Mein Hund zeigt starke Dominanz, will schnappen, haßt Rüden

  • hallo ich bin Marion, 42 jahre alt und komme aus Schleswig-Holstein, Ostseenähe

    also mein Hund Goofi, ist ca 2 Jahre alt, kommt aus der Spanischen Tierhilfe ist total süß, ist ein Terriermischling. Wir haben ihn jetzt seit 2 Wochen, in der Anzeige stand, dass er sich mit anderen Artgenossen versteht, so bin ich dann auch gleich 4 Tage später mit ihm zur Hundeschule gegangen, aber oh graus, er haßt Rüden, er war total angriffslustig und ließ sich nicht beruhigen, war nur auf die männlichen Labradore aus, so dass ich ihn an die Leine nehmen musste und einige Übungen nicht machen konnte.
    Wir haben dann mit der Hundetrainerin einen Einzeltermin vereinbart, sie sollte ihn sich zu Hause bei uns mal anschauen, da ich ihr auch geschildert habe, dass er einfach manchmal zuschnappt, z B. wie ich neulich meine Socken vom Fußboden aufheben wollte. Auch bei Spielzeug ist er sehr dominant.
    Die Trainerin beobachtet ihn und auch bei ihr wollte er zuschnappen, wenn sie sich das Spielzeug wiedernehmen wollte, welches er kurz zuvor von uns bekam.
    Darufhin sagte sie ich soll ihn wenn er das wieder macht bestrafen in dem ich ihn in einen anderen Raum sprerre für ca 1 Std damit er weiß das ich der Chef bin und nicht er.

    Das andere Problem was ich habe ist das mit dem Rüden, allerdings eher große Rüden. Er ist total angriffslustig und ich hoffe das ich das mit viel Geduld, üben mit Leckerlis und immer Blickkontakt hinbekomme, so viel Hoffnung hat mir die Trainerin nicht gemacht und meinte ich soll es mir noch mal überlegen ob ich den Hund behalten will, da es sich evt. nicht total entspannen wird.
    Wer kann mir helfen, wer hat ähnlich Situationen erlebt oder hat auch einen Hund aus dem Süden.
    Ich weiß ja nicht wie er da so gelebt hat.
    Vielen Dank
    Marion

  • Zitat

    Er ist total angriffslustig und ich hoffe das ich das mit viel Geduld, üben mit Leckerlis und immer Blickkontakt hinbekomme, so viel Hoffnung hat mir die Trainerin nicht gemacht und meinte ich soll es mir noch mal überlegen ob ich den Hund behalten will, da es sich evt. nicht total entspannen wird.

    Sorry, wenn ich das so hart sage, aber du solltest nicht überlegen, ob du den Hund behalten willst, sondern ob du die Trainerin behalten willst.

    Jemand der einen Hund 1 Stunde einsperrt um ihm das Kommando »Aus« beizubringen, hat aus meiner Sicht keine Berechtigung als Hundetrainer zu arbeiten.

    Ernst gemeinter Rat: schau dich nach einem anderen Trainer um. Das was du beschreibst klingt jetzt erst mal nicht so, als wäre es nicht in Ordnung zu bringen.

    Viele Grüße
    Frank

  • Hallo Marion,

    ich habe da ein paar tipps für dich.

    1. Wechsel die Hundetrainerin

    Dein Hund hat vermutlich nie gelernt zu teilen und verteidigt erst mal "seine" Resourcen.
    Wie lange ist er bei dir?

    Er weiß nicht, dass du Dinge regeln kannst, er dir vertrauen kann etc.

    Ist es euer erster Hund?
    Vielleicht kennt ja jemand eine kompetente Trainerin in deiner Nähe.

    Das Problem ist, dass der Hund es nicht verstehen kann, warum du ihn eine Stunde weg sperrst und vielleicht auch aus Frust was zerstört dort.

    Dein hund muss lernen, dass Schnappen nichts bringt, du ihm Sicherheit gibst, Situationen zu regeln und sich vor allem erst mal an euch gewöhnt.

