Leine laufen mit Ablenkung - nun wollen wirs richtig lernen!

  • Hallo zusammen

    Unsere Laika, Windhundmix, ist (meiner Meinung nach ;) ) inzwischen richtig gut erzogen. Sie hört, sie führt Kommandos aus, an der Schleppleine läufts auch gut (in ablenkungsfreien Gebieten sogar super!), Leinenpöbeln hat sich sehr verbessert.
    Nun das mühsame Thema, das wir schon von Anfang mit uns rumschleppen:
    ...Laika läuft nicht schön Leine...
    Anfangs haben wir einfach "langsam" gesagt, sie leicht zurückgezogen. Auch mal stehen geblieben, Richtungswechsel. Das etwas ein gutes halbes Jahr lang. Hat 0,0000000 gebracht... Sie wusste einfach nicht, was wir meinten (eigentlich haben wir es ihr auch nicht richtig klar gemacht - Anfängerfehler). Nach einem halben Jahr mit vielen Rückenschmerzen (da ich immer schief gelaufen bin), habe ich mich an einen Leinenlaufkurs angemeldet. Es war schön zu sehen, dass auch andere solche Probleme hatten ;-)
    Im Kurs wurde uns gezeigt, wie man den Hund bei grosser Aufregung etwas runterbringt. Denn je ruhiger der Hund, desto eher kann er schön an der Leine laufen.
    Bezüglich Leinenlaufen haben wir folgendes gemacht: Ablenkungsfreies Gebiet und mit Hund loslaufen. Immer wenn er per Zufall schön läuft --> Bestätigen (fein!). Das nennt sich das richtige Verhalten "einfangen". Das eine Weile bei jedem Spaziergang gemacht. Danach folgte die Benennung, bei mir "Leine". Immer wenn sie sich richtig verhalten hat sagte ich "Leine, fein!" --> Bestätigen.
    Nach ein paar Wochen war es soweit und man konnte, wenn sie Zug gab, "Leine" sagen und sie nahm sich zurück. Das funktioniert auch bis heute.
    Aber nur wenn keine Ablenknung da ist!! Gehe ich in einen Wald, wo es Spuren hat (wir gehen jeden Tag min. 1mal in de Wald - ist also nichts extra spezielles für sie) oder kommt jemand zum Spazieren mit - mit oder ohne Hund - Laika hat alles vergessen. Sie kann sich nicht konzentrieren. Ich hab schon tausend mal versucht wieder die selbe Methode anzuwenden, aber es bringt nichts. Im Wald oder mit Mitläufern ist Laika einfach zu aufgeregt.
    Mindestens einmal die Woche verzweifle ich dran, denn es ist so mühsam, sie immer zurück zu halten. Im Wald hat es tausend Spuren und Laika ist nur daran interessiert und nicht an mir.

    Kann mir jemand noch einen Tipp geben, wie ihr das Leine laufen beigebracht habt. Vielleicht brauche ich nur wieder einen neuen Ansatz, vielleicht auch wieder ein neues Kommando! Wobei eigentlich sollte ein Hund auch ohne Kommando schön laufen, das ist bei Laika nur selten der Fall.

    Für Tipps bin ich sehr dankbar!

  • Hi MyLaika

    Zur Zeit ist das bei uns auch so ungefair das Thema. Ich besuch mit der Kleinen eine Hundeschule die nach dem Konzept von Anton Fichtelmeier arbeitet. Wir haben gelernt wenn unerwünschter Zug stattfindet, den Fuss vor den Hund zu stellen und ein "Tsch" zu machen. Der Sinn dahinter ist, dass man später nur noch ein "Tsch" machen muss und der Hund hört mit dem ziehen auf. Wenn der Hund nach mehreren "Bein/Fuss-vor-die-Nase-stell" nicht mit dem Zug veringert, kannst du deinen Körper als "Barriere" nutzen um ihn zu stoppen. Gott ist das irgendwie verständlich? Natürlich nicht so dass man den Hund irgendwie verletzt und natürlich immer gute Sequenzen bestätigen aber das habt ihr ja schon im Griff :)

    Ne gute Übung um draussen die Konzentration wieder auf dich zu richten kannst du in beide Hände je ein Leckerchen nehmen, die beiden Fäuste vor die Nase des Hundes strecken, so dass er die Leckerchen riecht. Beide Hände auseinander strecken (wahrscheinlich schaut er dann auf eine Faust und sobald er den Blick zu dir wendet sofort belohnen). Am Anfang verstärkt man den Reiz und später kannst du die Sequenz zwischen Blick und belohnen verlängern.

