Aggressiver Hund nach Hundetraining

  • Zitat


    Nun aber was macht ihr bei Rûdenbegegnungen? Hund ranrufen, Fuß und weiter?! Also kein Kontakt zu anderen Rüden quasi?

    Das kommt auf den Hund an!
    Ist es ein Hund, der sich anständig verhält und die Halter verständigen sich darauf, dass der Kontakt okay ist, warum nicht? Ist es ein Proleten-Hund, der glaubt, ihm gehört die Welt oder schlicht und einfach nicht weiß, wie er sich zu benehmen hat, dann gibt es - zumindest bei mir - keinen Kontakt zu Hunden, mit denen es nicht unbedingt sein muss. Möchte ich mit dem fremden Hund und dessen Besitzer spazieren gehen, ist es mir natürlich wichtig, dass die Hunde sich kennen lernen - ist es ein Hund, der uns einfach nur entgegen kommt, nehme ich meinen Hund zu mir und blocke möglichst auch die Kontaktaufnahme durch den anderen Hund.

  • wird das verhalten dann nicht noch bestärkt?

    ich stelle mir die situation ja folgendermaßen vor:

    hund ist an der leine bei TE
    andere hunde betreten den platz
    hund der TE rastet aus, springt in die leine, bellt und knurrt, stellt alle haare auf
    die TE hängt in der leine, ruft "aus" und "nein", ggf noch ein ruck an der leine - das ganze ist ja auch immer sehr unangenehm - wegziehen von den anderen hunden am halsband....

    wenn es so nicht war, sorry.

    aber wie soll dieses verhalten dann in der "freien wildbahn" dazu führen, dass der hund die leinenpöbelei lässt?

    ich denke nämlich das ist das normale verhalten von jemandem, der sich damit plötzlich konfrontiert sieht und noch keine erfahrung hat.

  • Zitat


    ich denke nämlich das ist das normale verhalten von jemandem, der sich damit plötzlich konfrontiert sieht und noch keine erfahrung hat.

    Das ist das normale Verhalten von jemandem, dessen Rüde noch vor fünf Jahren die deutliche Neigung hatte, andere Hunde in Stücke zu zerreißen und deren Hund nun nur noch ab und zu ein bisschen pöbelt. ;) Ich behaupte mal, wir sind mit unserer Methode durchaus weit gekommen.

  • So ganz fernab von Hunden, die nie und nimmer agressives Verhalten zeigen um nicht als "unnormal" gelten zu dürften, soll es ja zum Glück auchnoch andere Betrachtungsweisen geben.


    Schlussendlich hast du deinen Hund in die Situation gebracht, dass seine Individualdistanz scheinbar permanent unterschritten wurde, er aber gleichzeitig nicht ausweichen oder sich wehren durfte - was darauf folgt ist im Endeffekt normal und wird von den allermeisten erwachsenen Hunden gezeigt werden, wenn man sie derart anderen ausliefert.


    Du solltest für deinen Hund der sichere Anker sein und an der Leine sein sollte ihm nicht das Gefühl vermitteln, sich von vorne herein verteidigen zu müssen. Heißt im Klartext, ich würde auf keinen Fall mehr irgendeine Hundeschule besuchen, in der das Training abläuft wie beschrieben.


    Übrigens, zeigen die allermeisten Hunde die ich kenne, die draußen zum pöbeln neigen, dieses Verhalten auf dem Hundeplatz nicht, insofern es dort nicht üblich ist die Hunde zusammenzulassen. Meistens können dir die Halter dann über ihre täglichen Spaziergänge dann ein Lied davon singen, wie andere ihre Hunde ungewollt zum eigenen lassen...

  • Also ich bin da ja vielleicht ein Exot, aber ich erwarte von meinen Hunden schon, dass sie an der Leine vernünftig bei mir bleiben, auch wenn da andere Hunde frei laufen. Insofern finde ich die Hundeschule nun nicht unterirdisch daneben. Bei einem Agility-Kurs geht es nun mal auch nicht so einfach, dass alle Hunde immer an der Leine sind. Insofern ist das hier:

    Zitat

    Er guckte sich immer um, war voll gestresst und manchmal kamen ihm auch andere Hunde etwas zu Nahe.

