ruhigen Charakter ausgewählt, ausserdem im selben Alter. Ich wollte nur was, was ein bisschen sportlicher ist, da mein Ersthund nicht Fahrrad fährt. Und da der Ersthund keinen Wachtrieb hat, war mir das beim Zweithund auch wichtig, dass der wenigstens aufpasst.

    Zitat

    Wie ist nun deren Beziehung? Wie lange hat das anfreunden gedauert?

    Ca. 6 Monate war das nur ein nebenherleben. Dann hat man sich so langsam akzeptiert. So nach ca. 1 Jahr haben sich dann aber beide doch angefreundet und man merkt, dass sie sich mögen.

    Zitat

    Wie ist es nun für euch? Seid ihr zufrieden?

    Im Grossen und Ganzen ja. Wobei es schon eine Umstellung ist zu einem total unproblematischen unpassungsfähigen Hund einen Problemfall dazuzuholen. Einige Sachen waren mit 1 Hund wirklich besser und einfacher.

  • Hi.

    Als mein Paco 3,5 Jahre alt war und sehr gut hörte, habe ich beschlossen einen Welpen dazu zu holen. Eigentlich als Kumpel für den Paco, weil er so gerne mit anderen Hunden spielte. An den ersten 3 Tagen wollte Paco gar nichts vom kleinen Timber wissen. Ich war damals in meinem Unwissen total enttäuscht, denn ich hatte (naiverweise) erwartet, dass er sich gleich riesig freuen würde. Aber ab dem 4. Tag haben die beiden angefangen, miteinander zu spielen und dann wurde der Paco zu so einer Art Vater für den Timber. Leider hat diese Beziehung nur 11 Monate gedauert, denn mein Paco ist im Alter von 4,5 Jahren überfahren worden. Erst dann habe ich gemerkt, was für einen Riesenfehler ich mit dem Timber gemacht hatte. Der Paco war seine "Bezugsperson", nicht ich. Mein Timber hatte dann plötzlich Angst vor allem und jedem (sogar vor mir), weil der Paco nicht mehr da war, um ihm zu zeigen, ob er Angst haben sollte oder nicht.

    Eigentlich konnte ich nach Pacos Tod gar nicht darüber nachdenken, einen neuen Hund zu holen. Aber mein Mann hat sehr gedrängt und 6 Monate später haben wir unsere Henna geholt. Damals war Timber 16 Monate alt. Henna war 4,5 Monate. Die beiden haben sich vom ersten Tag an super verstanden und haben sofort angefangen miteinander zu spielen.

    Jetzt ist Timber 7,5 J. und Henna 6,5 J. und ich habe seit 4 Wochen einen Welpen (eine Hündin, 12 Wochen alt). Geholt habe ich die Kleine, weil ich mittlerweile Agility mache und ich möchte anfangen, den nächsten Hund auszubilden. Henna hat nach etwa 1,5 Wochen angefangen, mit der kleinen zu spielen. Sie fühlt sich oft von ihr genervt, aber sie scheint, die Kleine sehr zu mögen. Mein Timber will jetzt nach 4 Wochen immer noch nichts von der Kleinen wissen. Er duldet zwar vieles (sie springt ihn an, leckt an seinen Leftzen, spielt mit seinem Schwanz und klaut ihm sogar seinen Kauknochen!), aber er möchte nicht mit ihr spielen und ist die meiste Zeit am Rumknurren. Beissen tut er sie aber nicht. Ich bin sehr neugierig, ob er irgendwann ihrem Charm erliegen wird :-) Lieben muss er sie aber nicht. Wenn alle 3 harmonisch miteinander leben können, bin ich schon sehr zufrieden.

  • Wir haben zwei Hunde.
    Eine 16 Monate alte Galgo-Mix Hündin namens Emma vom Tierschutz & seit 3 Monaten noch eine Podenco-Mix Hündin Lotte (jetzt 6 Monate) auch vom Tierschutz.
    Ich wollte schon immer 2 Hunde, fand ich einfach schöner & nachdem Emma eine tolle Hündin geworden ist, mal abgesehen von ihrem immensen Jagdtrieb (auf den wir bei der Rasse aber eingestellt waren), haben wir vor 3 Monaten noch die 2. Hündin dazu geholt.
    Wir habe sie übers Internet ausgesucht, d.h. nur Bild vom Welpen und den Geschwisterchen gehabt, dann mit der Pflegestelle in Spanien Kontakt gehabt & haben dann vereinbart dass wir die Kleine erstmal als Pflegestelle mit Option zur Übernahme zu uns nehmen. Man weiß ja nie, Emma ist zwar sehr sozial, aber 2. Hund in selber Wohnung hatten wir bis dahin auch noch nicht.

    Jetzt ist die Kleine 3 Monate da & alles läuft perfekt. Die Kleine ist eine sehr ruhige Hündin, tobt und spielt aber auch gerne mal mit Emma. Die zwei scheinen sich sehr gut zu verstehen, es gab noch nie Ärger wegen irgendwas, die teilen Futter, Spielzeug, Schlafplätze. Kuscheln auch gerne mal zusammen, gerade die Kleine sucht gerne die Nähe der Älteren und liebt es sich zu ihr zu Kuscheln.
    Ich hoffe sehr dass dass so harmonisch bleibt. Zickereien gab es garnicht, aber ich glaube Emma bräuchte die kleine Lotte nicht unbedingt, auch wenn sie sehr gerne mit ihr Spielt. Gerade wenn ihr langweilig wird dann geht sie los und versucht die Kleine zum Spielen zu animieren.
    Ich würde es jederzeit wieder tun, liegt aber wohl auch daran dass wir zwei tolle, unkomplizierte, ruhige Hunde haben, die fast nie Probleme machen.
    Ich finde sogar dass 2 Hunde im Alltag nicht wirklich mehr Arbeit machen.

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