Mein Hund ist soooo stur...
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Langsam bin ich echt verzweifelt mit meinem Hund weil er so stur ist.
Also beim Spazierengehen will er immer den Weg bestimmen, jeder Richtungswechsel macht Probleme, er bleibt dann einfach stehen und geht nicht weiter. Wenn ich ihn ziehe kommt er auch nicht, dann schleife ich ihn quasi über den Boden, das will ich aber nicht weils ihm ja sicher weh tut. Wenn er irgendwann dann doch kommt, trottet er nur frustriert hinter mir her und versucht bei jeder Gelegenheit wieder in "seine" Richtung zu kommen.
Das ist einfach nur mega anstrengend... ein dauernder Kampf.
Ich glaube das das Problem Langeweile ist. Er ist ein Jagdhund und will auch nur jagen. Er hat kein Interesse an anderen Ablenkungen wie gemeinsames Spielen mit dem Ball oder so. Ich bin draußen sowiso eigentlich Luft für ihn und er macht was er will.
Nur da wo er Kaninchen erwartet blüht er auf. Da stöbert er und hat Spaß.
Ich versuche natürlich ihn seine Bedürfnisse so weit es geht ausleben zu lassen, aber immer geht es halt nicht.
Also wenn ich aus meiner Haustür rausgehe und gleich rechts laufe, dann weiss er wir gehen ins Feld und da ist toll. Da springt er dann vor Freude los und ist kaum zu bremsen.
Gehe ich aber links, weiss er da ist nicht viel los, nur ein doofer kleiner Park wo keine Kaninchen sind. Da will er dann schon gar nicht mitgehen.
Wenn er merkt wir gehen zum Auto freut er sich auch riesig, dann fahren wir meistens im Wald was er auch klasse findet.
Hab ich aber mal was anderes vor und kann weder ins Feld noch mit dem Auto weg hab ich das Gefühl ich hab nen uralten Hund. Millimeter für Millimeter muss ich ihn betteln doch mitzukommen... Das geht dann so bis er merkt wir drehen wieder um. Dann versucht er wieder richtung Feld zu kommen, merkt er aber das klappt nicht will er lieber nach Hause.
Ich hab es mal durchgezogen und bin ganze 3 Wochen nicht in das Feld gegangen und auch nicht mit ihm Auto gefahren. Stattdessen sind wir nur immer die "doofen" Runden gegangen, hab da versucht mit ihm zu arbeiten und ihn zu beschäftigen. Nichts hat geklappt, er wurd immer depressiver und trauriger. Hatte an nichts mehr interesse, wollte dann immer nur gleich wieder nach Hause.
Das konnte ich dann nach den drei Wochen nicht mehr mit ansehen und bin wieder da hingegangen wo er wollte. Ab da war er dann wieder glücklich.
Ich möchte ja das mein Hund glücklich ist und beim Spazierengehen auch gut drauf ist, aber es muss doch möglich sein mal nen anderen Weg zu gehen ohne immer kämpfen zu müssen oder???
Hat vielleicht jemand einen Tip was ich versuchen kann um ihn "folgsam" zu machen???vielen lieben Dank
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Hallo liebe Themenstarterin!
Was hast du denn während der drei Wochen, die ihr nicht im Feld wart, denn mit ihm auf euren Spaziergängen gespielt? Waren das Dinge bei denen er gezielt mit dir zusammen seine Nase einsetzen musst, entschuldigung durfte?
Ich kann mir gut vorstellen, daß dein Ansatz die Spaziergänge für ihn interssanter zu gestalten und dich mit ihm zu beschäftigen schon der absolut richtige ist. Es gibt, gerade für den Bereich Nasenarbeit ganz ganz viele kleine einfache Spiele und Aufgaben die man ohne Materialien auf seinen täglichen Spaziergängen mit einbauen kann und bei denen der Hund mit dir zusammen zielgerichtet seine Nase einsetzen kann. Ich persönlich mache das auch gerne und viel mit meinem Beagle. Vielleicht nimmst du dir einfach mal eine Einzelstunde bei einer guten Hundeschule bei euch in der Nähe und machst gemeinsam mit dem Trainer/in einen "Abenteuerspaziergang" auf dem dir ganz viele unterschiedliche Möglichkeiten für Nasenarbeit auf einem normalen Spaziergang gezeigt werden können.