    Jou vielleicht kannst du damit was anfangen ...und wenn die Beschreibungen nicht verständlich sind, einfach bescheid geben :)

  • Ich habe auch so einen leicht ablenkbaren Hund, kann dein Problem total nachvollziehen!

    Du bist ja bereits auf gutem Weg, dem Hund das Gewünschte klarzumachen mit Markerwort und Bestätigung. So bin ich auch vorgegangen, habe aber als Zwischenschritt noch das Nachgeben auf die gespannte Leine konditioniert. Denn wie du selber gemerkt hast, wird die Ablenkung schnell zu gross, und man kommt nicht mehr dazu korrektes Verhalten zu bestätigen. Das Nachgeben auf Zug geht ohne Kommando, statt "Leine" wird der Zug selber zum Signal, dass der Hund sich zurücknimmt.

    Dass sie im Wald noch heillos überfordert ist, ist bei einer Jagdnase verständlich. Übe das das Leinenlaufen nur wenige Minuten, und das nicht im Gehen von A nach B, sondern nachdem du eine ganze Weile am selben Ort warst, und sie zuvor einiges abschnüffeln konnte. Für die übrige Zeit brauchst du einen Management-Plan - machst du die Unterscheidung Halsband - Geschirr? Ich toleriere Ziehen am Geschirr, am Halsband wird jedoch manierlich gelaufen. Damit mir am Geschirr nicht der Arm ausgerissen wurde, habe ich zeitweilig das andere leinenende vorn am Brustring eingehängt, oder bin mit Balanceleine gelaufen - das mache ich heute noch, wenn wir ohne Geschirr in eine Zieh-Situation geraten.

    "Tsch" und blocken wende ich auch gelegentlich an, allerdings hat dies keinen Lerneffekt bei meinem Hund ausser ihn schreckhaft zu machen - drum wende ich das eher nur notfallmässig an. Ich mag meinen Hund nicht ständig ins Meiden treiben, und es hatte wie gesagt keinen nachhaltigen Effekt. Die Bestätigungsschiene ist viel besser geeignet, aber man braucht viiiiel Ausdauer, und einen Management-Plan für die Zeiten, an denen man keine Zeit oder keinen Bock zum üben hat.

  • Vielen Dank für eure Berichte und Tipps!!

    Ein Zischen kennt Laika auch, wenn sie etwas nicht machen soll. Wenn ich zum Beispiel rufe und sie lieber noch schnüffelt, dann wird gezischt und sie kommt zu mir. Es unterbricht also ihr Verhalten. Ich habe das bestimmt beim Leinenlaufen auch schon angewendet, allerdings nicht bewusst.
    Blockieren kann ich mir gut vorstellen, dass es funktionieren kann. Allerdings nur, wenn Laika diekt neben mir läuft. Man muss vielleicht noch dazu sagen, wenn ich von schönem Leinenlaufen rede, dann meine ich, dass sie auch an einer längeren Leine (zur Zeit 3m) schön läuft ohne zu ziehen. An kurzer Leine kann sie Fuss laufen (auf Kommando), das hat sie ziemlich gut im Griff. Funktioniert auch im Wald einigermassen gut (da sie ja die Nase nicht am Boden haben darf, sondern mich anschaut). Ich kann jedoch nicht jeden Spaziergang nur im Fuss absolvieren.
    Ich mache eine Unterscheidung mit Geschirr und Halsband nur dahingehend, dass sie am Halsband schön Leine laufen soll, egal wie lang die Leine ist, und am Geschirr ist sie frei (Schleppleine) bzw. darf ziehen (beim Joggen mit meinem Freund, Schlitten ziehen etc.). Einen Spaziergang mit normaler Leine am Geschirr gibt es bei uns also nicht. Und zwar deshalb, weil sie am Geschirr noch viel mehr gezogen hat als am Halsband... Deshalb habe ich nur noch mit Halsband trainiert und es hat ja auch gut funktioniert, ohne Ablenkung.

    Wahrscheinlich muss ich wirklich einfach weiter machen mit Markerwort und Bestätigung. Und nicht verlangen, dass Laika den ganzen Spaziergang schön Leine laufen muss (das erwarte ich nämlich zur Zeit.... :/ ). Ich muss einfach noch intensiver üben und schauen, dass ich die Übungssequenzen kurz halte, dafür aber konsequent.

