"klassische" Erziehung- sinnvoll?

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    Das stimmt, das würde ich aber nicht an Sachen wie z.B. den Essen festmachen.


    Das mit dem Essen nicht, das stimmt, den Kong bekommt er auch, während wir essen. Aber bei anderen Dingen wie: Wo ist der Liegeplatz, Wer entscheidet Spielbeginn und Ende usw. - da kann man es schön festmachen.

  • Und ganz klar, alleine diese Dinge bringen es dann auch nicht. Aber bei der Dummyarbeit oder Agility z.B. kann man dem Hund auch schön zeigen, dass es um Vertrauen und Partnerschaftlichkeit geht.

    es geht ja nicht nur darum Grenzen aufzuzeigen sondern auch darum, dass ich meinen Hund zu einem souveränen, selbstbewussten Tier erziehe und das geht nur, wenn er auch an sich wächst, z.B. beim Sport oder wenn er Futter findet..... usw....

  • Das ist jetzt meine ureigenste Einstellung zu diesen einzelnen Punkten.

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    - zuerst durch die Tür gehen

    Kann sinnvoll sein, wenn man einen kleinen Flur hat, wenn der Hund sehr hibbelig ist, d.h. erstmal Ruhe reinbringen und dann entspannt rausgehen, denn ein unentspannter Hund im Flur verläßt das Haus auch mit dieser unentspannten Einstellung und so startet der Spaziergang schon gestreßt.

    Ansonsten ist es in meinen Augen vollkommen egal, wer zuerst durch die Tür geht.

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    - Spielzeug nur geben wenn man mit dem Hund spielt

    Absolut abhängig vom Hund. Manche Hunde spielen sehr gerne, beschäftigen sich damit auch ganz toll, zeigen keine Verhaltensauffälligkeiten und die ganze Welt ist rosarot, warum soll ich so einem Hund also das Spielzeug reglementieren?

    Was ich immer ganz gut fürs Training finde ist, dass man bei einem spielbegeisterten Hund sein Lieblingsspielzeug konfesiert :D und dafür nutzt ihn im Training damit zu belohnen.

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    - Spiel immer gewinnen

    Dann findet der Hund das Spiel wohl irgendwann auch doof :) ... mir erschließt sich hier einfach der Sinn nicht, deshalb praktiziere ich das nicht.

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    - an der Leine hinter einem gehen

    Oh das kann eine ganz schöne Sache sein. Ich hatte eine Kundin mit einem Leinenaggressiven Hund der vermeintlich territorialaggressiv war. Vor Ort stellte es sich dann eher so dar, dass der einfach unsicher ohne Ende war. Bei ihm habe ich dann empfohlen ihn hinter der Halterin zu führen, es war im Endeffekt einfach ein Test und der Hund hat das dankend angenommen.
    Es kann ganz sinnvoll sein, wenn man einen Hund hat der gerne vorne den Konrolletti macht, dass man ihn hinter sich führt, damit er merkt, dass es nicht sein Job ist, einem unsicheren Hund kann es Sicherheit geben, usw.

    Es ist also absolut situationsabhängig ... bei dem einem Hund kann es helfen und sinnvoll sein, beim anderen ist es so überflüssig wie ein Kropf :D .

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    - immer zuerst essen bevor der Hund bekommt

    Kann man machen ... is dem Hund total wurscht aber wenn es einen glücklich macht :lachtot: dann freut es bestimmt auch den Hund... vielleicht fällt ja beim Essen was runter was man als Vorspeise abstauben kann ;) .


    Also alles in allem bin ich ein Fan davon "alte Zöpfe mit neuen Weisheiten" zu mischen, zu experimentieren, individuell zu schauen was auf welchen Hund passen könnte und dann zu agieren. Das wichtigste Hilfsmittel hierbei ist das persönliche Bauchgefühl und dazu möchte ich Dir raten. Ich persönlich halte nix von dem heiligen Grahl der dauerhaften positiven Bestätigung der mit Leckerlie gepflastert ist, genauso wie ich nix davon halte einen Hund unterzubuttern und ihm kein eigenes Leben mehr zuzugestehen. Individualität und das es auf den jeweiligen Hund paßt, sollte viel wichtiger sein.

    Über all dem steht jedoch die Beziehung und das Vertrauensverhältnis deines Hundes zu dir, denn ohne Vertrauen, ohne das du ein verläßlicher Partner bist, brauchst du gar nicht mit Erziehung ankommen. Es gibt super erzogene Hund die überhaupt keine Beziehung zu ihrem Herrchen haben ... es gibt Hunde die eine grandiose Beziehung haben ohne Erziehung genossen zu haben .... irgendwo dazwischen liegt mein "Ideal" ....

  • Zuerst durch die Tür gehen mache ich auch. Und zwar einfach aus dem Grund weil ich Rücksicht auf meine Mitmenschen UND meinen Hund nehme. Ich fände es nämlich als Fußgänger auch nicht sonderlich lustig wenn da nen mittlerweile über 60cm Geschoss aus der Haustür geballert kommt. Außerdem neigt sie momentan dazu dann sogort zu bellen wenn da Menschen laufen. So und dann fände ich es auch nicht so geil wenn sie vor nen Auto läuft.

    Spielzeug nur zum Spielen geben? Ayla hat immer 2 Spielis zur freien Verfügung. Welche wird variiert. Und 2 Sachen werden nur zum gemeinsamen spielen benutzt und auch nur dann raus geholt.

    Spiel immet gewinnen: nö. Sie darf auch mal.

