Meine Maus wird zur Jägerin - und nun?
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Wie der Titel schon sagt, so langsam wird der Jagdtrieb in meiner Hündin immer stärker. Sie ist jetzt ein Jahr und es setzt sich wohl eher der Pudelvater als die Sheltiemutter durch.
Noch ist sie ansprechbar und kommt wenn ich mich allzuweit entferne aber ihr Radius wird immer größer - und sie wird immer schneller und..wie soll ich es ausdrücken..,ferocious/'wilder'. Auch ignoriert sie immer häufiger meine Befehle ('Nein' oder 'Hier') wenn sie ein Jagdopfer sieht. Das war früher anders. Wenn ich schnell genug war, konnte ich sie stoppen. Da hing sie auch mit der Nase nicht permanent auf dem Boden.
Es gibt hier ein Huschu mit 'Jagd-Kontroll-Kurs' aber der Kurs ist teuer und wird erst nächstes Sommer wieder stattfinden.
Ich habe nicht wirklich damit gerechnet, dass mein Hund ein ausgeprägten Jagdttrieb entwickelt (hatte mehr mit 'Hüteproblemen' bei Fahrrädern etc. gerechnet aber da ist nie was gekommen) und bin im Moment noch komplett rat- und ahnungslos.Hat jemand einen guten Tip mit welchem Buch ich mich in die Thematik einlesen kann?
Ich weiss, ich muss langsam was dagegen zu machen aber ich habe keine Ahnung, wo ich anfangen soll. Bei dem entsprechendem thread hier im DF versteh ich leider seitenweise nur Bahnhof... - Vor einem Moment
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Hallo,
hast du hier Meine Maus wird zur Jägerin - und nun? schon mal geschaut ?*
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Hm, wie wärs, wenn Du ihren Jagdtrieb in geordnete Bahnen lenkst? Wenn also ein Jagdhund drinsteckt, dann kann man das ja nicht einfach ausschalten. Und jeder Hund hat ja einen Jagdtrieb. Hast Du sie an der Schleppleine? Vielleicht wäre das ja ein erster Schritt, um sie gesichert frei laufen zu lassen. Und wann genau greifst du verbal ein? Wenn sie schon lange fixiert? Wenn sie draufzuschleicht?
Mach doch auch mal viele Jagdspiele mit ihr, sprich; Nasenarbeit und eventuell mit der Reizangel. Bei letzterem kannst Du ja auch sogar die Impulskontrolle trainieren, etwa, dass sie sich mittem im Hetzen absetzen muss, ablegen oder oder oder.
Du musst für sie eben spannender sein, als ein Hase, ein Vogel oder sonstiges... ich weiß, dass das schwer ist und man das vielleicht nicht jeden Tag schafft, dem Hund ein hypersupermegaspannendes Programm zu bieten, aber versuchs doch mal mit den genannten Vorschlägen.
Bei der Nasenarbeit kannst Du ja Fährten legen. Vielleicht gibt es dazu ja einen Kurs bei euch. Oder Du probierst es mit der Zielobjektsuche. Ich meine, dass man oftmals nicht das Problem an sich beseitigen muss, sondern eher an der Wurzel arbeiten sollte. Vielleicht ist sie einfach unausgelastet - damit will ich Dir nicht unterstellen, dass Du zu wenig mit ihr machst, aber manche Hunde brauchen einfach mehr...oder eher "andere" Ansprüche. Dem einen reichen die zwei Stunden spazieren am Tag, der eine braucht dann halt zusätzlich Programm.Und an sich kannst Du selbst den Rückruf ja üben in wildfreiem Gelände - eben auch an der Schlepp, dass sie merkt; Uh... die kann ihren Willen durchsetzen.
Ein spezielles Buch hab ich jetzt leider nicht... obwohl ich auch gerne lese

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Antijagdtraining von Pia Gröning soll ganz gut sein... hab es aber selbst nicht gelesen!
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Auf jeden Fall erst mal an die Schleppleine legen! Denn: Jedes Jagderlebnis ist selbstverstärkend, sprich es festigt ihr Verhalten, wird zum Selbstläufer.
Schleppleine kannst du schleifen lassen und wenn sie sich zu weit entfernt oder ansetzt oder auf dich nicht hört, trittst du auf die Leine.
Die Schleppleine hilft dir auch beim Umsetzen der Kommandos "Komm" und "steh".Also: Hund sichern und am Gehorsam arbeiten bzw. daran, dass ihr ein Team seid - und du dabei bestimmst

