Durch Erziehung-> Beziehung?

  • Hallo Zusammen!
    Ich habe eine 7 Jahre alte, winzige (1.3 kg) Yorkshireterrier Hündin. Sie ist eine Handaufzucht, da ihre Mutter nach ihre Geburt gestorben ist und ich, trotz ausgesprochener Wunsch der Besitzer, es nicht übers Herz gebracht habe sie einzuschläfern.
    Da sie so klein ist, habe ich sie einfach immer überall hin mitgenommen (inklusive nach Deutschland als ich vor 5 Jahre aus Kolumbien hierher gezogen bin). Auch zu Arbeit, ins Kino, ins Restaurant, auf Reisen, war sie immer dabei.
    Vor 2.5 Jahre kam meine Tochter zur Welt und obwohl ich immer versucht habe mir viel Zeit für den Hund zu nehmen, schien es nie genug zu sein (klar, vorher hatte sie 100% meiner Zeit). Ich habe mir echt Mühe gegeben, aber langsam wendete sie sich immer mehr zu meinen Mann, was im Prinzip auch in Ordnung war. Doch ab den Punkt wo das Kind mobil wurde, ist Brisa auch agressiver/ängstlicher geworden.

    Wir haben vieles versucht um Brisa zu schützen und zu beruhigen... sie hat manchmal längere Zeiträume bei meine Schwiegereltern verbracht (sie liebt es dort, sie haben einen großen Garten), wir haben meine Tochter mittlerweile beigebracht welche Orte vom Haus sie nicht Betreten darf, damit der Hund auch ihre eigene Zonen hat wo sie sich zurückziehen kann. Das Kind ist recht lieb zum Hund, allerdings auch laut und schnell wie jedes Kind und das erschreckt Brisa oft. Da sie so klein ist (Brisa) haben wir immer mehr Angst um den Hund gehabt als um das Kind.

    Aktuell ist es so, das ich wieder Brisa permanent zu uns holen möchte. Wir haben sie nie richtig erzogen... da sie so klein war, erschien uns das irgendwie nie nötig, aber jetzt müssen wir eine neue Basis schaffen für das Leben miteinander und ich denke dass ich mit ihr auch eine neue Beziehung aufbauen muss, unter den aktuellen Umständen, aber sie hört auf keinen Kommando, Bellt wie verrückt wenn es klingel (und das Kind zB schlafen will) und schnappt auch mal nach meine Tochter (sie kann ihr nicht weh tun, aber es ist trotzdem nicht richtig).

    Das ist mein erster kleiner Hund. Ich habe Erfahrung in Hundetraining beim Kolumbianischen Roten Kreuz, allerdings mit Labrador und Schäferhunde und habe keine Ahnung wo ich mit so einen mini-Hund anfangen soll. Dazu kommt das unsere Beziehung ziemlich gelitten hat in den letzten Jahren und ich auch nicht weiß wie ich es wieder-aufbauen soll...
    Sie reagiert gar nicht mehr auf spielen mit mir und Lekkerli will sie von mir auch nicht mehr. Sie tut wirklich so als ob sie äußerst beleidigt ist.

    Vielen Dank fürs lesen. Ich musste das alles loswerden und würde mich freuen wenn einer Tips hat wo ich anfangen soll. Ähnliche Erfahrungen oder Weiterführende Lektüre sind auch sehr willkommen!

    Liebe Grüsse

    Angelica

  • Vergiß das Mini und behandele sie wie einen ganz normalen Hund. Damit tust du das beste
    für sie, denn genau das ist sie. Ein echter Terrier, ein Jagdhund.
    Die Größe ist nur äußerlich.

  • Ja, Du hast Recht... ich muss auch an meinen eigenen Bild von Ihr arbeiten. Weil sie eine Handaufzucht war, habe ich sie immer über-vorsichtig behandelt und bringe mich gar nicht selber dazu "strenger" mit ihr zu sein :(

    Danke für deine Antwort YorkieFan!

  • Zitat

    Ja, Du hast Recht... ich muss auch an meinen eigenen Bild von Ihr arbeiten. Weil sie eine Handaufzucht war, habe ich sie immer über-vorsichtig behandelt und bringe mich gar nicht selber dazu "strenger" mit ihr zu sein :(

    Versuche, dir selbst klar zu machen, dass du deinem Hund mehr hilfst, wenn er nicht alles selbst entscheiden und in die Hand nehmen muss. Er ist damit überfordert und reagiert nicht so, wie du es dir wünschst. Die meisten Hunde geben die Führung gern in kompetente Hände ab, wenn so jemand zur Verfügung steht. Das musst du deinem Hund natürlich erst vermitteln, dass du dazu besser in der Lage bist als er. Die ganze Zeit musste Brisa ja führen, weil du es nicht gemacht hast. Streng sein heißt für den Hund nicht der Spielverderber zu sein, sondern in der Lage zu sein, klare Grenzen zu setzen und führen zu können.

