Rangordnung und Beißhemmung

  • Ich habe meinen Hunden als sie Welpen waren auch ab und zu das Essen "weggenommen" für einige sekunden oder mal was in den Napf dazu getan,einfach,damit ich es im Notfall auch kann.Genauso mit dem Anfassen. Ich habe die Hunde wenn sie entspannt waren einfach ab und an überall gekrault,in den Mund geguckt,in die Ohren und sie gelobt,wenn sie das duldeten.Ich finde mich hat mein Hund nicht anzuknurren,es sei denn ich tu`ihm ohne Absicht weh(mit Absicht gibts natürlich nicht :lol: ).Die Hunde untereinander knurren sich auch weg-zum Glück-es gibt ja nichts schlimmeres als Hunde die handeln ohne vorher zu warnen.
    Der Welpe verhält sich ja total normal,aber er darf natürlich nicht schnappen.Ich denke mit Geduld und Konsequenz (z.B. ignorieren,wenn er das macht,Spiel beenden,Stock wegnehmen und belohnen,wenn er sich was abnehmen lässt mit Käse oder Wurst :smile: ).
    Was ich allerdings bedenklich finde ist,dass du bereits etwas "Angst" vor deinem Hund hast.Das brauchst du wirklich nicht,er ist ganz normal.Ist das euer erster Hund?

  • Deine 7-jährige Tochter hat sich genau richtig verhalten! Der Hund hat geknurrt und sie hat sich entfernt.

    Bitte nimm deinem Hund nicht das Futter weg. Er versteht dich so überhaupt nicht und du wirst für ihn unberechenbar. So baut sich kein Vertrauensverhältnis auf.

    Ein Hund muss sich nicht jederzeit und überall von uns anfassen lassen! Weise deinem Hund einen Platz zu in der Wohnung, an dem er ungestört ist. Wenn er sich dorthin zurück zieht, lasst ihn in Ruhe. Er wird schon von selbst wiederkommen.

    Grüße

  • Leute, ihr wisst, was ich mit Aggression meine.

    Der Welpe wird sich nicht blutrünstig auf die Kinder stürzen, nur weil er mal knurrt.
    Das meine ich damit, dass ein Knurren nicht gleich Aggression bedeutet.

    Die Aggression hat ja ganz viele Abstufungen.

  • Ohne ein Patentrezept zu kennen, würde ich folgende Dinge vorschlagen:

    (a) Wenn der Hund Futter bekommt oder etwas besonderes zu Fressen, dann bekommt er dies auf seinem Platz und wird nicht gestört, solange er aktiv damit beschäftigt ist (so lernt er zugleich, dass sein Platz auch sein Ruhe- und Rückzugsort ist und ihr habt das Futter nicht überall kleben). Ihr habt ihm dieses Futter gegeben, weshalb sollte er es nicht genießen? Es kam ja von euch. Wenn ihr ihm unvorhergesehen Futter/Nagekram wegnehmt, dann wird er sicherlich misstrauisch, wenn ihr in der Nähe seid - immerhin könnte das leckere Stück urplötzlich wieder verschwinden. Daher: Bitte nicht einfach das Futter wegnehmen, ohne Grund, vor allem immer wieder ... das schürrt Misstrauen, unserer Erfahrung nach. Alternativvorschlag: Tauschen s. (b)

    (b) Wenn er ein Spielzeug oder etwas gutes zu Nagen hat, dann tauscht doch! :) Indem ihr dem Knirps etwas noch besseres anbietet (Leberwurst z.B.) könnt ihr ihn dazu animieren euch sein gehütetes Stück rauszugeben und der Knirps lernt auch noch: Wenn ich was abgebe, dann gibt's was noch viel besseres! Ganz so, wie er lernt, dass ein ausgeführtes Kommando mit was Leckerem belohnt wird.

    Das ihr über Futter/Spielzeug verfügt, finde ich gut. Spiele anfangen und beenden ist m.E.n. wichtig, aber solange der Knirps noch klein ist, ist es ebenso wichtig, dass er die Möglichkeit hat sein Nagebedürfnis zu befriedigen (spätestens wenn er zahnt), um Möbelstücke zu schonen, sollte dann Nagekram zur Verfügung stehen (von euch als Alternative angeboten werden).

