Hund und fremde Kinder

  • Hallo, wir haben eine Tochter (fast 3) und einen Hund 1 1/2.
    Gestern Nachmittag war vom Kindergaten ein kleines treffen der Gruppe auf einer Wiese mit Picknick. Hatte vorher gefragt ob der Hund mit kann(war er bei solchen Veranstaltungen vom Kiga schon oft) was auch von den Erziehern bejaht wurde. Hund war die ganze Zeit an der Leine, und wie immer sehr friedlich.

    Einige Mütter waren jedoch überfordert, da ihre Kinder immer zum Hund hin sind, wobei ich daneben saß(direkt) und sie den Hund kraulten, Gras hinwarfen- Hund hatte total Spaß, buddelte in der Wiese- alles friedlich alle Kinder ebenfalls.
    Wenn ein Kind mal zu "grob" war, bin ich eingeschritten; an die Schnauze durfte niemand, finde ich nicht angebracht.
    Jedoch merkte ich, dass in meinem Rücken ständig über mich geredet wurde, wie unverantwortlich das ist, und wie überfordert der Hund war, was definitiv nicht der Fall war- der hatte total Spaß.

    Ist es meine Aufgabe andere Kinder vom Hund fern zu halten wenn ich merk die Mütter finden das nicht gut, oder sind nicht die Mütter verantwortlich ihre Kinder zu "behüten" bzw. Kontaktverbot für das Kind auszusprechen?
    Wie gesagt, Hund war an der Leine (1meter Leine) und ich direkt daneben, hätte sofort eingreifen können. Hund kennt es, mit vielen Kindern zusammen zu sein und viiiel Aufmerksamkeit zu bekommen- er war top brav.

  • Der Hund einer Bekannten ist auch von Zeit zu Zeit auf Kiga-Verantstaltungen oder bei Kindergeburtstagen dabei. Normalerweise sind die Eltern nach kurzer Zeit meistens begeistert von dem Hund im Zusammenspiel mit den Kindern, auch wenn zunächst Skepsis herrschte.

    Oft wurde meine Bekannte dann direkt von zweifelnden Eltern angesprochen und gefragt ob das in Ordnung sei, wenn die Kinder beim Hund "rumwuseln".
    Wem es nichts geheuer war, hat sein Kind selbst ermahnt, wegzugehen o.ä.. Solange der Hund gesichert ist und du direkt(!) dabei bist, finde ich es angebracht, dass Eltern ihre Kinder bei Zweifeln selbst wegholen. Allerdings sollte das Spiel der Kinder ohne Hund nicht durch den Hund eingeschränkt werden. DA muss der Halter dafür sorgen, dass der Hund genügend Abstand hat ;)

    Oft hilft auch ein Gespräch mit den Eltern, bei denen man erklären kann, wieso es den Hund gerade nicht stört und woran du erkennen würdest, dass er Stress bekommt.
    Meine Bekannte hatte auch mal einen "Kurs" (ehrenamtlich) im KiGa, bei der sie mit den Erziehern und dem Hund auf die Wiese gegangen ist und den Kindern erklärt wurde, wie man bei Begegnungen mit Hunden reagiert/ nicht reagiert. Welches die wichtigsten Signale des Hundes sind, an denen man ihn einschätzen kann.

    Eltern mussten zuvor unterschreiben, ob ihr Kind daran teilnehmen und ob es Kontakt zu dem Hund aufnehmen darf. Viele Eltern waren aus Interesse selber gekommen um zuzusehen.
    Das war sehr interessant und hilfreich für alle.

  • Hallo JackRusseljo,

    Zitat

    Ist es meine Aufgabe andere Kinder vom Hund fern zu halten wenn ich merk die Mütter finden das nicht gut, oder sind nicht die Mütter verantwortlich ihre Kinder zu "behüten" bzw. Kontaktverbot für das Kind auszusprechen?

    Kurzum: ein Hund, und mag er noch so brav sein, gehört nicht in eine Situation mit einer wuselnden Kinderschar - und ein Picknick ist so eine Situation. Gerade wenn die Kinder dabei unter 4 Jahre und der Hund erst eineinhalb Jahre alt ist. Das ist eine denkbar ungünstige und potentiell gefährliche Konstellation, besonders weil Du dabei ja nicht nur auf Dein eigenes Kind, sondern auch noch auf den Hund aufpassen musst.

