Ist es richtig was ich mache?

  • Hallo liebes Dogforum-Team,

    ich habe eine 10 Monate alte Yorki-Hündin die mir, seit sie läufig geworden ist, sorgen. Durch die Scheinschwangerschaft und Gebärmuttervereiterung wurde ihr Verhalten sogar noch schlimmer. Durch blöde Hundekontakte (ich musste sie oft auf den Arm nehmen, wurde von freilaufenden Hunden umgerannt usw) hat sie eine Aggression (sicher aus Angst) entwickelt. Folgend äußert sich die:

    Wir laufen an der Leine und sehen von weiten Hunde. Plötzlich fängt sie an wie laut zu quiecken und zu knurren. Ich versuche die Situation zu entschärfen indem ich Ersatzverhalten in Form eines "Sitz" mache. Dann gebe ich das Kommentar "Schön lieb sein" und lobe sie dann sehr oft, wenn sie entspannt und ohne Ton läuft. Gibt sie wieder einen Ton, das gleiche Verhalten.

    Heute haben wir eine Hundegruppe (3 Hunde) gesehen. Ich habe sie gebeten, die Hunde anzuleinen da ich das ja üben wollte.

    Ich mit Ayla zu denen hin und versucht kleinschrittig sie zu beruhigen. Sie geht dann vorsichtig zu jedem Hund hin, beschnuppert alle und dann war es sogar so weit, dass alle 4 Hunde frei zusammen laufen konnten. Nur wenn ein Hund mir zu nahe kam, entwickelt sie totale Eifersucht und einen Beschützertrieb :verzweifelt: Sie klefft und knurrt dann ganz anders. Vorallem wenn die Hunde sehen, dass ich ein leckerli habe tut sie alles, um das zu beschützen. So richtig kann ich diese Situation noch nicht meistern. Wahrscheinlich weil ich sie oft auf den Arm nehmen musste und fremde Hunde uns angesprungen haben. :???:

    Wir schaffen es dann wirklich mit den anderen Hunden zu laufen ohne dass sie einen Mucks von sich gibt. Schnuppert an den rum. Dann aber wird es ihr sichtbar zu viel und verfällt ins alte Muster. Erneut beruhige ich sie und lobe in den richtigen Momenten.

    Dennoch: Kaum sieht sie von weiten einen Hund, ist es immer wieder der gleiche Kampf.
    Nun wollte ich mich mit dem Thema "Zeigen und Benennen" auseinander setzen. Bin ich denn auf dem richtigen Weg? Oder mache ich echt viel falsch? :hilfe:

    Wäre um jede Hilfe dankbar. So hört sie Prima. Heranrufen klappt, ich schaffe es ja auch in den pikären Situationen sie in ein Sitz zu bringen. Nur halt dieser wahnsinnige Stress + Angst die sie da spürt ist furchtbar. Da habe ich nur einen 1.5 Kilo Hund und kann den nichteinmal unter Kontrolle bringen ...

    Danke schonmal an alle!
    Lisa und Ayla

  • Hallo,

    dass es mit den vier Hunden so gut geklappt hat ist ja schon mal ein Anfang.
    Jedoch solltest Du solche positiven Erlebnisse dann beenden wenn sie noch positiv sind und nicht erst dann wenn sie Stress bekommt.
    Nur so wird sie sicherer werden.

    Also achte künftig einfach darauf, dass sie positive Erlebnisse hat und geh wenn es am schönsten ist.

    Wegen der Eifersucht auf Leckerlis:
    Das ist nichts ungewöhnliches und viele Hunde zeigen hier Eifersüchteleien.
    Ich würde wenn andere Hunde dabei sind gar keine Leckerlis anbieten. Das kann echt ausarten und zu Beissereien führen.

    Auf den Arm würde ich sie auch nicht nehmen wenn sie knurrt, sondern versuche lieber durch Deinen Körper (vor sie stellen) die anderen Hunde abzublocken und ihr dadurch Sicherheit zu vermitteln.

