Vom Trainer zum Experten...
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Gast41354 -
21. Juli 2013 um 17:29
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Eine Frage die mich schon lange beschäftigt und die ich jetzt gerne mal stellen würde:
Was macht aus dem Hundetrainer von Nebenan oder den gewöhnlichen Halter einen anerkannten Experten?Immer wieder wird sich auf einzelne Experten berufen - ok mittlerweilen schießen die Experten aus dem Boden wie die Schneeglöckchen im Frühling - aber wieso sind sie als Experten anerkannt? Reicht es aus, einmal ein Buch und ein halbes dutzend Artikel irgendwo veröffentlich zu haben?
Braucht es eine besondere Ausbildung, Studien oder Berufserfahrung, damit ihr jemanden als "Experten" anseht?Wenn ich mal durch die gängigen Namen gehe (das Personalpronomem "er" hat hier keinen Einfluss auf das Geschlecht des jeweiligen Experten sondern wird aus Gründen der Einfachheit genutzt) und ansehe, was die einzelnen Experten ausweisen können:
Ein Experte hat Dingos beobachtet, der nächste hat Wölfe in Gefangenschaft studiert, wieder ein anderer hat Freilandbeobachtungen an selbigen gemacht. Der nächste hat verwilderte Hunde beobachtet, ein Experte hatte seine wichtigsten Thesen, während er in einer depressiven Phase das Bett nicht verlassen konnte erstellt, ein anderer ist Filmtiertrainer, einer war Diensthundeausbilder und wiederum ein anderer behauptet, das Ganze liege ihm einfach im Blut...Die Liste ist ewig fortsetzbar und ich möchte darauf hinweisen, dass keiner der aufgezählten Gründe erfunden ist!
Was macht einen Trainer zum Experten und wieso spricht man dem einen das Expertentum zu während man bei anderen den Status ablehnt?
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Wow, das find ich spannend. Denn ich denke mal, dass die Ansichten darüber, was ein "Experte" ist sehr individuell ausfallen.
Es hängt dabei wohl auch immer ein wenig vom Blickwinkel ab.
Wenn ich es definieren würde: Für einen "normalen" Hundehalter ist eigentlich jeder erfahrene/kompetente (bleibt die Frage, wo Kompetenz anfängt) Trainer ein "Experte" für den Umgang mit Hunden.
Aus Trainersicht könnte man z.B. weiter differenzieren... ein Trainer, der selber an Schafen arbeitet und Hütehunde ausbildet wäre dann z.B. ein Experte für das Teilgebiet Hüten.
Jemand, der Hunde für die jagdliche Führung ausbildet ein Experte für Jagdgebrachshunde, jemand, der vermehrt mit traumatierten oder aggressiven Hunden arbeitet ein Verhaltentherapiesexperte.
Über die Qualität bzw. Qualifikation lässt sich diesbezüglich in meinen Augen aber nichts sagen. Schon allein, weil es ja schon bei den verschiedenen Trainings- oder Therapieansätzen kein nach außen hin allgemein gültiges sonder nur ein individuelles Falsch oder richtig gibt.Für mich (als angehender Trainer) sind also die wirklichen Experten vor allem die, die sich auf ein bestimmtes Teilgebiet spezialisiert haben und dort wirklich richtig erfahren sind, während sie (und die, die das offen zugeben haben meine Achtung) in anderen Teilbereichen eben nur solide Grundkenntnisse vorweisen können und aus diesen Bereichen auch keine oder kaum Fälle bearbeiten.
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Persönlich glaube ich, daß die meisten "Experten" einfach auch gute Marketing-Strategen sind.
Vermarktung der eigenen Sache / Persönlichkeit ist das AundO heutzutage. Der Status "Trainer" ist vielen nicht genug - vielen von ihnen ist eine gute Portion Geltungssucht eigen.Für mich selber ist Jemand ein Experte, wenn ich merke er hat sich nicht nur mit Leib und Seele der Sache verschrieben, sondern auch ein fundiertes theoretisches Wissen mit großer Bandbreite was sein "Expertentum" stützt und untermauert. Leute, bei denen man merkt daß sie für eine Sache leben. Das hebt sie dann über denStatus "Trainer" hinaus
Und gerade daran fehlt es vielen "Experten" - sie haben einfach eine geniale Vermarktungsstrategie gefunden und eine Handvoll Menschen, die ihnen erstmal blindlings alles abkaufen - und schon wird der "Experte" zum Selbstläufer.....
