5 Mon. - Überforderung vs. Unterforderung

  • Haut mich nicht...

    Ich find diese Überforderungs/Unterforderungsgeschichte nimmt so langsam komische Ausmaße an...

    Hier überlegt man ob ein 5 Monate alter Hund unterfordert sein kann - in einem anderen Thread ist der Hund 4 Monate alt - selbes Thema.

    Find ich ehrlich gesagt etwas übertrieben :???:

    So ein junger Hund - das man ihn sicher überfordern kann glaub ich ja - aber das doch dann auch nur weil man ihn nicht unterfordern möchte - den Junghund einfach mal Junghund sein lassen...

    2x am Tag richtig powern lassen, Clickertraining, Hund fährt schnell hoch - das ist ein junger Hund...

    Das ist nur meine persönliche Meinung - aber ich finde man kann die Kirche auch im Dorf lassen... ich hab mir bislang bei keinem Welpen/Junghund nen Kopf gemacht ob der unterfordert ist... es gibt soviel zu lernen - allein im Alltag... muss da noch so viel Programm drum herum statt finden?


    LG

  • Zitat


    Ich überlege, ihm mittels Clicker noch ein paar Dinge beizubringen (also z. B. auf Kommando Raum verlassen, Schütteln, später dann Dummytraining, sowas). Natürlich nicht so, daß er das alles schon nach einer Woche können muß. Aber manche schreiben hier halt, außer Grundgehorsam im ersten Jahr nix, andere, eigentlich nur Ruhe lernen - andererseits hab ich mit meinem Berner vor 15 Jahren nicht auf sowas geachtet, wenn er ausgelassen war, war das genau so okay wie wenn er schlafen wollte. ... vielleicht sieht man das heute kritischer?


    Das meinte ich mit aktuellen Strömungen. ;) Und dein Berner hatte vermutlich ein weniger hohes Aktivitätslevel, und eine höhere Reizschwelle.

    Das nix ausser Grundgehorsam ein Jahr lang halte ich aber bei einem Hund mit halbwegs guten Nerven für übertrieben, und in vielen Fällen für kontraproduktiv. Einem Jäger nix bieten ausser Sitz, Platz und Hier, während die Umwelt mit faszinierenden Gerüchen und Beuteobjekten lockt? Da müsste ich ihn dann kommentarlos stets angeleint belassen. Man verpasst so viel Zeit, in der sich der erwachende Jagdtrieb einfacher als später auf legale Objekte lenken lässt.

    Da halte ich mich lieber an moderne britische Gundog-Trainer, die schon sehr früh einen Apport spielerisch aufbauen. So habe ich es mit Splash gemacht, bei dem habe ich bis heute keinen Apport erclickert, sondern das lief so nebenher auf Spassbasis. Seine Hauptbeschäftigung war das Fährten (nicht sportmässig) und ab 5 Monaten dann das Trailen. Ich kann mir ehrlich nicht vorstellen, solche Hunde ein Jahr lang unbeschäftigt zu lassen - er hat ganz ausgeprägt sinnbezogen gelernt, in dem Zusammenhang hat er Signale sofort verknüpft, für die er im Wohnzimmer zig Wiederholungen gebraucht hätte.

    Ob ihr jetzt eher Richtung Tricks, oder Dummyarbeit gehen wollt, nutze was er anbietet, aber nutze es mit Mässigung und Verstand. natürlich kann er apportieren auch mit einem Jahr oder zwei noch lernen, aber warum ihm das vorenthalten? Mir kommt wirklich kein vernünftiger Grund in den Sinn. Die Jagdhunde wurden früher mit 6 Monaten in ausbildung genommen, weil sie vorher die recht rüden Methoden nicht verkraftet hätten.... Inzwischen gibt es welpengerechte Methoden für den Grundgehorsam, die gibt es auch für Tricks, Nasenarbeit und Apportieren.

  • Also Lennox ist jetzt fast 6 Monate alt, ich kann mir gut vorstellen wie eure Kleinen aufdrehen ist bei Lennox manchmal auch. Ich geh morgens mit ihm so 15-20min. Gassi mit hauptsächlich Freilauf. Leine ist nur zum überqueren der Straße dran. Entweder Gina ist dabei oder ich nehm den Futterdummy mit. Dann wird getobt oder Dummy gesucht/geholt und danach ist Ruhe anngesagt in der Zeit schläft Lennox in der Box. Dann geht mein Opa mit den beiden in Garten zum Pipi machen und sind mit draußen währen Opa im Garten arbeitet. Danach wieder Ruhe in der Box. Mittags komm ich dann wieder heim lass ihn kurz ihn Garten mit den anderen beiden da wird dann gespielt. Wenn wir dann wieder rein gehen bekommt Lennox Futter und wir sind oben in meinem Zimmer da muss er dann aber auch eher Ruhe geben und Abends machen wir dann nochmal einen Spaziergang von 20-25min. Übungen lass ich in Alltag einfließen und immer nur eine Übung dann wieder Freilauf. Je nach Ermüdungszustand von Lennox clickern wir auch noch oder eben nicht kommt immer darauf an wie fit er noch ist.

