Mein kleines Sorgenkind :-(

  • Hallo liebe Fories,

    ich setze mich jetzt hier mal hin und schreibe einfach so nieder, wie es mir in den Sinn kommt. Ich warne gleich vorweg - das wird wahrscheinlich länger werden. Ich habe im Moment ein wenig Kummer auf der Seele und den muss ich mir einfach von der Seele schreiben.

    Es geht um meinen Indy. Für diejenigen die es noch nicht wissen sollten, Indy ist ein Australian Shepherd Rüde, am 10.12. exakt 7,5 Jahre alt geworden und er ist mein absoluter Traumhund :herzen2:

    Indy ist der erste Hund, den ICH für mich ausgesucht habe. Zwar waren in meinem ganzen Leben immer Hunde um mich rum, aber Indy ist mein erster eigener Hund. Das aus ihm dann auch noch mein absoluter Traumhund geworden ist, toppt die ganze Sache noch.

    Leider ziehen dunkle Wolken am Horizont auf und damit weiß ich im Moment nicht richtig umzugehen. Vor einigen Wochen bemerkten wir beim Ausbürsten auf Indy's Brust eine...na sagen wir mal Warze. Zuerst dachten wir, da hätte sich Harz verklebt aber nachdem wir uns die Sache mal näher angeschaut hatten, war deutlich zu sehen, dass es kein Harz war, sondern eine "Verwachsung" in der Haut. Ausserdem fiel uns zeitgleich auf, dass immer wenn wir an diese "Verwachsung" gingen, er mit dem Hinterlauf zu scharren anfing.

    Okay....dachten wir....also mal schön im Auge behalten, wie sich das verhält in nächster Zeit. Da wir ohnehin noch zum Tierarzt mussten um alle Hunde und Katzen impfen zu lassen, war keine direkte Eile geboten. Hätte sich die Verwachsung zwischenzeitlich in irgendeiner Form verändert, wären wir natürlich sofort zum TA gefahren. So aber waren wir nun letzte Woche beim TA zum Impfen. Als Indy dann an der Reihe war, sprachen wir die TÄ auf das Problem an und ich führte sie mit dem Finger an die besagte Stelle auf der Brust. Da Indy gerade im Brustbereich ein unglaubliches Fell hat, musste selbst ich erstmal suchen, wo diese Stelle nun war.

    Die TÄ kämmte das Fell beiseite um sich die Stelle genauer anschauen zu können und meinte nach kurzer Prüfung, dass sie es auf alle Fälle operativ entfernen möchte. Aufgrund der Tatsache, dass die Stelle wohl juckt (er scharrt mit den Hinterläufen, sobald man die Stelle berührt) vermutet die TÄ hier eine Geschwulst. Also wurde umgehend ein Termin zur OP vereinbart - dieser Termin war nun gestern.

    Ich sollte mit Indy gegen 09:30 in der Praxis erscheinen, nüchtern versteht sich. Da Indy in Sachen TA immer sehr sehr aufgeregt ist, haben wir uns gemeinsam dafür entschieden, dass wir Indy zunächst eine Beruhigungsspritze geben, statt direkt mit dem Katheter setzen zu beginnen. So wurde ihm diese zuerst gespritzt, ich bin dann mit ihm nochmal ins Wartezimmer zurück (war noch vor der Sprechstunde und somit vollkommen leer) und setzte mich zu Indy auf den Boden.

    Schon nach wenigen Minuten wurde er müde, legte sich hin und ich diente ihm quasi als Kopfkissen. So nach etwa 10 Minuten ging die Türe auf und man erkundigte sich, wie weit die Beruhigungsspritze ihr Werk bereits vollbracht hatte. Es war soweit.....ich führte Indy in das Behandlungszimmer, wo wir ihm auf dem Boden den Katheter gesetzt und das Narkosemittel verabreicht haben. Er schlief in meinen Armen ein und befand sich nun im Lummerland. Von hier an musste ich ihn nun allein lassen. Man sagte mir, dass ich gegen 14:30 Uhr kommen sollte und Indy dann wieder mit nach Hause nehmen dürfte.