    Auch das Verbieten von Beißereien (oder Knabbereien) während des Spiels kann nützlich sein, ihr sensibilisiert euren Hund, indem ihr ihm verdeutlicht (z.B. durch ein lautes "Au" oder den Spielabbruch), dass euch sein Beißen wehtut. Der Knirps meint es nicht böse, aber er hat naturgemäß ein dickeres Fell. ;) Und um die Beißhemmung zu fördern, ist es sicher nicht falsch, wenn ihr ihn gar nicht erst beißen lasst - oder das "beißen" und "zerren" nur mit ausgewähltem Spielzeug (Seilchen z.B.) erlaubt. Manchmal hilft das, wenn der Welpe übermütig ist oder einfach furchtbar gerne Reißspielchen spielt. Darf er, aber seine Zähnchen darf er nur an Spielzeug einsetzen. ;)

    Das wären so meine Vorschläge. :)

  • Wir haben am Anfang immer mal was leckeres in den Napf dazugetan. Also wenn der Napf fast leer war z.B. ein Löffelchen Hüttenkäse untergerührt oder ein Stück Fleischwurst reinfallen lassen. Immer so, dass der Hund mitbekommt, dass was Gutes kommt. Hier wurde dann nie geknurrt, aber hier fasst den Hund normalerweise auch niemand an, wenn er frisst.

    Ich weiß nicht ob es wirklich etwas ändert: aber weil es angeblich die Bindung stärken soll, habe ich meiner Tes am Anfang auch immer wieder mal eine ganze Futterportion direkt aus der Hand gegeben (wir füttern Trockenfutter, da geht das ganz gut).

    Zur Beißhemmung steht hier was (oder hat das schon jemand gepostet? ist zu heiß zum nachlesen sorry)
    http://www.familienhundtraining.com/archiv/beisshemmung.html

    Übrigens, apropos "Angst bekommen": Ich habe auch gerade meinen ersten Welpen. Und obwohl ich viel gelesen habe, war mir vorher auch nicht ganz klar, wie wild und grob Welpen manchmal sein können. Vor allem wenn man einen von der eher "robusteren", nicht ganz so sensiblen Sorte hat. Angst hatte ich zwar nicht, aber manchmal stand ich schon etwas hilflos da. MIr hat der Besuch der Welpenspielstunde in der Hundeschule viel gebracht, weil man da sieht: alles total normal und es gibt immer noch Schlimmere :D
    Der Austausch im Forum war auch sehr hilfreich für mich ... die schnodderigen Antworten einfach überlesen und das wichtige rauspicken, so mach ichs ;)

  • Zitat

    Wir haben am Anfang immer mal was leckeres in den Napf dazugetan. Also wenn der Napf fast leer war z.B. ein Löffelchen Hüttenkäse untergerührt oder ein Stück Fleischwurst reinfallen lassen. Immer so, dass der Hund mitbekommt, dass was Gutes kommt. Hier wurde dann nie geknurrt, aber hier fasst den Hund normalerweise auch niemand an, wenn er frisst.

    Ich weiß nicht ob es wirklich etwas ändert: aber weil es angeblich die Bindung stärken soll, habe ich meiner Tes am Anfang auch immer wieder mal eine ganze Futterportion direkt aus der Hand gegeben (wir füttern Trockenfutter, da geht das ganz gut).
    (...)

    :gut:

    Wir Füttern auch aus der Hand (noch immer, allerdings eher, weil wir es gerne machen und sie sich ihr Futter größtenteils erarbeitet), es bietet sich vielleicht auch mal an den Knochen festzuhalten, ihn also knabbern zu lassen, während du den Knochen noch in der Hand hast. Das haben wir ausprobiert, als wir beobachtet haben das unsere Kleine und ihr Bruder mitunter sehr seelig ihr Nagezeug teilen.

    Was Gutes in den Napf fallen lassen ist auch super. :)

  • Zitat

    Gestern hat er sich mit einem Stück Holz unter einen Tisch gelegt und als meine 13-Jährige Tochter sich ihm genähert hat, verteidigte er wohl dieses Holz und schnappte nach ihr. Sie hat jetzt eine kleine Bisswunde.

    wohl eher ne Schramme von einem noch recht spitzen Zähnchen - kommt in dem Alter öfter vor. Shit happens. Lernt deine Tochter wenigstens gleich, dass Hunde auch Zähne haben.

