Läufigkeitsprobleme bei Hündinnen

  • Der Hund wurde ja untersucht und eine Vereiterung ausgeschlossen. Ich würde jetzt abwarten und beobachte. Ggf. kann man nochmal einen Ultraschall zur Kontrolle machen. Ansonsten würde ich in der nächsten Läufigkeit schauen wie das weiter geht und mich dann erst für eine Kastration entscheiden, wenn das wieder nicht normal verläuft.

    Bei uns wurde damals der Ausfluss untersucht und ein Ultraschall gemacht. Aber meine Hündin war zu der Zeit auch richtig krank und alles andere als fit.

    vom Handy getippt

  • Zitat

    Zumal meine Hündin ziemlich dominant ist und mir schon vor längerer Zeit von TA-seite gesagt wurde, daß es
    sein kann, daß nach einer Kastration dieses Verhalten zunehmen könnte(aufgrund dessen, daß das Testosteron,
    welches für dieses Verhalten ausschlaggebend sei,dann noch mehr die Oberhand gewinnt).
    Bitte um etwaige Erfahrung diesbezüglich, bzw. wäre ich auch dankbar über Erfahrungsberichte wie sich andere
    Hündinnen nach einer Kastration verändert haben oder auch nicht. (sowohl körperliche als auch verhaltensrelevante
    Veränderungen)

    Ganz ehrlich: besser wird wahrscheinlich nicht... :sad2: In dem Zusammenhang kann ich dir nur das Buch von Udo Gansloßer (Verhalten und Kastration beim Hund) empfehlen, es ist sehr informativ. Aber, so hart das jetzt klingt: wenn deine Hündin wirklich Probleme mit einer entzündeten Gebärmutter hat(te) und diese wieder kommen, dann wird dir nichts anderes als eine Kastration übrig bleiben! Daher würde ich dir wirklich empfehlen, JETZT (und nicht im Zustand einer akuten Entzündung) zu einem guten Tierheilpraktiker zu gehen um zu sehen, was man homöopathisch machen kann.

    Meine Hündin war im April läufig - mit sehr starker Blutung, ansonsten aber "normal" wie immer. Drei Tage nach Ende der Läufigkeit bin ich mit ihr zum TA gegangen, weil sie plötzlich am Vorderbein stark gehumpelt hat. Bei der Gelegenheit habe ich ihm auch gesagt, dass der Bauch meiner Hündin "komisch" aussieht. Fand er nicht, hat dann aber der lieben Ruhe willen per Ultraschall nachgesehen. Die Gebärmutter war voller Eiter und bereits stark vergrößert. Er meinte damals (und ich wusste es in meiner plötzlichen Panik auch nicht besser), dass der Sache auch mit Injektionen von Allizin und starken Antibiotika abgeholfen werden kann. Das Allizin hätte die Gebärmutter öffnen sollen, sodass der Eiter abfließen kann. Eineinhalb Tage später hab ich meine Hündin not-operieren lassen, da sie sonst gestorben wäre.
    Das Fazit, welches jeder Halter einer Hündin wissen sollte: die gängigen Symptome einer Gebärmuttervereiterung (vermehrter Durst, Fieber, sieben bis acht Wochen nach Ende der Läufigkeit, etc.) können zutreffen, müssen aber nicht - in unserem Fall war kein einziges dieser "Symptome" passend!

    Die präventive Gabe von Antibiotika würde für mich übrigens sicher nicht in Frage kommen - das müsstest du dann theoretisch ja auch bei jeder Läufigkeit machen (da die Entzündung jederzeit wieder kommen kann)! Kaputt wird dadurch nur die Darmflora und à la long das Immunsystem deines Hundes...

  • Zitat


    Ist für mich eine Horrorstory, da dies laut TA sehr sehr ungewönlich ist. Normalerweise gibt es schon einige
    Warnzeichen(nicht mehr fressen,apatisches Verhalten,starke Flüßigkeitsaufnahme)

    Mit meiner letzten wegen Gebärmuttervereiterung operierten Hündin habe ich Donnerstag Abend noch Agi trainiert - und ich habe unsere Trainerin anschließend extra gefragt, ob sie was bemerkt hat - nö, Klein Wusch raste wie immer durch den Parcours, einzig dass sie sich mal geschleckt hat, als sie am Start warten müsste. Aber wir haben einen Mulchplatz, da hängt öfter mal was im Fell, was Hund dann wegmacht.
    Tja, Freitag früh weckte sie mich, weil sie raus wollte. Aber sie raste nicht wie üblich die Treppe runter, sondern ging ganz steif mit aufgekrümmtem Bauch, draußen sah ich dann auch, dass sie Ausfluss hatte. Und damit war die Sache klar. In der Klinik beim Notdienst angerufen, ob wir auf 7:30 kommen könnten, wenn die OP-Patienten kommen. Was soll ich sagen, sie haben sie gleich da behalten und dann beim Abholen gesagt, so wie das schon aussah, würden sie bezweifeln, dass sie den Samstag überlebt hätte, das Wochenende auf gar keinen Fall.

