Sinn und Unsinn der Schleppleine (oder Leine allgemein)
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Gast63805 -
24. September 2012 um 13:19
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Ich oute mich mal als Schleppleinenhasser. Ich habe nicht prinzipiell was dagegen und ich glaube, dass sie ein tolles Hilfsmittel ist. Aber es ist nichts für mich.
Zum einen löst meine kleine Krawallschachtel an der Schleppleine nicht so aus, wie sie es ohne tut. Ob das nun an mir oder an der Leine liegt sei mal dahingestellt. Aber wenn sie ein Fehlverhalten an der Schleppleine nicht zeigt und es ohne Leine zeigt, ist die Schleppleine eben witzlos und ich muss mir was anderes überlegen.
Zum anderen gibt sie mir Sicherheit. Das wird von vielen hier als Vorteil gewertet. Ich sehe es als Nachteil, weil ich merke, dass ich dazu neige, mich auf die Schleppleine zu verlassen, anstatt mich auf mich selbst zu verlassen. Ein weiterer Punkt, der mich stört ist, dass ich damit nicht lerne, meinem Hund zu vertrauen. Und das sehe ich als einen der wichtigsten Punkte in der Hundeerziehung. Auch mal loslassen zu können und die Kontrolle lockern zu können, um dann zu sehen, dass es trotzdem funktioniert.
Der Weg ohne Schleppleine ist mit Sicherheit der schwierigere und kompliziertere. Er zwingt mich zur Arbeit an mir selbst und er zwingt mich zu handeln. Für mich ist es ohne Schleppleine einfach die direktere Verbindung zum Hund.
Viele Grüße
Frank - Vor einem Moment
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Hallo,
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Zitat
Ich persönlich finde die Flex ist einfach was für Faule.
Jup, das stimmt. Und nie, nicht, niemals wollte ich einen Hund an der Flexi führen. Denn die ist ja nur was für faule Halter und unerzogene Hunde.
Dennoch ist Janosch auf unserer Abendrunde oft an der 8m-Flexi. Abendrunde bedeutet pieseln und schnuppern - ich bin faul und trainiere nicht mit meinem Hund + er darf auch mal unerzogen sein. Wenn wir die Flexi dran haben, rede ich auch kaum mit Janosch, wir trotten nur nebeneinander her. Er darf ausgiebig schnuppern und gucken. Ich darf mich mal entspannen und muss nicht unentwegt die Umgebung scannen. Und das find ich auch mal super.
Wie gesagt - ich wollte nie eine Flexi. Jetzt wo ich eine habe, will ich nie mehr ohne sie sein.
Schleppleine haben wir auch, aber der ganze Dreck ist mir nichts. Zumal ich ebenfalls finde, Schleppleine ist gedacht fürs Schleppleinentraining. Muss ich irgendwann doch wieder richtig mit der Schleppleine arbeiten, würde die Zeit in der ich die Schlepp nur zum Absichern mit genügend Radius genutzt habe, wohl meinen Bemühungen im Weg stehen.
Ansonsten läuft Janosch frei oder ganz normal an der 2 m Leine.
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eine schlepp kann eine prima sache sein! mein ex hatte einen dobi-welpen (WELPEEEENNN) und der hat in seinem wahn nach wild im wald die LEDER-leine zerrissen! zaaaaaaaack...das kleine dobi-tier war weg! wir haben dann eine schlepp zugelegt und sobald der kleine scheisser nur das kleinste zeichen nach "ich will jagen" gegeben hat, wurde richtung gewechselt (dabei fein an der leine geruckelt) und durch die zähne gezischt. immer öfter schaute klein-scheisser dann zurück zu uns und wenn er das nicht gemacht hat, wurde die schlepp ganz einfach kürzer und kürzer und küüürzer.... irgendwann reichte es aus, nur noch zu zischen und dobilein - inzwischen nix mehr welpe, sondern ein riesen vieh - schaute zurück. erst so konnten wir ihn von der leine lassen. und: wenn es einen rückfall gab (kam in den ersten beiden jahren öfters vor), kam er wieder an die schlepp.
ich weiss nicht, was an einer schlepp schlimm sein soll. doggy hat einen guten radius, den er erschnüffeln kann, er ist jederzeit abrufbar (auch wenn er ein jäger ist und in einen jagdwahn rutschen kann), man kann ihn zu sich holen, es ist auch ein schutz für ihn (im jagdwahn über die strasse hetzen...ja, auch das kann recht elend ausgehen)... es ist also nicht nur ein gewinn für den halter oder das wild, es kann auch ein gewinn für den hund sein.
