eigenständiger Hüti ... es nervt!
-
-
Bei mir lebt seit inzwischen fast 4 Jahren ein ziemlich eigentständiger Gos d'Atura-Rüde aus dem spanischen Tierschutz. Nach vielen Fehlern am Anfang, jeder Menge Stress (den wir zum Glück wieder los sind) und mehreren Trainern haben wir inzwischen viele Probleme gut bewältigt. - Er hat eine sehr gute Bindung, der Gehorsam ist fast immer wirklich super, verträgt sich inzwischen mit fast allen anderen Hunden, er liebt seine Arbeit (Mantrailing), ist oftmals bei unseren gemeinsamen Spielchen und Beschäftigung kaum zu bremsen. Aber ein Problem hält sich hartnäckig bis heute - und ich weiß nicht, ob und wie ich es lösen könnte.
Sobald wir gemeinsam draußen unterwegs sind wird immer die gesamte Umgebung gecheckt. Normalerweise ist er bei mir an der langen Leine, sodass er genug Freiraum hat für seine Schnüffeleien, lösen & Co. Aber die weitere Umgebung kann er natürlich nicht "überprüfen". Die Nase und Ohren ist ständig am arbeiten und sein Blick ist dabei immer auf "Fernblick". Mir ist es bisher nicht gelungen, mit ihm Blickkontakt über mehrere Sekunden auf Kommando aufzubauen. Sobald ich ihn ableine (kommt inzwischen immer seltener vor - leider) geht er sofort und überprüft das Gebiet, indem sich sein eines Schaf (ich) bewegt. Dabei ist es egal, ob ich bereits den ganzen Rand unseres kleinen Parks mit ihm zusammen abgelaufen bin oder nicht. Die eine Buschreihe gehts hoch, zu den Zugängen des Parks ein Stück weit (ca. 50 m) raus, die Buschreihe auf der anderen Seite wieder im Vollspeed runter, ... - ist seine Runde ohne weitere Auffälligkeiten abgelaufen, kommt er, setzt sich zu mir und er überwacht wieder von der Entfernung, guckt, riecht, ... und rennt los sobald er wieder etwas wahrnimmt. Gibt es unterwegs interessante Spuren müssen die natürlich auch noch überprüft werden. Bis er wieder da ist dauert es dann zwischen 30 Sekunden und 5 Minuten. Erwische ich ihn beim ersten Schritt habe ich noch die Chance ins "Sitz" zu schicken. Danach habe ich einfach verloren. Rückruf ist absolut zwecklos auf seiner Runde - er blendet mich komplett aus. Selbst wenn er mit anderen Hunden spielt hat er die Umgebung unter Kontrolle und biegt auch aus vollem Lauf mal eben ab und verschwindet.
Zur Zeit darf er nur von der Leine, wenn ihn wenige Reize "ablenken" und wir normalerweise schon auf dem Rückweg nach Hause sind. Normalerweise geht es gut aber ich muss unheimlich auf jede Bewegung von ihm achten. Manchmal bin ich trotzdem zu langsam und er geht irgendeinem Reiz nach. Wenn er schon am Anfang hektisch irgendwelchen Spuren nachgehen wollte kann ich ihn gar nicht von der Leine lassen weil er sich selbst nach einigen Minuten oder auch mit größerem Abstand zu den Spuren noch daran erinnert und er ihnen nachgeht sobald sich die Gelegenheit dazu bieten würde.
Wer hat Ideen, wie ich ihm lernen kann, dass mein Wort über allem steht bzw. er seiner "Arbeit" nur bis zu meinem Rückruf bzw. meinem Veto nachgehen darf? Er darf gerne rennen, dürfte sich auch gerne von mir weiter entfernen wenn er abrufbar wäre, wenn es nötig ist. Aber so sind Probleme vorprogrammiert weil er sich nicht mit allen Rüden hier versteht. Im Wald oder auf Wiesen ist offline leider auch nicht möglich wegen der vielen Wildspuren. Da geht er "aufräumen". Da blendet er mich auch komplett aus.