    Es waren jetzt etwa 10 Uhr....also 4,5 Stunden Ungewissheit - eine schier nicht endend wollende Zeitspanne. Gottseidank hatte ich noch Momo, mit dem ich dann bei uns Zuhause im kniehohen Schnee für ca. 2 Stunden umhergestapft bin. Meine Gedanken kreisten immer um Indy. Wird er die OP gut überstehen? Gibt es Komplikationen? Was wenn man feststellt, dass es schon viel mehr ist, als man von aussen sehen konnte?

    Ich hab echt voll die Flatter bekommen und zwischendurch einfach losgeheult. Momo guckte mich an, als wolle er fragen, was hier nicht stimmt.

    Um 14:30 stand ich beim TA wieder auf der Matte. Die Ärztin kommt auf mich zu und meint freudestrahlend, dass Indy die OP bestens überstanden hat - puuuuhhh.....gottseidank. Punkt 1 auf der Liste erfolgreich abgehakt. Wir sind dann ins Aufwachzimmer gegangen, da wackelte Indy mit schwerem Gang auf mich zu, um bei mir dann gleich wieder zu liegen. Während ich meine Hände in sein Fell vergrub, besprachen wir die Erkenntnisse der OP.

    Meine Hoffnungen, dass es sich hier "nur" um eine Verkapselung gehandelt haben könnten, zerschlugen sich alsbald. Das Geschwulst war stark durchblutet, was darauf hindeuten lässt, dass es sich hierbei definitiv um einen Tumor gehandelt hat. Tumor??? Wieso Tumor??? Indy ist einfach noch zu jung für so einen Mist und jetzt heisst die Diagnose Tumor?????

    Ich war geflasht....meine ersten Bilder die ich im Kopf zusammensetzte waren die des letzten Momentes mit meinem Hund. Meine Tränen konnte ich nur schwer verbergen. Die TÄ erklärte mir, dass aufgrund dieser Tatsache ausreichend Gewebe drumherum entfernt wurde, um ja sicherzustellen, dass alles erwischt wurde. Ja....."erwischt"....ich hoffe so sehr, dass die TÄ diesen sch... Tumor komplett erwischt hat und ihm ein für allemal den Garaus gemacht hat. Jetzt hat Indy eine etwa 7-9 cm lange Wunde auf der Brust, von der aber nicht mehr viel zu sehen sein wird, ist das Fell erstmal wieder nachgewachsen.

    Leider habe ich noch kein Ergebnis. Das entfernte Gewebe wurde eingeschickt. Ein Ergebnis wird frühestens für nächste Woche erwartet. Dann entscheidet sich, ob es sich um einen gut- oder bösartigen Tumor gehandelt hat. Ich bin sowas von durch den Wind.....die kommenden Tage werden mir endlos vorkommen und ich habe Angst. Angst davor, was mir die TÄ zu sagen hat.

    Was wenn es in der Tat bösartig war? Kehrt der Tumor zurück? WANN kehrt er zurück? Ich hoffe so sehr, dass es gutartig war.....so gutartig wie Indy selbst es ist. Er ist doch mein kleiner Kobold, mit kleiner Streber, auf den in der HuSchu soviele neidisch waren, weil er alles so schnell begriff und wir beide (ich vor allen Dingen) vor lauter Stolz fast geplatzt sind, wenn er seine Aufgaben mal wieder bravorös gemeistert hat. Und jetzt soll er Krebs haben?? Ich will es nicht glauben und hoffe inständig, dass der Befund negativ lautet.

    Ich habe Indy dann in den Kofferraum gebracht, ihn sicher nach Hause gebracht und ihn die Treppen raufbuchsiert. Da hat er erstmal die nächsten 2-3 Stunden geschlafen. In der Zwischenzeit kam meine Frau von der Arbeit und wollte natürlich sofort alles wissen und als ich ihr sagte, dass es wohl doch ein Tumor war, wurde sie still. Sie ging ins Schlafzimmer um sich umzuziehen aber es dauerte ungewöhnlich lange. Also bin ich hinter ihr her und da stand sie in der Türe vor mir, mit verquollenen Augen. Da haben wir uns erstmal in den Arm genommen und beide geheult. Später dann, so gegen 18 Uhr habe ich ihn mal nach draussen geführt, damit er sich lösen konnte, was er auch sofort gemacht hat und anschliessend gab's eine Kleinigkeit für den Magen.