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Für mich ist die Schleppleine meine persönlich Absicherung - mit der Option für den Hund, mehr Freiraum zu haben. Außerdem ist sie der Gehilfe um behördliche Anordnungen zu befolgen - ebenfalls mit der Option für den Hund mehr Freiraum zu haben.
Gut, sie ist abrufbar - zu 99% würd ich sagen. Doch, das kommt hin. Aber die restlichen zwei sind mir immer noch zu gefährlich, wenn eine Straße in der Nähe ist.
Was würde ich mir für Vorwürfe machen, wenn sie überfahren wird? Wir sind da schon 99 mal langegangen und jetzt beim 100. Mal ist sie vor ein Auto gelaufen? Geht einfach gar nicht.Dann gibt es noch die Leinenpflicht in den Naturschutzgebieten. Hier sehr tolerant geregelt. Es geht nicht um 1m, 2m oder 15 m - nur um die Garantie in Form einer Leine, die beweist, dass man den Hund unter Kontrolle hat.
Selbst wenn mal ein Radler drüberfahren oder ein Jogger drüberlaufen muss - sie kommt gut an. Ich hab tatsächlich noch nie einen blöden Text bekommen wegen der Schleppleine.Und die Hundepersönlichkeit kommt natürlich auch noch dazu. Madame Hundine strahlt des öfteren quer über den Weg und guckt Eichhörnchen, Kopf nach oben. Umwelt? Nein Danke!. Nichtmal so, dass sie nicht ansprechbar im Jagdmodus wäre - nö, richtig "Hans-guck-in-die-Luft-mäßig". Da könnte ja eins sein, weil...... da ist ja ein Baum.
Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Radler oder Fußgänger wegen uns bremsen musste.
Aber auch da gabs noch nie einen Anpfiff: der tagträumende Hund war auch für den Laien zu erkennen.
Damit das nicht mehr vorkommt, ebenfalls Schleppleine. Dann ruckts halt, dann reißt sie es halt mal, damit muss sie leben, die Nudel ;o)) -
sehr schön gesschrieben sockensucher!
sowohl die schlepp (warum wird diese leine eigentlich noch schlepp genannt? fast niemand, den ich damit sehe, setzt die schlepp als schleppleine, die hinter dem hund herschleppt ein, sondern als langleine, die in der hand geführt wird...) als auch flexi können gut, schlecht oder falsch eingesetzt werden.
in den falschen händen sind mir beide ein greuel. im grunde genommen sehe ich in freier wildbahn beide arten von leine zu ca. 90% falsch und damit gefährlich eingesetzt. bewusst wahrgenommen habe ich die schleppleine mitte der 90iger in berlin. am anfang noch etliche meter wäscheleine mit knoten am ende und schön am halsband festgemacht. es schwappte geradezu wie eine welle durch den grunewald, und man war eigentlich nur noch hektisch dabei, diesen schleppleinen auszuweichen. ich muss nicht betonen, dass es durchaus hässliche verletzungen bei hund wie mensch gab. aber auch mit der heutigen form der schleppleine kriege ich durchaus immer wieder mit, dass sicein 2- oder 4-beiner teilweise nicht unerheblich verletzt. meine zwergpelzteufel lasse ich niemals in den radius von schleppleinenhunden...möchte mir überhaupt nicht ausmalen, was denen mit ihren 4,2 und 4,8 kg kampfgewicht passieren könnte, wenn sie bei passender geschwindigkeit eingewickelt werden. nee, in den innenradius eines flexihundes dürfen sie aus den gleichen gründen auch nicht...
komischerweise habe ich in all den jahren aber weniger unfälle mit flexileinen mitgekriegt, obwohl diese so verteufelt werden.
im übrigen halte ich die flexi für ein absolut tolles hilfsmittel, wenn richtig eingesetzt. gerade für das rückruftraining halte ich sie für deutlich geeigneter als die schleppleine.insgesamt gesehen bin ich aber heilfroh, dass ich bisher bis auf ganz kurze trainingszeit (immer nur konkret zur absicherung bei hundebegnung) mit hund nummer 5 bei mir (generalisierte angst vor fremden hunden nach biss) auf diese hilfsmittel bei allen meinen hunden verzichten konnte. allerdings bin ich auch durchaus kreativ in der gestaltung meiner spaziergänge und - wege und passe diese an meine trainingsbedürfnisse an.
lg cjal
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Noch ne Frage:
findet Ihr wirklich man ist faul, wenn man eine Schleppleine benutzt?Am Anfang fand ich das auch ein Kuddelmuddel und anstrengend - aber mittlerweile flutscht es...