    Auch sehr subjektiv. Für diesen Hund war das zuviel, klar, für die anderen, die diese Art von Training kennen war das wohl normal.

    Was ich hier sehe, ist ein HH, der seinen Hund nicht richtig einschätzen kann und den falschen Kurs wählt. Der Hund ist einfach im Gehorsam noch nicht soweit, dass er bei so etwas mitmachen kann. Fraglich ist, ob das überhaupt der richtige Sport für ihn ist.

    Ich würde ja als erstes an der Leinenaggro und seinem respektlosen Verhalten arbeiten.

  • Zitat

    Also ich bin da ja vielleicht ein Exot, aber ich erwarte von meinen Hunden schon, dass sie an der Leine vernünftig bei mir bleiben, auch wenn da andere Hunde frei laufen. Insofern finde ich die Hundeschule nun nicht unterirdisch daneben. Bei einem Agility-Kurs geht es nun mal auch nicht so einfach, dass alle Hunde immer an der Leine sind. Insofern ist das hier:


    Auch sehr subjektiv. Für diesen Hund war das zuviel, klar, für die anderen, die diese Art von Training kennen war das wohl normal.

    Was ich hier sehe, ist ein HH, der seinen Hund nicht richtig einschätzen kann und den falschen Kurs wählt. Der Hund ist einfach im Gehorsam noch nicht soweit, dass er bei so etwas mitmachen kann. Fraglich ist, ob das überhaupt der richtige Sport für ihn ist.

    Ich würde ja als erstes an der Leinenaggro und seinem respektlosen Verhalten arbeiten.


    Ich sehe es genau so.

    Das, was ich gelesen habe, hört sich nach einem Hund an, der erst einmal lernen muss, an der Leine ruhig/entspannt zu sein, bevor er mit irgendwelchen Sachen, wie Agility u.a. noch überfordert wird. Denn derzeit hat der Hund Leinenpöbeln als sehr große Baustelle - zumindest hört es sich so an.

    Es ist übrigens bei meiner Agility-Runde auch üblich, dass der neue Hund in den ersten beiden, zumindest in der ersten Stunde, an der Leine bleibt, damit die Trainerin sehen kann, wie der Hund sich verhält. Danach wird geguckt, wie der Hund ohne Leine auf den HH reagiert - ob er bei ihm bleibt, Grundgehorsamkeit beherrscht. Ist dies nicht der Fall, muss der Hund auch an der Leine warten, bis er dran ist.
    Solch einen Fall haben wir in der Gruppe, der Hund würde jedes Mal nur unruhig herum renen, die Gruppe unruhig machen. Also muss er an der Leine warten.
    Und in der Regel sollte ein Hund das auch können. Hat der Hund Schwierigkeiten damit, geht in die Leine, will evtl. sogar auf einen anderen Hund ran und ihn angehen, würde ICH, wenn es MEIN Hund wäre, erst einmal an dem Verhalten arbeiten, bevor ich etwas anderes mache.
    Nebenbei würde ich den Hund dann privat mit Nasen/Kopfarbeit auslasten.

    An den TE, da ich selber auch einen intakten Rüden habe, kann ich dir einfach mal berichten, wie ich mit meinem Hund im Umgang mit anderen Rüden, aber auch Hündinnen umgehe.
    Kommt mir ein Hund abgeleint entgegen, schaue ich mir das Verhalten des entgegenkommenden Hundes an. Ebenso meines Hundes. Merke ich, dass Spannung in der Luft ist, bitte ich den anderen HH seinen Hund zu sich zu rufen und leine meinen an. Geht der andere HH nicht meiner Bitte nach, blocke ich den anderen Hund, wenn er mir entgegen kommt. Mein Hund erhält soweit wie möglich keinen Kontakt.

    Ist die Situation entspannt, während sich beide Hunde abgeleint entgegen kommen, lasse ich die Hunde gewähren.
    Hierbei ist es immer wichtig sie Situation selber einzuschätzen und der Hund muss lernen, dass es deine Aufgabe ist, die Situation zu einzuschätzen und dem entsprechend zu handeln. Das ist aber auch ein Prozess und kommt nicht von heute auf morgen.