    Die Nacht hat er geschlafen wie ein Stein - ganz im Gegensatz zu mir. Das übliche "Körbchen-Ich-Wühl-Dich-Um" blieb aus - die ganze Nacht. Es war so still....so ungewohnt. Wenn ich wach war, horchte ich nach ihm aber ich konnte nichts hören. Aber heute Morgen dann stupste mich seine warme Nase, er legte seinen Kopf auf die Matratze und atmete tief durch. Das macht er jeden Morgen.....und so auch heute! Ich war überglücklich, dass er wieder "da" war. Er ist zwar immer noch ein wenig müde....aber er taumelt nicht mehr und benötigt auch keine Hilfe bei den Treppen.

    Wir sind dann heute Morgen eine kleine Runde gegangen, danach gabs endlich wieder Frühstück und heute Nachmittag sind wir dann schon eine etwas längere Runde gelaufen. Abendessen hat er auch gut vertragen und nun liegt er hier zu meinen Füßen unterm Küchentisch und "schnorkst" sich einen weg ;-);-)

    So soll es noch Jahre gehen...er ist doch erst 7,5 Jahre alt und noch nicht bereit, den Weg zur Regenbogenbrücke zu gehen....ICH bin noch nicht bereit und werde es wohl auch nicht werden.

    Tut mir leid, wenn ich euch mit meiner Gefühlsduselei belästige.....aber hier im Forum sind Gleichgesinnte. Menschen die ihre Hunde über alles lieben und sicher auch froh sind, wenn sie hier einen Zuspruch bekommen, der nicht von Aussenstehenden kommt, die vielleicht Anteil "heucheln" sondern ehrlich sind, weil sie verstehen, was in meinem Kopf gerade los ist.

    Ich werde mich jetzt wieder zu Indy auf den Boden setzen und mein Gesicht tief in seinem Fell vergraben und tief einatmen. Könnte man doch diesen Geruch irgendwie festhalten....

  • Hey,

    Ich kann deine Ängste und Sorgen sehr gut nachvollziehen und möchte dir etwas Mut machen.

    Vor sieben Jahren wurde bei unserer Laika, damals acht, ein Tumor im Auge entdeckt und entfernt. Die aggressivste Art, die vorkommen kann.
    Wir waren total fertig und haben auch schon das Ende mit unserem Hund gesehen.
    Die ersten zwei Jahre nach dieser OP waren wirklich heftig weil ständig die Angst da war. Gerade vor den Kontrolluntersuchungen...

    Umsonst, heute ist die Maus 15 und für ihr Alter noch relativ gut unterwegs, meist zumindest.

    Ich drücke euch die Daumen dass Indy sich jetzt schnell erholt und ihr rasch zurück in den Alltag findet und einfach jeden Moment zusammen genießt. Und das mit dem Spuk Tumor nach diesem Eingriff Schluss ist.

    Gesendet von meinem GT-I9100 mit Tapatalk 2

  • Hallo Windi,

    leider ist es so, dass Tierärzte immer gleich alles rausschneiden.
    Ich persönlich hätte das nicht gleich machen lassen, aber egal.

    Ich kann Deinen Schreck und Deine Sorge sehr gut verstehen.
    Allerdings ist ein Tumor einfach erstmal eine Geschwulst, also noch besteht kein Grund zur Panik. Ob gutartig oder bösartig, wird die Untersuchung zeigen.

    Selbst wenn das Ding bösartig sein sollte, ist das noch kein Todesurteil.
    Bitte mach Dich nicht verrückt und melde Dich wieder, wenn Du das Ergebnis hast.

    Daumen sind gedrückt.

    Bubuka

  • Hallo Fories,

    heute mal die ersten Neuigkeiten seit Indy's OP am letzten Freitag.

    Indy hat die OP sehr gut verdaut und das Wochenende war eigentlich fast wieder normal. Die Wunde war über das ganze WE schön trocken geblieben und er machte auch keinerlei Anstalten, da irgendwie ranzukommen. Die Stelle liegt aber auch (aus meiner Sicht) sehr günstig, da er weder mit Lecken noch mit Kratzen drankommt - weshalb ich von Hilfsmittel wie T-Shirt und/oder Trichter abgesehen hatte - ein großer Fehler wie sich später herausstellen sollte!

    Heute Morgen, der Wecker rappelt, die Hunde hüpfen aus ihren Körben und Indy ist so einer, der sich als allererstes mal schön auf den Teppich knallt und wälzt. Kaum war das geschehen, hörte ich ihn plötzlich schmatzen und da er selbst nach Ermahnen nicht damit aufhörte, schaute ich mir ihn mal genauer an.

