Verliert ihr nie die Beherrschung?

  • Zitat

    Wenn ich das so lese, frage ich mich was ihr in der Hundehaltung und Erziehung eigentlich so anstellt. Ich habe 5 Hunde zu Hause. Es kommt weder vor das ich brülle, noch das ich implodiere oder explodiere. Wer brüllt hat versagt. Das muß ich einfach mal in aller Deutlichkeit sagen. Auch wenn es sicher so manchem nicht passt. Gut erzogene Hunde laufen nebenher ohne das man immer auf 180 sein muß. Meine machen einfach keinen Mist. Sie werden körperlich, sowie vom Kopf her voll ausgelastet und sind im Haus einfach glücklich und zufrieden. Ich kenne auch nicht das sie auf rufen nicht kommen. Wenn das so ist und das wurde von einigen hier ja so beschrieben, sollte man die Mensch-Hundebeziehung mal überdenken. Ich bin Chef und ich führe. Das mache ich souverän und leise. Da muß ich nicht an die Decke gehen damit sie mich wahrnehmen. Leider werden viel zu viele Hunde zu 4 beinigen Menschen gemacht. Ich habe keine Maschinen neben mir die funktionieren aber Hunde die mir vertrauen und zwar in jeder Situation. Das heißt aber auch das sie vom ersten Tag an bei mir angeleitet und ausgebildet werden.

    Finde ich toll, dass du das alles so gut hinbekommst. Ich bin da scheinbar nicht so begnadet.

    Ich muss zugeben, dass mir schon diverse Male die Hutschnur geplatzt ist. Blöd, sinnlos und nicht zielführend. Ist aber nunmal so. Die Welt ist nicht untergegangen.

    Viele Grüße
    Frank

  • Der Hercules hat mich viel Beherrschung gelehrt. Dieser kleine Kerl hat in seinem Leben vor uns ja nichts gelernt, außer an einer Flexileine zu laufen, er kannte auch weder Lob noch Tadel. In der Zeit bei uns hat er sich natürlich noch sehr entwickelt , aber es macht nach wie vor keinen Sinn, bei ihm zu explodieren. Er VERSTEHT ein Frauchen mit hochrotem Kopf und nur noch zwischen den Zähnen herausgepressten Wörtern einfach nicht und ich kann es dann auch gleich lassen....
    Anders bei Amy, dieser Hund und wir haben zusammen eine gute Grundausbildung in der Huschu genossen, sie hinterfragt aber (ganz Chihuahua-Diva, der Mittelpunkt der Welt) ganz gerne mal oder tut auch mal so, als hätte sie die riesigen Ohren nur zu Dekorationszwecken. Werde ich dann bei ihr verbal vehement, dann ist sie ad hoc das Gehorsam-Vorzeigehündchen, auch wenn man vorher denken konnte, das arme Ding ist mit Taubheit geschlagen.
    LG von Julie
    PS: Ich finde es nicht schlimm, auch mal zu versagen, ich bin auch nur ein Mensch! Ich habe zwar den Anspruch, das es den Hunden bei mir gutgehen soll, aber wenn ich selten mal brülle, ist das auch kein Weltuntergang. Weder für den Hund, noch für mich.

  • ich denke man sollte hier mal die begrifflichkeit klären. was fällt denn bitte unter "beherrschung verlieren"?

    verliere ich die beherrschung wenn ich den hund mal ein kommando lauter zurufe oder ist es wenn ich den hund vermöble (blöd gesagt)?

  • Zitat

    ich denke man sollte hier mal die begrifflichkeit klären. was fällt denn bitte unter "beherrschung verlieren"?

    verliere ich die beherrschung wenn ich den hund mal ein kommando lauter zurufe oder ist es wenn ich den hund vermöble (blöd gesagt)?

    Beherrschung verlieren heißt für mich einfach nur, auf eine übermäßig emotionale Ebene abzurutschen und mit Wut oder Zorn im Bauch zu handeln. Ob man die nun von außen wahrnimmt oder nicht ist für mich zweitrangig.

    Viele Grüße
    Frank

  • Zitat

    Beherrschung verlieren heißt für mich einfach nur, auf eine übermäßig emotionale Ebene abzurutschen und mit Wut oder Zorn im Bauch zu handeln. Ob man die nun von außen wahrnimmt oder nicht ist für mich zweitrangig.