Im September diesen Jahres haben wir mit dem Mantrailen begonnen und ich muß sagen, wir beide genießen das sehr. Till ist da absolut in seinem Element und es lastet ihn unwahrscheinlich gut aus und macht ihn sehr sehr zufrieden und ausgelichen.
Vielleicht wäre es für euch auch eine Option mit einem Hundesport anzufangen. Fährten und Mantrailing würden sich für einen passionierten Jagdhund anbieten.
Eine Möglichkeit wäre es auch, daß schnüffeln und stöbern gezielt als Belohnung einzusetzen. So könntes du z.B mit deinem Hund in Richtung Feld gehen. Bevor er jedoch das erste Mal schnüffeln darf lässt du ihn erst ein wenig "arbeiten". Am Anfang nur ganz einfache Dinge wie ein kleines Stück "Fuß" gehen oder "Sitz" machen lassen oder ähnliches. Wenn er das getan hat belohnst du das ausgibig und er darf ersteinmal schnüffeln. Nach einiger Zeit nimmst du ihn wieder kurz und baust ein kleines Spiel mit ein. Hat er seine Aufgabe erfüllt wieder belohnen und dann darf er wieder schnüffeln. So lernt er, daß es ein Previleg ist schnüffeln zu dürfen und daß es, wenn du die richtigen "Nasenspiele" gefunden hast, Spaß macht und sich lohnt mit dir zusammen zuarbeiten.LG
Franziska mit Till
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Zitat
Nur da wo er Kaninchen erwartet blüht er auf. Da stöbert er und hat Spaß.
Ich versuche natürlich ihn seine Bedürfnisse so weit es geht ausleben zu lassen, aber immer geht es halt nicht.
Also wenn ich aus meiner Haustür rausgehe und gleich rechts laufe, dann weiss er wir gehen ins Feld und da ist toll. Da springt er dann vor Freude los und ist kaum zu bremsen.Versteh ich dich jetzt völlig falsch, oder heisst das, auf diesem Feld darf dein Hund jagen?
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Ja genau, was machst du denn mit ihm auf dem Feld?
Und was noch interessant wäre, was für eine Rasse ist dein Hund denn? Sind ja nicht alle Fährtenjäger...
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Ich frage mich eher, ob das Problem nicht ein anderes ist !
In Feld und Wald läuft dein Hund entspannt, im Park schleicht er hinter dir her ...Wie umweltsicher, sozial und cool ist dein Hund ? Kann es nicht einfach sein, daß er sich im Park durch andere Menschen, Hunde, etc. unsicher fühlt ?
Läuft er je lose, wieviel Hundekontakt hat er ?
Gruß, staffy
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Maus1970
Ich hab in der Zeit zunächst versucht mit ihm „normale“ Ball- und Stöckchenspiele zu machen, das ist aber gar nicht sein Ding. Dann hab ich angefangen ihn mit Nasenarbeit zu beschäftigen. Ich habe z.B. Spielsachen oder einen Futterbeutel versteckt und ihn suchen lassen. Das hat so 2-3 mal geklappt dann hat es ihm keinen Spaß mehr gemacht, wobei ich immer andere Verstecke gesucht habe um es interessant zu halten. Ich denke einfach das es „echte“ Beute sein muss, damit er motiviert ist.
Von Mantrailling hab ich auch schon einiges gehört, ich muss mal schauen ob das bei uns irgendwo angeboten wird und ob das was für ihn wäre.Tippi
Nunja auf dem Feld kriegt er seine lange Leine (15 Meter) dran und darf dann seiner Nase folgen, eben dass was ihm am meisten Spaß macht.