    Zwar glaube ich Dir gerne, dass Dein Hund sich brav verhielt und finde es vorbildlich, dass er dabei angeleint war, empfinde die Situation aber als unnötig riskant. Mir liegen Hunde sehr am Herzen - aber die Sicherheit der Kinder ist mir noch ein Stück wichtiger. Ich verstehe auch, dass Du den Hund mitbringst, wenn Du die Erlaubnis dazu erhalten hast. Mich wundert eher, dass die Erlaubnis dazu überhaupt erteilt wird. Kleine Kinder werden nachweislich am Häufigsten gebissen und zwar nicht von fremden Hunden, sondern solchen, die sie kennen - wie in Deinem Fall. Zu den Vorfällen kommt es, weil kleine Kinder noch weder die motorischen, noch die psychischen Fähigkeiten haben, den Hund einzuschätzen und angemessen darauf zu reagieren. Egal wie gut das Kind den Hund kennt und egal wie gut der Hund mit Kindern sozialisiert ist.

    Aufgrund Deines Nicks gehe ich davon aus, dass Dein Hund ein Terrier ist. Dieser Hundetyp wird wegen seiner häufig kleinen Körpergrösse und dem niedlichen Aussehen besonders oft unterschätzt. Dabei sind es gerade Dackel und Terrier, die am Meisten beissen, nicht selten mit verheerenden Folgen.

    Ich mache Dir sicher keinen Vorwurf, dass Du den Hund ans Picknick genommen hast - ich verstehe auch Deine Beweggründe dazu. Ich würde Dir allerdings anraten, den Hund - auch wenn die Erzieherinnen ihn willkommen heissen, bei Veranstaltungen mit kleinen Kindern zu Hause zu lassen. Mit allen Umständen die das mit sich bringen mag. Es geht noch nicht einmal darum, dass Du den Hund nicht kontrollieren könntest - sondern dass die, wie Du ja festgestellt hast, zum Teil überforderten Mütter ihre Kinder nicht unter Kontrolle haben.

    Schon dieser Augenblick, den Du hier schilderst, wäre mir zu heiss:

    Zitat

    Einige Mütter waren jedoch überfordert, da ihre Kinder immer zum Hund hin sind, wobei ich daneben saß(direkt) und sie den Hund kraulten, Gras hinwarfen- Hund hatte total Spaß, buddelte in der Wiese- alles friedlich alle Kinder ebenfalls.

    Erstens rennen einige Kinder zum Hund, deren Mütter das nicht wollen. Dabei ist unklar, wem welche Rolle zufällt und das ist gefährlich, weil im dümmsten Fall jeder die Gefahr gesehen, aber keiner angemessen reagiert hat da er den anderen für zuständig hielt. Zweitens kann der Hund mit ihm von ungelenken Kinderhänden zugeworfenen Gras nichts anfangen. Ein Moment, in dem der Hund nicht weiss, wie er sich verhalten soll - oder hast Du für diesen Fall ein Verhalten aufgebaut? Meiner Erfahrung nach schaut sich der Hund das Schauspiel einige Zeit an, bis es ihm mangels anderer Anweisung in den Sinn kommt, ins Spiel einzusteigen und nach dem Gras zu schnappen. Das Kind juchzt, wirft noch mehr Gras, wird lebhafter und der Hund macht begeistert mit, schnappt weiter nach dem in der Luft fliegenden Gras und erwischt - wenn man nicht mehr Pech hat - dann nur die noch nicht so flinke Kinderhand. Kind und Hund haben dabei keinerlei böse Absichten, aber sichtlich Spass. Die Erwachsenen rundherum sind häufig entzückt vom süssen Schauspiel und übersehen dabei die brandgefährliche Situation. Drittens halte ich auch das Buddeln des Hundes nicht für harmlos - gerade Terrier können andere scheinbar urplötzlich und relativ barsch zurechtweisen wenn sich ihrem Ermessen nach jemand zu nahe an ihr persönliches Jagdrevier wagt. Und buddeln ist nicht mehr und nicht weniger als die Jagd nach Mäusen und anderem Getier.

    Zitat

    Wenn ein Kind mal zu "grob" war, bin ich eingeschritten; an die Schnauze durfte niemand, finde ich nicht angebracht.