    Viele Grüße
    Frank

    das ist mir zu ungenau um ehrlich zu sein.
    für manche menschen zählt ein lautes kommando schon als beherrschung verlieren, für manche eben nicht.
    das ist eben das problem.

  • zeitweise (lino grade 1 jahr alt ) ja,.. jeden tag und immer wieder, mitlerweile hab ich das kosmos buch befolgt und haue dann mir auf den kopf und lasse es nicht an dem hund aus, zähle bis 0, atme tief durch und gehe mit ihm an der leine nach hause (egal wie weit wir schon gegangen sind) letztens kam wir grade ausm hoftor raus, er macht sitz, ich stell nochmal kurz das geschirr nach, er dreht sich um und rennt mit leine über die straße richtung ihm bekannten hund,.. hätte ich ein fuß auf der leine gehabt wär das nicht passiert, aber trotzdem war dann das gassi zuende.

  • Ja, Frank hat genau die richtige Definition geliefert!
    Da kann wahrscheinlich nur jeder für sich selbst schreiben, was für ihn darunter fällt. Bei mir ist es ein harscherer Ton,selten auch mal ein Brüller oder, wenn es ganz und gar mit den Durchzugsohren reicht, ein Einsammeln und sofort verordnetes, straightes Weiterlaufen an der Leine. Das reicht dann aber auch.
    LG von Julie

  • Zitat

    das ist mir zu ungenau um ehrlich zu sein.
    für manche menschen zählt ein lautes kommando schon als beherrschung verlieren, für manche eben nicht.
    das ist eben das problem.

    Ja, es ist aber auch eine persönliche Sache. Beherrschung verlieren heißt für mich einfach nur, dass ich mich nicht mehr im Griff habe und damit nicht mehr angemessen und reflektiert handeln kann. Das sieht bei jedem anders aus. Ich kann meinem Hund durchaus ernst gemeint in den Pelz greifen, bin dabei aber dennoch ruhig und beherrscht. Für jemand anderen, könnte das schon eine Reaktion sein, bei der er oder sie die Beherrschung verloren hat.

    Es ist einfach eine subjektive Sache, die sich je nach Person unterschiedlich äußern kann.

    Viele Grüße
    Frank

  • Ausgeflippt sind wir hier eigentlich noch nie (vor dem Hund hihi :D )
    Klar wird der Ton schonmal etwas strenger, aber bis jetzt noch nicht laut. Weder beim 8jährigen Jojo noch beim 5 Monate alten Sam.
    Wenn wirklich mal wieder Quatsch am Start ist wird es ruhig aber bestimmt gerichtet.

    Dann aber verkrümel ich mich mit Kaffee und Zigarette in den Garten und halte laute Monologe über Tierheim und Kastration :lachtot:
    Erst letztens rief der Nachbar über den Zaun ob alles mit mir ok wäre :lol:

  • Zitat

    innerlich
    ich könnte manchmal implodieren
    am schlimmsten ist es, wenn sie nicht kommt
    oder aber
    wenn sie sich etwas schnappt und dann trotz freundlichem aber bestimmten "aus" einfach vor mir wegläuft, weil sie nämlich genau weiss,dass sie das was sie sich geschnappt hat nicht haben darf

    ich frage, weil ich manchmal so beim lesen eurer posts das gefühl habe, ihr ruht alle so in euch, und seid so geduldig
    ind immer denke, ich bin die einzige die innerlich ausrastet


    hm, meistens bin ich wirklich die Ruhe in Person bzw. ärgere mich höchstens über mich selbst
    Ausnahme, wenn ich mal wieder Kopfschmerzen habe, aber das ist keine Regel und sollte keine sein

    wenn meine Blondine weg läuft, ärgere ich mich auch richtig ... allerdings über mich selbst
    weil ich sie falsch eingeschätzt habe, weil ich zu leichtgläubig war

    ich versuche einfach mein Verhalten selbst zu analysieren bzw. dort was zu ändern (manchmal benötige ich da die Hilfe und Ehrlichkeit von Freunden) und dann klappts auch besser, wenn ich an mir selbst arbeite neben der Arbeit mit dem Hund


    PS: sonst hilft es, den Hund ran zu rufen und wenn er dann kommt, in hoher Stimme mit "Du Ar***loch, du blöde Töle, du kommst zum Metzger" etc. zu loben, wenn man unbedingt fluchen muss ;)

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