Ich glaube, ich bin zu lieb

  • Zitat


    Wenn die Trainerin bestimmte Kommandos gibt, dann hört sie sofort. Die Körpersprache und auch die Art der Ansprache sind bestimmender als bei mir.


    Übe das - deinem Hund zuliebe.


    Zitat

    Ich habe mal wieder wach gelegen und mich mal selbst hinterfragt, ob das zu mir passt; z.Bsp. ganz laut zu brüllen "nein!" und gleichzeitig aufzuspringen, um sie wegzuschubsen vom Tisch, wenn sie sich wieder aufgestützt hat (oder vom Herd, oder von der Arbeitsplatte, oder vom Sofa, oder vom Bett).


    Soviel ist gar nicht nötig. Nimm dir vor gar nichts zu sagen. TUE einfach das, was du mit einem bestimmten Nein! sagen willst. Wer brüllt und schreit bei einem Kommando das der Hund noch gar nicht richtig kann macht sich nur unglaubwürdig.

    Zitat

    Nein, es passt nicht zu meinem Wesen. Auch bei der Kindererziehung war und ist das so. Ich schreie erst, wenn das Verhalten meiner 3 nicht mehr akzeptabel ist. Ich weiß, dass ich viel konsequenter sein muss, schaffe es aber nur über eine gewisse Zeit. :sad2:


    Es ist (erstmal) nicht wichtig WAS du tust. nur, DASS du es tust und dass du dahinter stehst. Verbote sind keine Anfrage, sie sind Gesetz, sie sind eine Grenze, die deinem Hund hilft (!) sich in der Menschengesellschaft zurechtzufinden. Aber er muss lernen, dass dabei nicht die Welt untergeht und danach alles wieder okay ist.

    Also ich kann dir nur wärmstens das Buch "Hoffnung auf Freundschaft" von Michel Grewe empfehlen. Es liest sich schnell weg, ist aber sehr informativ und beschreibt genau das, was ihr grad durchmacht :ja:

  • wir waren spazieren und lilli wollte nicht in die richtung in die ich wollte. da ich merkte, dass ihr die dunkelheit dort eher angst machte und habe deshalb die von ihr gewählte richtung eingeschlagen. war dann auch o.k.

    ich habe eure antworten sehr aufmerksam gelesen und muss mir absolut eingestehen, dass es an mir liegt. ich hatte vorher keinen hund, bin auch nicht mit einem aufgewachsen.

    von beginn an habe ich nie geschrien, ich dachte auch, dass ich das nicht brauche. dann mangelt es mir scheinbar an geduld und auch an konsequenz und eben auch an erfahrung. das empfohlene buch werde ich mir besorgen.

    ich wünsche mir, dass wir freunde fürs leben werden. toll wäre, wenn jemand uns mal einen tag beobachten könnte, um dann unser problem zu erkennen.

    na, ich besorge mir das buch und spreche am donnerstag mit der trainerin nochmal. die kommt übrigens zum einzelunterreicht; wir sind nicht auf dem hundeplatz.

    und sorry fürs kleinschreiben; hab mir mit dem pizzaschneider meinen linken daumen so richtig fies aufgeschnitten iiii.

    vg conni

  • Zitat


    Übe das - deinem Hund zuliebe.



    Soviel ist gar nicht nötig. Nimm dir vor gar nichts zu sagen. TUE einfach das, was du mit einem bestimmten Nein! sagen willst. Wer brüllt und schreit bei einem Kommando das der Hund noch gar nicht richtig kann macht sich nur unglaubwürdig.


    Es ist (erstmal) nicht wichtig WAS du tust. nur, DASS du es tust und dass du dahinter stehst. Verbote sind keine Anfrage, sie sind Gesetz, sie sind eine Grenze, die deinem Hund hilft (!) sich in der Menschengesellschaft zurechtzufinden. Aber er muss lernen, dass dabei nicht die Welt untergeht und danach alles wieder okay ist.

