Verhalten von zwei Tierärzten bei unsicherem Hund
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Björn, da hast du recht!
Wenn ich aber monatelang an meinem Hund gearbeitet habe, sehe ich es auch nicht ein, das mein Hund sich vom TA alles gefallen lassen muss (z.B. Schnauzgriff), was dann meine ganze Arbeit wieder zunichte macht!
Der TA ist KEIN Hundetrainer - und deshalb sollte er sich auch nicht so aufführen!
Solche Dinge sind dann nämlich ein No Go!
ZitatTA 1) Will Hund in die Ohren schauen und ist dabei recht offensiv, Hund zieht sich zurück und knurrt, TA geht auf ihn zu und legt die Hand fest auf die Schnauze, Begründung: Der Hund droht mir, ich lasse mich nicht verjagen. In die Ohren schauen konnte sie danach vergessen.
Da hätte der TA ruhig einen Maulkorb rausnehmen können, diesen anlegen lassen (vom HH) und dann ruhig fortfahren können. Wenn er sich denn partout keine extra Zeit nehmen lassen will und nur schnell, schnell die Patienten abarbeiten will.
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Irgendwie ist das aber doch ein grundsätzliches Problem bei Tierärzten, oder?
Ich habe in den Jahren so einige kennengelernt und auch mit vielen Hundebesitzern über das Thema gesprochen und letztlich haben sich da drei Typen durchgesetzt.
Alle haben als Gemeinsamkeit ein durchaus fundiertes Wissen bezüglich der Anatomie der Hunde ( und anderer Kleintiere ), versagen aber wenn es darum geht die Verhaltensweisen und somit die eigene Vorgehensweise zu analysieren.
Typ 1. ist so der "70ziger Jahre Facharzt" der schon seit gefühlten 100 Jahren seinen Beruf ausübt und den Hund so wie damals üblich als instinktgesteuerten Vierbeiner sieht und demnach auch grob mit ihm umgeht.
Typ 2. ist der "Verständnisvolle Mitleidsarzt" der Tränen über jeden Auslandshund vergießt, immer freundlich ist und mit seichten Stimme seine Patienten hofiert.
Und Typ 3 stülpt dem Hund beim ersten Anzeichen von "Gefahr" nen Maulkorb übern Schädel und verrichtet dann schweigend seine Arbeit.
Ich persönlich finde alle drei Typen eher fragwürdig und bin froh über die Vorgehensweise meines Tierarztes. Der geht nämlich mit störrischer Ruhe vor, lässt sich von nichts beeindrucken und fragt ggf. beim Besitzer nach, wie der die Situation seines Hundes einschätzt. ( Würde er zubeißen oder droht er lediglich? )
Augenscheinlich scheint er sehr Naiv vorzugehen ( so war damals auch mein erster Eindruck ) aber mit seiner Gelassenheit ( er wird nie wütend oder ist genervt bei seiner Arbeit ) gibt es den unsicheren Hunden enormen Rückhalt, so dass diese ganz ohne Leckerie oder warme Worte aufhören zu knurren etc. Er macht einfach mit der notwendige Ruhe das, was getan werden muss.
Das finde ich persönlich hervorragend.

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also ich finde so ein zwischending ganz gut...
unser normaler ta ist seehr vorsichtig mit dem aaaaarmen hundetier... es wird auch immer ein keks angeboten am anfang und der ta begibt sich ein wenig auf augenhöhe, aber es ist alles so schlimm, dass nichtmal der keks genommen wird
da wir zu unserem haustierarzt eigentlich nur zum impfen gehen mussten, ist auch immer alles halb so wild. Natürlich muss der TA untersuchen ob der hund krank ist oder nicht, aber das geschieht eigentlich eher durch fragen an mich. Zwar probiert er immer andeutungsweise die zähne und die ohren anzuschauen, aber sobald der hund wegzieht, ist es ok.
SO finde ich das eigentlich ziemlich gut, denn ich weiss, wenn er im ernstfall wirklich mal wo ran müsste, er das auch so sanft wie möglich hinbekommen würde.Das gegenteil war der TA zu dem wir im urlaub mussten
da war ich echt froh, dass der hund zu eingeschüchtert war um sich zu wehren... Zu so einem Ta würde ich NIE routinemäßig mit Rider hingehen, nur das ding war halt, dass er ein stöckchenunfall hatte und das der einzige TA in der umgebung war.fazit: Ich würde nur zu einem TA gehen, der sich zwar nicht von dem hund einschüchtern lässt, aber trotzdem die unsicherheit akzeptiert und die behandlung für den hund so schonend wie möglich gestaltet.
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Die Frage ist ja auch: Habe ich einen normalen Hund, der halt nur beim Tierarzt etwas unsicher ist, weil.. naja, Tierarzt (wie bei uns Zahnarzt), oder habe ich einen Hund, der durch verschiedene Erlebnisse in der Vergangenheit generell Angst/Unsicherheit bei Menschen GENERELL an den Tag legt?
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Danke für eure Antworten und Erfahrungen.