  • Zitat

    Das musst du deinem Hund natürlich erst vermitteln, dass du dazu besser in der Lage bist als er. Die ganze Zeit musste Brisa ja führen, weil du es nicht gemacht hast.

    Danke Dir Camillo09.
    Ja, das ist mir mittlerweile klar. Nur weiss ich nicht wie ich die Beziehung zu ihr ändern soll, bzw. wo ich anfangen soll. Sie kommt am 01.06 wieder zu uns. Ich hatte früher mal versucht mit dem Clicker zu arbeiten, aber sie lässt sich auf Leckerli überhaupt nicht ein und auch auf spielen/ball nicht. Sie ignoriert mich einfach komplett.

  • Also ich habe auch zwei kleine Hunde, die nach Meinung einiger keine Erziehung bräuchten, weil sie einen beim Leineziehen eben nicht von den Füßen holen. Ich ignoriere den Fakt, dass sie kleiner sind als n Schäferhund ziemlich komplett.
    Meine Hunde sollen genau so gut frei laufen und hören können, wie jeder große Hund auch.

    Meine Sheltie-Hündin ist erst eine Woche da, sie ist ein thirdhand-Hund und kannte das System "hey es gibt Regeln" einfach gar nicht. Als erstes also hat sie gelernt auf ihren Namen zu hören, dass sie einen Platz hat, auf dem sie sich aufhalten kann/darf/soll, wenn wir im Haus sind und dass ICH IHR erlaube, wenn sie mal aufs Sofa darf oder so und sie sich das nicht einfach so zu nehmen hat. Vielleicht könnt ihr so ähnlich mal beginnen?

  • Zitat

    Ja, Du hast Recht... ich muss auch an meinen eigenen Bild von Ihr arbeiten. Weil sie eine Handaufzucht war, habe ich sie immer über-vorsichtig behandelt und bringe mich gar nicht selber dazu "strenger" mit ihr zu sein :(

    Danke für deine Antwort YorkieFan!

    Hunde leben im Jetzt&Hier und denken nicht an die vergangenheit :smile:
    üb mit ihr genauso wie mit nem großen auch ;)
    woran hapert es denn an der erziehung am meisten?

  • Hast du es auch schonmal mit käse oder Fleischwurst oder Leberwurst als leckerlie versucht?
    Da steht eigentlich jeder hund drauf.
    Bei uns sagen auch ziemlich viele "ach, die kleine braucht man doch eh nicht so doll zu erziehen.."
    Meine kleine ist jetzt 6 Monate und nicht mehr ganz so leicht wie dein Zwerg :lol:
    Aber bei ihr war es mir auch bisher wichtiger, dass der Grundgehorsam sitzt und keine Tricks.
    Ist zwar täglich ein Kampf, grade wegen der Pubertät jetzt, aber es lohnt sich.
    Das mit dem clicker würde ich an deiner Stelle weiter versuchen!
    Und koche einfach mal Hähnchenherzen und schneide sie zurecht - das müsste auch als leckerlie gehen. Einfach mal alles ausprobieren.
    Wenns mit dem clicker dann einigermaßen klappt, kannst es ja auch so umstellen, dass sie sich ihr Futter verdienen muss - sprich keine Mahlzeiten mehr aus dem Napf.

    - Handy getippsel - via Tapatalk 2

  • Zitat


    Wenns mit dem clicker dann einigermaßen klappt, kannst es ja auch so umstellen, dass sie sich ihr Futter verdienen muss - sprich keine Mahlzeiten mehr aus dem Napf.

    - Handy getippsel - via Tapatalk 2

    Das kann ich nur empfehlen! Ich hatte anfangs, als Lacey zu mir kam, Schwierigkeiten mit der Erziehung - er kannte keine Grenzen, hat auch nie eine Erziehung genossen UND er ist mein Ersthund. Mit dieser Methode habe ich viel erreicht, vor allem weil er ziemlich gierig ist - ich glaube, ich hätte auch einen Handstand verlangen können, denn er gemacht hätte :fies: Brisa wird lernen, dass sie auf dich hören muss um ihr Futter zu bekommen.

    Ich finde es auf jeden Fall super, dass du dir so viele Gedanken über die Erziehung deiner Yorkie-Dame machst! Ich denke auch, dass kleine wie große Hunde Erziehung brauchen :smile:

  • Zitat

    Dazu kommt das unsere Beziehung ziemlich gelitten hat in den letzten Jahren und ich auch nicht weiß wie ich es wieder-aufbauen soll...
    Sie reagiert gar nicht mehr auf spielen mit mir und Lekkerli will sie von mir auch nicht mehr. Sie tut wirklich so als ob sie äußerst beleidigt ist.

    Die Kleine lebt jetzt schon eine ganze Zeit bei den Schwiegereltern?
    Kann sie dort nicht bleiben?

    Ich vermittle nun viele Hunde und achte immer sehr darauf, wie die Hunde auf neue Besitzer zugehen. Nach meiner Ansicht sollte ein Hund mit entscheiden, wo er leben möchte.
    Wenn ich das so lese, glaube ich, sie wäre dort besser aufgehoben.

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