- Vor einem Moment
- Neu
Hi,
Schau mal hier: eigenständiger Hüti ... es nervt!*
Dort wird jeder fündig!-
-
Zitat
Normalerweise ist er bei mir an der langen Leine
Meinst du damit eine Schleppleine oder eine Flexileine?
Wenn Schleppleine, wie lang?
ZitatDie eine Buschreihe gehts hoch, zu den Zugängen des Parks ein Stück weit (ca. 50 m) raus, die Buschreihe auf der anderen Seite wieder im Vollspeed runter, ...
Das wäre mir persönlich schon viel zu weit und ich würde schon bei dem Versuch des Hundes loszupreschen einen Abbruch machen.
Meine Hündin rennt auch erstmal ein Stück los nach dem ableinen, kommt dann aber wieder auf den gewünschten Radius zurück (notfalls mit Rückruf) und bleibt auch in meiner Nähe (wenn das mal nicht klappt- Hundi ist ja auch keine Maschine, dann leine ich sie an.).
ZitatWer hat Ideen, wie ich ihm lernen kann, dass mein Wort über allem steht bzw. er seiner "Arbeit" nur bis zu meinem Rückruf bzw. meinem Veto nachgehen darf? Er darf gerne rennen, dürfte sich auch gerne von mir weiter entfernen wenn er abrufbar wäre, wenn es nötig ist. Aber so sind Probleme vorprogrammiert weil er sich nicht mit allen Rüden hier versteht. Im Wald oder auf Wiesen ist offline leider auch nicht möglich wegen der vielen Wildspuren. Da geht er "aufräumen". Da blendet er mich auch komplett aus.
Wenn Hundi nicht immer auf Rückruf hört, wenn er auf Spurensuche geht, dich ausblendet und mit manchen Rüden Probleme hat und das alles auf Distanz, dann würde ich ihn nur an der Schlepp laufen lassen und das nicht weiter erlauben. Und an der Schlepp würde ich ihn beibringen, dass er diesen Radius einhalten muss und auf dich achten sollte. Welche Distanz wäre dir lieb? So lange sollte die Schleppleine sein.
Ansonsten finde ich, klingt der Gehorsam etc sehr gut!
-
danke schon mal LasPatitas.
Lange Leine heißt bei uns 9m-Lederschlepp, wobei ich sie normalerweise in der Hand halte. Herr Hund hat solches Temprament und auch genügend Grips, dass ich anders leider nicht sicher sein kann, dass er da bleibt. Im Wald bin ich mittlerweile mit einer 30m-Reepschnur unterwegs. Dies klappt gut und ich habe (fast
) immer genug Zeit, ihn zurück zu rufen oder ein anderes Kommando zu fordern bevor er am Leinenende angekommen ist. Glücklicherweise gibt es da unterwegs oft etwas, was seine Aufmerksamkeit fordert. Bei den 9 Metern müsste ich ständig mit ihm reden und ihn zutexten um ihn vor dem Leinenende wieder auf mich aufmerksam zu machen. Wobei er inzwischen ohne oder nur mit wenig Reizen sehr gut leinenführig ist. Ohne Leine oder mit echter Schlepp sieht es allerdings komplett anders aus.ZitatDas wäre mir persönlich schon viel zu weit und ich würde schon bei dem Versuch des Hundes loszupreschen einen Abbruch machen.
Ja genau. Mir ist das auch zu weit. Aber du kennst meinen Hund nicht. Die Anzeichen, dass er gleich losgeht sind so gering bis nicht, dass ich oftmals einfach den Bruchteil der Sekunde zu spät bin um überhaupt eine Chance zu haben. Manchmal habe ich auch einfach keine weil der Reiz einfach zu ... spannend ist. Genau deswegen leine ich ihn ja auch eher selten ab weil ich einfach bisher keine Möglichkeit habe außer der Leine, ihn zum bei mir bleiben zu bringen.ZitatWenn Hundi nicht immer auf Rückruf hört, wenn er auf Spurensuche geht, dich ausblendet und mit manchen Rüden Probleme hat und das alles auf Distanz, dann würde ich ihn nur an der Schlepp laufen lassen und das nicht weiter erlauben.