Ich bin froh, dass einige meine Ansicht bestätigt haben. Ich muss dazu sagen, dass TA2 definitiv keine Angst vor unserem Hund hat und auch korpersprachlich deeskalierend wirkt, nicht nur mit Leckerchen. Alles, was sie macht, zeigt sie dem Hund vorab und auch wenn sie mit dem Säubern fertig ist, zeigt sie es ihm. Er wirkt neugierig, aber keinesfalls eingeschüchtert oder aggressiv. Er schnappt auch nicht, aber er knurrte eben, weil TA 1 ihn stark bedrängte.Und Björn, du hast Recht, dass der TA keine Erziehungsfunktion hat, aber ich kenne unsere TA schon seit knapp 15 Jahren und daher nimmt sie sich immer sehr viel Zeit und versucht, mit dem Hund auf einen Nenner zu kommen. Doch denke ich, dass ein TA, der Schnauzengriff anwendet, mehr Erziehungsarbeit leisten will als jemand, der sich in Ruhe mit dem Hund beschäftigt. Es muss ja auf lange Sicht funktionieren und da ist die Vorarbeit, die gerade geleistet wird, wohl unabdingbar. Er kann sich zB. mittlerweile fast entspannen und legt sich auf den Rücken, wenn wir ihn mit TA2 untersuchen. Und das war vor einiger Zeit gar nicht möglich, er geht auf sie zu, lässt sich streicheln und Kekse geben, gibt's Pfötchen oder so ein Quatsch. Aber eben nur von ihr, weil sie ihm deutlich gemacht hat, dass er bei ihr keine Angst haben muss, denke ich.
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Klar, mein Tierarzt ist mein Tierarzt und nicht mein Hundetrainer. Auch klar, dass eine Behandlung bei einem schwierigeren Hund mehr Zeit=Geld kostet. Aber: ich zahle (Spielraum ist dank GOT ja auch noch fuer ne etwas hoehere Rechnung) und wenn ihm das zu anstrengend/kompliziert ist, mag er das sagen und ich zahle wo anders. Wahrscheinlich zahl ich dann auch fuer die unkomplizierten Collies und die Katzen wo anders, das muss er sich halt ueberlegen. Ich lege fuer Eddie sicher nicht wert auf Gutschigutschi... das ist eher kontraproduktiv. Aber eine schlicht empathische Atmosphaere, die dem Hund auch ein wenig Zeit laesst, sollte wohl drin sein.
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Zitat
habe ich einen Hund, der durch verschiedene Erlebnisse in der Vergangenheit generell Angst/Unsicherheit bei Menschen GENERELL an den Tag legt?
Selbst wenn?
Spielt doch keine Rolle, wenn der TA die notwendige Sicherheit ausstrahlt.
Der Hund lebt im hier und jetzt, nicht in der Vergangenheit. -
Erklärst du das bitte dann meiner alten Pfegehündin, die bei jeder Handbewegung, die überhalb des Bauchnabels stattfand unter sich machte und erstarrte? Sie solle doch jetzt bitte im Hier und Jetzt leben??
Da hilft selbst eine ausgestrahlte Sicherheit nicht, sorry! Bei einem wirklich ängstlichen Hund.
Da muss der TA sich also entweder die Zeit nehmen (wollen), oder der HH ist damit einverstanden, das es halt "knallhart" gehen muss, also Hund hoch, MK drauf, Untersuchen, fertig (auch mit ausgestrahlter Sicherheit). Je nach Hund klappt das, bei manchen halt auch nicht. Die werden dann panisch, sobald man nur auf den TA Parkplatz fährt. Alles schon erlebt
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Nur mal so am Rande..
Die oft genannte Unsicherheit hat doch letztlich gar nichts mit dem Tierarzt zu tun und auch nicht damit, wie dieser mit dem Hund umgeht.
Ohne jetzt jemanden direkt ansprechen oder bewerten zu wollen, stelle ich mir gerade eher die Frage, ob es nicht eine gewisse Diskrepanz in der Hund/Mensch Beziehung gibt, wenn der Hund in diversen Situationen Unsicherheit zeigt.
Denn ein Hund, der seinem Halter als "Rudelführer" akzeptiert und vertraut, wird keine Unsicherheit zeigen. Diese wäre dann nämlich gar nicht notwendig, weil " der Rudelführer die Situation immer im Griff hat und sich dementsprechend um alles kümmert".
.. nur so als Denkanstoß.

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Periphalos, bei deinen Aussagen habe ich 2 grundsätzliche Probleme:
1. Ich will nicht die Rudelführerin sein! Ich esse gerne mit Messer und Gabel, benutze gerne meine Toilette und stecke meine Nase nur ungern in Ar*** von Hinz und Kunz! Ich bin nämlich KEIN Hund!
Ich führe meine Hunde sicher durch den Alltag, ich möchte (bzw. verlange), dass sie sich an mir orientieren, ich beschütze sie, wenn ich es für angebracht halte... aber ich gestehe ihnen gleichzeitig einen eigenen Willen zu, sie dürfen auch mal tun und lassen was sie wollen.2. Meine TÄ gehört in keine deiner 3 genannten Kategorien. Sie geht souverän und ruhig mit den Hunden um. Wenn notwendig/sinnvoll gibt´s ein Leckerli als Belohnung. Wenn notwendig setzt sie sich aber auch mal durch. Dabei ist sie aber nicht naiv. Achja... und ich durfte mit meinen beiden Hunden ein "TA-Training" machen. Reingehen, auf´n Tisch rauf, hochfahren, runterfahren - Keks! Meine Hunde lieben meine TÄ und sind kaum zu bremsen beim reingehen.
Ängstliche/unsichere Hunde oder Hunde mit schlechten TA-Vorerfahrungen, bekommen dort so viel Zeit, wie sie benötigen. Da kann man auch mal 2 Stunden im Wartezimmer sitzen und den Hund das alles in Ruhe kennenlernen lassen.Ja, Hunde leben im "Hier und Jetzt" - aber wie bei jedem Lebewesen- spielt die Vergangenheit ins "Hier und Jetzt" mit rein. Bedeutet nicht, das ich einen Hund bemitleiden soll/muss/darf. Aber von zB einem schlecht sozialisierten/misshandelten etc. Hund kann ich nicht dasselbe "verlangen" wie von einem Hund, dem noch nie was "schlimmes" passiert ist
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