    Ich würde (neben der Sache, nach einem kompetenten Trainer zu suchen):
    - kein Spielzeug etc. rumliegen lassen
    - Wasser stehen lassen, aber kein Futter
    - ihn an seinem Platz in Ruhe lassen, aber erst mal weder auf Couch noch sonst wohin lassen (meine Hunde müssen sich solche Privilegien verdienen)
    - ihn aus der Hand füttern und nicht mehr aus dem Napf, damit er lernt, dass du ihm futter zuteilst, es abgibst und es positiv ist, zu dir zu kommen

    Ist bekannt, wie er früher gelebt hat?


    Und bitte bitte, weder schlagen noch wegsperren, das hilft euch nicht weiter

  • ich kann mich den vorschreibern nur anschließen. meine hündin -die nur bedingt aus dem tierschutz kommt - ist jetzt nach rund einem jahr (!!!) "angekommen". dein hund wird immer noch unter starkem stress ob der veränderten situation stehen.

    wirklich: wechsel vor allem die trainerin!

  • Nun ja das ist sehr schwer zu beurteilen, ob dieser Hund sich irgendwann einkriegt oder nicht...die Vorgeschichte ist wahrscheinlich nicht bekannt (?).

    Ich persönlich hätte ihn zu Anfang erst richtig einleben lassen...denn so wie es sich anhört ist eine große Portion Unsicherheit dabei, die natürlich damit zusammenhängen kann das der Hund entweder solch ein Leben nicht kennt oder eine negative Vergangenheit hat...ich tippe auf Ersteres.

    Zwei Wochen sind gar nichts...

    Ob es Sinn macht ihn zu behalten kommt ganz darauf an welche Vorstellungen du hast und ob du manchen Traum von der perfekten Hunde- Mensch Beziehung gewillt bist "umzuordnen"
    ...sprich Keiner wird dir sagen können ob dieser Hund jemals der perfekte Hund wird den du dir wünscht.
    Allerdings muß man sagen das man als Hundehalter immer irgendwelche Ansprüche runterschrauben muß.

    Zu den genannten Problemen werden noch einige User etwas schreiben.
    Aber wie gesagt niemand kann dir sagen ob die Probleme sich in Luft auflösen werden...ich glaube es eher nicht...entweder lernst du damit umzugehen, so das das Verhalten des Hundes akzeptabel wird oder du gibst ihn ab.
    Den Charakter des Hunde kannst du nicht ändern. du kannst ihm nur die Sicherheit(und auch die Ordnung) geben, damit sein Verhalten sich ändert.

    zu dem Aussperren:...anversich ist es keine schlechte Vorgehensweise...nur weiß ich nicht ob dieser Hund Futterneidisch ist ( kommt auch in Verbindung mit Spielzeug vor)...außerdem nehme ich stark an das er weder ein "nein" (aus oder was auch immer) als Grenze , noch eine Umlenkung als Ersatzhandlung kennt...das müßte erstmal gründlich etabliert werden...und das dauert mindestens ein paar Wochen.

  • Hey!

    Möchte Maanus Tipps betonen, die hätte ich dir auch gegeben. Und den Trainerwechsel sowieso. Was sollte denn aus dem Hund werden, wenn du ihn abgibst? Er wird so bleiben und falls der nächste HH sich auch so ne Trainern holt, wird er das Hindetier auch wieder abgeben?
    Ich denke, er ist es wert, dass man sich ihm ein wenig widmet. Was ich auch noch nicht verstehe: Er solls ich doch gerade bei dir einleben, oder? Ich finde "wegschicken" nicht immer schlecht, aber Wegsperren, jetzt, wo er doch erstmal Vertrauen finden soll? Zudem: Klar, schnappt er! Das bedeutet, dass er als Straßenhund mächtig was gelernt hat und es auch umsetzen kann, ist also seine Kompetenz. Nun liegt es an dir, seine Kompentenzen in die neue Umwelt anzupassen ;)

    Ich hatte auch mal nen besch... Trainer, und habe mich lange nicht dazu durchgerungen, ihn zu wechseln. Jetzt bin ich einfach nur sauer, dass ich nicht vorher nach jemandem gesucht habe, der meinen Hund ernst nimmt.

    liebe Grüße

  • erstmal willkommen im DF.

    meine vorschreiber haben recht: ein trainerwechsel ist angesagt.

    allein schon, dass die trainerin einem hund, den sie nicht wirklich kennt und der sie nicht kennt, einfach etwas abnehmen will, was er grade erst von euch bekommen hat zeugt nicht grade von grossartigem wissen rund um hündisches verhalten.