Genau das mache ich derzeit. Allerdings kann ich hier im Park nicht mit den 30m-Leine gehen. Der Park ist zu klein, die Zugänge zu viel, unübersichtliche Stellen - da muss er näher bleiben. An der 9m-Leine mit Leine in der Hand ist das alles überhaupt kein Problem. Er reagiert da sehr schnell und auf das erste Mal. Mit Leine am Boden klappt das noch weitestgehend wenn er geradeaus vor mir ist und ich wirklich noch im Leinenradius bin. Und selbst da startet er schon mal so schnell - so schnell bekommt man keinen Fuß auf die Leine. Und er kennt die Leinenlänge sehr genau und schon 1m weiter ... und er rennt u.U. los (hab ich alles schon erlebt). Ebenso wenn er ein paar Meter in die Wiese geht wo hier die Bäume stehen, die natürlich gründlich abgeschnüffelt werden müssen. - Die Leine liegt nicht direkt neben meinem Weg ... und Tschüss. Mit 30m-Leine im Wald ist es auch kein Problem. Selbst auf die komplette Distanz Sitz, Platz, ZuMir oder Warte ... kein Problem. Das klappt sofort. Allerdings eben nur an der Leine. Die lasse ich nur durch meine Hand laufen - er hat also immer den gleichen Zug. Aber ohne Leine würde es nicht gehen.
Eine ziemlich lange Zeit habe ich ihn überhaupt nicht von der Leine gelassen. Aber er braucht manchmal einfach sein Vollgas-Rennen und auch hin und wieder Toben mit seinen Kumpelinen und Kumpels. Mit Leine ist das schwierig also entscheide ich nach Tagesform, genehmige dann auch mal Freilauf und manchmal nutzt er es dann einfach aus.Ansonsten bin ich derzeit viel am clickern - jeder Blick z.B. Aber je mehr Reize da sind, desto mehr ist er im Arbeitsmodus und desto mehr blendet er mich eben aus. Oder mache mit ihm alle möglichen Spielchen, UO, Übungen wenn er eigentlich am Gegend scannen ist. Er macht dann schon mit aber mit seiner Konzentration ist er nicht bei mir sondern dort, wo er am liebsten sofort hinrennen würde.
-
Du sagst, ihr seid den Stress los. Ich sehe das gegenteilig, denn dieses Verhalten spricht für nichts anderes als Stress. Er kann sich nicht entspannen, muss alles abchecken, dazu kommt noch hütehundtypisches Verhalten hinzu und die Gossis sind ja nicht gerade wie die weicheren Engländer zu sehen, sondern durchaus kernig.
Ich lasse genau wegen dieses Abcheckens meinen Schäferhundrüden nicht mehr vorlaufen bzw. erst, wenn er sich hinter mir soweit beruhigt hat, dass er wirklich nur schnüffelt und nicht losschießt. Heißt, alles was schneller als langsamer Trab ist, wird ausgebremst.
Anfangs hatte ich ihm einfach nur einen kleinen Radius zugestanden, aber da hat man dann eben das Problem, dass man dauernd am Zurückpfeifen oder Abbrechen ist, und das erzeugt auch wieder Stress.
Wenn meiner hinter mir läuft, kann ich ihn ausbremsen, denn er darf mich ja nicht überholen. Schnüffeln und stehen bleiben geht ja alles, er kann hinter mir quasi alles machen, aber da er so ein bedürfnis hat, bei mir zu bleiben kontrolliere ich ihn damit. Vielleicht hilft deinem das ja auch, vor allem kann man nicht nur den sinnlosen Aktionismus eindämmen, sondern auch die Chance, dass er dir unerwünscht wo hindüst ist sehr gering.