    Manchmal helfen auch ein paar Gruppenstunden auf einem Hundeplatz bei dessen Training die Hunde angeleint sind.
    So lernt sie, dass es gar nicht schlimm ist wenn Hunde an einem vorbeilaufen, auf einen zulaufen oder neben einem sitzen.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Bei einem 1,5 kg Hund würde ich um andere Hunde eher einen Bogen machen. Da reicht ein gar nicht
    mal böse gemeinter Pfotenschlag und das wars für die Kleine. Meist ist bei diesen Hunden auch die Fontanelle
    nicht geschlossen, das macht es umso gefährlicher.
    So wie es sich anhört hat dein Hund die Erfahrung gemacht, dass du sie nicht schützen kannst und auch solche
    Begegnungen nicht händeln kannst. Ich würde auch keinen Kontakt an der Leine zulassen, niemals, wenn sich
    die Leinen verheddern hast du verloren.
    Wenn es bei euch eine Hundeschule mit einer Minihundgruppe gibt lohnt es sich schon das mal anzusehen.
    Wenn es da Hunde in ihrer Gewichtsklasse gibt, kann sie da Erfahrungen sammlen und du vielleicht lernen
    wie du deinem Hund mehr Sicherheit vermitteln kannst.

  • Dein Begegnungstraining finde ich auch vom Ansatz her gut. Sie muss viele angenehme Erfahrungen sammeln, damit sie entspannter auf diese Begegnungen reagiert.

    Diese Eifersüchteleien und das Beschützen würde ich rigoros unterbinden. Zum einen aus Prinzip, vor allem aber, weil es eine stete Gefahrenquelle ist. Möglicherweise hat sie das falsch verknüpft, wenn Du sie auf den Arm genommen hast. Also sie beschützt Dich statt umgekehrt.
    Solange das nicht funktioniert, kein Futter i.V.m. anderen Hunden - wie Steffi schon schreibt. Parallel mit 1, Euch gut vertrauten Hund z.B. üben, beide vorsitzen zu lassen und kontrolliert Leckerchen zu geben.

  • Also die Situationen komplett zu umgehen, wie es YorkiFan vorgeschlagen hat, würde ich vermeiden! Zum Einen verschärfst du Hundebegegnungen, indem du deiner Hündin vermittelst, dass das etwas echt schlimmes ist und zum anderen verkrampfst du selber ja total!

    Warum hattest du sie denn hoch genommen? Wegen der Läufigkeit? Ich würde zukünftig hundebelebte Plätze zur Hitze meiden und lieber irgendwo Gassi gehen, wo eh Leinepflicht herrscht oder wenig Hunde unterwegs sind.

    Kontrollierte Hundebegegnungen und Übungen in der HuSchu find ich gut, bis dahin würde ich Leckerchen, Bälle usw komplett in der Tasche lassen, solange Hunde anwesend sind.
    Wenn du in einer Hundegruppe unterwegs bist, dann bleibe nicht stehen und drehe dich von anderen Hunden weg, wenn sie Kontakt zu dir aufnehmen wollen.
    Beobachte deinen Hund nicht so genau, sie ist ja nicht doof und merkt das. Also muss nach ihrer Ansicht irgendwas nicht stimmen!
    Häufig bemerkt man ja schon etwas früher, wenn sein Hund vorm Austicken steht. Reagiere sofort und entferne dich kommentarlos aus dieser Situation. Deine räumliche Distanz könnte sich sofort besänftigend auf deine Hündin auswirken...

  • Danke für eure Beiträge.

    Ich versuche mal auf alle etwas einzugehen.

    Zum Thema hochnehmen: Wie so oft waren wir spazien und auf meinem Wunsch, dass die HH ihre Hunde anleinen, wurde natürlich nichts. Hund sieht Ayla, Ayla wird fast zertreten, ich kann auch anderen Hund nicht mehr zurückhalten, ich nehme Ayla hoch. Hund springt mich an um zu Ayla zu kommen. HH macht nichts.

    Ich kann gar nicht mehr zählen wie oft diese Situationen aufgetreten sind.

    Wir waren bis zu ihrer Krankheit in der Hundeschule. Wir haben sogar eine Minihundegruppe. Da klappte alles prima. Dann wurde sie Läufig (Habe einen Thread über ihre hormonellen Dysbalancen geschrieben) und plötzlich konnte sie von weiten nichts mehr sehen ohne zu bellen.

    Dann während der Hundeschule und nachdem sich alle beschnuppert haben, lief es top. Ohne Probleme. So war es ja auch gestern. Es ist dieser Anfangsstress den sie hat. Selbst ihre Lieblingsspielkameraden knurrt und bellt sie anfangs wie verrückt an. Danach ist alles weg.