    Zitat

    Heute hat meine 7-Jährige Tochter ihn während des Fütterns gestreichelt und er knurrte sie an.

    Braves Hündchen, fein gemacht.


    Du hast ein Hund - ein LEBEWESEN. Kein Kinderspielzeug.

    Zitat

    Leider - das heißt verständlicherweise - hat sie dem nachgegeben und sich von ihm entfernt.

    Wieso "leider"? Das war völlig korrektes Verhalten. Offenbar hat eure Jüngste ganz automatisch noch völlig unverblendeten "Hundeverstand".

    Zitat

    Ich habe dann genau die gleiche Situation noch einmal herbei geführt und ihn selbst gestreichelt. Als er mich anknurrte, hab ich seine Schnauze von unten umfasst. Er hat dann auch sofort damit aufgehört.

    Was soll Hund dabei lernen? Dass er nicht knurren soll?

    Weisst Du - wenn man Jahre mit einem Hund trainiert hat, dass er zumindest erst mal noch knurrt, anstatt zuzubeissen, weil ihm das Knurren durch derartige "Aktionen" abtrainiert wurde .... dann kann man über so was nur den Kopf schütteln.


    Zitat

    Außerdem nehme ich ihm das Futter bewusst kurz weg und gebe es ihm dann wieder.

    Was willst Du damit bezwecken? Dass dein Hund erst recht anfängt, sein Futter zu verteidigen? V.a. wenn er dann mal ausgewachsen ist?

    Zitat

    Wie bekommen wir hin, dass er die Kinder auch ernst nimmt???

    Wieso soll er die Kinder ernst nehmen? Es sind KINDER?

    Er ist jetzt bald vom Verhältnis her im Alter deiner Jüngeren, und in einem Jahr ist er in Relation deutlich älter als deine Kinder.
    Warum soll er sie ernst nehmen?

    Vergiss diesen Stuss mit "Hunde stehen in der Rangordnung unter Kindern". KEIN erwachsener Hund steht in der Rangordnung unter einem Kind.

    Und hin bekommt ihr das auch nicht.

    Rangordnungsbeziehnungen - so man das zwischen Mensch und Hund überhaupt so nennen kann - sind eine Sache zwischen zwei Individuen. Ein Dritter kann da gar nichts bewirken - ausser Konflikte und damit Streit, Aggressionen und die ganze Palette.

    Welpen und Junghunde stehen in einem Caniden-Rudel ausserhalb jeglicher Rangordnung. Die müssen ja erst mal noch lernen, was Sache ist. Das gilt in Hundeaugen auch für Kinder. Hund nimmt sehr wohl war, was erwachsener Mensch ist und was "Kinder"mensch.


    Zitat

    Trotzdem ... es ist einfach blöd, dass aus dem Kleinen (normal) unterwürfigen Hündchen jetzt ein Hund wird, der UNS in den Griff bekommen will :sad2:

    Wo will der Hund euch in den Griff bekommen?

    In jedem Hunderudel hat selbst der Rangniedrigste das Recht, sein Futter zu verteidigen. Und das Recht wird ihm auch vom Ranghöchsten zugestanden. Selbst wenn der Ranghöchste rein körperlich überlegen wäre und jederzeit mit dem Rangniedrigsten fertig werden würde.

    Ausnahme sind absolute Notzeiten, bei denen es ums nackte Überleben geht.

    Seit ihr gerade kurz vor dem Verhungern?

    Wenn nein - warum dann dieser Unsinn mit "Futter wegnehmen"?


    Gut - es gibt immer mal Situationen, bei denen es angezeigt ist, Futter wegnehmen zu können.

    Ich war mal mit einer meiner Hündinnen im Keller - auf einmal habe ich gesehen, dass sie was im Fang hatte ... einmal "Aus" gesagt und sie spukte das, was sie hatte sofort aus - war ein Belegtes Brot, das mein Vater auf der Werkbank hat liegenlassen.
    Selbstredend durfte sie das dann sofort mit viel Lob weiterfressen.

    Aber glaube NICHT, dass sie das einfach so ausgegeben hat. Schon gar nicht aus irgendwelchen Rangordnungsgründen.

