Schnappen verbieten, aber wie ?

  • Öhm meine Hunde haben noch nie in den 4 1/2 Jahren geschnappt :???:

    Gut ich habe den Vorteil, ich sehe sehr schnell wenn sie überfordert sind. Besuch (vorallem Kindern) sag ich ab diesem Punkt (besser vorher) auch deutlich, dass sie den Hund jetzt in Ruhe lassen sollen.

    Was würde ich tun wenn doch? Wahrscheinlich meinen Hund nichtmehr in unmittelbare Nähe von Fremden ( damit meine ich alle die nicht zum Haushalt gehören) lassen und mich bemühen seine Beweggründe heraus zu finden. Ich glaube einfach nicht, dass Hunde das aus Langeweile oder Bosheit machen

  • Zitat

    Ich glaube einfach nicht, dass Hunde das aus Langeweile oder Bosheit machen

    Aus Bosheit sicher nicht, aber Langeweile (synonym für Frust)?
    Besonders bei einem Junghund mit unbekannte TS-Vorgeschichte, wäre das für mich denkbar.
    Und deshalb stimme ich meinen VorschreiberInnen zu: sichern und vorausschauend im Auge behalten,
    auch wenn man dabei in so manchem Menschengespräch leicht "geistesabwesend" wirkt.

  • Zitat

    So langsam habe ich das Gefühl, dass mein Hund der einzige ist, der zum ersten Mal geschnappt hat.
    Mein Hund ist 7 Monate alt, jeder Hund war mal jung. Eure Hunde haben das doch bestimmt auch mal gemacht und ich wollte gern wissen was ihr da gemacht habt..

    Das ist keine normale Entwicklung bei Haushunden.

    Vielleicht entwickelt sich eine Terretorial-Agression?
    Es gibt so viele Möglichkeiten. Was ist denn das für eine Rasse?

  • Hallo! :hallo:

    Hat dein Hund sonst schonmal Menschen angeknurrt oder ist er eher unsicher bei Fremden? Mein TS-Wautz hat sich z.B. anfangs nicht von Fremden anfassen lassen wollen und war unsicher leider war ich damals nicht immer schnell genug und so kam es vor, dass er ab und an auch mal einen Luftschnapper verteilt hat, allerdings nicht mit gezielter Beißabsicht (ich bin sicher, wenn er gewollt hätte, hätte er sie erwischt ;) ). Wir haben geübt, fremde haben ihm Leckerchen gegeben ohne in anzufassen, habe ihn wenn nötig abgeschirmt,aus der Schusslinie gebracht etc. damit er nicht in blöde Situationen kommt und nichts selber regeln muss, knurren habe ich nicht verboten. War bei zwei Trainern, beide konnten mir nicht sooo viel weiterhelfen,da der Hund nicht grundsätzlich aggressiv ist, sondern eben unsicher und ich ihm in manchen Situationenwohl noch nicht die nötige Sicherheit vermitteln konnte. So lange war er da ja auch noch nicht hier. Ein paar Tipps hab ich aber bekommen es hat ganz gut geklappt. Er ist sehr oft von selbst zu den Leuten (Bekannte) hin und hat dann doch geknurrt, da habe ich ihn weggerufen und z.B. auf seinen Platz geschickt oder ein Sitz oder Platz gefordert, wenn er dann ruhig war belohnt. Die Leute habe ich dann wenn es die Gelegenheit gab, gebeten ihn nochmal zu sich zu rufen und dann aber nur ein Leckerchen zu geben, nichts weiter. Die Methode hat bei uns sehr gut geklappt, heute sind Fremde kein Problem mehr, wenn was ist zieht er sich von selbst zurück oder kommt zu mir.

    Zwei Mal hatten wir auch eine Situation in denen er plötzlich auf jemanden zusprang und Luftschnapper verteilte ohne das der Mensch sich groß für ihn interessiert hatte, er wurde nicht bedrängt, nicht angesprochen, noch nicht mal angesehen. Ähnlich wie du die Situation bei dir beschrieben hast. Ich weiß bis heute nicht was er da hatte. Bei diesen Aktionen gabs dann von mir allerdings ne Ansage und er wurde aus der Situation rausgenommen und ein paar Meter weg abgelegt.

