Bindung? Jagen von Joggern
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Hallo zusammen

zuerst möchte ich mich und meinen "Besen" kurz vorstellen: Wir, dass sind Tennesse (3 Jahre) und ich (28 Jahre). Ich habe meinen Wauzi vor ca. 3 Monaten aus dem Tierheim "geangelt" und habe jetzt die ein oder andere Frage: Ich bin seit 3 Wochen in einer Hundeschule, zum einen für mich (mein erster Hund) zum anderen für sie (Straßenköterli aus Kroatien mit sehr wenig Erziehung)
Mein Hundetrainer hat schon des öfteren zu mir gesagt, dass bei uns noch keine richtige Bindung da ist - verstehe ich, nach 3 Monaten, der Hund hat immerhin 3 Jahre auf dem Buckel und bringt schon seine Erfahrungen mit. Es gibt immer wieder aufs und abs in unsere nennen wir es mal Beziehung
Sie ist ein relativ unsicherer Hund (Angst vor fremden Menschen, besonders Männer), ich übe jeden Tag fleißig die Grundkommandos und alles ... aber heute ist mir echt was blödes passiert ... wenn Jogger oder Radfahrer oder Spaziergänger kommen rufe ich sie immer ab und lasse sie Fuß laufen oder Sitz machen (Jogger und Radfahrer), das klappt immer prima und sie ignoriert Passanten, Jogger und Radfahrer und konzentriert sich auf mich ... heute aber nicht! Ich habe sie bei Fuß laufen lassen (ohne Leine) und ein Mountainbikefahrer fuhr seitlich an uns vorbei und SCHWUPS war sie weg und lief schwanzwedelnd frisch fröhlich jagend seitlich und hinter ihm her ... ich habe dann wie immer "nein. zu mir" gerufen aber das hat sie null die bohne interesessiert ... irgendwann kam sie dann, ich habe sie sitz machen lassen und belohnt ... dann bin ich weiter mit ihr auf eine Wiese und da habe ich aus der Ferne (! 200 m) 2 Radfahrer gesehen, die noch nicht mal auf ihren Rädern saßen und sie hat sie gesehen, ich habe "nein" gerufen und daraufhin rannte sie im Irrsinstempo hin und umkreiste diese und hat gebellt ... diese haben sie dann mit "tschh" verjagt, woraufhin sie auch weggegangen ist und auf mein "zu mir" zu mir gerannt kam ... ich habe sie dann angeleint und bin wortlos mit ihr bei Fuß weggegangen ... ich hatte eine irrsinnswut im Bauch das könnt ihr euch vllt. vorstellen ... ich bin mir nun einfach nicht mehr sicher, ob sie - wenn sie ohne leine ist - denkt, sie könnte sich freiheiten herausnehmen, die sie mit leine nicht hat?! Mit Leine funktioniert alles super ...
Liegt es daran, dass wir tatsächlich noch keine BIndung haben und sie denkt "*** mich" oder warum? Beim 2. Radfahrer, der noch nicht mal auf dem Fahrrad saß, geschweige denn ein Bewegungsreiz da war, hat sie nach meinem "nein" reagiert und ist hingerannt ... 
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Hi,
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o.k. habe gerade den Beitrag mit dem Schleppleinentraining gelesen, die Schleppleine kommt nicht immer zum Einsatz aber ich glaube, das versuche ich, damit ich sie in ein paar Monaten ganz von der Leine lassen kann :-)
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Hallo,
vorweg Hut ab als ersten Hund einen Tierheim Hund im anstrengenden Alter zu holen :-)
Zuerst einmal könnte ich gut vorstellen, dass dein Hund nicht mit so einem engen Kontakt zu Menschen aufgewachsen ist und auch sie erst in die Situation reinwachsen muss.
Dann kommt dazu, dass dein Hundestrainer ja sehr hilfreich ist, wenn er sagt dass keine Bindung da ist; er aber ja anscheinend auch keine Tipps hat. Meine Erfahrung ist, dass eine Beziehung nicht durch Grundgehorsam entsteht wie Sitz; platz, Fuß, sondern durch gemeinsame Erlebnisse. Habt Spaß! Suchspiele, "Waldagility", querfeldein durch den Wald laufen, sich auf dem Teppich balgen, zusammen auf dem Sofa kuscheln ;-) Hunde mögen es, wenn wir uns zum Hund machen... Das lastet den Hund auch viel mehr aus als "blödes" GrundgehorsamkeitsTraining. Und eben Unterforderung kann dazu führen, dass dann eben Jogger; Radfahrer, Pferde; Kühe, Autos... gejagt werden. Damit es nicht nochmal vorkommt und sie sich mit der Jagd selbst belohnt, würde ich sie nicht nur Fuß laufen lassen, sondern in den Situationen auch anleihen. -
Oh, ich mang das Wort "Grundgehorsam" nicht, fast so ungerne wie das bescheuerte "Unterordnung"