    Also ich kann dir nur wärmstens das Buch "Hoffnung auf Freundschaft" von Michel Grewe empfehlen. Es liest sich schnell weg, ist aber sehr informativ und beschreibt genau das, was ihr grad durchmacht :ja:

    und im anschluß, hunde brauchen klare Grenzen =) auch von crewe

  • Zitat

    wir waren spazieren und lilli wollte nicht in die richtung in die ich wollte. da ich merkte, dass ihr die dunkelheit dort eher angst machte und habe deshalb die von ihr gewählte richtung eingeschlagen. war dann auch o.k.

    Da hast du dann deinem Hund die Führung überlassen. Problem dabei kann sein, dass damit ihre
    Ängste steigen. Du hast ihre Unsicherheit übernommen und sie damit bestätigt. Besser ist es,
    wenn sie sich ihren Ängsten stellen muß. Suche doch diese Stelle nochmal mit der Trainerin auf
    und lass dir zeigen wie du solche Situationen besser meistern kannst.
    Hilfreich bei solchen Sachen ist, wenn du dich fragst wer agiert hier und wer reagiert. Wenn du
    ehrlich zu dir selbst bist wirst du feststellen wie oft dein Hund der agierende Part bei euch ist.
    Und nicht du.
    Empfehlen kann ich dir dazu "Das Haus der Erziehung", kannst du kostenlos auf der Homepage der
    Hundeteamschule runterladen.

  • Ich erinnere mich noch wie ich als frischgebackene Welpenbesitzerin in dem Buch von Martin Rütter ('Hundetraining') die Sache mit dem Agieren und Reagieren gelesen habe. Da geht es darum, dass man als Hundehalter der Handlungs- und Impulsgeber sein soll und nicht immer spielt und streichelt nur weil der Hund gerade kommt und das einfordert.
    Ich weiss noch wie mir das Herz in die Hose gerutscht ist, denn ich kannte mich bis dato nur mit Katzen aus - und denen ist es sowas von latte was Du machst. Da kann man ein paar Grenzen stecken aber wirkliche verziehen kann man die nicht.

    Na ja und dann musste ich halt lernen: schnell genug zu sein (2 Sekunden hat man einen Hund zu loben oder mit ihm zu schimpfen), klar genug zu sein (z.B. nicht vorbeugen wenn ich will, dass der Hund zu mir kommt) sanft zu sein (meine Maus war anfangs ein ziemliches ein Sensibelchen) aber trotzdem streng genug ('Nein' heist Nein) usw usw. Ich bin ein eher chaotischer, geschwätziger und hibbeliger Mensch. Das bin ich auch geblieben aber für meinen Hund musste ich mich halt so gut es geht in den Griff bekommen. Mittlerweile haben wir zwei (Hund und ich) uns ganz gut aufeinander eingestellt.

    Ich hatte auch eine kurze Zeit Einzeltraining und weiss noch, wie mir die Trainern sagte ich müsse mich damit abfinden dass ich beim ersten Hund auch Sachen falsch mache. Solange die Beziehung einigermassen stimme, sei das nicht so tragisch.
    Und ich denke sie hat recht. Ich mache sicherlich vieles falsch aber im Grossen und Ganzen ist es ein harmonisches Zusammenleben und draussen hört mein Hund gut genug, dass ich sie meist frei laufen lassen kann. Am Tisch steigt sie manchmal trozdem hoch, sie klaut immer noch regelmäßig Socken von mir um ein Loch reinzukauen und auch das an Leuten hochsteigen werde ich ihr nicht mehr komplett abgewöhnen, aber wenn sie wirklich nervt kann ich sie wegschicken und wenn sie muss liegt sie auch mehrere Stunden einigermassen ruhig unter meinem Stuhl. Für mich persönlich reicht das.

    Vielleicht ist ein Besuch bei einem anderen Trainer auch eine Idee, einfach damit Du eine andere Perspektive bekommst. Schnauzengriff finde ich als Erziehungsmethode nämlich etwas veraltet. Lies dazu doch mal diesen Artikel, den fand ich damals wirklich sehr hilfreich.http://www.sag-nein-zu-gewalt.de/?p=166

  • Ich bin auch lieb....und mag nicht schreien. Und ich finde es richtig so :-))
    Zum Glück hab ich aber die zu mir passende Trainerin gefunden die ebenso das Ganze auch mal mit Humor betrachtet.

