Welches Alternativverhalten passt und wie baue ich es auf?

  • wie wäre es mit einem tipp vom "knochenbrecher" ? einmal i d Woche (oder weniger, so oft wie man es aushält eben) einen Blättermagen füttern ?! soll tatsächlich den "jiepper" nach kot eindämmen.

  • Wer oder was ist denn der "Knochenbrecher"? :lol:

    Man liest ja immer wieder, daß bestimmtes Futter helfen soll, von Heilerde über Harzer Käse und auch Wechsel des Futters haben wir schon einiges ausprobiert. Bisher ohne Erfolg. Aber gut, auf den einen Versuch kommt's auch nicht mehr an.

    Ist Blättermagen das gleiche wie Pansen? Falls nein, wo kriege ich das?

  • Zitat


    OK, da hatte ich bisher nicht so drüber nachgedacht, ich weiß halt auch gar nicht warum er das macht. Lecker? Hunger? "Jagd"erfolg? Andere Gründe?


    Beobachte mal deinen Hund genau ... vielleicht auch mit Notizen. In welchen Situationen tritt das Verhalten auf, was passierte zuvor, wie wuerdest du deinen Hund von der Stimmung in den Momenten einschaetzen etc ... Situation und auch dich mal versuchen mit Abstand zu betrachten.

    Zitat

    Aber vielleicht beschränke ich mich trotzdem erstmal auf das Trainieren von Kot, im "schlimmsten" Fall überträgt er das vielleicht von alleine auch auf andere Sachen *hoff*. Und wenn nicht wäre wenigstens erstmal das Hauptproblem behoben.

    ja fang klein an vielleicht wachst ihr beide am Erfolg :-)

    Zitat

    Ich glaube ich weiß was Du meinst, da er aber -bisher zumindest- nicht jeden Haufen mag, hätte er so gesehen schon die Chance die Anzahl der zu findenden Haufen zu vergrößern.


    waere zumindest erstmal ein gutes Zeichen ... deine Blohnungen sind in dem Fall gut. Allerdings sollte man aufpassen dass man nicht Kotfressen und dann Belohnung holen verstaerkt ... auch ein Haufen mehrfach hintereinander bearbeiten wuerde ich mittels Leine verhindern.

    Und nun noch was zu dem Pansen Tipp ... das mag in einigen Faellen funktionieren aber wenn der Hund das nicht wenn die Ursache keine physiologische ist.

  • Mit pansen/blättermagen (wasweißich was davon was ist) weiß ich's nicht, aber mein verstorbener rüde hat regelmä@ig das katzenklo geplündert.
    Nicht besonders lecker, war mir aber trotzdem lieber als draußen fremde hundsch***** zu fressen. Beim katzenklo wusste ich zumindest was drin war, das die katz nicht krank war, keine würmer hatte usw.
    Nachdem's aber nicht wirklich schön ist wenn du das 'schmatzschmatzkatzenkackeessen-geräusch' hörst, u er dann kommt um deine handabzuschlecken, hab ich ihm ganz stinkigen stinkekäse gegeben (war mal ein tip von irgedjmd). Komplett 100%ig aufgehört hat er damit nicht, aber wenn er's normal zb 3x am tag gemacht hat, hat er's nach dem stinke stinke käse nur mehr jeden 2.tag 1x gemacht.
    Wie gesagt, ganz weg war's nicht, aber immerhin um einiges besser als davor!

  • Zitat

    Ich kann dir einen ganz wichtigen Tipp geben: sein einfach konsequenter!

    In dem Blog finde ich das wirklich sehr schön beschrieben. Ich finde es aber gaaaanz wichtig, dass der Hund in der Trainingsphase nicht mehr zum Erfolg kommt. Heißt also wirklich, dass du besser nur noch mit MAulkorb raus gehen solltest. Hierbei ist das aber erst einmal wichtig, dass du deinen Hund gut an den Maulkorb gewöhnst.
    Meinen Hunden habe ich den Maulkorb per Clicker antrainiert.

    Die Betonung liegt hier ganz klar auf "ich" bzw. du.
    Der "Erfolg" ist nicht das Ausschlaggebende für diese Verhaltenskette. Alleine das Suchen kann durchaus schon motivierend wirken. Es ist bei vielen solchen Dingen sogar ganz egal, ob der Hund während des Trainings nochmal Erfolg hat. Diese Fehlerquote ist normal und behindert den Fortschritt nicht.

    Und ich kann nur allen sagen, die Bedenken haben, dass man so vielleicht das ungewünschte Fessen/Auflesen verschlimmert - tut man nicht. Man verstärkt zunächst das Stöbern danach, damit man ein zuverlässiges Anzeigen hinbekommt. Das einzige, worauf man achten sollte, ist dass man einhakt, wo es um das Fressen selbst geht. Damit der Hund ein NEUES Ende der Kette erlernt.