Genau. Kauf Dir eine GESCHEITE Schleppleine, die schön leicht, aber griffig ist, nicht brennt und sich nicht vollsaugt mit Wasser, und dann spielt ihr tolle Rückrufspiele (wie man einen schönen zuverlässigen RR aufbaut, kannst Du hier nachlesen: https://www.dogforum.de/der-doppelte-ruckruf-t126830.html).
Wie reagiert sie denn auf Jogger (Fahrradfahrer, Autos, Motorräder, anderes Bewegliche Zeugs), wenn sie an der Leine ist?
Manchmal ist es einfach der Bewegungsreiz, der "Jagen" auslöst.
Es kann aber auch Angst/Aggressionsverhalten sein, wo es darum geht, das böse Dings zu vertreiben. Leider kann man das nur schwer auseinanderhalten, finde ich (ich habe selber da so ein Exemplar aus dem Tierschutz, der sich, als er kam auf all diese Dinge stürzen wollte, und zwar mit Gebrüll.Wir haben hiermit (https://www.dogforum.de/zeigen-und-benennen-t128830.html) daran gearbeitet - und ein paar-drei Erfahrungsberichte von anderen Hundehaltern findest Du da auch ;D
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Hallo

dein Beitrag hätte auch von mir sein können. Ich habe Janosch (aus Ungarn, inzwischen 3 Jahre) vor einem Jahr zu mir geholt. Anfangs ging alles super, er war brav, hat toll gehört, also habe ich ihn relativ bald freilaufen lassen können. Dann hat er sehr unvermittelt auf einem Spaziergang einen Jogger gejagt und einen Fahrradfahrer und seitdem, trotz viel Training, nicht damit aufgehört. Sprich er jagt sie ab und zu immer noch, wenn ihn grad der Hafer sticht und die Gelegenheit günstig ist, also ich nicht schnell genug bin.
Ich will damit sagen, dass du dich ab jetzt darauf einstellen solltest, dass dein Hund noch öfter jagen wollen wird und deshalb auf jeden Fall eine Absicherung nötig ist. Am besten in Form einer Schleppleine.
Jagen ist stark selbstbelohnend und wenn sie auch noch Erfolg hat (Jogger bleibt stehen z.B.), wird sie das öfter wollen.
Um die Bindung zu stärken finde ich super, was Juno1 geschrieben hat. Hinzufügen würde ich, dass du konsequent bei deinen Grenzen bleibst, so dass sich der Hund darauf verlassen kann. Gerade misstrauische Auslandshunde haben es so leichter Vertrauen aufzubauen.Viel Erfolg!
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Ich will nur kurz eine Lanze brechen für den Grundgehorsam und dessen Einübung: Auch das stärkt die Bindung! Alles, was du mit dem Hund machst, stärkt die Bindung. Und besonders wird sie gestärkt, wenn der Hund merkt, dass du Führung übernimmst in eurem Mensch-Hund-Team - denn ein Hund bindet sich gerne an einen "Führer". Fehlen Führungsqualitäten, wird der Hund eher sein Ding machen als sich anzuvertrauen (sprich zu binden).
In Grundgehorsamkeitsübungen zeigst du deinen Führungsanspruch (wenn richtig ausgeführt) - deshalb sind solche Übungen auch Bindungsarbeit.Bindungsarbeit heißt es auch, weil es Arbeit ist und Zeit braucht, bis Bindung entsteht. Das geht nicht über Nacht und es ist ein lebenslanger Prozess. (Später ist man wie ein altes Ehepaar, der Hund und man selbst

Es ist auch recht normal, dass ein Hund nach ca. 6 Monaten im neuen Haushalt noch mal andere Seiten zeigt als bei seiner Ankunft. Dann ist er eingelebt und angekommen, vorher hat er aufgrund der neuen Situation ggf. ein überangepasstes Verhalten gezeigt, um sich in die neue Situation hineinzufinden.
Ansonsten würde ich auch zu Schleppleinentraining raten. Dann kannst du deine Kommandos durchsetzen und der Hund sich nicht mehr selbst belohnen.
ich würde für den Ablauf auch die Trainerin fragen, wenn da bei dir Fragen auftauchen. Denn man darf auch was fragen, was über die Stunde auf dem Platz hinausgeht. Wenn man schon ne Trainerin hat, würde ich die nutzen.Und: Hast du mal überlegt, selbst mit ihm Rad zu fahren? Deine Schilderung der 1. Situation liest sich so, als liefe der Hund ganz gerne neben dem Rad her? (Wenn der Hund das mag und du machst das mit ihm, stärkt das auch die Bindung. Plakativ gesagt: Dann bist du seine Heldin, weil du ihm Laufrausch verschaffst

