Unser Hund zerstört seit neuestem die Wohnung
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Hallo zusammen,
ich versuche, die Situation so genau wie möglich zu schildern:
Nero ist ein 11 Monate alter Mischling (Retriever, Labrador, Border Collie). Wir kennen ihn, seit er 2 Tage alt war und haben ihn mit 8 Wochen zu uns geholt - bis dahin haben wir ihn immer wieder besuchen dürfen.
In den ersten Monaten (April bis September 2011) waren sowohl meine Freundin als auch ich arbeitslos und konnten viel mit dem Hund machen. Unter anderem haben wir ihm das alleine sein antrainiert. Das hat wunderbar funktioniert, er blieb ohne gravierende Probleme viele Stunden alleine.
Seit September arbeiten wir beide wieder, der Hund ist in dieser Zeit zwischen 5 und 8 Stunden am Tag alleine gewesen (meine Freundin macht eine schulische Ausbildung, von daher schwanken die Zeiten ein wenig). Seit Januar jedoch macht sie ein Praktikum und wir sind beide 8 Stunden nicht zu Hause. Damit Nero sich nicht alleine fühlt, haben wir jemanden, der Mittags mit ihm eine Stunde rausgeht.
Seit ein paar Tagen ist es nun so, dass er unsere Couch komplett zerpflückt. Dies muss am Nachmittag passieren, da unser Mittagsmann sagt, dass er das nichts dergleichen gesehen hat, wenn er ihn abholt...Ich bin mittlerweile sehr verzweifelt und gestresst. Nach Hause kommen ist zu einer Tortour geworden, weil man genau weiß, dass er wieder alles mögliche kaputt gemacht hat. Ich ignoriere ihn dann, solange ich das Chaos beseitige, danach gehe ich ganz normal mit ihm um.
Wir haben uns jetzt für eine Hundeschule angemeldet, dennoch wollte ich die "erfahreneren" HH's hier mal fragen, wie wir sonst mit dem Problem noch umgehen können? Wenn wir die Wohnung verlassen bekommt er meist von uns Spielzeug oder einen Knochen zum Kauen. Das Spielzeug ist in der Regel abends auch kaputt, der Knochen so gut wie abgenagt... Langweilt er sich? Werden wir dem Hund vielleicht nicht (mehr) gerecht?
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ja, so lange allein bleiben ist oft ein problem.
du schreibst, mittags geht ein gassigänger mit ihm eine stunde raus und erst danach überkommt ihn die zerstörungswut?
was macht denn der gassigänger mit ihm? einen ruhigen spaziergang oder mehr "spiel,spass,gute laune"?
kommt er womöglich recht aufgedreht vom mittagsgassi zurück? wie läuft das generell - verabschiedet sich der gassigänger genauso wie ihr auch vom hund, wenn er ihn zurück bringt? oder macht er das ganz anders?
was treibt ihr denn sonst noch so mit dem hund - auslastung (körperlich und geistig) hat er genug?
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Zitat
Werden wir dem Hund vielleicht nicht (mehr) gerecht?
könnte man so sagen. nicht jeder hund schafft es, so lange allein zu sein.
kann euer gassigänger den hund nicht am nachmittag erst mal bei sich behalten?
gruß marion
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Ohje...ich hab sowas ähnliches durchgemacht

Wir haben einen Schäferhund-Border Collie-Mix. Mittlerweile 4 Jahre und der tollste Hund den ich mir vorstellen könnte! Aber immer war das nicht soo...
Sam hat um das erste Lebenjahr herum sehr viel geklaut und kaputt gemacht. Es war immer dasselbe: Jemand kam nach Hause und Sam hatte irgendetwas zerstört. Man musste es nur suchen und hoffen, dass es nix schlimmes war. Tischbeine, Handys, Glasschüsseln, Essen, Kabel....die Liste ist unendlich lang!
Zunächst haben wir versucht ihn anzuleinen, was zwar klappte, aber nun fing er an auch nachts die ganze Sache durchzuziehen.
Bis ich mit ihm anfing Sport zu treiben und richtig mit ihm zu arbeiten. Ich habe Agility angefangen, mit ihm beim Spazierengehen Tricks geübt, Unterordnung gemacht, Frisbee gespielt usw...
