Mein kleines Sorgenkind :-(

  • Hallo Windi,

    diese Durchschnittswerte basieren auf Zählungen- versuch es "wegzuschieben".....Wir haben unsere durchschnittliche Überlebensdauer bei Lungenfibrose beim Hund fast erreicht- und es ist zum Glück keine nennenswerte Verschlechterung festzustellen.

    Ich unterstütze meinen Hund mithilfe der TÄ und einer THP- es scheint zu helfen...ich bin sicher, über Ernährung und alternative Immuntherapien kannst Du diese "Durchschnittszeit" verlängern....

    Mach Dich schlau, viele Hundehalter wissen über die einzelne Erkrankung des eigenen Hundes mit der Zeit mehr als der TA und viele TÄ beziehen das Wissen des Hundehalters mit ein....

    Auch das Wissen um diese vermeintlich überschaubare Zeit wird irgendwann normal- und gerät zeitweilig sogar in Vergessenheit- zum Glück ist der Mensch so.
    Natürlich bist Du nun erst einmal geschockt- das waren wir auch, bis wir den ersten Hund trafen, der anstatt 13 Monate schon über vier Jahre mit Lungenfibrose lebt...

    Ich wünsche Euch wie uns noch eine laaaaange Zeit mit unseren "Schätzen"....
    Lg Barbara mit Morris und Lenny

  • Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank für die unterstützenden und aufbauenden Worte. Natürlich habt ihr allesamt Recht, wenn ihr sagt, dass es Schätzungen sind. Deswegen schrieb ich ja auch "durchschnittliche Lebenserwartung".

    Jetzt im Moment ist es eben alles frisch und dadurch emotional verdammt schwer zu verstehen. Immerhin hat da jemand namens Krebs an der Lebensuhr meines Hundes "rumgepfuscht". Ich muss mich halt darauf einstellen, dass Indy eben keine 15 wird aber da können auch andere Dinge dazwischen kommen, wie man es immer wieder hört oder liest.

    Vielleicht war dieser "Warnschuß" gar nicht mal so verkehrt. Zumindest hat der momentane Umstand dazu geführt, dass wir eine schon seit fast 2 Jahren geplante Wanderung endlich mal in Angriff nehmen. Wir wandern viel mit den Hunden, aber meist eben immer nur die Rundwanderwege, da diese praktischerweise eben Start- und Zielpunkt zugleich liegen haben und somit mit 1 Auto leicht zu handlen sind.

    Fernwanderwege haben wir eben genau aus diesem Grund bislang gemieden, obwohl ich als Kind der Eifel unbedingt auch mal den Eifelsteig irgendwann einmal erwandert haben möchte - natürlich mit den Hunden ;-). Und nun starten wir morgen auf unserer ersten Etappe und wollen versuchen, die Gesamtstrecke von etwas über 310 km mit unseren Hunden komplett zu bekommen. Nicht auf einmal, wär ja auch gar nicht realisierbar, sondern Stück für Stück - Etappe für Etappe. Insgesamt sind es 15 Etappen. Wenn das Wetter an den Wochenenden mitspielt, werden wir kurzerhand die Wanderschuhe schnüren und loslaufen - solange es die Gesundheit von Indy eben zulässt. Im Moment strotzt er nur so vor Kraft und Lebensfreude und ich wäre schlecht beraten, wenn ich diese Zeit nicht nutzen würde.

    Die Zeit wieder bewusster mit den Hunden verbringen, was man heute tun kann auch wirklich tun und nicht aufschieben. Irgendwann ist die Uhr abgelaufen oder wie hier, wird die übrige Zeit auf ungewisse Zeit verkürzt und macht einem einen Strich durch die Rechnung.

    Natürlich kehrt auch wieder die Normalität zurück, ich bzw. wir werden lernen, mit der Ungewissheit zu leben und umzugehen. Aber ich möchte versuchen, die nächsten Monate und (hoffentlich) auch Jahre einfach bewusster zu leben.

    Eifelsteig - wir kommen und NICHTS hält uns davon ab!!! Wie sehen uns, und zwar schon morgen!

    Euch ein schönes Wochenende und geniesst die Zeit mit Euren Fellnasen mit jeder Faser - die Zeit kann so verdammt schnell vorbei sein...

  • @Windi: wir haben gestern Abend unser Ergebnis erhalten: Mastzellentumor Grad 1, der laut Tierarzt komplett entfernt wurde, auch an den Rändern der Gewebsprobe konnten keine entarteten Zellen festgestellt werden. Die Prognose ist sehr gut. Wir müssen Campino jetzt regelmäßig nach neuen Hautveränderungen absuchen und die Lymphknoten abtasten.

  • juicy: ach herrjeh.....also der gleiche Befund wie bei Indy - ebenfalls Grade 1

    Nun....dann drücken wir uns mal schön gegenseitig die Daumen, dass der Tumor wirklich komplett aus dem Körper genommen werden konnte und es noch nicht zu Metastasen gekommen ist. Bei mir sagte der TA ja auch, dass der Befund ergeben hat, dass der Tumor komplett entfernt werden konnte und demnach hier aktuell keine direkte Gefahr bestehe. Leider bescheinigte man mir auch, dass der Tumor rezidiv ist und auch an anderer Stelle wiederkehren kann - eben auch an inneren Organen. Von daher sprach man bei Indy von einer Lebenserwartung von ca. 2 Jahren.

    Ich habe nichts dagegen einzuwenden, wenn sich mein TA irrt und Indy noch 4,5 oder gar 6 Jahre lebt.....es schwebt jetzt halt so über allem und da muss ich schnellstens sehen, dass ich das wieder ablege und nicht in Trübsalblasen vergehe. Indy gehts ja super, schon vor der OP hatte er ja keine Beschwerden und jetzt nach der OP ist er genauso fit wie zuvor.....dass darf lange so bleiben!! ;-)

    Darf ich noch fragen, wie alt dein Hund ist?

