Hund ohne "Hilfsmittel" belohnen
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Angeregt durch einen anderen Thread möchte ich dieses Thema hier weiter vertiefen und mehrere Ansichten und Standpunkte aufnehmen

Danke an die bereits geleisteten Antworten!
Bei mir geht es um eine Hündin die sehr nach außen orientiert ist (auch jagdlich seeeehr ambitioniert) und mich als Sozialpartner erst seehr spät akzeptiert hat.
So kämpfe ich eig. jeden Tag damit, für meinen Hund spannender als seine Umwelt zu sein und mit Keksen oder Spielzeug um mich schmeißen bring einfach nicht immer was
Wir haben gestern eine neue Methode ausprobiert und ich bin auf die Entwicklung gespannt.
ZitatIch verwende für die Erziehung weder Futter noch Spielzeug !
Für mich ist die soziale Komponente, Vertrauen, Sicherheit, das Wichtigste in einer Beziehung.Und mal ehrlich: Ein nettes Wort, ein "Du bist der weltbeste Hund!" ist doch viel mehr wert (wenn es ehrlich ist), als ein Keks !
Eine tiefe Bindung, wo ein Lächeln, ein kurzes Streicheln, mehr ausdrückt, als irgendein Hilfsmittel ... ist es nicht das, was man eigentlich will ?Mir geht es darum, was den Alltag betrifft !
Sport, Dressur, Arbeit ist was anderes ...Gruß, staffy
ZitatAlles anzeigen@ Nakima + Nala:
Das kommt auf die Situation an. Ich nutze häufig "Entfernen vom Auslöser" als Verstärker (was dann aber natürlich ein negativer Verstärker ist) verbales Lob oder das Angebot von Körperkontakt ist ein sozialer Verstärker, sehr wirksam bei sozialen Lebewesen wie Hunden.
Manchmal hilft es auch, darauf zu achten, wie man das Futter präsentiert. Manchmal hilft es, das Futter auf den Boden zu streuen.
Bei jagdlich motivierten Hunden nutze ich "dem Wild nachsehen dürfen" oder vorstehen als Verstärker
Ich hab auch schon Bellen auf Kommando als Belohnung genutzt. (wäre aber auch ein negativer Verstärker.)
Vor allem aber versuche ich, die Anforderungen so langsam zu steigern, dass der Hund nie so gestresst wird. Allerdings klappt das im Alltag logischer Weise nicht immer, dann siehe oben
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Ich Handhabe es wie staffy.
Ein nettes Wort, Körperkontakt und meine Körperhaltung und Stimmlage, die dem Hund symbolisiert, dass ich wirklich glücklich gerade bin und mich freue ....von unterwegs
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Danke Anna