    Na super - die Brust war blutverschmiert!! Schnell in der Firma angerufen um mir den Vormittag noch freizunehmen. Dann mit meinem TA telefoniert, da dieser eigentlich erst heute Nachmittag Sprechstunde hat. Ich solle aber gleich kommen - es wäre jemand da.

    Also schnell zum TA und nachdem die Wunde erstmal trockengelegt war, sah man, was geschehen war. Hatte Indy es doch irgendwie geschafft, sich den Drainagefaden zu ziehen!! :???:

    Jetzt wurde die Wunde erstmal mit Kochsalzlösung gereinigt, die Naht wurde kurzerhand geklammert (war auf ca. 2-3 cm Länge wieder offen). Dann noch Wundsalbe drauf, frisches Pflaster und natürlich noch eine Spritze für den Fall der Fälle, damit sich nichts entzündet.

    Nun bin ich wieder zurück und um eine Sache klüger. Denke NIE da kommt ein Hund nicht ran!!! Also ein paar alte T-Shirts ausgegraben und nu rennt er damit rum. Gefällt ihm zwar nicht, aber mir hat das heute Morgen auch nicht gefallen. Sofern jetzt nichts mehr dazwischenkommt, sehen wir uns zwischen den Feiertagen wieder um die Fäden ziehen zu lassen. Na mal schaun.....zum Befund der Geschwulst kann noch nichts gesagt werden, da diese sich ja noch in Untersuchung befindet.

    Sowie ich dazu etwas weiß, melde ich mich hier nochmal. Für alle die still mitlesen....bitte drückt mir die Däumchen, dass es gutartig ist.....

  • Guten Morgen zusammen,

    ich find das echt übertrieben von meinem Herrchen, mich hier Tag und Nacht mit T-Shirts drangsalieren zu müssen - das ist echt nicht nötig!!! Wie seh ich denn aus???? Kann mich ja nicht mehr unter meinen Kumpels blicken lassen!!

    Tut mir leid Indy....aber die Lederjacke bekommst net!! :D

    http://img809.imageshack.us/img809/3654/dsc0188j.jpg


    Edit by Mod: Bild als Link umgewandelt, da es viel zu groß war!
    Bitte beim Einstellen auf die zulässige Bildgröße (640 x 640) achten!


    Und Daumen sind selbstverständlich ebenfalls gedrückt!

  • Bilddatei zu groß???? Das muss ich jetzt nicht wirklich verstehen, da es sich nur um eine Handyaufnahme handelte, aber sei's drum.....hier und jetzt Indy als "Forelle blau" :D

    Externer Inhalt img507.imageshack.us
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
  • Hallo Fories,

    ich habe die Geschichte angefangen - dann will ich sie auch zu Ende bringen. Heute habe ich das Ergebnis des entfernten Gewebes erhalten und dieses gefällt mir gar nicht :-(

    Man diagnostizierte einen Mastzelltumor Grad 1 mit rezidiver Veranlagung zur Metastasenbildung. Leider habe ich die Ärtzin noch nicht selber sprechen können, erwarte diesbezüglich aber noch heute Abend einen klärenden Anruf.

    Dann werden wir besprechen, ob wir was machen können und wenn ja, welche Schritte dann unternommen werden.

    Meine schlimmsten Befürchtungen sind leider wahr geworden und nun heisst es, dass beste daraus zu machen. Mit ein wenig Glück hat der Tumor noch nicht gestreut, worauf ich bei Grad 1 noch hoffen kann. Das Gewebe wurde jedenfalls komplett entfernt und so Gott will, war es das nun und mein Indy ist wieder gesund.

    Es werden wohl jetzt noch ein paar Untersuchungen auf Indy zukommen, um sicherzustellen, was wirklich Stand der Dinge ist.

    Jetzt warte ich zunächst einmal den Anruf der TÄ ab um zu hören, was sie mir mitzuteilen hat und werde dann ggf. nochmal berichten.

    Vielen lieben Dank schonmal für das Daumen- und Pfotendrücken. Es hat mir gutgetan, diesen Zuspruch hier zu finden und ich denke, da wird der ein oder andere Post noch folgen.

    Ich melde mich später nochmal.

    Liebe Grüße
    Volker

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!