    Wenn Kinder einen Hund unter kontrollierten Bedingung anfassen sollen, dann am Hals. Zuvor sollte der Hund allerdings ausgiebig die Gelegenheit erhalten, das Kind zu beschnuppern und dazu braucht er nun einmal seine Schnauze. Dass Eltern ihre Kinder bei einem Picknick allerdings nicht in der Nähe einer Hundeschnauze sehen wollen, finde ich in Ordnung. Und ausserdem: ist ein Hund - genau wie wir - nicht auf eine Berührung gefasst, zum Beispiel weil er sich gerade mit etwas anderem wie Buddeln, Dösen oder einem anderen Kind beschäftigt, und das Kind hat gelernt, dass es überall anfassen darf, aber nicht an der Schnauze, kann er sich erschrecken und sich nach Hundeart wehren. Auch das kann schlimme Folgen haben.

    Ich möchte noch einmal betonen, dass ich die Kinderfreundlichkeit und Erziehung Deines Hundes damit nicht in Frage stelle. Was mich davon abhalten würde den Hund zu einem Picknick mit vielen kleinen Kindern mitzunehmen wären schlicht die viel zu vielen möglichen und unberechenbaren Gefahrensituationen die dabei entstehen könnten. Wenn sich die Mütter, Kinder und Erzieherinnen für Deinen Hund interessieren, können sie sich in Kleinstgruppen mit Dir und ihren Kindern treffen. Auch das birgt noch genügend Gefahrenpotential - aber es ist bereits überschaubarer.

  • Also, ich stimm euch da schon auch zu. Werde den Hund zu solchen Veranstaltungen nicht mehr mitnehmen, da es für mich doppelt stressig ist. Kind und Hund im Auge haben- muss einfach nicht sein,macht auch wenig Spaß.
    Gestern war meine Partnerin dabei, sie war dann bei unserer Tochter.
    Ich verstehe auch, dass das andere Mütter "nervös" waren, keine Frage. Aber ich find es halt schade, dass wenn es nicht gern gesehen wird, oder aber als unpassend empfunden wird, ich nicht direkt angesprochen werde. Meine Frage zielte aber eher auf die Situation, dass ich es so empfand, dass ich mit dem Hund weg müsste, anstatt die Mutter klare Ansagen an das Kind machte. Gestern war die Situation nun mal so, dass ich mit Hund da war, und ihn bei 30 Grad in Kofferraum war keine Alternative.

    Meiner Meinung nach, ist doch jedes Elternteil dann auch dafür verantwortlich, was das Kind macht. Beim anliegenden Bach wurden(ja keine gut Vergleichbare Situation, oder doch?) die Kinder von Ihren Eltern auch angehalten dort nicht allein hinzugehen. Zum Hund durften sie dann aber allein- war für mich halt einfach eine unschöne Situation, die ich beim nächsten mal anders mache. Blöd war einfach, dass die Aktion vom Kiga direkt nach der Arbeit meiner Frau und mir war, sodass der Hund sonst mehr als 10 Std. allein wäre- was ja auch nicht geht. Aber beim nächsten mal machen wa das anders....

  • Ich find's ein bisschen übertrieben.

    Der Ts hat doch vorher extra gefragt ob der Hund mitkommen darf. Wenn das ein Problem für die anderen Eltern darstellt, soll man's halt nicht erlauben. Der Hund war gesichert und saß ruhig neben seinem Herrchen. Wenn die Eltern ein Problem damit haben dass sich ihre Kinder mit dem Hund beschäftigen sollen sie das doch sagen und die Kinder von dem Hund weg und woanders spielen schicken.

    Ich würde meinen Hund aber sowieso nicht zu Kinderveranstaltungen mitnehmen, das bedeutet ja auch Stress für ihn.

  • Zitat

    Ich würde meinen Hund aber sowieso nicht zu Kinderveranstaltungen mitnehmen, das bedeutet ja auch Stress für ihn.

    Blöd gelaufen, dass manche Mütter einfach zickig reagieren und nicht das Gespräch suchen, wenn sie doch sehen, dass du deinen Hund extra-dicht angeleint bei dir behältst.
    Habe neulich meine beiden "Kleinteile" (SH 50, 60) zur Patenkindervisite (3 + 4 J.) dabei gehabt. Meine Zwei sind keine Kleinkinder gewöhnt, kein Rumgewusel, kein Geschrei. Dafür sind die Kinder keine Hunde gewöhnt.

