Mira hat nur 2 Beine!

  • Zitat

    Sorry, ein Tier in seinem Unwissen unabsehbar lange Schmerzen leiden zu lassen käme für mich nicht in Frage. Ich bin dem Tier, das aus meinem Egoismus auf Gedeih und Verderb an mich gebunden ist, schuldig, daß es ein Leben ohne Qual leben darf. Aber das ist mein moralischer Anspruch an eine Tierhaltung, ich weiß, daß viele Leute diese Sichtweise nicht teilen.

    Aber keiner von uns kann "Qual, Leid, Schmerz" für ein anderes Lebewesen definieren....das ist individuell so unterschiedlich.

    Das klingt böse, aber:
    Es ist auf jedenfall "einfacher" ein "scheinbar" unpassendes Lebewesen so früh wie möglich zu töten.
    (Wobei ich mir vorstellen kann, wie schwer es einem Züchter fallen muss, seinen geliebten Welpen einzuschläfern; also bitte nicht angegriffen fühlen)

    Wogegen ich mich vollkommen ausspreche ist das zwangsweise am Leben erhalten.

    Aber ich traue einem anderen Menschen zu, den Lebensfunken in den Augen eines anderen Lebewesens zu erkennen...und das ganz ohne Egoismus...ich habe das Gefühl, hier wird zum Teil Mitleid und Empathie mit Egoismus gleichgesetzt.

    In dem Sinne: "Ich will das Tier aber haben, deswegen darf es nicht sterben....."

    Balin: Ich glaube nicht, dass du mit irgendwelcher Kritik hier gemeint bist =)

    (Übrigens Danke für die sachliche Diskussion heute an alle!!!!!!! Es ist so ein heißes Thema)

  • Es geht ja nicht um den Schmerz allein, es geht auch darum, daß dieser Hund NIE in der Lage sein wird, ein "Hundeleben" zu führen.
    Und doch, ich maße mir zusätzlich auch an, zu wissen, wie Schmerzen am Skelett, Arthrosen etc. sich anfühlen und wie schnell sich so etwas entwickeln kann.
    Deswegen würde ich diese Entscheidung sofort nach der Geburt des Tieres treffen. Das ist aber bei mir eine grundsätzliche Ansicht und betrifft nicht nur diesen einen Hund.

    Für ihn ist dafür jetzt eh zu spät und jetzt bleibt für den Zwerg nur zu hoffen, daß die TS und ihr Chef rechtzeitig erkennen, wenn es für den Hund unerträglich wird und ihm bis dahin ein schönes Leben geboten wird.
    LG von Julie


  • Du sagst es. Der Zeitpunkt ist dann, wenn der Hund leidet. Aber soweit ist es noch nicht und so lange hat dieses Tier ein Recht darauf, wie jedes andere zu leben. Ich glaube, dass jeder von uns sagen kann, wann sein Hund leidet, dafür haben wir mittlerweile ein Gespür. Und solange die kleine Mira sich ihres Lebens erfreut, soll sie das doch rumtollen, fressen, kuscheln und andere Hunde treffen. Und wenn es nur ein paar Monate sind, aber ein paar Monate sind lebenswerter als nie gelebt zu haben.

  • Zitat

    Ich glaube, dass jeder von uns sagen kann, wann sein Hund leidet, dafür haben wir mittlerweile ein Gespür.

    Das bezweifle ich.

    Zitat

    Und solange die kleine Mira sich ihres Lebens erfreut, soll sie das doch rumtollen, fressen, kuscheln und andere Hunde treffen. Und wenn es nur ein paar Monate sind, aber ein paar Monate sind lebenswerter als nie gelebt zu haben.

    Mit anderen Hunden (wird mal kurz umgedonnert von Tutnixen) und rumtollen - wenns nicht so traurig wäre.... Siehst Du das nicht ein wenig romantisch verklärt?
    Ich denke, Julies Prognose trifft es eher:

    Zitat

    Wenn der Welpe einen offenen Bauch hat, weil er wochenlang nur robben kann?
    Wenn die noch weichen Knochen der vorhandenen Extremitäten von der falschen Belastung so verbogen sind, daß sich schnellstens Arthrosen entwickeln?
    Wenn die Wirbelsäule nicht mehr mitmacht?
    Wenn beim Röntgen festgestellt wird, daß noch andere Bereiche des Körpers falsch angelegt sind?

    Und dazu noch die ganzen (Narkose-)Torturen beim TA. Wie erledigt er sein grosses Geschäft?

  • Zitat


    Für ihn ist dafür jetzt eh zu spät und jetzt bleibt für den Zwerg nur zu hoffen, daß die TS und ihr Chef rechtzeitig erkennen, wenn es für den Hund unerträglich wird und ihm bis dahin ein schönes Leben geboten wird.
    LG von Julie

    :gut:

  • Zitat

    Ich bleibe vehement dabei, dass mein Hund ein Recht auf Selbstbestimmung hat.
    So lange sie bewusst am Leben teilnimmt, mit Hingabe frisst und im Schlaf träumt, trotz Arthrose noch Katzen ärgern will....so lange hat sie ihre Daseinsberechtigung, trotz Cushing, trotz SDU, trotz Lungenkrebs. Ist es einfach? NEIN!

