Kastration und vorher Chip - ja oder nein
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Hallo,
ich mache mir Gedanken wie ich bei der Kastration meiner beiden Hunde vorgehe und bitte euch um eure Ansichten und Meinungen dazu.
Unser Berger des Pyrénées Rüde wird im Februar 3 Jahre alt. Da nur einer seiner beiden Hoden abgestiegen ist und bei Kryptorchismus eine erhöhte Gefahr besteht, dass sich bösartige Tumore bilden, steht dem Hund also sowieso eine OP bevor. Nun könnte man also in einer OP den nicht abgestiegenen Hoden entfernen und gleichzeitig die Kastration durchführen.
Nun mache ich mir Gedanken über die Veränderung die mit dem Hund mit der Kastration einhergeht. Bei unserem Vorgängerhund war es so, dass dieser, ein Terrier-Mix, etwas ruhiger und gelassener geworden ist. Dies war im Endeffekt für ihn und uns eine Erleichterung, denn er musste sich nun nicht mehr fürchterlich über läufige Hündinnen aufregen. Nun habe ich aber von einem sehr negativen Beispiel gehört - ein Hütehund, genauer gesagt ein Collie, soll nach der Kastration keineswegs nur etwas ruhiger geworden sein, sondern ganz im Gegenteil seine negativen Eigenschaften, insbesondere Aggression gegen andere Rüden, sollen sich verstärkt haben und auf andere Kastraten und Hündinnen ausgeweitet haben. Insgesamt sollen sich also statt einer leichten Beruhigung seine negativen Eigenschaften verstärkt haben.
Nun habe ich mir überlegt, den Hund nicht sofort zu kastrieren, sondern erst einmal einen Chip auszuprobieren, der ja wirkt wie eine Kastration. Ich dachte mir, dass ich dann sehen kann, wie sich sein Verhalten entwickelt, um dann die richtige Entscheidung zu treffen.
Inzwischen habe ich auch mit einer Tierärztin darüber gesprochen, die mir aber empfahl, den Hund sofort zu kastrieren, natürlich gleichzeitig mit der Entfernung des anderen Hodens, um nicht noch zusätzlich Hormone auf den nicht abgestiegenen Hoden einwirken zu lassen.Nun würde mich interessieren wie Ihr darüber denkt. Wie würdet Ihr vorgehen? Welche Erfahrungen habt Ihr mit der Kastration von Hütehunden gemacht? Gab es hier tatsächlich auch negative Erfahrungen? Damit meine ich nicht, dass der Hund etwas ruhiger wird, sondern tatsächlich eine Verstärkung negativer Eigenschaften.
Ich muss mich jetzt langsam entscheiden, weil wir seit dem Herbst einen zweiten Hund haben. Die Hündin ist jetzt sechs Monate alt und sie soll zwar auch kastriert werden, aber da von einer Frühkastration im Allgemeinen abgeraten wird, soll sie erst nach der zweiten Läufigkeit kastriert werden.
Vielen Dank schon mal für eure Anregungen und Gedanken dazu.
LG
Kamee - Vor einem Moment
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Hi,
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Deine Überschrift gibt dir doch schon Auskunft: Chip setzten und gucken ob und wenn ja, was passiert.
Über alles andere würde ich dann nachdenken.
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Warum steht nicht zur Diskussion nur den nicht abgestiegenen Hoden zu entfernen? Warum soll die Hündin kastriert werden? Eigentlich ist das ohne medizinische Indikation per Gesetz verboten....
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Zitat
Nun habe ich aber von einem sehr negativen Beispiel gehört - ein Hütehund, genauer gesagt ein Collie, soll nach der Kastration keineswegs nur etwas ruhiger geworden sein, sondern ganz im Gegenteil seine negativen Eigenschaften, insbesondere Aggression gegen andere Rüden, sollen sich verstärkt haben und auf andere Kastraten und Hündinnen ausgeweitet haben. Insgesamt sollen sich also statt einer leichten Beruhigung seine negativen Eigenschaften verstärkt haben.
