Leinenführigkeit beibringen

  • Haku wird am Freitag 11 Wochen alt.
    Ich muss momentan noch oft mit ihm an der Leine gehen, da er teilweise schreckhaft ist. Nun ist es so, den größten Teil unserer Wege läuft er normal und gut. Merkt er aber, dass es nach hause geht, fängt er an zu ziehen.

    Ich regaiere darauf so, dass ich stehen bleibe und er sich durch seinen Schwung zu mir umdrehen muss. (KEIN Leinenruck!) Erst wenn er mich ansieht und evt. einen Schritt auf mich zu macht, gehe ich weiter. Das Dumme ist eben nur, dass ich ja weiter in dieselbe Richtung muss und er somit immer wieder ziehen will. Also ist unser Rückweg manchmal ein Stopp and Go.
    Heute jedoch half das nicht und er rannte jedesmal regelrecht wieder los. Allerdings ohne Anzeichen von Angst.

    Letztendlich habe ich so reagiert, dass ich dann heute nicht einfach stehen geblieben bin, sondern mich umgedreht und einige Schritte zurück gelaufen bin und dann einen Bogen geschlagen habe und im Kreis gelaufen bin. Das fand er natürlich gar nicht toll und versuchte in Richtung nach hause weiter zu laufen. Also musste ich diesen Kreis zweimal machen. Danach ging es etwas besser.

    Ich möchte schon jetzt gegen das Leinenzerren arbeiten, da er mal gute 50 Kilo wiegen wird.
    Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich es richtig oder besser machen kann. Oder ob es schon ein vernünftiger Anfang ist, was ich da gemacht habe? Sollte ich dabei schweigen oder ein Antizerrkommando geben?

  • Hallo!

    Mit einem so jungen Hund kannst Du zu Hause eine ganz einfache Übung machen.

    Leine den Hund an, und Du gehst soweit zurück, daß sich die Leine anspannt.
    Nicht den Hund dabei ziehen. Einfach nur die Leine straffen.
    Geht der Hund auf Dich zu, so daß die Leine sich lockert, bestätigst Du das.

    Später kannst Du dies, auch zu Hause, unter Ablenkung in Form eines Napfes machen.
    Du stellst den Napf mit ein paar Leckerchen auf den Boden, gehst mit dem angeleinten Hund auf Distanz zum Napf. Dann laß den Hund schauen, während Du die Leine straffst.
    Dann warte einfach.
    Macht der Hund irgendetwas, wobei sich die Leine entspannt, bestätigst Du das. Mit Leckerchen aus Deiner Tasche.
    Klappt dies gut, darf der Hund später auch zum Napf, ohne Ziehen ;) , und dort die Leckerchen fressen.

    Wenn Dein Hund Dich noch anschaut, während er neben Dir hergeht und die Leine dazu noch schön herabhängt, kannst Du ihn auch dafür bestätigen.
    Da lernt er, daß es sich lohnt, selbst darauf zu achten, daß die Leine nicht zu angespannt ist.


    Allerdings muß man auch sagen, daß es in seinem Alter noch etwas zuviel verlangt ist, dies jetzt schon beim Gassi komplett einzuhalten. So junge Hunde können nicht lange ihre Konzentration aufrecht erhalten.
    Da würde ich das aufteilen wollen. Im Trainingsschritt, für wenige Minuten, wo das gezielt geübt wird, und in einem Gassigang, wo er ziehen "darf".

    Ich gebe zu, daß es sich etwas kontraproduktiv anhört. Ist aber sowohl für den Menschen als auch für den Hund streßfreier.
    Wie gesagt, ein so junger Hund kann sich noch nicht so lange konzentrieren.
    Und wenn die Ablenkung im Alltag an der Straße recht groß ist, wird es auch recht schnell "vergessen", daß ein Hund ja auch gesittet an der Leine gehen könnte.
    Dann auf die noch nicht fertig angelernte und verstandene "Leinenführigkeit" zu pochen, ist für beide Seiten mit viel Streß verbunden. Und eigentlich sollte ja ein Gassigang auch etwas Spaß machen.

    Schöne Grüße noch
    SheltiePower


  • Zur Futternapf-Sache - hier abgeschaut?
    http://www.youtube.com/watch?v=Vq0Pu4…iw0Da3oM1TLpNUc


    Der zweite Teil deiner Ausführung zum Thema Stress für den Welpen ist aber klasse! :gut:

  • Ach hier ist der Thread :D

    Das du jetzt schon damit beginnst das zu üben ist auf jedenfall richtig!

    Ich hab's bei meinem auch mit stehen bleiben geübt, er musste mich danach aber nicht anschauen. Also laufen, wenn Zug auf die Leine kommt (sei es noch so wenig!) sofort stehen bleiben und warten bis sich die Leine lockert.
    Wenn er dann gleich wieder in die Leine springt bleibst du eben nochmal stehen, und nochmal, und nochmal^^

    Anfangs ist es nervig, aber wenn du dabei wirklich konsequent bleibst wird er es schnell verstehen. Meiner ist inzwischen 7 Monate alt und ich bleibe immer noch ab und zu stehen, automatisch wenn auch nur das kleinste bisschen Zug auf die Leine kommt.

    Ich empfehle dir anfangs mit einem Geschirr zu üben und ihn an der Leine nicht zu anderen Hunden hin zu lassen (Sonst hängt er dir später in der Leine wenn er Hunde sieht^^). Übt nie zu lange! und lass ihn frei wenn ihr ein Stück von Zuhause weg seit, er kommt schon mit ;)

  • ja, dass er in dem alter noch nicht lange konzentriert ist weiß ich :-)
    es war heute eben nur etwas sehr heftig mit seinem in die leine schmeißen. rennen darf er, wenn die leine ab ist und im spiel.

    zum clickern bin ich zu blöd und hab angst da etwas falsch zu machen.

    aber wenn es mit stehen bleiben und psotiver bestärkung auch funzt, versuche ich es eher so.

  • Es hat sich bewährt, dem jungen Hund sowohl Halsband als auch Geschirr anzulegen. So kannst du am Halsband die Leinenführigkeit üben, dosiert und nur solange der Hund sich konzentrieren kann, und wenn es einfach mal flott vorwärtsgehen soll, hängst du die Leine am Geschirr ein und dann darf der Hund ziehen. Das kann der Hund gut unterscheiden. So macht man sich nicht ständig im Alltag die bereits erreichten Lernerfolge kaputt.

    Dagmar & Cara

    PS: Du bist ganz bestimmt nicht zu blöd zum Clickern! ;)
    Falls du den Clicker ausprobieren willst, versuch zuerst kleine Tricks (wie deine Hand mit der Nase berühren), die du im Alltag gar nicht brauchst, dann findest du dich schnell zurecht und falls es nicht gleich klappt, macht es auch nichts.

  • Wenn meine Kleine anfängt zu ziehen gibts zwei Möglichkeiten:

    - ich nehme sie auf den Arm.
    - ich sorge dafür dass sie nicht mehr ziehen will. D.h. ich spiele mit ihr, roll ihr einen Apfel, lass sie nen Grashalm jagen, renne ein paar Schritte um die Wette, zeig ihr was Tolles, lenk sie ab. Dann hat sie nur noch Augen für mich und vergisst ganz dass sie eigentlich ein anderes Ziel hatte.

    Stop and Go, Richtungswechsel, Kreiselaufen - hat mein Beagle alles ausgiebig getestet und für Blödfug befunden.

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