Nächster Schritt wäre für mich dann auch die Ausweichbeschäftigung bzw eine typgerechte Auslastung.
(Aber ich persönlich würde erstmal eine paar Tage Vorlauf mit der Schleppleine machen, nicht alles auf einmal.) -
Hallo,

ich habe hier auch eine Jägerin, die ähnlich anfing wie deine. Mittlerweile ist sie 5 Jahre alt und mit etwa 3 Jahren hatte ich sie so weit, dass ich sie stoppen kann, Wild nachzugehen, wenn sie es gerade erst bemerkt hat und noch nicht losgelaufen ist. Hetzt sie los, kommt sie auf Rückruf nach etwa einer durchschnittlichen Feldlänge wieder (auch nicht optimal, aber ich verbuche es schon als Erfolg - glücklicherweise passiert das nur noch sehr selten). Auch ist sie insgesamt entspannter geworden, was die Jagd angeht; sie hat das Hetzbellen komplett abgelegt und der Andrenalinspiegel steigt nicht mehr bis ins Unermessliche.
Als sie die ersten Jagdambitionen (u.a. auch Pseudohetzen - ich lauf einfach mal los und guck, was aufhüpft) zeigte, hab ich sie an die Schleppleine verbannt (an der sie heute in wildreichem Gebiet und im Wald immer noch läuft - alles andere wäre mir zu risikoreich). Weiter haben wir Impulskontrolle (über Dummy und Reizangel) bis zum Erbrechen geübt und ich habe ihr die Mäusejagd explizit erlaubt. Wenn sie die Nase am Boden hat, kann ich nach Wild Ausschau halten. Ich bin mittlerweile Wild-Erspäh-Experte.

Das alles braucht natürlich irre viel Zeit und Arbeit. Interessanter-Machen als Wild war bei uns nicht möglich; Reh und Co. waren und sind immer noch das Aufregendste, was es für sie gibt. Am Ende, glaube ich, habe ich sie über Gehorsam, Impulskontrolle, Geduld und Bindung einigermaßen unter Kontrolle bekommen.
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Ja, Impulskontrolle halte ich auch für einen zentralen Baustein!
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...und wird in dem Buch von Pia Gröning auch großgeschrieben, und Übungen, gerade für Hunde mit Jagdtrieb sind dort erklärt. Ich würde das Buch mal kaufen, wenn es dir gefällt gibt es da auch noch eine DVD dazu.
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Ach ja, genau! Pia Gröning war auch unsere Lektüre!

