Welches Alternativverhalten passt und wie baue ich es auf?
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Hallo,
da bin ich mal wieder. Die letzten Tage hat sich herausgestellt, daß die Arbeit an der normalen Leine (2m glaube ich) "nichts" bringt, da er dann eh nicht mehr versucht zu fressen. Zumindest nicht die wirklich schlimmen Dinge :-) Ich bestätige dann aber trotzdem, wenn er an Sachen vorbeigeht, obwohl er sie gesehen oder sogar geschnüffelt hat. Zwei oder dreimal gab's Freilauf zum Spielen mit anderen Hunden, dann ist er jedes Mal früher oder später abgedreht und hat sich was "Leckeres"
gesucht.Also bin ich gestern auf die Schleppleine (5m) umgestiegen. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob das in der Hinsicht für ihn vergleichbar mit Freilauf ist. Nun ja, wir werden sehen. Eine Frage hätte ich aber: wenn ich denke, daß er was gefunden hat/finden wird clicke ich und werfe den Futterbeutel mit der Aufforderung "Bring". In diesem gibt's extra für diese Situationen ein paar Käsewürfel, die ich dann statt des normalerweise verwendeten Trockenfutters heraushole. Was mach ich denn wenn er null reagiert?!?! Der Beutel lag dann da und lag und lag...
Ich hab ihn dann an der Leine eingesammelt (nicht böse, aber schon rangezogen) und den Beutel selber wieder aufgehoben. Belohnung gab's dann eben keine, wofür auch. Wobei ich ja auch geclickt hatte, aber ich habe das Gefühl, daß er das -wie auch im Freilauf- dann gar nicht wahrnimmt?! Ich weiß, daß auf jeden Click eine Belohnung folgen muß, aber er muß sie doch schon auch haben wollen, oder? Also hätte ich ihm nach dem ranziehen was angeboten, hätte er das natürlich genommen
aber da war der Click schon wieder so lange her und ich glaub das hätte er auch nicht mehr damit verbunden. Ok so, oder hätte ich was anders machen müssen? - Vor einem Moment
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Hallo,
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Kleinschrittig zu arbeiten, ist durchaus wichtig. Auch an der 2-Meter-Leine könnte man denoch üben, auch wenn der Hund vielleicht nicht so gezielt sucht.
Ist der Beutel ordentlich auftrainiert worden? Der Beutel muss in einer reizarmen Umgebeung (also daheim) zuerst intressant gemacht werden. Akuma hat sich damals auch nicht dafür interessiert, als ich ihn in der Wohnun geworfen habe. Ich hab ihn dran schnuppern lassen und das Beutelbringen lasam herausgeformt. Dann draußen geübt, wo wenig Ablenkung war.
Ich weiß nicht, aber es wird sicherlich einige Wochen Training bedeuten, damit der Hund den Futterbeutel "kapiert" hat und "anwenden" kann, auch unter Ablenkung.
Ich würde für dein Problem den Beutel weglassen. Auch beim "Reinclickern" muss es beim Hund erst im Oberstübchen ankommen - auch das dauert sicherlich einige Wochen, allerdings bist du direkt am Problem dran.
Egal wie du dich entscheidest, kleine Rückschläge gehören absolut dazu.Wenn der Hund auf den Click "nicht" reagiert, dann belohnt er sich selbst mit dem, was er gerade tut. Ein Leckerli aufzuzwingen wäre falsch, das hast du richtig erkannt. Ich würde beobachten, was der Hund in dem Moment tut und es ggf. als "funktionalen Verstärker" (eine Belohnung, die bedürfnisorientiert von der Umwelt dargeboten wird) nutzen.
Ich würde nicht über taktile Reize arbeiten, so bringst du dem Hund im schlimmsten Falle bei, nur zu reagieren, wenn vorher ein Leinenzug stattfand.
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Zitat
Ist der Beutel ordentlich auftrainiert worden?
Ich behaupte mal ja. Seit Ende November letzten Jahres machen wir alles mit Beutel. Er ist seit einiger Zeit sogar von Vögeln abrufbar, was ich dem Beutel zuschreibe.Zitat
Ich würde für dein Problem den Beutel weglassen.