Jemand wie CM wäre ohne sein Charisma und seine ausgesprochene Persönlichkeit nicht da, wo er heute ist (ooder war). Ihn hätte kein Fernsehfuzzi promoted wenn CM ein langweiliger 08/15 Typ ohne Ausstrahlung wäre. -
Mir sind die "Experten" relativ unheimlich. Ein Expert für Hundeerziehung wird hierzulande glaube ich durch die Medien stilisiert. In aller Munde sind Rütter und Millan, weil die halt sehr präsent sind.
Vom Wölfe beoachten allein wird meiner Meinung nach niemand zum Experten. Im Laufe der Evolution haben Hunde einen dermaßen engen Schulterschluss mit dem Menschen hingelegt wie keine einzige andere Art auf dieser Welt. Daher können sie für meinen Geschmack weder mit Wölfen noch mit Dingos in punkto Verhalten gleich gesetzt werden. Man kann aber sicherlich Rückschlüsse ziehen und auf die Erziehung unserer Hunde anwenden.
Aber da braucht man eine Menge Erfahrung. Für mich ist jemand kundig, der jahrelang Hunde beobachtet und die Erkenntnisse, die aus dieser Beobachtung gewonnen wurden, zielführend anwenden und diese Anwendung auch vermitteln kann.
Und damit meine ich nicht, dass man wie Rütter mit dem Futterbeutel, dem Ball oder der Reiznagel wedelt oder Millan mit irgendwelchen dubiosen Halsbändern. Nein, ich rede hier von einem Menschen, der seinen Hunde mit liebevoller Konsequenz und ruhiger Autorität führt, der seine Hunde nicht auf Teufel komm raus dressiert, sondern sie auch Hund sein lässt.
Diese Leute gibt es, auch wenn sie relativ rar gesät sind. Ich bin im Laufe der Jahre sehr skeptisch geworden, obwohl es sich rumgesprochen hat, dass man Hunde mit positiver Motivation erziehen sollte.
Eine wie auch immer geartete Ausbildung macht jedoch niemanden zu einem guten Trainer. Da gehört eine Persönlichkeit und auch sehr viel Einfühlungsvermögen dazu, denn man arbeitet in der Hauptsache mit dem Menschen, dem beigebracht werden muss, respektvoll aber auch konsequent mit dem Hund zu arbeiten.Eine Persönlichkeit zu sein, kann man aber nicht lernen.
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Ich denke, jeder entscheidet für sich, wen er zu den Experten zählt und wen nicht. Natürlich spielen - wie überall - auch die Medien eine große Rolle. Viele Menschen sind gutgläubig und wenn's im Fernsehen zu sehen ist, wirds schon seine Richtigkeit haben. Die Alternativen fehlen oft ja auch.
Wenn "der informierte Hundehalter" von Experten spricht, spricht er in der Regel von Menschen mit deren Art er konform geht.

Kein Mensch, der Hundetrainer XY ablehnt, wird sagen XY wäre ein Experte. Schließlich haben Experten Recht.So unterschiedlich wie die Hundehalter sind, so unterschiedlich sind auch die Experten. Was Rütter und Co. so berühmt gemacht hat, war sicher nicht nur ihre Art, mit Hunden umzugehen. Da ist nämlich nicht viel neues dran.
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Für mich ist immer ein Experte jemand (nicht nur in Sachen Hunden) der neben einer soliden Ausbildung weitergebildet ist und reichlich Erfahrung gesammelt hat.
Zumindest jemand der Wölfe beobachtet hat und Dingos beobachtet hat hätte für mich keinen höheren Stellenwert - damit schmücken sich viel zu viele.
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Noch ergänzend möchte ich dazu fügen, das auch Experten oft überbewertet sind ... in allen Themenbereichen.
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Das würde mich auch mal interessieren. Wieso schimpft sich ein Martin Rütter Experte, weil er oft im Fernsehen ist?
Für mich war Eberhard Trumler ein Experte. Er hat sein Leben lang das Verhalten von Wölfen und Hunden studiert,
und zwar rund um die Uhr. Den hätte ich gerne mal kennengelernt.
Er hat ein paar wunderbare Bücher geschrieben, die ich heute noch gerne zur Hand nehme.er
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harry97 weil heutzutage jeder, der irgendwo im Fernsehen den Hampelmann gibt von allen als Experte angesehen wird denn wer ins Fernsehen kommt muss ja schlau sein sonst käme er nicht ins Fernsehen

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@harry97,
Du weißt aber schon daß Trumlers Bücher seit langem überholt sind und vieles was drinsteht auch widerlegt wurde ???
*nur mal so angemerkt*
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