    Wir haben was seine Unsicherheit angeht wirklich viel ruhig und geduldig mit viel positiver Bestärkung geübt und haben tolle Erfolge damit erzielt, aber wenn er meint "einfach mal so" auf jemanden zu zuspringen und zu schnappen gibts richtig ärger mit mir.

    Bei uns waren es wie gesagt, glaube ich zwei Situationen und das auch, als er noch nicht lange bei mir war. Sonst kamen wir im Training gut voran, deswegen habe ich ihm auch keinen Maulkorb verpasst oder bin zu noch einem Trainer. Allerdings habe ich noch mehr darauf geachtet, dass er nicht in Bedrängnis gerät oder meint er müsste irgendwas regeln und ihn im Beisein anderer Leute genauer im Auge gehabt. Er lies sich schon von Anfang an gut mit der Stimme dirigieren und auch stoppen, sonst wäre bei Begegnungen mit anderen Menschen eine dünne Leine am Geschirr geblieben um ihn aus der Situation zu holen. Hätte er jemanden wirklich beißen wollen und nicht nur in die Luft geschnappt, wäre ich auf jeden Fall zu einem Trainer gegangen. :)

    Das sind einfach meine Erfahrungen, ob das bei euch auch so ähnlich ist vermag ich natürlich nicht zu sagen. Wenn du selbst unsicher bist, würde ich einen Trainer zu rate ziehen.


  • Das ist endlich mal wirklich sehr hilfreich. Danke :smile:
    Ja, Scotty brummelt bei Fremden immer, da bekommt er von denen auch immer Leckerchen. Das üben wir auch ganz fleißig mit ihm. Alle Fremden wissen, dass sie ihn nicht anfassen sollen. Nur wenn er von sich aus kommt und gestreichelt werden möchte. Wenn er das Leckerchen nicht am Anfang haben will, dann haben wir auch gesagt, dass sie es später nochmal probieren sollen.

    Danke für deinem Erfahrungsbericht. Ich werde mal darauf achten, wie es bei uns klappt.

  • Zitat

    Das ist keine normale Entwicklung bei Haushunden.

    Vielleicht entwickelt sich eine Terretorial-Agression?
    Es gibt so viele Möglichkeiten. Was ist denn das für eine Rasse?


    Ich werde es einfach mal beobachten und mir hilfe suchen.
    Welche Rassen drin sind, wissen wir nicht genau. Ein großer Teil ist aber Dalmatiner.

  • Da mein Hund Fremde auch so überhaupt nicht ausstehen kann, traue ich ihm in solchen Situationen auch nicht. Deshalb mache ich ihm erst mal klar, dass ich mich um die Person kümmer (= Hund hinter mich schicken) und anschließend wird er auch durch die Leine auf Abstand gehalten. Sprich, ich stehe ein bisschen weg von der Person und event. wenn der Abstand gering ist, gleichzeitig auf der Leine, die so kurz ist, dass der Hund nicht an die Person kommen kann. Eigentlich reagiert er hinter mir nicht mehr, aber man kann nie sicher sein und im Zweifel ist der Hund immer schneller, wie du gemerkt hast. Deshalb die Absicherung. Wenn er trotzdem mal reagieren sollte, gibt es ne klare Ansage, dass das Mist war und er das zu lassen hat. Ich korrigiere dann auch jegliches Nach-vorne-gehen, auch ein Bellen oder Knurren. ICH kümmer mich ja, er hat einfach nur ruhig zu sein und braucht nicht mehr drohen. Allerdings muss ich natürlich auch dafür sorgen, dass die Person ihn in Ruhe lässt und ihn nicht bedroht (vorbeugen etc.), das ist klar.

    Je nach Person und Situation darf er dann auch mal hin, Leckerlie abholen, aber eben nur, wenn ich die Person einschätzen kann und davon ausgehen kann, dass das ne gute Erfahrung wird. Ansonsten muss er hinter mir bleiben, bis ich fertig bin.

  • Zitat

    Ja, Scotty brummelt bei Fremden immer, da bekommt er von denen auch immer Leckerchen. Das üben wir auch ganz fleißig mit ihm.