  • Danke für die Antworten!
    Es scheint so, daß häufiges Lecken der Hündin schon auch ein Anzeichen für die Vereiterung sein kann,
    sicherlich aber, wenn eitriger Ausfluß zu erkennen ist. Was aber ist, wenn der Eiter nicht nach Außen tritt.
    Das soll ja die gefährlichere Variante sein. Da es so aussieht, daß, wie hier jetzt mehrfach berichtet, die
    sonstigen Symptome nicht immer auftreten,stellt sich die Frage, welche anderen Symptome evtl. sonst
    noch möglich sind. Bei einer Entzündung müßte doch z.B. der Unterleib der Hündin doch dann fühlbar
    heiß sein ? Gibt es evtl.andere Hinweise auf einen Entzündungsvorgang im Körper? Mir wurde gesagt,
    daß die Tiere dann viel mehr trinken und auch vermehrt auf kalten Bodenflächen liegen, vermutlich um
    den heißen Bauch bzw. Unterleib abzukühlen.
    Ich bin echt etwas erschrocken darüber, daß dieser laut TAs seltene Fall einer Vereiterung ohne die üblichen
    Merkmale scheinbar viel öfter vorkommt als die TAs dies wissen.

    LG Manfred

  • Nein das Häufige Lecken in und nach einer Läufigkeit finde ich normal.

    Ich würde auch erst mal eine zweite Meinung einholen, ggf. eine Naturheilpraktikerin aufsuchen wenn Medizinisch keine Entzündung vorliegt.

  • Zitat

    Danke für die Antworten!
    Es scheint so, daß häufiges Lecken der Hündin schon auch ein Anzeichen für die Vereiterung sein kann,
    sicherlich aber, wenn eitriger Ausfluß zu erkennen ist.

    Generell lecken sich viele Hündinnen während der Läufigkeit häufig, um sich sauber zu halten - das ist absolut normal und noch kein Alarmsignal. Was mich an der Geschichte deiner Hündin stört, ist der eitrige Ausfluss. Eiter bildet sich da, wo eine Entzündung ist. Und bei einer normalen Läufigkeit gibt es keine Entzündung und infolge dessen auch keinen Eiter. Da der TA am Ultraschall aber nicht (mehr) feststellen konnte halte ich es für denkbar, dass der Körper deiner Hündin von selbst mit der Entzündung fertig geworden ist und durch den Eiter die Bakterien quasi "abtransportiert" wurden. Falls dem so ist, musst du dich aber auf eine Wiederholung einstellen. Denn die Rückfallquote bei Gebärmutterentzündungen ist sehr hoch!

    Es gibt eine offene und eine geschlossene Form der Pyometra (Gebärmutterentzündung). Bei der offenen fließt der Eiter ab, bei der geschlossenen verbleibt er in der Gebärmutter, welche daraufhin immer mehr anschwillt, irgendwann (im schlimmsten Fall) platzt und der Eiter fließt in die Bauchhöhle, was dann eine wunderbare Sepsis ergibt. Das ist sehr gefährlich und nur die wenigsten Hunde überleben das.

    Meine Hündin hatte eine geschlossene Gebärmutterentzündung. Sie hatte kein Fieber, keinen vermehrten Durst, keinen Appetitmangel, kein Bedürfnis nach Kühlung. Und das ganze war drei Tage nach Ende der Läufigkeit und nicht sieben bis acht Wochen nachher. Das heißt, in unserem Fall hat kein einziges dieser gängigen Symptome gepasst, und trotzdem war die Situation dann echt akut. Bemerkt habe ich lediglich, dass sich die Bauchform meiner Hündin verändert hat. Der TA hat das nicht gesehen, es war also nicht auffällig - aber gut, ich seh sie ja jeden Tag... ;) Die Bauchform hatte sich verändert, weil die Gebärmutter bei der Entnahme satte 2,7 kg wog (bei 50 kg Hund) und das Ausmaß von einem gut trainierten Männerarm hatte... So viel Eiter kann sich da bilden!

    Wenn ich mal kurz zusammen fassen darf, hast du mE folgende Möglichkeiten:
    1. Du wartest jetzt einmal ab, beobachtest deine Hündin genau auf Unregelmäßigkeiten am Körper oder Verhalten (wie auch immer die aussehen mögen - das kannst du als Halter ohnehin am besten sagen) und lässt im Zweifelsfall beim TA mittels Ultraschall kontrollieren, ob da etwas vereitert ist. In dem Fall würde ich sie unmittelbar kastrieren lassen (da der Erfolg einer medikamentösen Behandlung nicht sicher ist). Nachteil: sie wird nicht in einem Zustand der hormonellen Ruhe kastriert (so wie man das idealerweise macht) und die Not-OP ist auch teurer als die "normale" Variante.