    Also vorbeugend für jeden einen weichen Maulkorb (mit Klettverschluss) mitgenommen. Den haben wir aber nur beim Abendessen im Garten benutzt. Ansonsten konnten die Hunde den Kindern großräumig ausweichen und hat auch gut geklappt. Aaaaaber: sau-anstrengend immer auf alle zu achten und mögliches Maßregeln (durch die Hunde) im Ansatz zu stoppen bzw. die Kinder rechtzeitig von irgend welchen "Dummheiten" abzulenken, die ihnen im nächsten Moment vielleicht einfallen könnten.

  • Wäre es möglich, dann würde ich als Mutter meine Kinder vor allen Gefahren fernhalten und beschützen.
    Aber leider geht das nicht....
    Mein Sohn ist mal von der Rutsche gefallen, Gehirnerschütterung. Hätte auch schlimmer enden können.
    So müssen wir alle lernen, mit Situationen umzugehen, die ggfs riskant sind.
    Irgendwann mein Kind alleine zur Schule gehen lassen, was kann alles passieren.

    Hätte und wenn, es ist alles gut gegangen.

  • Auch wenn ich mich jetzt unbeliebt mache, muss ich es mal loswerden.

    Ich finde es ehrlich gesagt sehr bedauerlich, dass es immer mehr zur "Sitte" wird, dass Kinder-Hund-Konstellationen (egal in welchem Kontext) als unnatürlich,bedenklich,potentiell gefährlich angesehen werden! Dabei können sie soviel voneinander lernen und ein artiger Hund - und ich verzichte jetzt mal darauf auf die einzelnen nötigen Vorraussetzungen des Hundes einzugehen - kann gerade Kindern, die nicht die Möglichkeit haben mit einem Tier im eigenen Haushalt aufzuwachsen so viel lehren.
    Solange man bei Neukontakten/in der Kennlernphase immer direkt dabei ist und es halbwegs vernünftige Kinder sind, finde ich die Hysterie einfach überzogen und den falschen Ansatz.

    Bei Kindergeburtstagen in meinem Bekanntenkreis sind Hunde immer dabei. Mal meiner oder von Bekannten.
    Und ja, wenn wir draußen im Wald/auf Wiesen sind, dann gehen die Kinder auch mal ein Stück alleine mit den Hunden auf Entdeckungstour. Die Hunde laufen dabei frei mit und freuen sich über das kleine Abenteuer. Da wird den Kindern und den Hunden vertraut. Es ist ein unglaublich natürliches Verhalten auf beiden Seiten.

    Und meiner Meinung nach ist es die fehlende Natürlichkeit im Umgang miteinander, die die meisten Unfälle verursacht. Und diese Natürlichkeit entsteht doch nur durch Gewohnheit, sich kennen und respektieren lernen.

    Und es ist doch eine tolle Gelegenheit für Kinder, die das eben nicht alltäglich erleben dürfen. Und wenn sie einfach mal nur einen Hund streicheln/beobachten dürfen.
    Vorraussetzung ist logischerweise, dass man seinen Hund kennt. Auch schließe ich "Problemhunde" aus. Da sollte man natürlich nicht auf einem Kindergeburtstag experimentieren, ob er Kinder vielleicht doch leiden kann...

    |)


    Generell nervt mich die allgemeine Überbesorgtheit, dass Kindern etwas zustoßen könnte! Die sind auch nicht aus Zucker!

  • Ich persönlich sage immer zu fremden Leuten, dass mein Hund beißt und sie ihn nicht anfassen sollen. Amy mag auch nicht wirklich von fremden Leuten angefasst werden, somit ist das gar nicht so falsch.

    Letztens war meine Freundin mit ihr unterwegs und ein kleines Mädchen wollte Amy streicheln, die Mutter fragte "beißt der oder darf man den anfassen?" meine Freundin antwortete "die mag keine Fremden" und trotzdem wollte das Kind hinfassen und Amy hat richtig geknurrt. ZURECHT!

    Ich persönlich mag es nicht, wenn jeder meinen Hund anfässt. Zu einem KiGa-Fest würde ich sie wohl auch nicht mitnehmen, da ich ja weiß, dass es für sie nicht toll ist.

    Bist du dir ganz sicher, dass deinem Hund das wirklich gefällt? Wenn ja, dann spricht nichts dagegen.

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