    Und ja, der Hund wird am Anfang des Trainings VERMEHRT stöbern - deswegen aber nicht vermehrt fressen. Man will ja das Verhalten "Anzeigen" etablieren. Wenn ich etwas verstärke, wird es öfter getan. Man macht aber deswegen gefundenes Fressen nicht attraktiver...

  • Zitat


    Man verstärkt zunächst das Stöbern danach, damit man ein zuverlässiges Anzeigen hinbekommt.


    Das heißt Du gehst davon aus, daß es mit der Zeit auch wieder nachlässt?

    Zitat


    Das einzige, worauf man achten sollte, ist dass man einhakt, wo es um das Fressen selbst geht. Damit der Hund ein NEUES Ende der Kette erlernt.


    Also theoretisch im Moment des Maulöffnens!? Wenn er schon frisst ist's doch zu spät, oder? Oder solange er noch schnüffelt? Bei letzterem weiß ich ja manchmal noch gar nicht ob er "nur so" schnüffelt oder ob am Ende irgendwo was liegen wird. Oder wäre es nicht so schlimm, wenn ich auch normales Schnüffeln bestätige?
    Und Du würdest nicht mit Maulkorb arbeiten?

    Noch eine Frage zum Anzeigeverhalten: wenn er dann irgendwann mal weiter weg sitzen würde, könnte ich auch auf Entfernung clickern und dann kommt er sich die Belohnung holen? Oder müsste ich ihn immer "abholen" und vor Ort belohnen?

  • Nein, später etabliert sich das Verhalten. Am Anfang wird es nur sporadisch gezeigt, dann immer öfter. Bis es sich zuverlässig generalisiert hat.

    (Ganz so wie bei allen anderen Dingen, die du formst. Du bringst dem Hund bei, anderen Hunden an der Leine auszuweichen, wird er, nach entsprechendem Training, Zeit und Belohnungen irgendwann das Verhalten zuverlässig zeigen)

    Wenn du also anfängst, neues Verhalten zu formen, einzufangen bzw. zu bestätigen, wird der Hund es immer öfer zeigen - dann hast du Erfolg. Irgendwann pendelt es sich ein und der Hund tut es einfach nur noch, sodass du reagieren kannst. Du bringst dem Hund also nicht bei "nicht zu fressen", sondern zuverlässig anzuzeigen, dass da etwas Fressbares ist. Gleichzeitig verschiebst du den spannenden Fokus für deinen Hund auf das Aufstöbern, das durchaus dazu führen kann, dass das Fressen selbst weniger spannend wird und dadurch "seltener auftritt" (Es ist nur eine MÖGLICHE Folge).

    Normalerweise beendet der Click das Verhalten, wenn die Belohnungen klug eingesetzt werden, klappt das auch wunderbar aus der Entfernung und von Ablenkung.
    Wichtig ist, dass du dem Hund niemals verbietest, etwas auf dem Boden zu fressen, wenn du mit dem Clicker arbeitest, sonst "vergiftest" du ihn.
    Als zweites Standbein, kannst du Zuhause ein Tauschgeschäft mit dem Hund einüben. Sozusagen als Auffangnetz, wenn es doch soweit kommt, dass der Hund etwas zu fressen findet. Er muss das Spiel sicher kennen und anwenden können, das setzt sehr viel Arbeit voraus.
    Man beginnt also zunächst daheim unter ablekungsarmen Bedingungen.
    Gib dem Hund einen Kauknochen und lass ihn ein bisschen knabbern (muss nicht der beste sein!) - du schnappt sid unterdessen SUPER-Leckerlis. Die müssen definitiv höherwertiger sein, als der Kauknochen. Es geht darum, dass der Hund den Sinn des Tauschgeschäftes lernt.

    Du kniest dich zu ihm, aber nicht bedrohend, bleibst entspannt und freundlich. Biete ihm das Super-Leckerli an. Im Normalfall müsste der Hund das nehmen - es geht dabei noch nicht darum, dass du den Knochen dafür nimmst.
    Wenn der Hund das Leckerli annimmt, markerst du das mit dem Clicker und belohnst.
    Je nachdem wie sehr sich der Hund mehr für die Super-Leckerlis interessiert, kannst du während er eines nimmt, den Knochen "tauschen". Er soll es ruhig sehen - das gilt natürlich nur, wenn es kein futteragggressiver Hund ist!
    Hat er es sich nehmen lassen, dann wird das ebenso belohnt UND man gibt den Knochen wieder zurück.
    Klappt das gut, kann man ein Signalwort einführen wie "Tauschen?" oder "Gib" oder "Darf ich?".
    Auch schleicht man die Belohnunen langsam aus und gibt dann nur noch ein Super-Leckerli gegen den Knochen.

    Späte rkann man dss im Haus überall üben, egal mit was. Dann konstruiert man sich draußen Situationen. Tauschgeschäfte funktionieren auch bei Spielzeug oder sonst etwas, was den Hund gerade interessiert.