    Die Übung mit den Leckerchen in der Hand habe ich auch schon gehört, aber noch nie angewendet. Evtl. hilft es, wenn ich das mit ihr übe ohne Ablenkung und dann im Wald unter Ablenkung wieder. Ich muss Laika einfach dazu bringen, wieder mehr auf mich zu achten, auch wenn es soooo toll riecht im Wald.

    Vielen Dank euch zwei!

  • Huhu!
    Hab mir das hier alles mal durchgelesen.
    Du bist auf einem guten Weg und musst jetzt nur noch an den Feinheiten arbeiten. Die Übung im Wald ist derzeit vielleicht noch ein Schitt zu weit für deine Schnüffelnase.
    Ich würde auch die Unterscheidung zwischen Halsband und Geschirr machen. Denn so hast du die Möglichkeit mal irgendwo hin zu kommen, ohne dir dein Training kaputt zu machen. Denn dann schnallst du deinen Hund einfach ans Geschirr. Nur, wenn du wirklich 100 % bei deinem Hund bist und trainieren kannst, kommt die Leine ans Halsband.
    Das zukünftige Training ist einfach ganz viel Fleißarbeit! Vielleicht kannst du es mit Hilfe eines Clickers noch unterstützen!? Aber bitte keine Leckerchen in der Hand halten. Die "Eselführmethode" wird dich auch nicht weiter bringen.
    Falls du über das Meideverhalten (was mir in dieser Situation auch nicht liegt) arbeiten willst, dann musst du auf jeden Fall das korrekte Verhalten noch mehr belohnen, damit dein Hund nicht in ein Loch fällt. Mit Emma z.B. könnte ich so nicht arbeiten. Die würde glatt selbstmord begeben.
    Vielleicht hilft es dir ein wenig, dass wir mit Emma auch fast 1 Jahr dran gearbeitet haben. In fremder Umgebung war es richtig schlimm. Da hatte sie nur Stress. Heute klappt das dort auch super. Sie braucht ca 3-4 Minuten und dann ist es ok. In der Zeit, wo sie aufgedreht oder gestresst ist setze ich sie neben mir ab und lass sie erstmal gucken. Dann warte ich, bis sie vom Kopf her bei mir ist und bestätige das ein paar Mal. erst dann gehen wir los.

  • Hallo zusammen!!

    Ich muss euch von unserem Mittagsspaziergang erzählen :-)
    Ich bin mit super Stimmung und total relaxt losgelaufen, weil ich immer im Hinterkopf hatte: Ich machs eigentlich richtig ;-)

    Laika durfte zuerst an der Schlepp ausgiebig schnuffeln und versäubern. Dann habe ich mit ihr ca. 6 Minuten Leine laufen trainiert. Und es ging super! Danach wieder Schlepp, wieder Leine, wieder Schlepp. Was soll man sagen: Man könnte meinen, ich hätte kein Problem mit dem Hund. Weder an der Schlepp, noch an der Leine. Man hätte ein Video davon drehen sollen! :D
    Allerdings war es heute so, dass Laika nicht extrem Spuren gesucht hat, war heute wohl nicht so spannend. Und wir waren alleine unterwegs. Normalerweise gehe ich ja mit meiner Arbeitskollegin und ihrem Hund. Das ist also noch eine Stufe mehr!
    Ich habe nun aber eine komplette Woche, wo sie eh im Urlaub ist. Nun trainiere ich nochmals intensiv Leine laufen und mal schauen, wie gut es dann mit Ablenkung (Mensch mit Hund) schon geht. Sonst werde ich es dann so machen, das wir nur einen Teil des Spaziergangs zusammen machen oder nur 1-2 mal die Woche. Dann kann ich die restliche Zeit mit Trainieren verbringen.

  • Na das klingt doch super! Ein anderer Hund dabei ist ja noch eine Spur härter als nur ein Mensch.
    Ich würde die Woche jetzt völlig ausnutzen und es dann mal nur mit einem Menschen (also ohne Hund) testen. Und erst dann einen Menschen mit Hund mitnehmen.
    Im Interesse des Trainings solltet ihr (deine Kollegin und du) vielleicht eine Zeit lang getrennte Wege gehen.

    Ich wünsch euch viel Erfolg!

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