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Ok, Danke für die Tipps!
Verdammt, ich hasse die Schlepp. Ich hab die selbst bei ihrer Läufigkeit nur während der Stehtage drangemacht. Tokaya hat mir heute auch schon ins Gewissen geredet und versucht mir ne Schlepp anzudrehen. :/ Meine Maus läuft eigentlich immer frei - ja, auch in mitten in der Stadt. Wir haben die letzten 10 Monate Strassentrainign gemacht bis zum Umfallen, sind mittlerweile soweit, dass ich meist gar nix mehr sagen muss weil sie an jedem Strassenrand, den sie als solches erkennt, wartet. Es gab bislang nur eine einzige Sache, die sie dazu bewegt hat gegen meine Rufen, bzw Brüllen, über die Strasse zu laufen: ein befreundeter Hund. (Deshalb ist sie hier am Kiez auch in der Regel angeleint)
Bis sie eben vor 2 Wochen ihr erstes Eichhörnchen gesehen hat. Da gab's kein Halten mehr.Sie ist ein Winzling, Wild ist kein Thema, hier geht's mehr um Hasen und Mäuse. Am Anfang waren es Vögel, aber von denen kriege ich sie in der Regel abgerufen. Heute ist sie mir im Futterhaus ausgebüchst und hat die Kaninchen terrorisiert. Da konnte ich sie mir Gott sei Dank greifen und ihr einen verbalen Einlauf verpassen, aber Schimpfen hilft ja nicht gegen Urinstinkte.
Eigentlich ist sie ein Hund, der wahnsinnig viel 'will-to please' hat und auf den leichtesten Zuruf reagiert (Ich glaube das passende Wort dafür ist 'leichtführig'?) Aber das mit dem 'Jagderlebnis ist selbstverstärkend' ist mir gerade in den letzten 2 WOchen sehr aufgefallen. Seit der Herbst eingesetzt hat mit dem ganzen Wind und den Blättern hat sie eh irgendwie nen leichten Koller oder Pubertätsschub.
Vorgestern waren wir zum ersten Mal nachts in einem Park (Gleisdreieck) und sie hat die ganze Zeit wie eine Irre gejagt, war immer wieder außer Sichtweite (eigentlich bei ihr ein No-go), Rückruf war fast unmöglich. So hatte ich das noch nie erlebt. Bislang hat sie immer nur in Mäuselöchern gebuddelt oder ist mal ner Ratte hinterhergehopst. Aber mein ehemals so ängstliches Mäuschen wird wohl erwachsen.
Ich bestell mir gleich mal das Buch und überlege was ich mit ihr mache. Einfache Suchspiele machen wir schon lange, das kann ich sicher ausbauen. Reizangel wollte ich auch schon mal ausprobieren, hatte aber gelesen, dass man da viel falsch machen kann. Sie ist ziemlich ballfixiert aber ich kann sie fast immer absitzen lassen, werfen und sie dann erst losschicken. Impulskontrolle ist defintiv in Ansätzen vorhanden. Aber der Ball hat auch kein Fell und ein zuckendes Schwänzchen.
Ich bin eben blöderweise Hundeanfängerin und im Moment merke ich es gerade sehr.Nochmal, Danke! :-)
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Zitat
Hm, wie wärs, wenn Du ihren Jagdtrieb in geordnete Bahnen lenkst? Wenn also ein Jagdhund drinsteckt, dann kann man das ja nicht einfach ausschalten. Und jeder Hund hat ja einen Jagdtrieb. Hast Du sie an der Schleppleine? Vielleicht wäre das ja ein erster Schritt, um sie gesichert frei laufen zu lassen. Und wann genau greifst du verbal ein? Wenn sie schon lange fixiert? Wenn sie draufzuschleicht?
Mach doch auch mal viele Jagdspiele mit ihr, sprich; Nasenarbeit und eventuell mit der Reizangel. Bei letzterem kannst Du ja auch sogar die Impulskontrolle trainieren, etwa, dass sie sich mittem im Hetzen absetzen muss, ablegen oder oder oder.
Du musst für sie eben spannender sein, als ein Hase, ein Vogel oder sonstiges... ich weiß, dass das schwer ist und man das vielleicht nicht jeden Tag schafft, dem Hund ein hypersupermegaspannendes Programm zu bieten, aber versuchs doch mal mit den genannten Vorschlägen.
Bei der Nasenarbeit kannst Du ja Fährten legen. Vielleicht gibt es dazu ja einen Kurs bei euch. Oder Du probierst es mit der Zielobjektsuche. Ich meine, dass man oftmals nicht das Problem an sich beseitigen muss, sondern eher an der Wurzel arbeiten sollte. Vielleicht ist sie einfach unausgelastet - damit will ich Dir nicht unterstellen, dass Du zu wenig mit ihr machst, aber manche Hunde brauchen einfach mehr...oder eher "andere" Ansprüche. Dem einen reichen die zwei Stunden spazieren am Tag, der eine braucht dann halt zusätzlich Programm.Und an sich kannst Du selbst den Rückruf ja üben in wildfreiem Gelände - eben auch an der Schlepp, dass sie merkt; Uh... die kann ihren Willen durchsetzen.
Ein spezielles Buch hab ich jetzt leider nicht... obwohl ich auch gerne lese

Ich rufe, wenn ich ich sehe, dass sie das interessante Objekt sieht, manchmal - wenn cih schnell oder aufmerksam genug war - auch erst wenn sie fixiert.
Das mit dem Unausgelastet kann sein, sie macht viel Blödsinn. Allerdings ist sie erst ein Jahr und ich bin schon jeden Tag 2 Stunden mit ihr draussen, mit viel Hundegetobe in den hiesigen Parks (Berlin Kreuzberg, halt. Hier waren bis jetzt immer rumliegende Hühnerknochen ein größeres Problem als Hasen!) Im Junghundeforum, wo ich normalerweise runhänge, gingen die Ratschläge eher in 'Hund ist überdreht, Aktivitäten runterschrauben, mehr Ruhe'.

Ok, Training mit Schlepp ist definitv ne Idee. Hier gibt s genug Enten als 'Übungsobjekte' (Keine Sorge, Ich pass schon auf, dass wir die nicht zu sehr stören) und den Krähen hier scheint das Ärgern von Hunden regelrecht Spass zu machen. Da kann ich sicher auch die eine oder andere zur 'Mitarbeit' überreden
. Und von einem ORt mit ganz viel Hasen wurde mir auch schon berichtet.
Mal schaun, was ich noch so unterkriege bevor der Winter kommt und die ganzen Viecher erstmal Winterschlaf machen. So, und jetzt ab zu Amazon!eta: Vergriffen! :lookwrong: Eins gibt es noch das heisst ähnlich hat aber Pia Gröning nur als Co-autorin. Autsch! Und teuer ist es! Grrrrr.....
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