    Mein Hund hat kein Recht auf Selbstbestimmung, sage ich jetzt mal ganz böse.
    Er hat nicht mitbestimmt, als ich ihn aus dem TH holte.
    Auch ansonsten ist er mir völlig ausgeliefert. Wenn mit meinen Sinnen etwas nicht in Ordnung ist, mein Hirnstoffwechsel außer Kontrolle gerät, dann ist er mir ausgeliefert. Der könnte sich vor Schmerzen auf dem Boden wälzen, wenn ich mir einreden würde, dem geht es doch prima, ach schau mal, er hat noch nach dem Ball geschaut, dann müsste er das so ertragen. Bin ich ängstlich, will nicht, dass er leidet, dann werte ich vielleicht jedes Hinken, das harmlos ist, als tödliche Krankheit.

    Die Selbstbestimmung eines Hundes spielt sich in der Wahrnehmung(sfähigkeit) des Halters ab.

  • Behinderung ist ja nicht gleich Behinderung, da muss man differenzieren können.

    Ich kann mir um ehrlich zu sein gerade nicht vorstellen wie ein Hund mit nur 2 Beinen zurecht kommen will.
    Aber da lasse ich mich gerne von Mariella überzeugen das es möglich ist.

    Ich selber bin, ebenfalls durch den gleichen Beruf, vor 7 Jahren so an einen behinderten Welpen gekommen.
    Eine 2 Tage alte Welpin, mit Gaumenspalte und was man zudem Zeitpunkt noch nicht wusste, keinen Augen.
    Durch die Lippen-Gaumenspalte war ein saugen an Mamas Zitze unmöglich, ich nahm sie auf und zog sie mit der Flasche groß.

    Nun ist die kleine blinde Hündin 7 Jahre alt, abgesehen davon das ihr Gesicht für andere merkwürdig aussieht durch die Spalte, merkt man ihr keinerlei Behinderung an, sie wohnt seit sie 10 Wochen alt ist bei meinen Eltern und kommt super zurecht. Sie kann ohne Leine laufen, da sie sich an die Schritte der Menschen orientiert (und auf Stimmen), sie kann normal fressen, sie weiß wo welche Möbel stehen etc.

    Wenn es nach Mutter Natur ginge, würde die kleine jetzt nicht leben hätte der Mensch nicht eingegriffen, wenn es nach mir geht, war es die beste Entscheidung!

  • Zitat

    Das bezweifle ich.


    Mit anderen Hunden (wird mal kurz umgedonnert von Tutnixen) und rumtollen - wenns nicht so traurig wäre.... Siehst Du das nicht ein wenig romantisch verklärt?
    Ich denke, Julies Prognose trifft es eher:


    Und dazu noch die ganzen (Narkose-)Torturen beim TA. Wie erledigt er sein grosses Geschäft?

    Es gibt nicht nur rumdonnernde Tutnixe. Die gibt es und sollte ein Pöbel Mira begegnen, wird es evtl. ein wenig schwer mit hundischer Kommunikation, aber wenn die TS achtsam ist, können auch viele tolle Hundebegnungen zustande kommen.
    Und ja, ich denke, dass ein Mensch, der objektiv betrachten kann, erkennt, ob der Hund leidet oder nicht und sollte die TS da zu sehr befangen sein, gibt es den TA, der spätestens den leidenden Hund erkennen wird.

  • Zitat

    Die Selbstbestimmung eines Hundes spielt sich in der Wahrnehmung(sfähigkeit) des Halters ab.

    Das sehe ich genauso! :gut:
    Leider muss ich immer wieder feststellen, dass es viele Hundehalter(Tierhalter) gibt, die
    ihren eigenen Egoismus einfach über das Wohl des Tieres stellen.
    Für jeden Menschen, sollte doch klar sein, dass bei so einem Hundekind, wie es hier beschrieben wird, massive Probleme/Schmerzen vorprogrammiert sind. Darum würde ich nicht eine Sekunde zögern, diesen Welpen ins Regenbogenland zuschicken. Auch jetzt noch.
    Mir stellt sich die Frage, warum muss man einem Tier, erst Schmerzen zumuten/aushalten lassen, bevor man es erlöst?
    Leider, oder Gott sei Dank??? ist es dem Menschen möglich, vorausschauend zu überlegen und zu handeln.
    Ich habe es meinen Hunden versprochen, wenn es mal "so weit" ist, dürfen sie gehen, ohne das ich ihnen noch einen Tag und noch einen Tag oder noch eine Woche abverlange.
    Den Fehler haben wir leider einmal gemacht. Für meinen Mann und für mich steht fest, dass passiert nicht noch mal.

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