Wäre eine Option, ich war nur durch Honig daraufgekommen, der vorgeschlagen hatte ein Signal zur Umorientierung aufzutrainieren. Da dachte ich, warum nicht das bestehende verwenden. Außerdem hatte ich mir erhofft, daß die Belohnung nach dem Click für ihn dann noch stärker ist, als wenn er nur ein Leckerchen bekommt.Zitat
Auch beim "Reinclickern" muss es beim Hund erst im Oberstübchen ankommen ...
Das gibt genau mein Gefühl wieder, so wie er z. B. früher manchmal Ohren auf Durchzug hatte, weil er einfach nicht gewohnt war, immer einen kleinen Teil der Aufmerksamkeit bei mir zu lassen. Aber wenn ich ja jetzt weiß, daß er das sozusagen für den Clicker nochmal neu lernen muß, hilft mir das erstmal.Zitat
Wenn der Hund auf den Click "nicht" reagiert, dann belohnt er sich selbst mit dem, was er gerade tut. Ein Leckerli aufzuzwingen wäre falsch, das hast du richtig erkannt. Ich würde beobachten, was der Hund in dem Moment tut und es ggf. als "funktionalen Verstärker" (eine Belohnung, die bedürfnisorientiert von der Umwelt dargeboten wird) nutzen.Ich würde nicht über taktile Reize arbeiten, so bringst du dem Hund im schlimmsten Falle bei, nur zu reagieren, wenn vorher ein Leinenzug stattfand.
Hier muß ich aber nochmal einhaken: Du meinst, er hat sich also bewußt dagegen entschieden zu reagieren und lieber weiterzumachen? Das mit dem funktionalen Verstärker verstehe ich nicht so ganz. Hätte ich nach dem Click gar nichts gemacht, hätte es ja im schlimmsten Fall dazu kommen können, daß er innerhalb des Leinenradius (der zu dem Zeitpunkt bestimmt vier Meter war) etwas zu fressen findet und dies zu sich nimmt. Das hättest Du dann also zugelassen? Weil eigentlich hatte ich es jetzt so verstanden, daß ich nach dem Click verhindern soll, daß er weiter sucht/frisst, weil sich das ja sonst als Verhaltenskette festsetzt/festsetzen kann. -
Ja, sicherlich - allerdings wollte ich dir nur erklären, warum er sich auf den Click nicht umorientiert hat.
Sein bedürfnisorientierter Verstärker wäre "Fressbares aufstöbern/fressen" gewesen.
Ich würde den Click "aufpimpen". Bei allem, was der Hund gerne tut, wenn er in positiver Stimmung ist --> "Click".Draußen legst du mit "naja" Leckerlis Fährten und legst einen "Jackpot" aus. Lass den Hund suchen, die Spur sollte lange sein und einen gewissen Abstand haben. Clicke rein, orientiert sich um gibstd u ein sehr gutes Leckerli. Wenn nicht, wirf ihm das Leckerli zu. In seinem Kopf muss ankommen, dass bei dir das beste ist.
Ist er beim "Ziel" angelangt, das gleiche Spiel. Click rein. Orientiert er sich um, sei großzügig, wirf Leckerlis und freu dich. Und jetzt kommt es - lass ihn das Ziel fressen (an sich wäre das die beste Belohnung und man könnte dnach runtershapen... allerdings weiß ich nicht, ob du das Prinzip verstehst). Du hast es ja ausgelegt, du weißt, dass es okay ist. Im Laufe des Trainings kannst du schrittweise früher abbrechen. Motiviere den Hund. Lass ihn doch immer wieder weitersuchen. Wenn du abbrichst, gib ihm tolle Alternativen - dann kannst du den Beutel gut einsetzen.Da der gut funktionierende Beutel nicht geht, zeigt nur, wie "scharf" er auf dieses Aufstöbern ist.
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Ich möchte noch was einwerfen. Ich hatte heute eine interessante Entdeckung bei meinem Hund gemacht auch zu dem Auslöser des Such-Find-Fressverhaltens. Ich bin heute an einer Kuhherde vorbei ohne Leine und habe kräftig mit dem Clicker in die Angstreaktion rein geclickert. Das funktionierte auch recht gut - deutlich besser als wenn der Hund an der Leine ist da er sich frei bewegen konnte. Das sorgte natürlich auch kurzzeitig für ziemlichen Stress. Hund ist danach auf die Kuhweide gerannt und hat sich erst mal beim erstbesten Haufen bedient und dann bei noch einem. Ein entscheidender Faktor ist wohl eben auch Stress.
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