Direkt mal lesen gehen.
Manchmal frage ich mich, warum ich mich erst so spät mit diversen Dingen befasse ^^
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Zitat
Ich verwende für die Erziehung weder Futter noch Spielzeug !
Für mich ist die soziale Komponente, Vertrauen, Sicherheit, das Wichtigste in einer Beziehung.Ich machs wohl genauso, fällt mir grad auf
In der Erziehung, also in Situationen, wo der Hund sich einfach mal angemessen verhalten soll, ohne "Kommando", und sich von sich aus "gut benimmt", bekommt der entweder ein nettes Wort oder eine "Einladung" mit mir entspannt rumzualbern. Ein paar Meter übertrieben lustig nebeneinander her rennen, sowas halt. Steigt der Hund sofort drauf ein, körpersprachlich eindeutig, dass er auf Spaß eingestellt ist 
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Hallo,
meine Hunde sind zwar keine Jaeger, haben aber Anlagen, die genauso stoerend im Hinblick auf Aufmerksamkeit sein koennen.
Ich baue aber auch auf die Mensch-Hund-Bindung. Das braucht natuerlich mehr Zeit als eine klassische Konditionierung durch Futter, ist aber meines Erachtens einfach sicherer und langfristiger.
Lob ist bei mir: Streicheln, Schulterklopfer, Wort: brav, zusammen sein, gemeinsame Aktivitaeten/Abenteuer, Spiel.
Mein Junior ist unglaublich gluecklich und zufrieden, wenn ich stolz auf ihn bin und mein inneres Gefuehl muss ich teilweise gar nicht mehr durch die oben genannten Aktionen bestaetigen. Er weiss es einfach.
Er hatte frueher mal so Phasen alleine Kontrollgaenge zu unternehmen, wenn wir spazieren waren. Dabei entfernte er sich zu weit (ausser Sichtweite) und schaltete auf taub. Frueher bei meinen ersten Herdenschutzhunden bin ich hinterhergelaufen, habe geschimpft, angeleint etc etc... hat alles nix gebracht.
Also habe ich dann eine andere "Strategie" entwickelt und jedesmal, wenn er eine Duene hochrannte und dann ploetzlich weg war, bin ich eine andere Duene hochgekrakselt und auf "Abenteuer bzw. Kontrolle gegangen".
Das hat einen schnellen und sehr erstaunlichen Effekt gehabt: Ploetzlich war ich weg, ich habe nicht mehr gewartet, gerufen oder sonst was, ich hatte "wichtigere Dinge" zu tun. Er war in null komma nix an meiner Seite und "wollte mitmachen"!
Jetzt ist es so, dass er sich auch mal entfernt, ABER er dreht sich um, guckt mich an und wartet dann auf das ok. ob er weiter darf oder nicht und vor allem guckt er, ob ich gerade was spannenderes mache :)Bei Hundebegegnungen ist er sofort an meiner Seite. Er will an meiner Seite sein und "mitmachen", obwohl er sich natuerlich zurueckhaelt und dabei sehr auf mich achtet. Ignoriere ich die Hunde und gehe einfach weiter, macht er das auch.
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ich handhabe es auch ähnlich wie staffy (woher das wohl kommt?
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Zitat
Mein Junior ist unglaublich gluecklich und zufrieden, wenn ich stolz auf ihn bin und mein inneres Gefuehl muss ich teilweise gar nicht mehr durch die oben genannten Aktionen bestaetigen. Er weiss es einfach.
Ist es nicht genau das, diese tiefe Verbundenheit, dieses wortlose WIR
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Diese Strategie hab ich letzten Samstag bei meiner Hündin auch mal probiert... sagen wir mit mäßigem Erfolg.
Sonst hab ich bei ihren Ausflügen immer brav an der Stelle wo sie abgedampft ist gewartet und ab und an mal gerufen, damit Prinzesschen mich ja findet...

Samstag waren wir in einem Gebiet wo es außer nen paar Vögeln auf dem Feld nix jagbares gab.
Dennoch ist Madame mehrmals (es war wirklich sicher überschaubares Gebiet und ich wollte einfach mal ihre Reaktion testen) abgedampft und hat auf stur geschaltet.
Ich also mit Begleitung (2 Menschen + 2 Hunde) mich wahlweise im Dickkicht versteckt oder aber einfach stur weiter gelaufen.
Das erste Mal wo wir uns versteckt haben, hat sie zwar nen kleinen Panikanfall bekommen, aber danach ist sie noch 2 mal alleine ne sehr weite Strecke gelaufen.
Ja sie hat sich an mir orientiert und hat immer geschaut wo ich bin, dass sie sich dabei trotzdem mehrere hundert Meter entfernt geht aber einfach nicht.Wir hatten sonst einfach nur das Problem, dass sobald Wild auftaucht Madame weg ist (wenn sie kann). Am Samstag war sie nach langer langer Zeit mal wieder komplett offline (ohne Schlepp) und hat jetzt dieses Verhalten gezeigt, auch ohne Wild geht sie einfach mal gucken was es so gibt.
Ich hab einfach das Gefühl es wird mit der Zeit immer schlimmer anstatt besser...
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Die beste Methode nützt nur dann was, wenn der Hund die angedachte "Belohnung" in dem Moment auch als solche sieht. Das kann je nach Situation sehr unterschiedlich sein. Es gibt Momente, da könnte ich mich vor Freude überschlagen, mein Hund nimmt es kaum wahr, und ein Lächeln schon gar nicht. Und es gibt andere Momente, da ist es die grösste Belohnung. Aber fast jede Art von Belohnung lässt sich auch trainieren, ob soziale Interaktion, oder Futter oder Ersatzbeute.
Mir ist wichtig, dass ich mir alle Optionen offen halte; ich lehne keine Belohnungsart aus irgendwelchn Prinzipien heraus grundsätzlich ab. Im Alltag läuft das Meiste über soziale Interaktion, plus gelegentlich noch Keks als Bonus. Nur Keks ohne Lob gibt es eigentlich nie. In angespannten jagdlichen Situationen kann ich oft nicht mehr tun, als dem Hund zeigen, dass ich seine Interessen ernst nehme. Erst, wenn er wieder etwas runter ist, tut sich das Belohnungsspektrum wieder auf.
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