Er ist ein Mischling aus dem Ausland, was mit drin ist weiss man nicht. Er wurde aber aufgrund seiner Eigenschaften als Jagdhund bezeichnet.staffy
Also umweltunsicher ist er eigentlich überhaupt nicht. Er hat keine Angst im Straßenverkehr oder vor anderen Menschen/Hunden
Ableinen kann ich ihn aufgrund des starken Jagdtriebes nicht, ich arbeite halt mit der Spurleine. Hundekontakte hat er häufig, er ist aber recht wenig an ihnen interessiert . Er ist also weder aggressiv noch ängstlich, ich würde sagen andere Hunde sind ihm egal.Aber wie gesagt das mit dem Jagen ist nicht mein größtes Problem das ist schon ok. Ich finds schlimmer das er keinen Weg mitgeht auf dem er keine Spuren vermutet. Mir ist es eigentlich lieber wenn er jagdt dann läuft er wenigstens

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Zitat
1. Wenn ich ihn ziehe kommt er auch nicht, dann schleife ich ihn quasi über den Boden, das will ich aber nicht weils ihm ja sicher weh tut.
2. Wenn er irgendwann dann doch kommt, trottet er nur frustriert hinter mir her und versucht bei jeder Gelegenheit wieder in "seine" Richtung zu kommen.
3. Ich glaube das das Problem Langeweile ist. Er ist ein Jagdhund und will auch nur jagen.
4. Das konnte ich dann nach den drei Wochen nicht mehr mit ansehen und bin wieder da hingegangen wo er wollte. Ab da war er dann wieder glücklich.

5. Ich möchte ja das mein Hund glücklich ist
Was für eine Hund isser denn? Wie alt ist er?
1. Ich kenne ein paar Professionele trainer die Dir sagen wurden: "Zieh Ihn dann, wann es Ihn weh tut steht er auf". Ist zwar streng aber man gewinnt die Führung zurück. Selber würde ich raten an Leinenführigkeit zu Üben. Hier hat er eine Mentale aufgabe dass seine enerige dann erschöpft.
2. Weil er es nicht gewöhnt ist von Dir geführt zu werden. Normalerweise gewinnt er, nun habt Ihr rollengetauscht und er füllt wie es Dir geht.
3. Er hat keine Aufgabe und muss führen. Glücklich ist ein Hund wann er eine Aufgabe hat und geführt wird..
4. siehe 3
5. Dann muss du Ihn als Hund sehen und Ihn führen. Auch mit simplen sachen:
Wie oft kuschelst Du dich an Ihm? Wie oft er an Dich? Wie oft und Gehorsam wartet er bis er von Dir seinen Essen bekomt?
Jagdhund oder nicht er ist ein Hund und braucht Gehorsam zu sein, dann wird nicht nur deinen LEben sondern auch sein Leben viel Glücklicher werden.
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...mich stört das Wort "stur" ein wenig.
Ich habe auch eine Hündin einer "Jagdhunderasse" (und da gibt es trotzdem Unterschiede, nicht jeder Jagdhund ist wie der nächste - weißt du genauer, was drin sein könnte? Oder hast du ein Foto von ihm? Manchmal hilft es, zu wissen ob man da einen halben Podenco an der Leine hat, oder etwas 'beageliges' oder einen Terrierabkömmling). An manchen Tagen (oder sogar an den meisten) haben wir auch mit solchen Themen zu kämpfen.
Ich weigere mich aber, das "Sturheit" zu nennen. Der Hund tut, was erstmal seine Natur ist: Er sucht Beute, schließlich sagt ihm sein Verstand, dass das so sein muss. Und das ist, was man so gerne als "Trieb" bezeichnet.So, nun ist er draußen und überall sind Reize, die ihn absolut ansprechen - sich davon ablenken zu lassen und das alles auszublenden um sich auf dich zu konzentrieren ist ein ganz schön hartes Stück arbeit. Das geht weder von jetzt auf gleich zu erlernen, noch hat der Hund von sich aus große Lust, diese Arbeit zu machen (wie gesagt, die ganzen Reize draußen sind klasse für ihn - dagegen "anzustinken" muss man erstmal lernen). Und selbst wenn der Hund motiviert ist, mit dir zu arbeiten ist es trotzdem schwierig. Deshalb ist der Hund noch lange nicht "stur", höchstens leicht abgelenkt von Sachen, für die er von Natur aushoch empfänglich ist.