Es kommt immer auf die Motivation des Verhaltens an. Wenn die Aggression z.B. angstbedingt ist, warum sollte sich daran auf die Kastration etwas ändern? Nicht jedes Verhalten ist durch die Hormone gesteuert. Unser Angsthund hat mit dem Einsetzen der Wirkung des Chips auch vermehrt mit Angstverhalten reagiert, weil er die Umgebung nun viel mehr wahrgenommen hat. Wenn man das nun einfach laufen lässt und nicht anfängt, den Hund in die richtige Bahn zu lenken, kann es auch zu solchem negativen Verhalten kann. Aber man kann es auch verhindern.
Was du dir überlegen solltest: zeigt dein Hund Verhalten, bei dem nur durch eine Kastration Abhilfe geschaffen werden kann? D.h. gibt es einen Grund, den abgestiegenen Hoden zu entfernen? Oder wäre es eben nur, weil er eh operiert werden muss? Ich finde nämlich auch, dass man nicht jeden Hund einfach kastrieren lassen muss, sondern es für jeden Hund einzeln abwägen. Wenn es keinen Grund gibt, warum dann machen lassen?
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Lies doch mal hier, der Thread ist ganz frisch:https://www.dogforum.de/kastrationster…ht-t160346.html
Der innen liegende Hoden sollte raus, ja. Aber das geht ja auch, ohne den anderen anzutasten.
Negativ-Beispiele gibt es nicht nur bei Huetehunden. Mit schlechterem Fell kannst Du wahrscheinlich beim Berger schon mal rechnen.
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Vielen Dank schon mal für eure Antworten und vor allen Dingen auch dem link zu dem anderen Thread.
Leichter ist die Entscheidung nicht wirklich geworden, aber im Endeffekt muss ich wohl doch so vorgehen, dass der Rüde einen Chip bekommt und dann sehen wir weiter. Ich werde dann sehen wie er sich verändert und kann dann besser einschätzen wie es weitergehen soll.
Bei der Entscheidung zum Zweithund fiel die Wahl auf eine Hündin, weil der Rüde sich mit anderen Rüden ganz, ganz schwer tut. Natürlich wäre da auch die Hoffnung, dass er sich nach dem Einsetzen des Chips in dieser Hinsicht etwas entspannt.
Wir wohnen leider nicht am Ende der Welt, sondern am Rande der Großstadt und genau vor unserer Tür befindet sich ein sehr beliebtes Hundeauslaufgebiet.
Was ich sehr bedenklich fand, war der eine Beitrag bei dem es um die Haltung von mehreren Hunden ging und sich herausstellte, dass die Kastraten von den intakten Hunden gar nicht oder nur sehr wenig akzeptiert wurden. In diesem Fall wäre es ja dann besser, wenn beide Hunde kastriert wären.
Dies ist auch unsere erste Hündin und ich stelle es mir die Zeit der Läufigkeit sehr schwierig vor. Von daher kam gedanklich bei der Hündin gar nichts anderes in Frage. Auch und vor allen Dingen deshalb, weil es hier vor Hunden sozusagen wimmelt. Aber da ich möchte, dass die Hündin ihre Persönlichkeit voll und ganz entwickelt, kommt eine Frühkastration für mich nicht in Frage. Somit werde ich ja sehen, wie es mit der Läufigkeit funktioniert.Ich habe mir auch ein Buch über die Vor- und Nachteile der Kastration bestellt. Mal sehen, ob sich dadurch noch neue Aspekte zeigen.
Es einfach dabei zu belassen und dem Rüden nur den nicht abgestiegenen Hoden zu entfernen, wäre mir nach der heutigen Lektüre, der liebste Weg, da ich mich aber nicht in die Zunft der sinnlosen Vermehrer begeben wollte, muss ja etwas passieren.