    Wird zwar gerne geraten, halte ich aber für eine nicht so gute Idee.
    Einerseits hat der Hund Angst vor der Person, andererseits möchte er aber das Lecker - bringt ihn in einen Konflikt!
    Bei Angsthunden halte ich es immer so, das die "fremden" Personen max. ein Lecker zum Hund werfen, aber nie verlangen, das er sich deswegen nähert.
    Meistens füttere ich aber selber die Personen schön, ich möchte auch nicht, das mein Hund von jedem Fremden was nimmt, oder sie vielleicht sogar belästigt, weil er gelernt hat, von Fremden gibt es was.

  • Zitat


    Das ist endlich mal wirklich sehr hilfreich. Danke :smile:
    Ja, Scotty brummelt bei Fremden immer, da bekommt er von denen auch immer Leckerchen. Das üben wir auch ganz fleißig mit ihm. Alle Fremden wissen, dass sie ihn nicht anfassen sollen. Nur wenn er von sich aus kommt und gestreichelt werden möchte. Wenn er das Leckerchen nicht am Anfang haben will, dann haben wir auch gesagt, dass sie es später nochmal probieren sollen.

    Na ja, dass dein Hund grundsätzlich Fremde angrummelt hat ja hier niemand gewusst, da wären wahrscheinlich auch noch andere Tips gekommen.
    Mit dem "zum anfreunden Lecker geben" wär ich aber auch vorsichtig - das ist bei uns im TH schon zweimal derbe nach hinten losgegangen, einmal zum direkten Beißen und das andere Mal "nur" mit massivem Anknurren und Fletschen.

    Dann lieber mit der Wohlfühl-Distanz des Hundes arbeiten und (leider muss ich es un-hilftreich-erweise nochmal sagen) sichern, damit er a) nicht in die Verlegenheit kommt und b) auch keine Gelegenheit hat zu schnappen.
    Und mit "alle Fremden wissen" würd ich aufpassen - denn wie du hier unter "Bemerkenswerte Sätze" nachlesen kannst, gibt's genug Leute, die das eben nicht wissen und es weiter versuchen, selbst wenn sie gesagt bekommen, dass der Hund das nicht mag.

  • Zitat

    Na ja, dass dein Hund grundsätzlich Fremde angrummelt hat ja hier niemand gewusst, da wären wahrscheinlich auch noch andere Tips gekommen.
    Mit dem "zum anfreunden Lecker geben" wär ich aber auch vorsichtig - das ist bei uns im TH schon zweimal derbe nach hinten losgegangen, einmal zum direkten Beißen und das andere Mal "nur" mit massivem Anknurren und Fletschen.

    Dann lieber mit der Wohlfühl-Distanz des Hundes arbeiten und (leider muss ich es un-hilftreich-erweise nochmal sagen) sichern, damit er a) nicht in die Verlegenheit kommt und b) auch keine Gelegenheit hat zu schnappen.
    Und mit "alle Fremden wissen" würd ich aufpassen - denn wie du hier unter "Bemerkenswerte Sätze" nachlesen kannst, gibt's genug Leute, die das eben nicht wissen und es weiter versuchen, selbst wenn sie gesagt bekommen, dass der Hund das nicht mag.

    Scotty muss die Leute halt ein paar mal gesehen haben, um zu wissen, dass sie ihm nix tun. Einen Teil unserer Bekannten brummelt er schon nicht mehr an. Mit fremden Leuten meine ich unsere Bekannten, die schon mal zu Besuch kommen. Sonstige Fremde würde ich nie an meinen Hund ran lassen. Allein, weil ich nicht weiß wie die Leute reagieren oder wie Scotty reagiert. Die Leckerchen nimmt er meistens nicht aus der Hand, sondern vom Boden. Da ja auch nicht jeder es mag einen Hund anzufassen oder im was per Hand zu geben. Manchmal lässt er die Leckerchen aber liegen und dann sagen wir ihnen, dass sie es später nochmal probieren sollen. Das im Garten war für mich halt total überraschend, weil wir so eine Situation noch nicht hatten und er unsere Nachbarin schon öfter gesehen hat und in der letzten Zeit auch nicht mehr gebrummelt hat. Ich werden jetzt mehr darauf achten, dass er keine Gelegenheit oder in die Verlegenheit kommt zu schnappen.

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