    2. Du gehst jetzt mit dem Hund zu einem guten Tierheilpraktiker und versuchst, ihr homöopathisch zu helfen, damit es zu keiner weiteren Vereiterung kommt.

    3. Du wartest den Zustand der hormonellen Ruhe (mehr oder minder die Mitte zwischen zwei Läufigkeiten) ab und lässt sie dann kastrieren.

    Vielleicht hab ich auch noch etwas übersehen, aber die Möglichkeiten sehe ich momentan... ;)

  • Nochmals Danke für die rege Anteilnahme !
    War gestern bei einer auf Spezialistin für Geburts-Läufigkeits u.andere Probleme dieser Art bei Hunden
    Ist sozusagen eine Art Frauenarzt f. Hunde. Hatte schon den Eindruck, daß die sich auskennt.
    Zuerst hat sie mir mal erklärt, daß die "Geschichte" mit meiner Hündin gar keine Pyometra sein konnte,
    da meine Hündin ja die Läufigkeit abgebrochen hat und somit dies gar nicht passiert sein konnte.
    Außerdem sagte sie mir, daß sie bezweifelt, daß all die hier geschilderten Fälle einer Pyometra ohne Vorzeichen
    auch wirklich eine Gebährmutterentzündung waren. Sie sagte, daß sie aus Eigenerfahrung weiß, daß leider
    viele TAs sich auf diesem Gebiet eher schlecht auskennen und deshalb bei jeglichen Anzeichen dieser Art zur
    Kastration greifen. Sie sagt, nur wer die Gebährmutter nach der OP gesehen hat, kann sich dessen sicher sein.
    Wenn das so stimmt, ist das ne echte Sauerei.
    Meine Frage also ist, wer von Euch hat nach der OP die vereiterte Gebährmutter gesehen?
    Bitte seht das nicht als Angriff , sondern als Nachforschung.
    Glaubt mir, ich war gestern richtig entsetzt über diese Aussage. Ich konnte mir so was gar nicht vorstellen.
    Wie gesagt, vom Gefühl her glaube ich schon, daß die Frau sehr kompetent ist.
    Ansonsten hat sie mir geraten bei der nächsten Läufigkeit eine intensive Begleitung (mit wöchentlicher Kontrolle)
    zu versuchen um Genaueres abzuklären.

    LG Ruburt

  • Zitat


    Außerdem sagte sie mir, daß sie bezweifelt, daß all die hier geschilderten Fälle einer Pyometra ohne Vorzeichen
    auch wirklich eine Gebährmutterentzündung waren. Sie sagte, daß sie aus Eigenerfahrung weiß, daß leider
    viele TAs sich auf diesem Gebiet eher schlecht auskennen und deshalb bei jeglichen Anzeichen dieser Art zur
    Kastration greifen.
    Sie sagt, nur wer die Gebährmutter nach der OP gesehen hat, kann sich dessen sicher sein.
    Wenn das so stimmt, ist das ne echte Sauerei.

    Da bist Du wirklich mal an eine kompetente Tierärztin geraten. Das ist ja leider eher selten der Fall.

    Ich kenne persönlich etliche Fälle, wo die Hündinnen auch wegen angeblicher Gebärmuttervereiterung kastriert wurden. Aber kaum jemand lässt sich hinterher die entnommene Gebärmutter zeigen. Natürlich macht es immer einen guten Eindruck, wenn man solch einen Eingriff hinterher begründen kann. Wäre doch peinlich, zuzugeben, dass man umsonst Alarm geschlagen hat.

    Ich kann es auch nicht glauben, dass soooo viele Hündinnen tatsächlich eine Gebärmuttervereiterung haben.

    Ich halte seit 40 Jahren immer mehrere Hündinnen und hatte noch nie!!! eine Hündin mit vereiterter Gebärmutter.

    Wie hier schon geschrieben wurde, würde ich wirklich mal eine Tierheilpraktikerin aufsuchen. Man kann alle Fälle von Störungen im Zyklus sehr gut homöopathisch behandeln.

  • Ich hab die entnommene Gebärmutter gesehen. Sie wog - wie schon beschrieben - 2,7 kg und hatte die Ausmaße von einem gut trainierten Männerarm (Schulter bis Handgelenk). In dem von mir geschilderten Fall gibt es also keinen Zweifel, dass die Gebärmutter tatsächlich vereitert war... ;)

    Wie das in anderen Fällen ist bzw. wie eine diesbezügliche Statistik aussieht, kann ich natürlich nicht sagen. Am Ende des Tages muss ich offen gestehen, dass es mich auch nicht besonders interessiert, wenn es um MEINEN Hund geht, der da grad der "Ausreißer" ist...

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