Und da die Hündin mMn zu jung für eine Kastration ist, hängt es am Rüden.
Da ich erst wissen will, wie er sich nach einer Kastration verändern würde, kommt eine Sofortkastration nicht in Frage.
Bleibt also nur der Chip. Hier wäre der einzigste Minuspunkt, dass die Tierärztin davon abgeraten hat, da sich u.U. durch die Hormonveränderung die Gefahr des Wachstums von bösartigen Zellen erhöht. Also das gefällt mir natürlich auch nicht wirklich, aber es scheint mir im Moment trotzdem der praktikabelste Weg zu sein.Vielen Dank schon mal für eure Meinungen. Über weitere Ansichten würde ich mich freuen.
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Besteht nicht die Möglichkeit, die beiden Hunde zu trennen während der Läufigkeit??
Ich habe einen intakten Rüden und mehrere intakte Hündinnen.
Seit 10 Jahren praktiziere ich das mit dem Trennen.
Hier gibt es keinen ungewollten Nachwuchs. -
Also mein Rüde akzeptiert die aktuelle Hündin (vom Tierschutz kastriert) ohne Probleme. Er sieht sie als vollständigen Hund, akzeptiert ihre Grenzen und ihre Nähe. Vermenschlicht gesagt würde ich behaupten, er ist total verliebt in sie. Und sie in ihn. Mein Rüde ist übrigens Intakt.
Allerdings ist sowas auch immer von den einzelnen Hunden abhängig und ehrlich gesagt: Ohne medizinische Indikation lasse ich persönlich nicht an meinen Hunden rumschnippeln.
Es muss jeder für sich selbst entscheiden, aber man macht es sich heutzutage ein wenig einfach. Ich hatte auch schon eine intakte Hündin zu meinem intakten Rüden und man muss halt ein wenig logistischer Denken, wenn die Dame läufig wird. :) -
Tja, ich müsste die beiden während der Läufigkeit in unterschiedliche Zimmer einsperren, d.h. ja dann aber auch, dass nachts ein Hund ausgesperrt werden müsste, weil sie sonst natürlich die Chance nutzen.
Ach, ich weiß einfach wie es am besten ist. Natürlich will man sein Tier keiner OP unterziehen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Andererseits steht ja in unserem Fall durch den nicht abgestiegenen Hoden sowieso eine OP ins Haus und dann könnte die Kastra bei dieser Gelegenheit ebenfalls durchgeführt werden.
Also ich denke wir werden weiterhin einfach abwarten und sehen was passiert. Sollte der Rüde völlig verrückt werden, wenn sie läufig wird, muss etwas passieren, ebenso muss ich abwarten, wie wir alle mit ihrer Läufigkeit zurechtkommen.
Bis es soweit ist, werde ich mich weiter informieren und sehen was es noch für Aspekte gibt. Ich finde, dass es sowohl für die Kastration als auch gegen die Kastration wichtige Argumente gibt.
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Zitat
Bleibt also nur der Chip. Hier wäre der einzigste Minuspunkt, dass die Tierärztin davon abgeraten hat, da sich u.U. durch die Hormonveränderung die Gefahr des Wachstums von bösartigen Zellen erhöht. Also das gefällt mir natürlich auch nicht wirklich, aber es scheint mir im Moment trotzdem der praktikabelste Weg zu sein.
Darüber gibt es meines Wissens keine Daten, bzw. es wurde nichts derartiges beobachtet bisher auch bei dauerhafter Anwendung. Die Hormonveränderung sind zur Hauptsache dieselben, die es auch durch die operative Kastration gibt. Das künstliche Hormon selber im Implantat ist in keiner Weise kanzerogen, diese Stoffklasse ist diesbezüglich gut getestet, da diese Peptidhormone auch in der Humanmedizin Verwendung finden. Fast scheint es mir, als würde die TÄ da was mit den alten Hormonspritzen verwechseln, die aber ganz anders wirken. - Vor einem Moment
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