    für was solltest du den hund bestrafen? dafür, dass du ihm etwas gibst, dass er gern behalten will und sich nicht einfach von irgendjemandem wegnehmen lassen will?

    ein "aus" oder "gibs mir" kann ein hund lernen. aber bei vielen hunden ist das schon das abitur.

    innerhalb von 2 wochen lernen (bei einem hund mit seiner vorgeschichte) ist schon fast unmöglich. das braucht zeit und geduld und mit blossem strafen und wegsperren wird das nix.

    da lernt er gar nichts - ausser, dass sein neues leben ganz schön kompliziert ist und er auf der hut sein muss....

    genauso wie die situation in der hundeschule: der kerle kommt da hin, da sind viele andere hunde, viele rüden, er kenn niemanden, er weiss nicht, ist das freund oder feind - und er soll lieb und brav und konzentriert irgendwelche für ihn völlig unverständliche dinge tun - ja wie denn? unmöglich.

    auch hier verstehe ich die trainerin nicht: normalerweise schaut ein gscheiter trainer zuerst den "neuen" alleine an - und entscheidet dann, in welche gruppe der "neue" passt - wenn überhaupt, denn grad bei den ausländern ists anfangs oft angebracht, ein paar einzelstunden zu nehmen.

    also: gibt deinem hund erstmal zeit, seinen kulturschock zu verdauen - gibt ihm sicherheit, lass ihn sich erstmal langsam an sein neues leben gewöhnen, gib ihm die chance, zu verstehen, was du von ihm willst - und such dir, wenn irgend möglich, einen anderen trainer.

  • Was ich Dir noch ans Herz legen möchte:

    Lies Deinen Eingangspost nochmal, nachdem Du meine fiktive Vorgeschichte gelesen hast:

    "Hallo, mein Name ist Goofy und ich komme aus Spanien. Dort lebte ich wie einige andere Hunde auch in einer kleinen Stadt. Es war nicht einfach dort zu überleben, besonders in den Wintermonaten. Gut, im Sommer gab es einige Touristen, die uns allen etwas zusteckten, aber irgendwann waren die dann weg. Auf den Straßen, wo wir sonst alle aufpassen mussten, dass wir nicht überfahren werden, herrschte plötzlich gähnende Leere. Was zu Essen musste her, war gar nicht so einfach. Die einzige, ergiebige Futterquelle war die Mülltonne vom Metzger. Es war ein harter Kampf mit den anderen auch ein Stück abzukommen und oft schlief ich hungrig ein. Irgendwann fuhr beim Metzger ein Auto vor und Leute kamen auf mich zu. Gibts Futter? Nein, ein Netz, ich wurde ins Auto verfrachtet. Die Fahrt in ein besseres Leben? Fehlanzeige. Ich landete zusammen mit vielen anderen Hunden in einem großen Gehege. Nun gab es zwar regelmäßig Futter, aber wenn ich gewartet hätte bis alle satt sind, wäre wieder nichts für mich übrig geblieben. Aber so klein ich auch bin, ich habe gelernt, besonders den großen Hunden, zu zeigen, dass sie mich auch Ernst nehmen müssen und mir etwas abgeben, ich kann ganz schön ungemütlich werden..........."

    Klar stimmt die Geschichte nicht, denn sie ist erfunden. Dennoch könnte das eine oder andere Fünkchen Wahrheit drin stecken. Sie dient nur dazu, Dir vorzustellen, wie ungerecht es eigentlich ist, diesen Hund für etwas zu bestrafen, was ihm sein Überleben sicherte.

    Jetzt muss er erstmal lernen, die Veränderung annehmen, Vertrauen zu Dir aufbauen.

    Merkst Du jetzt, wie weit dieser Hund davon weg ist die Weltherrschaft an sich reißen zu wollen oder dominant zu sein? Und merkst Du auch, wie schlecht Deine Trainerin war? Such Dir dringend wen anders....

  • vielen Dank für die ganzen Antworten, ich habe mich bereits nach einem anderen Trainer umgesehen, er ist Therapheut in HH und kommt am Sonntag für 3 Stunden vorbei um sich ein Bild zu machen, ihr habt sicher alle recht, ich fand das auch echt merkwürdig neulich mit der Trainerin und darum hab ich ja hier die Frage gestellt.

    Danke nochmals
    lg
    Marion

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