    Sie hat über langes Training gelernt, dass es sich für sie lohnt, auf "Aus" alles, was sie gerade im Fang hat, auszugeben .... selbst tote Mäuse :dead:

    Und das ist der springende Punkt - sie hat es gelernt, genauso wie sie Sitz, Platz und Fuß gelernt hat. Durch Training.

    Nicht durch willkürliches Wegnehmen. Denn das wäre asoziales Verhalten in den Augen des Hundes. Für den Hund unverständlich. Und entsprechend reagiert er mit Abwehr.

    Entweder mit Knurren - *brav* - oder wenn man das Knurren verbietet, irgendwann halt mit beissen.

    Muss jeder selbst wissen, was einem lieber ist. Knurren verbieten und irgendwann mal dann die Situation "Hund hat ohne Vorwarnung zugebissen". Oder eben auch mal akzeptieren, dass ein Hund ein Lebewesen ist, das durchaus auch gewisse Rechte hat. U.a. eben sein Futter gegen Willkür zu verteidigen.


  • Sehe ich genauso :gut:

  • Hi!

    Dass er knurrt und gefundenes Spielkrams verteidigt, ist nicht unnormal, aber kacke bei Kindern. Denn ggf. meint er auch mal, deutlicher werden zu müssen. Und Kinder vergessen auch ganz flott mal, dass sie die Finger wegzuhalten haben, wenn's blöder Weise das Lieblingsspielzeug ist, das der Hund grade gemopst hat.
    Außerdem wirst Du "die Freude" haben, den Hund ständig sichern zu müssen, wenn man hundeunkundige Kinder zu Besuch sind. Geht, aber nervt.

    Ergo: Was tun wäre angesagt.
    Und zwar nicht dem Hund allen Grund liefern, mehr zu verteidigen, sondern beibringen, dass es keinen Grund gibt.
    Am besten erst mal nur als Erwachsener Stückchen unter der Reaktionsgrenze üben, von den Kindern kommt immer nur Gutes, wenn der Hund sowieso weit davon entfernt ist, sie irgendwie als Bedrohung anzusehen.
    Übe Tauschgeschäfte. Üb ein Aus. Wenn's gut klappt, übe, dass Du mit Ankündigung den Krams, den er hat, anfassen kannst. Wenn das supergut klappt, dann übe, dass Du ohne Ankündigung anfassen kannst. Wenn das auch super klappt, kannst Du mit den Kindern anfangen, die Tauschgeschäfte zu üben usw. Immer drauf achten, dass der Hund nicht an die Schwelle kommt, dass er meint, verteidigen zu müssen.
    Die Überei bitte auch so machen, dass er immer nach der Aktion besser dasteht als vorher - sprich: Er bekommt etwas dazu und seinen Krams wieder zurück.

    Gruß,
    Katharina

    PS: Video zum Ausüben: https://www.youtube.com/watch?v=ndTiVO…t=TL9N4Qkr60Rh8
    Und ein Video zum Problem Resourcenverteidigung: https://www.youtube.com/watch?v=iJO0B_…6EgRDbxtryMqY7Q und https://www.youtube.com/watch?v=3CkG-9…6EgRDbxtryMqY7Q

  • Wow, danke für eure vielen Tipps. Ich werde sie nachher in Ruhe lesen. Wir sind in manchen Dingen eben Anfänger, aber auch entsprechen lernfähig und keinesfalls beratungsresistent, deshalb frag ich ja hier ;-) Das mit dem Tauschen hatte ich bereits begonnen. Ihm etwas zu geben, wenn er das eine fallen lässt, ist noch ein sehr hilfreicher Tipp. Das habe ich heute schon mit einem Stöckchen getestet und dabei hat er sogar schon fast gelernt, mir Sachen zu bringen - lief super. Wir gehen auch schon zur Welpenspielstunde und ich habe fest vor, auch als Junghund weiter zu diesem Verein zu gehen.

    Meine Tochter wollte ihn natürlich nur streicheln, aber sie hat jetzt klare Anweisungen bekommen. Nachher lasse ich meinen Mann den Thread auch mal lesen. Vielleicht kommt dann noch die ein oder andere Frage auf - Danke! für eure Zeit ... jetzt bin ich mir auf jeden Fall sicher, einen ganz normalen Hund zu haben :-)

    Bei meiner großen Tochter war es tatsächlich ein Biss ... kein Kratzer :/

    Ich werde mir auch eure Links anschauen :-)

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