Ich seh die Schleppe so ähnlich wie meinen Sicherheitsgurt im Auto.
Den hätte ich die letzten 16 Jahre nicht gebraucht, war trotzdem angelegt.Aber ich fahr auch nicht wie ein Bersenker weil er dran ist.
Einfach für den Fall der Fälle.
Fahrer- oder Hundetraining kann man trotzdem noch machen.... das eine schließt das andere nicht aus.
Ist Sicherheitsdenken und beruhigt sein gleich faul sein?
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ich finds nicht faul, wobei ich sie auch nutze, wenn ich faul sein will
aber ein Leben lang Schleppleine?
also ich würds mir für Luna nicht wünschen und bin froh, dass wir Gebiete haben, wo sie nicht im 40m Radius bleiben muss -
Zitat
Ich seh die Schleppe so ähnlich wie meinen Sicherheitsgurt im Auto.
Den hätte ich die letzten 16 Jahre nicht gebraucht, war trotzdem angelegt.Mmh. Das sehe ich allerdings komplett anders. Für mich ist die Schleppleine - auch wenn ich sie nicht nutze - keine lange Leine, sondern ein kurzzeitiges Hilfsmittel fürs Training. Ziel wäre es für mich, irgendwann auf den Einsatz der Schlepp verzichten zu können. So wie du es beschreibst, klingt es für mich, als wäre es eine Dauersicherung.
Viele Grüße
Frank -
Ich bin auch nicht der grosse Schleppleinenfreund, und mich stört sehr, wie sie pauschal für fast jeden Hund empfohlen wird, teilweise sogar für Welpen.
Aber, sie kann in gewissen Fällen ein gutes, zeitlich begrenztes Hilfsmittel sein, oder auch mal zur Absicherung dienen.
Meine Flats kannten keine Schleppleine, die wurden offline erzogen. Bei den Spaniels kam und kommt sie gelegentlich zur Verwendung. Ihr einziger Zweck ist dann die Absicherung, um Selbstbelohnung durch Jagen zu verhindern, falls meine Signale versagen.
Was ich nie gemacht habe, ist
- SL zum Rückruf "durchsetzen". Halte ich für wenig sinnvoll, da man sich damit einen leinenschlauen Hund erzieht.
- "SL-ist-immer-dran-bis-Hund-100%-hört-Programm". Mein Ziel sind im Freilauf kontrollierbare Hunde, und das übe ich wenn immer möglich im Freilauf, und nicht mit einer abhängig machenden Krücke, von der Hund und Halter wieder entwöhnt werden müssen.Was ich nicht mehr mache, ist SL einsetzen, um dem Hund einen bestimmten Radius beizubringen. Klappt bei sehr vielen Hunden einfach nicht, wenn sie einen viel grösseren natürlichen Radius haben. Bestenfalls werden sie leinenschlau. Ich gehe da mittlerweile lieber vom natürlichen Radius aus, und kürze den im Freilauf schrittweise ein.
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Also generell finde ich Schleppleinentraining eine gute Sache. Sie kann sicherlich vielen Hunden durch Training zu mehr Freiheit verhelfen. Für mich ist sie nichts desto trotz nur ein vorrübergehendes- hoffentlich kurzzeitiges Hilfsmittel.
Mir persönlich stößt es nur auf, dass hier oft schon bei Welpen zur Schleppleine geraten wird. Da finde ich nicht richtig. Oft kommt auch als Begründung ,,ich habe noch Angst den Kleinen frei laufen zu lassen"
Gerade wenn der Folgetrieb noch besteht ein meiner Meinung nach ziemlicher Trugschluss. An einen Welpen- gleich welche Rasse- gehört noch keine Schleppleine- da sollte normales Rückruftraining mit Ausnutzen des vorhandenen Folgetriebes betrieben werden. Gerade Welpen kann man noch dazu prima motivieren.
Wenn der Hund dann älter ist und noch nicht abrufbar und Jagdverhalten oder anderes ,,Fehlverhalten" zusammenhängend mit dem Nicht-Hören auf den RR zeigt kann man immer noch mit dem Schleppleinentraining anfangen.
Ich finde mit zu frühzeitiger Verwendung verbaut man sich viele Chancen von vorn herein einen zuverlässigen Rückruf aufzubauen.
War mir wichtig zu erwähnen, da hier eben jemand davon gesprochen hatte das schon an den Welpen dranzupacken- hört man hier ja öfters mal...
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