Ich weiß, man soll nicht vermenschlichen oder mit Menschen vergleichen, aber ich finde immer ganz gut das Bild von Kindern in der Schule. Wir Menschen lieben es, uns auszutauschen und zu reden - in der Schule muss man lernen, dass man nicht reden darf (außer, man ist dran <-> der Hund darf nicht "jagen", in welcher Form auch immer, außer es ist gerade die Zeit dafür und der Jagdpartner Mensch kündigt an, dass es gerade Zeit für den einen oder anderen Teilaspekt ist).
Allerdings wird kein Menschenkind die gesamten 12 Jahre seiner Schulausbildung diese Regel einhalten können und im Unterricht nie mit dem Nachbarn reden - nur meistens. Mit dem Hund ist es ganz ähnlich, auch den kann man mit Arbeit und Kontrolle gut umlenken; aber dass ein (Jagd-)Hund zu 100% abrufbar ist halte ich für schwer bis nicht erreichbar. Aber wenn man, egal ob als Lehrer oder als Hundeführer, ein Auge für die Stimmung des Gegenübers entwickelt und das eigene Beschäftigungsangebot den Fähigkeiten und dem Level des Gegenübers anpasst, dann kann man zumindest einen hohen Prozentsatz von "Gehorsam" (doofes Wort...) erreichen.Worauf ich eigentlich hinaus will:
a) sei verständnisvoller mit deinem Hund, denn der kämpft da gegen einen Haufen Reize an, auf die er quasi genetisch gepolt ist während du ihm Kommandos gibst oder ein "gutes Betragen" erwartest. Je weniger geübt er ist, desto schwieriger ist es auch, sich nicht ablenken zu lassen.
b) mach dich drauf gefasst, dass sehr viel von der Arbeit auch am Menschen und nicht nur am Hund zu tun ist. Ohne gute Bindung und einen motivierenden und konsequenten Führer gewinnen die Ablenkungen draußen so gut wie immer gegen deine Wünsche.Ich weiß, das war vielleicht nicht unbedingt hilfreich im Bezug auf einen Trainingsansatz, aber mich nervt immer dieses Wörtchen "stur".
Es gibt sicherlich auch sture Charaktere unter den Hunden, aber ich glaube nicht, dass sich das dadurch zeigt dass ein triebiger Jäger in Wild-/Fährten-/Jagdobjektnähe keine Kommandos ausführt oder seine Lektionen in Leinenführigkeit vergisst.Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Erfolg!
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Hallo Salmiak,
solche Hundehalter wie Dich (oder auch terriers4me und noch ein paar andere) sollte man klonen!!!
Ich finde Deinen Beitrag deshalb so genial, weil daraus tiefes Verständnis für die Art von Hund, die Du führst, spricht, und das geht meiner Meinung nach in der "Generation Hundeplatz" manchmal verloren.
Da geht es zuvorderst um Methoden und Theorien und nicht um das Individuum Hund, das zum Großteil ein Produkt seiner Gene ist.
Manchmal habe ich nämlich das ungute Gefühl, man geht an Probleme mit den Tieren so heran, als würde das Aufspielen eines Programms unter Windows 8 nicht klappen, und nun braucht man eine Anleitung à la Rütter, Pia Grönig und wie sie alle heißen, und schon funktioniert der Hund nach Drücken von Shift F3 so, wie er soll.
Und wenn er es nicht tut, dann hat man eben nicht genug geübt, oder, noch besser, der Trainer taugt nix.
Gerade seit der Diskussion um die sog. Kampfhunde ist es in meinen Augen ein Zeichen von "political correctness", alle Hunde als gleich anzusehen... aber das sind sie nicht.
Tut mir leid, dass ich keine konkrete Handlungsempfehlung beisteuern kann, nur die Anregung, in der von Salmiak ansgestoßenen Richtung weiterzudenken, damit man ein anderes Verständnis für den Hund bekommt... und dann findet man oft neu zueinander.
Caterina
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