Und wenn er sich dran gewöhnt hat, kann man ihnen ja ab und an doch erlauben, vorzuwetzen. -
Das Problem ist ja, dass diese katalanischen Schäferhunde ihre Arbeit eigentlich von sich aus machen...und jetzt hast Du da einen, für den Du keine Herde und keine Arbeit hast.....hättest Du eine Herde und Arbeit für den, dann wär´s ideal...das, was Du von ihm erwartest..Abrufbarkeit, Leine, Gassigehen im Park....ist für den einfach bäh...
Bitte beziehe es nicht auf Dich (wahrscheinlich hast Du ihn vor der Einschläferung gerettet) ..aber nach glücklichem Hund hört sich das für mich nicht an.
-
-
Zitat
Du sagst, ihr seid den Stress los. Ich sehe das gegenteilig, denn dieses Verhalten spricht für nichts anderes als Stress.
Für mich ist sein Verhalten nicht Stress sondern ständige Suche nach Arbeit bzw. er arbeitet immer wenn wir draußen sind. Manchmal muss er diese Arbeit in einem eingeschränkten Aktionsradius ausführen weil ich ihn nicht guten Gewissens von der Leine lassen kann. Aber seine Augen sind eigentlich immer auf "Fernblick", die Nase rüsselt und die Ohren sind auf "hab-8". Andere Hund liegen gechillt im Gras oder spielen miteinander, er passt auf. Ist er dann mal von der Leine geht er auf die Distanz, die seinem eigentlichen Naturell entsprechen würde. Nicht jeder Hund, der an der Leine gehen muss oder der mit Herrchen oder Frauchen die Regeln diskutiert ist gestresst. Hättest du ihn zu seinen Stresszeiten und jetzt live erlebt wüsstest du von was ich spreche. Früher z.B. hat eine Katze in einigen Metern ausgereicht um ihn für die restliche Woche zappelig nicht mehr ansprechbar zu machen. Inzwischen hört und kommt er bei Wildsichtung und Katzen direkt. Er ist immer ansprechbar und nicht nicht mehr überdreht (an der Leine). So richtig überdreht und total übermütig ist er nur noch, wenn er jemanden sieht, den er unbedingt sofort begrüßen muss um endlich gestreichelt zu werden. Dann hüpft er im Kreis und quitscht dazu weil ihm alles zu lange dauert.ZitatIch lasse genau wegen dieses Abcheckens meinen Schäferhundrüden nicht mehr vorlaufen ...
Dann checkt er hinten und ich bekomme davon gar nichts mehr mit. Er streckt seinen Rüssel ja nicht nur geradeaus nach vorn sondern er hat die ganze Umgebung im Auge. Rel. entspannt läuft er sowieso und er läuft zwar am Leinenende aber sie ist nicht gespannt. Leinenführigkeit hat er inzwischen meistens gut drauf.
Er speichert sich auch so einiges um dann bei Gelegenheit nochmal zu überprüfen. D.h. wenn wir an einer für ihn spannenden Stelle vorbeikommen und er noch an der Leine ist merkt er sich das. Ich bekomme davon oftmals gar nichts mit. Lasse ich ihn dann kurz darauf von der Leine schießt er nach hinten los um diesen Reiz noch direkt zu überprüfen.ZitatVielleicht hilft deinem das ja auch, vor allem kann man nicht nur den sinnlosen Aktionismus eindämmen, sondern auch die Chance, dass er dir unerwünscht wo hindüst ist sehr gering.
Den sinnlosen Aktionismus hat er nur ohne Leine und da ist mir leider noch kein Mittel eingefallen, unerwünschtes "hindüsen" zu unterbrechen.ZitatDas Problem ist ja, dass diese katalanischen Schäferhunde ihre Arbeit eigentlich von sich aus machen...und jetzt hast Du da einen, für den Du keine Herde und keine Arbeit hast.....hättest Du eine Herde und Arbeit für den, dann wär´s ideal...das, was Du von ihm erwartest..Abrufbarkeit, Leine, Gassigehen im Park....ist für den einfach bäh...