    Zuerst essen? Hab ich ja noch nie gehört. Ayla isst meisten gleichzeitig. Manchmal auch davor oder danach.

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  • Spielzeug hat meiner z.B. nur seine Dummys und damit spiele ich halt immer bewusst mit ihm. Sonst besitzt er gar nichts, da er in der Wohnung eigentlich schläft.... Oder nen Kong oder Kauzeug hat....

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    --- Es kommt auch immer ein bisschen auf die Rasse an, wie entspannt ich das alles sehen darf.... Ein sehr ernster Hund, der gerne Verantwortung übernimmt benötigt diese festeren Regeln sicher eher, als ein lustiger Hund, dem Führung jetzt nicht sooo wichtig ist.

    Ich finde aber, dass ein ernster Hund nicht wirklich viel lernt, wenn der Halter nun all das durchzieht was hier im Eingangspost angesprochen wurde.

    Pan lebt im lila Regenbogenland, Kalle kennt nicht mal grob den Weg in dieses Land. Würde er ihn kennen, dann würde er da für 1 Stunde Urlaub machen und dann genervt gehen.
    All das was beschrieben wurde findet hier ja aus anderen Gründen als 'Dominanz' o.ä statt. Und alles was nicht stattfindet, würde an Kalles Verhalten mAn überhaupt nichts ändern, wenn ich sie durchziehen würde. Weißt was ich mein?
    Natürlich hat/kennt der Grenzen, aber nicht mehr als Pan. Er hat sie in anderen Bereichen..

  • Mhmm ich würds auch nicht unter Dominanz abzun... Eher geht es darum, wer die Verantwortung trägt.... Und ein Hund ist entspannter, je weniger er davon übernimmt, nur denken eben manche Hunde, dass sie sie übernehmen sollen, dafür sind sie ja oft gezüchtet... was auch manchmal gut ist (Verteidigung von Haus und Hof ist manchmal gewünscht) aber ich möchte dennoch nicht, dass er das Agilitygelände als seins sieht und die Verantwortung dafür trägt, wer da sein darf.... Nur würde er es wollen, wenn ich ihn ließe.

    Ich sehe es aber auch so dass erst die Bindung da sein muss, bevor man Grenzen setzen kann. Denn nur ein Hund der dir vertraut, wird auch hinter der Grenze bleiben.

    Beim Gassi darf er einfach nicht vor, weil er dann Kontrolletti macht.... Das macht er beim Freilauf dann auch gerne, aber an der Schlepp gestatte ich es ihm, er ist rückrufbar und ich arbeite mit ihm, daher ists ok, wenn er dann auch hier und da schnuppert.
    In der Stadt z.B. darf er das einfach nicht, weil er sich da an mir orientieren soll.

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    --- Es kommt auch immer ein bisschen auf die Rasse an, wie entspannt ich das alles sehen darf.... Ein sehr ernster Hund, der gerne Verantwortung übernimmt benötigt diese festeren Regeln sicher eher, als ein lustiger Hund, dem Führung jetzt nicht sooo wichtig ist.
    Der eine Hund möchte ALLES für sein Herrchen tun, der andere möchte die Verantwortung übernehmen und ich finde, diese Dinge sind teilweise gut geeignet um zu zeigen, dass man selber Verantwortung übernimmt. Z.B. das "Durch die Tür gehen".

    Wenn der Hund gerne Kontrollfreak wäre, muss man eben manchmal selber zu einem werden....


    Das finde ich einen wichtigen Punkt.
    Ich bin genauso der Meinung, dass all die aufgeführten Regeln grundsätzlich nichts mit "Rangordnung" zu tun haben, wohl aber mit der Verteilung von Kompetenzbereichen im Mensch-Hund-Team.
    Hat man nun einen Hund, der rasse- oder individuell bedingt, dazu neigt eigenständig zu entscheiden und (vermeintlich) "freie" Kompetenzbereiche (z.B zu entscheiden, wer das Haus betritt) an sich zu reißen, können einige Handlungsweisen, die als veraltet gelten, nicht nur ein Management-Aspekt sein, sondern durchaus eine Signalwirkung haben.
    Oftmals ist z.B. ein Trainingserfolg in puncto Leinenführigkeit die Grundlage für die Lösung von Problemen in ganz anderen Bereichen. Einfach, weil ein Hund, der gelernt hat sich in dieser Situation vertrauensvoll der Führung des Menschen anzuschließen (und somit seinen Entscheidungen zu vertrauen) selbiges auch in Bezug auf andere Situationen bereitwilliger tun wird.
    Oder ein Hund, der gelernt hat, dass der Mensch als erstes durch Türen geht, eher akzeptiert, dass diesem eben auch die Einschätzung einer neuen Situation obliegt, und nicht ihm.

    Und auch sonst - habe ich einen Hund, der gerne Dinge kontrolliert (oder gar verteidigt), macht es schon Sinn ihm durch eigene Kontrolle der Ressourcen (Spielzeug, (erhöhter) Liegeplätze) zu suggerieren, das nicht er derjenige ist, der zu kontrollieren hat.

    Es gibt also in meinen Augen für fast alle aufgeführten Verhaltensweisen durchaus Situationen oder Umstände, in denen sie sinnvoll seien können.
    Aber sie sind sicher nicht gültig für jeden Hund oder jede Hund-Mensch-Beziehung.
    Das einzige, von dem ich persönlich nicht wüsste, für was es gut sein sollte, ist die Sache mit dem vorher Essen...

  • Naaa, um ihm die Reste zu geben ;-) kleiner Scherz.... :headbash:

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