Alles war super und Sam fiel nach dem Gassi oder Sport in sein Körbchen und schlief. Heute weiß ich was das "Zerstörerische" bei ihm war: Frust. Da er ein "Hütehundmischling" ist, braucht er ziemlich viel Arbeit für Kopf und Körper. Gerade in der Junghundzeit wurde dies zu wenig ausgelastet und er musste sich etwas anderes suchen um sich zu beschäftigen und seine Aufmerksamkeit zu bekommen.
Heute macht er zwischendurch immernoch kleine Mätzchen. Aber das passiert nur, wenn ich mal nicht so viel machen kann und er ein paar Tage hintereinander keinen Sport macht und nicht lange Gassi geht. (Hatte vor kurzem einen Kreuzbandriss wo ich nix mit ihm machen konnte).Ich kann dir nur empfehlen zu einem guten Hundetrainer zu gehen, dich beraten zu lassen und auch mit dem Hund eventuell etwas mehr zu machen. In Notfallsituationen würde ich mir eine stabile Box anschaffen und ihn nach vorigem Training dort hineinzupacken. (Keine Sorge - meiner schläft auch öfters darin ;)) Das schont auf jeden Fall erstmal die Wohnung. Davor und danach musst du aber unmittelbar mit ihm rausgehen und etwas mit ihm machen. Ob Apportieren, Tricks oder Sonstiges. Der Hund sollte müde sein

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Nun, was wird mit dem Hund gemacht, ausser das er täglich 8 Stunden alleine bleiben muss. Was für ein Rahmenprogramm bekommt er?
Die Frage ist, ob er über oder unterfordert ist und dann seine überschüssige Energie derartig raus läßt.
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Zitat
In Notfallsituationen würde ich mir eine stabile Box anschaffen und ihn nach vorigem Training dort hineinzupacken. (Keine Sorge - meiner schläft auch öfters darin ;)) Das schont auf jeden Fall erstmal die Wohnung.
einen hund über std. in eine box zu sperren, geht ja wohl gar nicht und löst das problem nicht, dass der arme kerl nicht so lange allein bleiben kann.
gruß marion
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einen hund über std. in eine box zu sperren, geht ja wohl gar nicht und löst das problem nicht, dass der arme kerl nicht so lange allein bleiben kann.
gruß marion
Wenn sich der Hund durch Kabel-zerbeißen oder sonstigem klauen selbst in Gefahr bringt ists sicher besser, dass er die erste Zeit in der Box bleibt. Wenn Das Problem dann gelöst ist kann mans wieder abschaffen. Klar sollte man es nicht übertreiben und den Hund 8 Stunden einsperren. Ich schrieb ja auch in "Notfallsituationen".
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8 Stunden am Tag alleine sein, ist schon arg lange. Was soll Hundi denn auch machen ? Wenn wir Menschen tägl. 8 Stunden alleine zu Hause "vertrödeln" müssten, dann schauen wir fern, gehen an den PC, waschen Wäsche oder putzen. Wir vertreiben uns die Zeit irgendwie. Das kann Hundi aber nicht, sprich, er kriegt Langeweile. So viel kann doch kein Hund schlafen, um diese Zeit zu überbrücken.
Meiner hat bis vor kurzem auch jedes Mal was angestellt, wenn er alleine war. Das waren aber max. 2 Stunden am Stück. Er hat die Schränke abgeräumt, alles was nicht niet- und nagelfest war, hat die Jacken von der Garderobe geholt und die Knöpfe und Schnallen abgeknabbert. Ich konnte nix liegenlassen, es war ein Krampf
Irgendwann habe ich nach langem Grübeln angefangen, die Schlafzimmertür einfach mal auf zu lassen. Normalerweise darf er ja nicht ins Bett
Und siehe da ....seit dem hat er nix mehr angestellt. Er freut sich ein Loch in den A*sch darüber, dass ich "vergesse", die Schlafzimmertür zuzumachen und er da (seiner Meinung nach) heimlich reingeht. Der "denkt" wirklich, wir kriegen das nicht mit
. Wenn ich dann nach Hause komme, liegt er brav auf seinem Platz und kein Wässerchen kann ihn trüben. Ja ja, wenn da nur nicht die Hundehaare im Bett wären
Egal, mir ist es Wurscht, soll er doch "heimlich" ins Bett gehen. Er macht seit dem nix mehr kaputt und alle, einschließlich Wauwi, sind zufrieden 
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Zitat
Wenn sich der Hund durch Kabel-zerbeißen oder sonstigem klauen selbst in Gefahr bringt ists sicher besser, dass er die erste Zeit in der Box bleibt. Wenn Das Problem dann gelöst ist kann mans wieder abschaffen. Klar sollte man es nicht übertreiben und den Hund 8 Stunden einsperren. Ich schrieb ja auch in "Notfallsituationen".