Bitte beziehe es nicht auf Dich (wahrscheinlich hast Du ihn vor der Einschläferung gerettet) ..aber nach glücklichem Hund hört sich das für mich nicht an.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass genau das das Problem ist. Er arbeitet extrem selbstständig und sucht sich die Arbeit selbst wenn ich keine für ihn habe. Er war schon diverse Tiere "hüten" - allerdings ohne meine Erlaubnis. Aber was soll ich machen. Selbst habe ich keine Herde und kann mir aus diversen Gründen auch keine zulegen. Und ich habe schon mehr als einmal nach Hütemöglichkeiten für ihn gesucht und in der näheren Umgebung telefoniert. Leider war ich da ziemlich erfolglos. Für ihn wäre das das Paradies auf Erden. Unglücklich kommt er mir trotzdem nicht vor. Wir erleben zusammen viele schöne Sachen, sind oft im Wald unterwegs, machen alle möglichen Spielchen - aber in unserer dicht besiedelten Menschenwelt ist für seine Selbstständigkeit zu wenig Platz. Trotzdem hätte ich ihm gerne öfter mehr Freiraum gegönnt. Das geht aber nur, wenn er sich auch abrufen lässt wenn es nötig ist. In übersichtlichem Gebiet kann er auch weiter weg wenn ich weiß, dass er auf mein Signal wieder kommt. Und genau hier liegt unser Problem. Er kommt erst, wenn er mit seiner Arbeit fertig ist. Wie lange und wie oft er beschäftigt ist hängt von den Spuren ab. Zwischen 30 Sekunden und 1 Stunde hatten wir alles schon.Danke euch beiden, vielleicht hat noch jemand ne Idee, wie man seinen Aktionismus in den Griff bekommen kann. Oder kennt jemand im Augsburger Raum eine Möglichkeit zum Hüten? Die beiden Bayerischen Adressen die ich gefunden habe sind einfach zu weit weg um das regelmässig zu machen.
-
Zitat
Für mich ist sein Verhalten nicht Stress sondern ständige Suche nach Arbeit bzw. er arbeitet immer wenn wir draußen sind.
Aber genau das ist doch der Stress
Spazieren gehen sollte für einen solchen Hund eigentlich der Erholung von der Arbeit dienen
ZitatUnd ich habe schon mehr als einmal nach Hütemöglichkeiten für ihn gesucht und in der näheren Umgebung telefoniert.
Aber selbst wenn, dann müsste Dein Hund erst mal jenseits der Herde mit dir kooperieren. Die Arbeit am Vieh ist ja kein "regelfreier Raum", in dem der Hund sich bespaßen kann wie ihm beliebt. Ganz im Gegenteil - die Probleme im Zusammenleben potenzieren sich am Vieh um einiges

Ich denke, dass Ihr ganz viele unabsichtlich trainierte Verhaltensketten drin habt und Du versehentlich vermittelt hast, dass das Abchecken sein Job ist. Für einen arbeitsgeilen Hund reicht es meist schon als Bestätigung, dass man ihn anschaut, wenn er sich gerade einen Job überlegt hat. Noch belohnender ist Ansprache oder ein Rückruf (auch, wenn er nicht funktioniert).