  • Hallo!

    Das ist eine sch... Diagnose, und ich weiß genau wie ihr euch fühlt. Meine Hündin war 4 Jahre alt, als sie das erste Mal die Diagnose erhielt Mastzellentumor Grad 1. Inzwischen ist das ganze fast 6 Jahre her. Zwischenzeitlich wurde ihr ein weiteres Rezidiv entfernt (vor etwa 2 Jahren). Heute hat sie zwar ihre Alterszipperlein und einige Fettknubbel, aber es geht ihr gut. Es ist das erste Mal, dass ich davon höre, dass Grad 1 - Hunde nur noch (durchschnittlich) 2 Jahre haben sollen?! Das kann ich kaum glauben! Auch heute möchte ich noch nicht im Traum daran denken müssen, dass mein Mädchen schon so gefährdet sein sollte... Ich möchte euch mit unserer Geschichte auch eigentlich nur ein bißchen Mut machen!!! Ein Mastzellentumor muss nicht zwingend ein baldiges Ende bedeuten!

    Alles Gute für euch!

  • Jottchen - vielen Dank für deine aufbauenden Worte. Hier ein Ausschnitt aus meinem Befund:

    "....Derzeit werden zwei Klassifizierungssysteme für Mastzelltumore angewendet. Die aktuelle WHO-Klassifikation unterteilt die Tumore in 3 Grade: Grad I (gut differenziert) bis Grad III (undifferenziert). Es wird von einer 4-Jahres-Überlebensrate von 83% für Mastzelltumoren Grad I, 44% für Grad II und 6% für Grad III berichtet.

    Eine im Januar 2011 veröffentlichte Studie (Kiupel et al., Veterinary Pathology) schlägt ein 2-stufiges Klassifizierungssystem vor. Bei diesem System sind die Tumoren in "high grade" und "low grade" unterteilt. Dieser Studie zufolge haben high-grade-Mastzelltumoren eine signifikant verkürzte Überlebenszeit (mediane Überlebenszeit unter 4 Monaten) und eine schnellere Entwicklung von Metastasen oder neuen Mastzelltumoren an anderer Stelle. Low-grade-Mastzelltumoren dagegen haben eine mediane Überlebenszeit von über 2 Jahren..."

    So....das steht in meinem Befund. Mein TA hat seine Prognose nach der neuen Studie gestellt und nun steht 2 Jahre gegen 4 Jahre. Wie auch immer....ich bin um jedes einzelne Jahr dankbar, dass Indy bei mir bleiben kann. Mir ist bewusst, dass die genannten 2 Jahre ein Schätzwert darstellt und ich bin mir fast sicher, dass Indy diesen Zeitraum schaffen wird.

    Eine Aussage des TA blieb mir haften.....sie sagte, sie prognostiziere vorsichtiger, seit sie sich 2 x bös verhauen hat. Da wurde den Besitzern wohl mitgeteilt, dass nach der OP alles supi-klasse ist und der Hund sicher noch JAHRE haben wird und kaum 6 Monate später lag der Hund erneut auf dem Tisch - diesmal ohne jede Chance!

    Da ist es mir ehrlich gesagt auch lieber, wenn ich einen kürzeren Überlebenszeitraum genannt bekomme, als der Hund letztlich vielleicht schafft. Alles dreht sich darum, ob der Tumor bei Indy gestreut hat oder nicht. Hat er nicht gestreut, kann Indy noch einige Jahre in gesundem Zustand verbringen.

    Hat der tückische Tumor jedoch gestreut und befällt mitunter innere Organe, dann sind die Überlebenserwartungen sehr schlecht. Die Gefahr besteht, denn im Befund wird ausdrücklich auf die Gefahr der Rezidivierung hingewiesen. Selbst bei erfolgter, vollständiger Entfernung des Tumors ist die Prognose vorsichtig gestellt.

    Aber im Moment gehts ihm gut, seht selbst:

    heute aufgenommen bei unserer Startetappe auf dem Eifelsteig:

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  • Genieße die Zeit und ich hoffe bei euch ist es wie bei uns.

    Laika wurde auch eine verkürzte Lebenserwartung vorher gesagt und sie lebt mittlerweile bereits sieben Jahre gesund seit der Diagnose.
    Das hätte damals keiner gedacht. Noch habt ihr ja früh reagiert.

    Ich drücke die Daumen, dass der Tumor nicht gestreut hat.
    Klasse dass ihr jetzt auch gleicht mit eurer Wanderung angefangen habt.
    Man schiebt so viel einfach ständig vor sich her.

    Alles Gute weiterhin für euch

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  • Hallo Fories,

    ich wollte mich nochmal melden und jedem Einzelnen von Euch danken, der mir und Indy in den vergangenen Wochen die Daumen und Pfoten gedrückt hatte.

    Gestern sind wir zur Nachkontrolle beim TA gewesen. Alles bestens!! ;-)

    Sehr schöne Wundheilung, keine Auffälligkeiten im Narbenbereich und auch die Lymphknoten sind sauber.

    Indy gilt somit offiziell als geheilt entlassen :gut: :gut:

    Ich wünsche allen Hundebesitzern, die gerade eine ähnliche Situation mitmachen müssen, dass ihre Geschichten ebenso glimpflich ausgehen und sie noch viele viele Jahre gemeinsam mit ihren Fellnasen erleben dürfen.

    Hach.....wie schön....könnt gerade die ganze Welt umarmen :-)

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