    Ich finde jeder Hund ist anders und deswegen ist es schwierig das zu pauschalisieren. Verlass dich auf dein Bauchgefühl und lass dich nicht verrückt machen =)

  • Zitat


    Ich find diese Überforderungs/Unterforderungsgeschichte nimmt so langsam komische Ausmaße an...

    Hier überlegt man ob ein 5 Monate alter Hund unterfordert sein kann - in einem anderen Thread ist der Hund 4 Monate alt - selbes Thema.

    So ein junger Hund - das man ihn sicher überfordern kann glaub ich ja - aber das doch dann auch nur weil man ihn nicht unterfordern möchte - den Junghund einfach mal Junghund sein lassen...

    2x am Tag richtig powern lassen, Clickertraining, Hund fährt schnell hoch - das ist ein junger Hund...

    Das ist nur meine persönliche Meinung - aber ich finde man kann die Kirche auch im Dorf lassen... ich hab mir bislang bei keinem Welpen/Junghund nen Kopf gemacht ob der unterfordert ist... es gibt soviel zu lernen - allein im Alltag... muss da noch so viel Programm drum herum statt finden?LG

    Ich hau dich nicht ;) Aber versteh mich nicht falsch - ich habe nicht gesagt, daß mein Hund ne Sportskanone sein soll oder den ganzen Tag ruhiggestellt werden muß - der Mittelweg muß gefunden werden. Es geht mir hier in erster Linie darum, das richtige Maß zu finden bei einem Jagdhund, der mein erster Jagdhund ist, und darum, sein Verhalten zu deuten, wenn er "ausflippt" im positiven Sinne. Ich möchte, daß er sich wohl fühlt, nicht mehr und nicht weniger. Ich doktore nicht an ihm herum, ich trieze ihn nicht, ich sperre ihn aber auch nicht weg. Er darf sicherlich Junghund sein - grad vorhin im Wald, 20 Minuten herumtoben mit anderen gut sozialisierten Hunden jeder Altersklasse. Es ist nie im Leben so, daß ich von ihm sonst was verlange. Das Clickern sind 2 - 5 Minuten und das noch nicht mal jeden Tag, und momentan noch Unterstützung der Grunderziehung.

    Also "so viel Programm drum herum" ist das m. E. gar nicht.

    Ich habe bei Grisu einfach das Gefühl, daß er lernen kann und will, daß er klug genug ist, aber auf der anderen Seite auch ziemlich schnell aufdreht. Natürlich darf er wie bekloppt durch den Garten toben und in seinem Körbchen herumwuseln, wenn's grad übersprudelt, gar keine Frage, darüber mach ich mir auch gar keinen Kopp. Ich suche halt nur das richtige Maß zwischen beiden Extremen.

  • Zitat

    Ich suche halt nur das richtige Maß zwischen beiden Extremen.


    Die Suche kann dir niemand abnehmen, du kennst den Hund besser....

    Schnell aufdrehen ist eine Eigenschaft, die der Hund vermutlich behalten wird, er wird bloss lernen, besser damit umzugehen. Splash dreht übrigens bei konzentrierter Arbeit weniger schnell auf, und Konzentration fällt ihm bei "sinnvoller" Betätigung am leichtesten, viel leichter als beim reinen Grundgehorsam.


  • Jupp, seh ich genauso.
    Wenn ich lese was hier alles so mit dem Hund veranstaltet wird und wie minutioes das eingeteilt ist, ich glaube dann gelte ich als Tierquaeler.
    Mein Hund geht nicht 3x taeglich Gassi, manchmal geht er nur 1x, kann dafuer aber in den Garten. er spielt 1x die Woche mit einem anderen Hund und beim ZOS was wir 1x die Woche machen darf er garnicht spielen. Dafuer machen wir noch 1x im Monat Mantrailing.
    und er ist wesentlich ruhiger als an Anfang als ich der Meinung war er muesste x 30 und 1 60 Minutne laufen und ziwschendurch noch ballspielen oder Gehorsamstraining.