ja aber eine notfallsituation - so sie denn eintritt - kann man ja nur dann managen, wenn man da ist - und eben nicht, wenn man nicht da ist.
das heisst man müsste einen hund prophylaktisch erstmal die stunden, die man nicht da ist, in die box sperren...und genau das geht eben nicht. es geht um mehrere stunden täglich, die der hund dann allein in der box wäre...
und selbst wenn man diese lösung anwenden will: erstmal muss man den hund an die box gewöhnen - wenn er da tatsächlich für mehrere stunden allein drin sein soll - da würd ich doch lieber gleich anfangen, nochmal alleinbleiben richtig aufzubauen.....???
ich bin kein freund von "hund in box sperren" - ich kanns aber zur not akzeptieren, wenn jemand seinen vorher "eingewöhnten" hund mal eine auszeit in der box gönnt - solange das nicht stundenlang ist und solange in der zeit jemand in der nähe ist. aber in dem fall ist ja niemand da - über stunden.
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Zitat
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Seit September arbeiten wir beide wieder, der Hund ist in dieser Zeit zwischen 5 und 8 Stunden am Tag alleine gewesen (meine Freundin macht eine schulische Ausbildung, von daher schwanken die Zeiten ein wenig). Seit Januar jedoch macht sie ein Praktikum und wir sind beide 8 Stunden nicht zu Hause....;-( Das weiß man doch aber vorher, wenn man noch in Ausbildung ist, daß man irgendwann 8 Stunden lang weg sein wrid? Ein Border-Collie -Retriever-Mix: das sind ja nun auch nicht wirklich Rassen, die für ein bevorzugtes Schoßhund-Dasein bekannt sind.... Das sind Arbeitstiere.
Ich würde sagen: sucht Euch ne Beschäftigung außerhalb der Arbeitszeit mit ihm, irgendwas mit Suchen, oder was Sportliches. Ich denke, mit etwas Kopfarbeit wäre er besser ausgelastet, und das Dösen daheim, während er auf Euch wartet, wäre weniger stressig für ihn.
Evtl. beim morgendlichen Gassigang (nicht nur 10 Minuten - wie lang geht Ihr da?) auch ein paar Aufgaben mit einbauen. Oder abends mit auf die Joggingrunde nehmen, wenn Ihr sowas macht?
Habt ihr schonmal probiert, ihn die 8 Stunden alleine zu lassen am Stück, ohne den Gassigänger? Wenn das nur zeitlich befristet ist mit den 8 Stunden (wegen des Praktikums), dann würde ich das mal ausprobieren, ob ihm das weniger Streß bereitet. Auf Dauer aber wär mir das nix, so lange einhalten zu müssen ist sicherlich auf Dauer nicht soo gesund ;-)
Oder hättet Ihr die Möglichkeit, über Mittag nach Hause zu kommen und selbst Gassi zu gehen?
Einfach mal austesten, was für ihn am besten paßt. Aber auf jeden Fall wichtig ist, daß er geistig ausgelastet wird.
Eine Box verhindert vielleicht erst mal die Schäden an der Wohnung, wird aber an der Grundsituation, wenn der Hund nicht ausgelastet ist, nichts ändern, im Gegenteil: so "eingesperrt" kann er sich nicht mal daheim bewegen und den Streß/Frust rauslassen, da lauft Ihr dann Gefahr, daß er sich dann eben durch Gebell oder Gejaule Luft macht - ob das so viel besser wäre?
Bin absolut kein Gegner von Boxen, im Gegenteil, aber man muß sich immer bewußt sein, wann und wie man sie einsetzt.
Viel Erfolg beim Austesten!
LG,
BieBoss - Vor einem Moment
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