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Ohne Grundgehorsam geht gar nix, er ist das A und O, wenn der Hund Freilauf geniessen soll. Aber es steht nirgends geschrieben, dass Grundgehorsam nur in freudlosem Drill erarbeitet werden kann, das ist doch veraltet. Er darf ruhig Spass machen! Es wurde auf den doppelten Rückruf verwiesen - das ist Training des Grundgehorsams. Rückruf und ein Signal für Stopp/Warten sollten zuverlässig befolgt werden in Alltagssituationen, dann steht dem Freilauf nichts mehr im Wege. Aufs gemeinsam kuscheln, spielen und entdecken muss man ja deswegen nicht verzichten. Aber nur mit letzterem wird man wohl eher nicht zu einem unangeleint sicher kontrollierbaren Hund kommen.
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ich mag auch nur das Wort nicht und die Assoziation, die ich damit hab.
Keine Frage, dass man daran arbeiten muß - bzw SPIELEN ;D
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Grundsätzlich hilft nur üben (also am besten eben Schleppleine) und aus trauriger Erfahrung fang am besten direkt an. Desto mehr sich das verfestigt, desto schwieriger wird es. Da überdies gerade Brut- und Setzzeit ist ist es ein günsiger Zeitpunkt zum Training.
Aber da Du Dich ja auch geärgert hast oder/und Dir die Situation peinlich war, mal eine Geschichte zum Lächeln.
Ich bin letztes Jahr mit meinem Hund unterwegs gewesen. Da kam ein Jogger noch wirklich weit entfernt aus einem Gebüschbereich hervor. Obwohl signalgrün angezogen habe ich ihn erst gesehen als mein Hund in seine Richtung startete. Ich habe ihn zurückgerufen - hat super geklappt, war sehr stolz. Also Hund gelobt usw. an die Leine genommen wieder hoch geguckt, der Jogger war verschwunden.
Der Gebüschkomplex war noch gute 300m entfernt und lag in meiner Richtung also ich mit Hund an der Leine dorthin gegangen. Der Jogger war weg.
Das wurde mir dann sehr unheimlich, da das Gebiet wirklich gut einsehbar ist.
Ich gehe dort immer, eben damit ich den Hund rechtzeitig rannehmen kann.Also wo war der Jogger hin?
Am Gebüschkomplex angekommen, kommt der signalgrüne Mann aus diesem Gebüsch rausgeklettert.
Ich habe dann gefragt, ob alles ok ist.Da hat er gesagt "na er hat den Hund gesehen und ist schnell auf einen Baum geklettert."
Nun sind da aber gar keine wirklichen Bäume.Ich konnte gar nicht mehr sprechen, weil ich nicht wußte:
Entschuldige ich mich? Aber ich hatte den Hund wirklich sofort und weit von ihm entfernt gestoppt und angeleint.
Frage ich auf welchen Baum? Oder was sage ich überhaupt?Habe mich dann einfach vorsichtshalber entschuldigt.
Er hat gesagt
"Er klettert lieber einmal zuviel auf einen Baum als einmal zuwenig"
Und dann ist jeder in seiner Richtung weiter.So kanns gehen, selbst wenn der Hund gut abrufbar ist.
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Nur ein kurzer Gedanke, da mein Rüde auch so ein Lern-Genie ist
ZitatSCHWUPS war sie weg.... ich habe dann wie immer "nein. zu mir" gerufen aber das hat sie null die bohne interesessiert ... irgendwann kam sie dann, ich habe sie sitz machen lassen und belohnt ...
Zitatdann habe ich aus der Ferne 2 Radfahrer gesehen, ..., ich habe "nein" gerufen und daraufhin rannte sie im Irrsinstempo hin und umkreiste diese und hat gebellt...
Wie gesagt, nur ein Gedanke und klar soll man den Hund nicht fürs kommen bestrafen, aber mein Hund hätte sich vermutlich im Zweifelsfall gedacht, er nimmt mal die Verknüpfung nein -> jagen -> Belohnung...

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