Jagdprävention mit Welpen / Junghund ?

  • Hallo zusammen,

    im Juni ist es soweit und wir bekommen einen Großpudelwelpen :smile:
    Nun ist es so, dass sowohl Mutter als auch Vater des Welpen dem jagen nicht abgeneigt sind und ich habe gelesen, dass der Jagdtrieb durch aus auch vererbt werden kann.

    Ich habe mich gefragt, wie ich also ggf. schon im Welpenalter dem evtl. auftretendem Jagdwillen entgegen wirken kann. In vielen Büchern, wird ja meist Antijagdtraining für Erwachsene Hunde beschrieben und nicht, was man bereits im Welpen- bzw. Junghundalter machen kann.
    Mein Gedanke ist einfach: was der oder die Kleine nicht weiß, macht ihn/sie nicht heiß und ich möchte nicht, dass das Kind erst in den Brunnen fällt.

    Geht sowas überhaupt?

    Mir ist klar, dass das Jagen bzw. Hetzen eine völlig natürliche Eigenschaft ist, die beim Hund eine Endorphinausschüttung bereitet.

    Freue mich auf Antworten
    Grüße Vreni

  • Hallo!

    Meines Erachtens geht es :)
    Ich habe es so gemacht, dass Oxi keinen wegfliegenden Blaettern oder aehnliches hinterher durfte. Ballspiele kamen auch erst relativ spaet!
    Das beste ueberhaupt ist Impulskontrolle :gut:
    Und so habe ich heute eine dreijaehrige (fast) immer abrufbare Huendin :)

    Welche Rasse soll es denn werden?

  • Zitat

    Hallo zusammen,

    im Juni ist es soweit und wir bekommen einen Großpudelwelpen :smile:

    So viel dazu ;)

    Ich finde schon, dass man so ein paar Sachen auch mit Welpen - naja Junghunden - machen kann. Orientierungstraining z.B und wie Anna geschrieben hat einen guten Rückruf konditionieren und ganz wichtig Impulskontrolle.
    Die meisten Hunde entdecken ihre Jagdleidenschaft im 2. Lebenshalbjahr. Also vielleicht in dieser Zeit mit Schleppleine sichern um im Idealfall das erste Jagderlebnis verhindern zu können. In wie fern das machbar ist, kA.
    Und ansonsten die Spaziergänge nicht so langweilig werden lassen, dass Hund sich seine Beschäftigung selbst suchen muss.
    Andere User haben bestimmt noch mehr Tipps!
    Würde mich auch interessieren.

  • Zitat


    Mein Gedanke ist einfach: was der oder die Kleine nicht weiß, macht ihn/sie nicht heiß und ich möchte nicht, dass das Kind erst in den Brunnen fällt.

    Geht sowas überhaupt?


    Das geht nur, wenn es sich um eine recht milde Neigung zum Jagdverhalten handelt. Bei einem echten Jäger funktioniert das nicht.

    Einem Welpen die freie Bewegung zu nehmen, weil er dabei einem bewegten Blatt nachhüpfen könnte, halte ich für den falschen Ansatz. Ich fördere und lenke nach Möglichkeit lieber einen differenzierten Ansatz.

  • Zitat


    Das geht nur, wenn es sich um eine recht milde Neigung zum Jagdverhalten handelt. Bei einem echten Jäger funktioniert das nicht.

    Einem Welpen die freie Bewegung zu nehmen, weil er dabei einem bewegten Blatt nachhüpfen könnte, halte ich für den falschen Ansatz. Ich fördere und lenke nach Möglichkeit lieber einen differenzierten Ansatz.


    :???:
    Verrätst du da auch noch ein bisschen mehr? :gott:

  • Impuls- und Erregungskontrolle trainieren ;)

    Ich stelle von Anfang an einige Regeln auf, die hilfreich sind bei der Kontrolle des Jagdtriebes. Grundsätzlich ist Selbstbeherrschung ein Dauerthema. Ich trainiere sehr viel, dass meine Hunde lernen sich zurückzuhalten. Das belohne ich bergeweise, aber so, dass der Hund sich dabei nicht aufputscht ;)

    Dann übe ich bestimmte "Eingrenzungen" im Alltag: Auf dem Weg bleiben und nicht weiter von mir weg laufen auf ein Signal hin. Bei Sichtung von Dingen verharren, rumdrehen, zu mir laufen.

    Bisher hat uns das über die ersten Hürden des Jagdinteresses geholfen (7,5 Monate alt, Vögel sind ja sooooooo spannend und dieser Wildgeruch - mit "Auf dem Weg" und "Warte" ist es einigermaßen kontrollierbar, Schleppleine wird zwischendurch natürlich trotzdem notwendig sein).