    Ich versuche jetzt mit Clickern anzufangen. Habe einie Beiträge gelesen und werde jedes mal clicken, wenn sie einen Hund sieht und ruhig ist. Und das immer weiter ausdehnen.

    Auch habe ich meine Hundetrainerin gefragt ob sie mit mir mal eine Einzelstunde machen kann und sich das Problem mal in Natura anschaut.

    Eure Tips haben mir geholfen, danke euch schonmal!

    Wir kämpfen weiter...

  • Wir haben eben ein Erfolgserlebnis gehabt :)

    Situation a)

    Wir laufen an einem Tor entlang hinter dem ein ziemlich großer lautstark bellender Hund zu sein scheint.
    Durch das leise und ruhige Beschwichtigen mittels dem Befehl: Alles fein mein Schatz ging ihre Rute sichtlich runter und ihr bellen wechselte eher in ein winseln. Nach der Situation gab es ganz viel "fein fein" mit rumspielen und kuscheln.

    Sowas war vorher nie denkbar. Sie hätte vorher an der Leine gezerrt, wie wild um sich gebellt usw usw. Früher habe ich aber auch gedacht, ich muss das ganze sofort behandeln. Bin ganz langsam an dem Tor vorbeigangen, stehen geblieben, ein Sitz davor geben lassen - was wie ich jetzt weiß mega blödsinn ist. Jetzt gehe ich selbstbewusst an dem Tor vorbei und mein Hund ist eng an meinen Knöcheln (höher ist sie nicht :headbash: ) Halte stets den Blickkontakt und will ihr zeigen, dass ich sie beschützen kann.

    Situation b)

    Wir laufen durch einen kleinen Park und ich sehe von weiten einen Hund. Glücklicherweise stellt es sich heraus, dass es sich hierbei um einen Hund von gestern handelt. Er macht seinen Hund von weiten ins Sitz und ich taste mich langsam mit Ayla heran. Beschwichtige sie immer und lobe sie wenn sie ruhig ist. Beginnt sie auszuticken, sofort umdrehen, Sitz machen, zu ihr runter beugen, streicheln und sagen alles ist gut. Wenn wir weitergehen und sie ruhig ist, sofort Leckerli.

    Das machten wir 3x ungefähr. Und das bellen war suuuper wenig. Dann waren wir endlich beim Hund (so ein 25Kilo Zottelhund :D) und sie schnupperte und freute sich. Dann die Situation genutzt, mich riesig bedankt und schnell weitergangen. Danach dann ganz doll knuddeln und loben.

    JAAAAAAAAAAAAAAAAA wir sehen Fortschritte :D

    Mal eine Frage am Rande... sind einige Hunderassen (Bsp: Golden Retriever) leichter zu erziehen als z.B. einen Yorki? Oder ist das Schubladen denken? Klar jeder Hund muss erzogen werden, aber vom Wesen her gibt es doch Hunde die äußerst ruhig vom Wesen sind. (Wenn ich da echt falsch liege, bitte auf dem Kopf hauen :headbash: )

  • Hallo,

    ich denke du bist auf dem richtigen Weg. :smile: Je entspannter du bist,desto mehr vermittelst du deinem Hund Sicherheit.
    Schön,dass du nicht zu den Leuten gehörst,die ihrem Hund den Kontakt zu anderen wegen der Erlebnisse komplett verbietest.
    Allerdings würde ich das "Auf den Arm nehmen " lassen-das endet auf lange Sicht nicht gut.
    Und große Hunde können durchaus auch mit kleinen gut umgehen-man muss nur einen vorsichtigen Großen haben. ;)

    Ob manche Hunde leichter zu erziehen sind???Öhm...keine Ahnung. :???: Ich glaube manche Rassen sind mehr menschenbezogen und arbeiten deshalb leichter mit,aber Erziehung brauchen sie alle oder?
    Expertenmeinung bitte....

    LG

  • Zitat

    Da habe ich nur einen 1.5 Kilo Hund und kann den nichteinmal unter Kontrolle bringen ...

    na, in erster linie hast du einen terrier... eine kampfsau.. einen rattentöter... einen rottweiler in gedanken ;)

    und ja, manche rassen sind leichter zu erziehen, weil sie für zusammenarbeiten gedacht waren... und manche, so auch die kleinen terrier, sind für eigenständiges denken und kämpfen und jagen und töten gezüchtet worden.. also eigenständige kleine hunde mit nem riesen ego...

    lg

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