Im Grunde müsste da mal jemand draufschauen, der diesen Typ Hund kennt und auch weiß wie vertrackt die sich Jobs ausdenken können und wie man das eben verhindern kann

-
ich habe auch einen hütehund, der ähnlich gestrickt ist.
den tipp mit dem hinter dir laufen, hab ich bei ihm auch gemacht, funktioniert recht gut, denn er bleibt ansprechbarer und orientiert sich doch mehr an mir. das geht allerdings nur, wenn die wege einigermaßen überschaubar breit bleiben. wenn wiesen drumherum sind, wirds schwieriger. (ohne leine zumindest)da meiner allerdings auch so reizempfänglich ist, arbeite ich gerade mit ihm daran, dass es weniger wird und zwar an der kurzen leine. (auch da ist nur noch hinter mir laufen erlaubt, ist aber nur, weil er so ist, wie ER ist) er muss sich mehr an mir orientieren, sonst wird es nie besser werden und auch mal reize ausblenden. im moment kann ich das nur in relativ reizarmer umgebung machen, schwieriger wirds, wenn ich mit anderen leuten oder sogar leuten mit hund unterwegs bin. aber ich merke, dass er schon etwas ruhiger ist als zu beginn vor so ca 4-6 wochen. Ich merke auch, dass er mich viel mehr anschaut.
ich kann deinen hund jetzt nicht beurteilen, aber MEINER hat definitiv Stress und den will ich über kurz oder lang reduzieren, damit er ein schöneres Leben haben kann als im Moment.wie ists denn bei deinem mit Körperkontakt? liebt er Streicheleinheiten und Berührungen?
-
Ich kann dir leider keine Tipps geben, bin aber gespannt, was noch so kommt.
Mir kommt hier einiges nämlich sehr bekannt vor, nur dass es sich bei meiner Hündin um Jagdverhalten handelt.
-
Vielleicht ist der Stress nicht mehr so groß wie früher, aber für mich klingt das auch immer noch stressig. Jedenfalls nicht entspannt.
Die anderen haben ja schon viel geschrieben. Dieses hinter-mir-bleiben-müssen ziehe ich auch teilweise durch, an der Leine immer (auch, weil er so ist, wie er ist und wir damit Begegnungssituationen wesentlich besser hinkriegen), im Freilauf teilweise, wenn er das Verhalten zeigt, das du beschreibst. In meinen Augen nämlich dann, wenn der Hund Stress hat, nur am Abscannen ist und mit Augen, Ohren und Nase überall, nur nicht bei mir. Entweder kommt er dann zum Entspannen an die Leine (ja, wirklich entspannen, weil "du bleibst hinten-du hast nichts zu tun- ich kümmer mich um alles") oder ich begrenze seinen Radius. Teilweise auch ganz eng, nur ca. 1-2m und nach vorne ist tabu. Du könntest aber ja genauso sagen, nach hinten ist nach 1-2m auch tabu. Das ziehe ich nicht kilometerweit durch, weil es für mich und den Hund wirklich anstregend ist. Merke ich, er wird ruhiger, probiere ich es wieder mit "freiem" Freilauf.
Vielleicht wäre es auch für dich ein Trainingsansatz, quasi den Freilauf noch mal in dieser Richtung aufzubauen. Anscheinend ist dein Hund ja sehr leinenschlau und weiß ganz genau, welche Möglichkeiten er in welcher Situation hat. An der Leine üben, dass er sich mehr an dir orientiert und dann Leine ab und den Radius sehr eng gestalten. Um dem Hund auch Bewegung, Schnüffeln etc. zu ermöglichen, nach der Trainingseinheit lange Leine/Schnur dran und machen lassen. Er weiß eh, dass er an der Leine ist
. Den Radius dann nach und nach ausbauen, wobei ich ihn nicht wieder auf 50 m wachsen lassen würde. Fällt er wieder in alte Muster, zum Runterfahren wieder Eingrenzen oder Anleinen.Außerdem würde ich noch mal ganz genau darauf achten, ob er nicht doch irgendwelche Anzeichen zeigt und diese sehr hochwertig belohnen. Und wenn es nur eine kleine Änderung der Rutenhaltung oder Ohrenhaltung ist (macht meiner z.B.). Klappt am besten mit einem Clicker, weil man da sehr genau markern kann. Wenn du es schaffst, dass er diese Zeichen deutlicher zeigt, hast du es leichter, weil zu dem Zeitpunkt Abbruch und Umorientierung noch einfacher sind.
- Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!