    Ist mein Hund an der Leine, ist eh kein Kontakt erlaubt. Mein Hund hat in einem gewissen Alter auch gepöbelt. Ich habe dann nicht den Hund angesprochen, sondern in aus der Situation raus gezogen oder ihn irgendwo angeleint und mich von ihm entfernt. Meist hörte er dann auf, weil ich nicht mehr in der Situation war - habe ich ihn raus gezogen, wurde sein Verhalten bestätigt, sobald er ruhig war. Auch wurde er gelobt, wenn er bei Hundebegegnungen schon alleine beim Blickkontakt ruhig war. So lernte er, dass ruhig sein erwünscht ist - auch das braucht seine Zeit!!!

    Merke ich übrigens im Spiel mit einem Hund, dass meiner sich frech benimmt, löse ich die Situation auf und nehme ihn an die Leine. So zeige ich, dass pöbeln auch im Spiel nicht erlaubt ist.

    Nackenhaare aufstellen, starren usw. ist übrigens in meinen Augen nicht gestattet, wenn mir ein anderer Hund entgegen kommt. Mein Hund mussentspannt an einem Hund vorbei gehen können. Nur wenn er von einem anderen Hund angegangen wird, darf er durch die Körpersprache zeigen, dass er es nicht gut findet - nicht aber als Erster den Schritt gehen.
    Streitigkeiten werden von mir gelöst und ich entferne meinen Hund aus der Situation, löse sie also auf.

  • Mhmm ja ich denke ihr habt insgesamt Recht- vllt. hab ich ihn da insgesamt zu viel durchgehen lassen. :omg: ich werde wohl ein Einzutraining dazu machen. Eigentlich hab ich den Umgang wie oben beschrieben auch so gelernt- aber da waren fur mich in den letzten Monaten keine Probleme zu erkennen- dieses Nackenhaare aufstellen und so das war fur mich ok :verzweifelt: und nun hab ich den Salat.Nun wie gesagt ich wollte auch lieber mit ihm mantrailen oder longieren, aber das ging nicht weil zu voll und im Hundesportverein geht das erst nach der Absolviering der Basiskurse. Ich hatte schon das Gefühl dass er Spaß dran hatte- er hat immer Spass dran was Neues zu lernen.

  • ***Es ist übrigens bei meiner Agility-Runde auch üblich, dass der neue Hund in den ersten beiden, zumindest in der ersten Stunde, an der Leine bleibt, damit die Trainerin sehen kann, wie der Hund sich verhält. Danach wird geguckt, wie der Hund ohne Leine auf den HH reagiert - ob er bei ihm bleibt, Grundgehorsamkeit beherrscht. Ist dies nicht der Fall, muss der Hund auch an der Leine warten, bis er dran ist. ***

    so wi ich das verstanden habe, kennt die trainerin den hund und der sollte an der leine bleibe, damit er nicht um die hindernisse rumläuft... also ehrer nix mit 'hund kennenlernen wollen'.

    Meine Große ist an der leine absolut souverän, aber kommt ihr ein hundzu nah, tillt sie auch aus. das hat nix mit eigener unsicheheit zu tun, eher mit distanzunterscheitung..

    und ich finde, wenn ein neuer hund in einen kurs kommt, haben die anderen teilnehmer auch darauf zu achten, dass ihre hunde eine gewisse distanz nicht unterschreiten. zumal beim agility die leute ja eigentlich lernen, ihe hunde im freilauf zu lenken. scheint ja nicht soo geklappt zu haben...

    ganz ehrlich, da würd ich mir generell Gedanken über die Qualität des Kurses machen...

  • Nur nochmal zur Erklärung: Aggression gehört zum natürlichen Verhaltensrepertoire. Die Frage ist, wann sie gezeigt wird. Wenn andere Hunde in die Individualdistanz donnern, ist sie u.U. gerechtfertigt. Aber nicht wenn sie initiativ gezeigt wird, wenn mehr als genug Möglichkeit da ist, der Situation auch aus dem Weg zu gehen oder wenn sie überzogen ist. Im Idealfall ist der Halter derjenige, an den sich der Hund wendet und wenden kann.

    Mit Einzeltraining gehts sicher besser, wenn der Trainer weiß, was er tut ist das imA gut zu handeln.

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