    Die ersten Wochen mit Finja hat mir der Kopf geschwirrt vor lauter Welpenbüchern und Tipps von Freunden mit Hund: z.B. sie schon beim ersten Versuch auf die Couch zu wollen im Nackenfell zu packen und sie 2 m zur Seite zu setzen ...neee danke, bei uns hat es nach 4 Wochen immer wieder konsequentem, wortlosen Runterschieben auch geklappt. Ich bin nicht ich bei Gewalt und extremer Laustärke...und diese vermeintlich richtigen Dinge im Hinterkopf zu haben, hat mich nur gestresst. So scheint es ja bei dir auch zu sein.
    Ich schaffe es inzwischen auch ganz gut, Fehler nicht beim Hund zu suchen, sondern bei mir...weil ich in der Situation nicht vorausschauend genug war oder es einfach schon zuviel verlangt war. Wenn ich so blöd bin, eine halbe Salamipizza auf dem Teller liegen zu lassen, der auf einem Tisch in einem Raum mit einem ewig wahnsinnig hungrigen Junghund steht...naja, selber schuld. Wäre ich da gewesen im richtigen Moment hätte ich sie mit einem "nein" vom Klauen abhalten können....also mein schlechtes Timing. Der "Welpenwahnsinn" gegen Abend die ersten Tage hat ja auch deutlich gemacht, was bei unserer Kleinen nur wirkt...Ruhe und Besonnenheit. Werde ich auch noch aufgeregt...geht gar nichts mehr.

  • Konsequent heißt nicht Lautsein, sondern geduldig, hartnäckig und meinen was du sagst. Ob dus lauter oder leiser sagst ist dem Schnurz, solange du es meinst. Josie hört am besten, wenn ich "Panik" habe, z.B. ein Auto aus einer Einfahrt will. Sie hört sonst auch gut, aber wenn es was dringendes ist erstarrt sie förmlich.

    Also meinen, was du sagst, wenn dus nicht meinst, bzw. dir nicht sicher bist, lass es lieber. und mach den hund nicht zu deinem Lebensmittelpunkt - ist sie ja, klar, aber gib ihr nicht das Gefühl, dass sich ALLES um sie dreht. Wenn du nicht spielen willst, spielst du nicht, auch wenn sie will, etc. Solche Kleinigigkeiten im Alltag zeigen ihr, dass sie sich an dir orientieren muss/darf/soll. Und dadurch wird eure Bindung auch besser. Frusttoleranz würde ich üben, grundsätzlich, bei jedem jungen Hund, z.B. Absitzen vor dem Füttern. Und wenn sie schnappt - das hast du schon tausendmal gehört - sofort Aktivität unterbrechen und gehen oder (ein konditioniertes) Nein sagen.

    ABER ALLERWICHTIGST: sie ist noch sooooo klein! Ihr lernt euch grad noch kennen. Überforder sie nicht. Kein 22-Wochen Hund sollte 40 Minuten durch den Wald laufen. Kein Wunder, dass sie schnappt. Sie sollte schlafen, schlafen, fressen, schlafen und dazwischen ein bisschen raus. Einfach weil die Eindrücke sie ja überwältigen.

    Lass dir Zeit und ihr auch. In dem Alter ists nicht einfach, und man ist durch Schlagmangel und Angst-vor-Fehlern sowieso durch ;)

  • Und noch ein paar ermunternde Worte: Wenn Du alleinerziehend mit 3 Kindern noch ein Unternehmen mit 5 Mitarbeitern führen kannst, bei dem Du Hausbesuche bei anderen Leuten machst, hast Du definitiv das Zeug, auch einen Hund zu erziehen! Wenn Du es gewohnt bist, mit vielen unterschiedlichen Menschen zu arbeiten, ist es nicht schwer, sich in die Denk- und Lernweise eines Hundes hineinzuversetzen. Entspann Dich und lerne einfach die Basics mit Deinem Hund zusammen!

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