    Viele Grüße
    Corinna

  • Moin,

    ich führe ja einen ausgebildeten Jagdhund, als Malik ein Welpe war, sind wir sehr oft in einem Waldgebiet spazieren gegangen, in dem es vor Joggern und Radfahrern nur so wimmelte.... ich hab, ein Tipp eines alten Hasen, in der Jackentasche eine Handvoll Aquarienkies gehabt (sehr feinen), wenn mein Hundchen also Anstalten mache, hinter einem Jogger oder Radler her zu setzen, warf ich den Kies in die Luft (so das es es nicht sah) und es gab dazu ein donnerndes "Pfui" (das war unser Schrecklaut), und dann prasselte rund um Hundchen der Kies in die Büsche, der hat sich so erschreckt, das wir das exakt zweimal gemacht haben und bis heute (er ist 13 geworden, letzte Woche) hat er nie wieder Jogger oder Radler auch nur angesehen....

    Der Kies hat ihm niemals weh getan, nur lauter Geräusche in den Blättern verursacht.

    Und ja, ich weiß, nicht jeder steht auf "Verleiden" als Methode, aber manchmal wirkt es absolut zuverlässig, wenn alle Komponenten super zusammen passen und man spart sich jahrelange mühevolle Kleinarbeit. Natürlich liegt das auch am Hund selbst, an dessen Charakter und Temperament, aber wie gesagt, zwei Mal und dann nie wieder.....

    Hunde unterscheiden sehr gut, das es Dinge gibt, die sie jagen dürfen und andere.... oder eben keine. Vögel, Mäuse und anderes Getier sind bei einem Jagdhund ebenso pfui.... will ja niemand, das der liebste Jagdhund von allen einem die Jagd versaut, indem er mit ner Amsel aus dem Busch schleicht..... das wird teuer.

    Und ja, Impulskontrolle ist wichtig und jedem Tier (egal welchem) hinterher gehen ist verboten. Blätter? Da hab ich mich nie gesorgt, Schmetterlinge und Grashüpfer - na meinetwegen, sieht schon putzig aus, wenn der Diego hinter Grashüpfern den Mäuselsprung macht.... :D Ansonsten, herausfinden, welches Eure Wohlfühlentfernung ist und diese einhalten, dazu gehört auch, das der Hund innerhalb dieser Zone gut hört.

    Malik hat das (Jagdhunde haben einen sehr weiten LaufumDichKreis, wenn man sie lässt) "Kurz" asl Kommando gelernt, indem ich ihn jedes Mal, wenn er diese Grenze überschritt ins Platz pfiff (das muss er natürlich können) und er dann warten musste,bis ich bei ihm war. Nach ein paar Tagen ging ihm das so auf den Keks, das er bei kurz einfach inne hielt, langsamer lief und bald heraus hatte, was ich mit "Kurz" meinte. Und das beinhaltete ebenso das Bleiben auf Wegen und Feldrainen.

    Liebe Grüße
    Sundri

  • Cool, vielen Dank für eure Antworten.

    Vieles was ihr hier angesprochen habt, muss ich mir ehrlicherweise noch anlesen. Das Wort Impulskotrolle erschließt sich mir zwar, aber wie man das angeht, (noch) keine Ahnung.
    Ist nicht auch Reizangeltraining dafür gedacht? Aber kann man das mit einem Welpen/Junghund schon machen?

    Logisch klingt für mich auf jeden Fall, Grenzen auf den Wegen einzuhalten bzw. Wege dürfen nicht verlassen werden.

    Wir haben hier noch zwei Katzen und die erste Regel wird hier sein, dass die Katzen nicht gejagt werden dürfen. Unsere letzte Hündin hat Zuhause zwar auch die Katzen nicht gejagt, draußen aber schon.

    Aus euren Antworten schließe ich auf jeden Fall, dass es nicht generell unmöglich ist. Wir wissen ja auch noch gar nicht, wie sich unser Mini dahin gehend entwickeln wird. Vielleicht bekommen wir ja einen Welpen, der bei der Jagdtriebvererbung grad geschlafen hat :D

  • Zitat

    Cool, vielen Dank für eure Antworten.

    Vieles was ihr hier angesprochen habt, muss ich mir ehrlicherweise noch anlesen. Das Wort Impulskotrolle erschließt sich mir zwar, aber wie man das angeht, (noch) keine Ahnung.


    Also ich habe das mit Bonnie so aufgebaut, dass ich mich zu ihr gesetzt habe, sie festhielt, Leckerlis zeigte, zu ihr "Warte" sagte und die Leckerlis weg geworfen habe. Erster Impuls natürlich "Es sind Leckerlis UND es bewegt sich- nix wie hinterher". Ich habe sie aber erst gehen lassen wenn sie ruhe gegeben hat und mit "Lauf" hinterher geschickt. Irgendwann musste ich sie gar nicht mehr festhalten. Ein "Warte", Leckerlis fliegen und wenn sie darf rennt sie los.
    Mit dem vollen Fressnapf das gleiche. Erst musste sie direkt daneben sitzen bleiben bis er unten stand und ich sie freigab, dann einen Meter weiter weg.... immer mehr, bis zum Ende des Flurs (7 Meter). Inzwischen kann sie auch um die Kurve im Wohnzimmer warten und kommt erst wenn man sie ruft.
    Das muss halt alles auch an anderen Orten geübt werden. Mit dem Futternapf etwas merkwürdig, aber mit Leckerlis schmeißen geht das überall. :D

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