    Ich habe schon Grillknochen gegen ein normales Leckerli getauscht, weil der Hund sowas wie einen Trick lernt udn es später nicht mehr um "die Beute" geht, sondern um das Tauschen an sich.

  • So ich hab's heute morgen mal ausprobiert. Dank des reichlichen Angebots an Zuckerrübenstückchen allerdings damit. Es lag also ein Stückchen auf dem Weg, ich hatte es rechtzeitig gesehen. Barney hat es auch gesehen, die Nase war hier glaub ich weniger im Einsatz. Als er mit der Nase dranhing habe ich geclickt, er hat es gefressen und sich dann das Leckerchen abgeholt :-( Natürlich weiß ich, daß ich keine Wunder erwarten kann, es ist an sich nicht schlimm, daß er das jetzt noch gegessen hat, aber irgendwie habe ich das Gefühl ich hätte noch etwas machen müssen. Hätte ich vor dem Clicken versucht ihn ins "Sitz" zu bringen und er hätte das nicht gemacht, hätte ich ja gar nicht clicken können. Wäre das trotzdem richtig gewesen? Oder war es so richtig und die Theorie besagt, daß er irgendwann den Schritt des fressens "von alleine" weglässt und sich mir direkt zuwendet, ich dann mit "Sitz" einhake und danach erst clicke? Hach, das ist alles so schwierig...


    Zitat


    Hat er es sich nehmen lassen, dann wird das ebenso belohnt UND man gibt den Knochen wieder zurück.


    Hier ist aber dann die Belohnung das Zurückgeben des Knochens, oder erst nochmal Superleckerchen und dann Knochen zurück?

  • Zitat


    Das heißt Du gehst davon aus, daß es mit der Zeit auch wieder nachlässt?


    Es pegelt sich auf normalem Niveau ein wobei meiner Erfahrung nach es nicht mehr wurde ... vielleicht wars aber auch schon viel :)

    Zitat

    ]
    Also theoretisch im Moment des Maulöffnens!?


    Nicht so knapp machen ... so schnell kann man sonst nicht reagieren - clicken direkt beim Finden bzw kurz vorher.

    Zitat


    Wenn er schon frisst ist's doch zu spät, oder?


    Ganz definitiv

    Zitat


    Oder solange er noch schnüffelt?


    Genau da

    Zitat


    Bei letzterem weiß ich ja manchmal noch gar nicht ob er "nur so" schnüffelt oder ob am Ende irgendwo was liegen wird.


    Ist egal. Hast du den verdacht gugg wo es hin führt und sobald dein Gefühl in Richtung "jetzt hatters gleich" geht markern.

    Zitat


    Oder wäre es nicht so schlimm, wenn ich auch normales Schnüffeln bestätige?


    Nein

    Zitat


    Und Du würdest nicht mit Maulkorb arbeiten?


    Ich würde es nicht machen. Der Hund wird es schon ab und zu noch mal fressen. Aber da muss man sich beherrschen und nicht ärgerlich werden und versuchen da neutral zu reagieren. DAs klappt mit dem Trainingserfolg auch besser.

    Zitat

    er hat es gefressen und sich dann das Leckerchen abgeholt


    Bau mal eine Belohnungsankündigung auf: "Futter" rufen und lass ihn voll rein langen. So kannst du clicken, Futter rufen und er orientiert sich bei Zeiten um.
    Sorry ich habe da jetzt mal auch noch meinen Senf dazu gegeben. :hust:

    Wenn du dir unsicher bist dann besorge dir einen Trainer wenn möglich. Das geht schneller, einfacher und gezielter als wenn man viel rum probiert.

  • Zitat


    Bau mal eine Belohnungsankündigung auf: "Futter" rufen und lass ihn voll rein langen. So kannst du clicken, Futter rufen und er orientiert sich bei Zeiten um.


    Das find ich super, probier ich auf jeden Fall.

    Zitat


    Sorry ich habe da jetzt mal auch noch meinen Senf dazu gegeben. :hust:


    Du, ich bin froh für jede hilfreiche Antwort, vor allem auf die unzähligen Fragen bzgl. Kleinigkeiten. Ich will's halt auch unbedingt richtig machen, weil diese Fresserei so furchtbar ist.


    Zitat


    Wenn du dir unsicher bist dann besorge dir einen Trainer wenn möglich. Das geht schneller, einfacher und gezielter als wenn man viel rum probiert.


    Tja, prinzipiell sind wir ja in der Hundeschule, bin auch total froh, daß ich im dritten Versuch so eine tolle gefunden habe. Zielt aber nur auf die Arbeit mit dem Futterbeutel ab. Und damit hatten wir bei diesem Thema halt keinen Erfolg. Hier in der Nähe hab ich aber auch keinen gefunden, der mit Clicker arbeitet (ob das dann eine gute Hundeschule wäre, stände ja auch nochmal auf einem anderen Blatt...) :-(

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