  • Für mich klingt das alles ganz normal.
    Mehr würde ich nicht machen, aber überfordert ist er wahrscheinlich eher noch nicht. ;)

    Ich glaube dieses "im ersten Jahr nur Grundgehorsam" rührt genau aus solchen Fragestellungen heraus.
    Überall liest man, was Hund so kann und soll und in der HundeSchule wird dieser und jener Kurs angeboten.

    Wenn bei uns viel Action war an einem Tag, dann passiert am anderen Tag auchmal fast gar nix und genauso habe ich das in Paulas Junghundzeit gehalten.
    Gewöhnung und Anregung für den Geist, aber auch Ruhe. Wie man es eben für ein kleines Kind auch gestalten würde, ich glaube nicht, dass da so ein großer Unterschied besteht.

  • Ehrlich gesagt finde ich 5 Minuten am Stück clickern schon seeeeehr viel für einen so jungen Hund.

    Meine Clickereinheiten dauern immer MAXIMAL eine Minute, danach kommt erstmal ausgiebiges Spielen, toben - und erst dann wieder eine Minute clickern.

    Dass er nach kurzer "Arbeits"zeit desinteressiert oder abgelenkt wird und sich zeug zum Abschleppen sucht ist für mich ein ganz eindeutiges Signal, dass er nicht mehr bei der Sache ist oder nicht weiß, was du von ihm willst. Daher wie gesagt die Clickereinheiten so kurz wie nur irgendwie möglich halten und die Spannung, die sich während der Einheit aufbaut, ausgiebig wieder abbauen. Du solltest aufhören, wenn's am schönsten ist, und wenn dein hund am liebsten noch weiter arbeiten würde :)

    Vom wöchentlichen Intervall her finde ich es aber in Ordnung. Wir clickern auch nur alle 2-3 Tage mal, und es zeigt sich wie auch bspw. bei menschlichem Krafttraining, dass diese Ruhetage enorm wichtig sind, damit sich das Wissen richtig setzt. Speziell nach längerer Pause arbeitet Maggy dann immer viel ruhiger und konzentrierter mit.

    Edit: Achja, Maggy ist jetzt auch bald 5 Monate alt :)

  • Ganz ehrlich? Ich würde mir Sorgen machen, wenn sich mein auch nur halbwegs lebhafter Hund mit fünf Monaten NICHT so benehmen würde - ich find das stinknormal und viel eher lustig als lästig.

    Mein Terrier war für diese Temperamentsklasse immer ein sehr ausgelichener und angenehmer Welpe - aber das regelmäßige Turbo-Ausflippen hat sie sich natürlich trotzdem gegönnt und tut das auch heute als Jungerwachsene noch gern. Und wie mein Garten um diese Zeit aussah, möchtest du vermutlich gar nicht genau wissen...:

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    Das gehört einfach dazu und ist meines Erachtens weder ein Zeichen von Über- noch von Unterforderung, sondern einfach überschüssige jugendliche Lebensfreude. Sorgen würde ich mir machen, sobald der Hund überhaupt nicht mehr zur Ruhe kommt und permanent so rumhibbelt - aber vorher sicher nicht.

  • Zitat


    Wenn ich lese was hier alles so mit dem Hund veranstaltet wird und wie minutioes das eingeteilt ist, ich glaube dann gelte ich als Tierquaeler.

    Was "veranstalte" ich denn alles mit meinem Hund und wie minutiös ist das denn eingeteilt? :???: Wenn ich Minutenangaben gemacht habe, war das zur groben Schätzung. Ich gucke dabei nicht auf die Uhr, ich besitze auch keine Armbanduhr. Ich hab im Gegenteil sogar öfter das Gefühl, er langweilt sich. Er muß sich ja auch öfters zurücknehmen, mittags beim Kochen, nachmittags, wenn mich die Kinder beanspruchen, abends beim Abendbrot, morgens wenn ich die Kinder erst fertig machen muß usw. Hier ist alles andere als 24 Std. Action!

    Anders herum gefragt:

    - Warum läuft er mir im Haus, bei der Hausarbeit z. B., auf Schritt und Tritt hinterher, und zwar egal, wohin ich gehe und wie oft ich die Treppen rauf und runter laufe usw.?

    - Wenn ich auf dem Sofa sitze, liegt er irgendwo herum. Sobald ich einen Finger krumm mache, steht er voller Erwartung vor mir, als wolle er fragen: "Was passiert jetzt Aufregendes??"

    Weil ich zu viel mit ihm mache?

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