• BieBoss,
    ja, dass hier Einsicht besteht, finde ich auch lobenswert, ganz klar.

    Bei mir kreuzt sich das eben gerade mit einer Erfahrung im Bekanntenkreis, s.o., und da kam's mir einfach hoch. Die Auswahlkriterien für die Rasse (die ich unterstelle!) UND die fehlende Sicherheit, wenn der kleine Kerl da jetzt einmal Zähne zeigt, sind so eine typische Konstellation, dass es einfach nur noch traurig ist. Hier, finde ich, ist auch der Züchter gefragt, den Leuten ein wenig Anleitung zu geben oder zumindest auch mal "nicht so positive" Eigenschaften zu thematisieren.

    Aber das geht zu sehr ins OT, ich wünsche jedenfalls alles Gute.
    Grüßle
    Silvia

  • Wenn Du Dir eine neue Hundeschule suchst, schau Dir auf jeden Fall das Training 1-2 Mal ohne Hund an, einfach als Beobachter. So kannst Du am Besten entscheiden, wie Dir die Methoden dort zusagen.
    Mit Hund ist man meist zu sehr mit ihm und sich selbst beschäftigt.

  • Jetzt musste ich aber viel lesen! :D

    Manche Sachen sehe ich aber etwas anders. Ich bin bisher bei allen Welpen "ans Futter gegangen". Habs manchmal nur angefasst, manchmal weggezogen. Nicht ständig! Nur zwischendurch mal -auch heute noch. Einfach nur, damit sie von Anfang an wissen, dass das ok ist. Ich schicke auch manchmal meine Kinder oder Besuch hin zum fressenden Hund. Natürlich ist es nicht die feine englische Art einem Hund das Fressen zu "klauen", aber ich kann nicht riskieren, dass mein Hund jemanden beisst, nur weil er das nicht kennt oder nicht akzeptiert. Und ich finde, dass es am leichtesten ist, wenn man das gleich am Anfang "übt".
    Das hatte bei mir aber nie etwas mit dem Komando "Aus" zu tun -das kam später erst.

    Ausserdem bin ich der Meinung dass ein Welpe der beisst schon komplett an Vertrauen verloren hat. Natürlich bekommt man mal ein Zähnchen beim Spielen ab, aber absichtliches Beissen ist in dem Alter sehr auffällig und darum würde ich zu einem Hundetrainer raten, der die Situation analysieren kann. Man muss doch erst verstehen WARUM ein Hund so reagiert, bevor man daran arbeiten kann!

    Dass ein Welpe/Junghund mal zu sehr aufdreht und schwer zu bremsen ist, sehe ich als normal an. Natürlich ist es wichtig ihn zur Ruhe zu bringen, aber das ist doch ein kleineres Problem.

    Und jetzt muss ich noch was loswerden -und ich weiss, dass das so einigen nicht gefallen wird: Ich halte garnichts von diesen "Tauschgeschäften" wenn ein Hund etwas nicht hergeben will. Warum? Hund kaut an etwas rum und will es nicht abgeben -ich halte ihm was tolles hin -er denkt sich "oh lecker -das nehm ich" und kaut dann darauf rum. Er denkt in dem Moment doch garnicht mehr an das Teil, das er "abgegeben" hat! MMn hilft das garnicht.


    Das ist aber nur meine Meinung und nicht das Maß aller Dinge :roll:

  • Üben soll sie ja auch, das wurde ja auch gesagt.

    Nur eben nicht SO ! Wenn der Hund das von Anfang an RICHTIG kennenlernt, ist dem ja auch nichts entgegenzusetzen. Aber in diesem Fall ist da so falsch vorgegangen worden, dass das Vertrauen einfach dahin ist. Hätte der Welpe Vertrauen, würde es zu diesen "Beißereien" gar nicht erst kommen - das ist eine völlig andere Basis, um das "Aus" zu üben.
    Ich denke mal, bei dir hat die Grundbeziehung gestimmt, weshalb du von anfang an anders vorgehen konntest. Das kann man aber mMn nicht wirklich mit diesem Fall vergleichen.

  • Hi ihr,
    Also ich bin das andere Frauchen von Milo hier und ich muss mich erstmal ganz doll bedanken für die vielen Antworten. Um ehrlich zu sein bin ich den Tränen nahe, weil ich bemerke, dass ich den falschen Menschen vertraut habe und ich erkenne was ich bzw. Wir total falsch machen. Mein Gott mir tut das jetzt so leid.. Ich habe mich vorher sehr wohl ueber Pinscher informiert, Haare und Aussehen waren natürlich auch wichtig, aber besonders der Charakter von DP hat es mir angetan. Ich wusste, dass es ein charakterstarker, energievoller Hund ist. Auch, dass es ab und an mal schwierig sein kann, aber das kann es mit jedem Hund. Auch die Züchter haben uns umfangreich über DP informiert. Hab vorher auch Bücher gelesen um mich über die richtige Hundeerziehung schlau zu machen. Es ist mein erster Hund und ich hab schon jetzt so viel falsch gemacht. Das schlimme daran (und ich will mich damit nicht rausreden) ist, dass ich mit den schon hier genannten falschen Methoden durch die Hundeschulenund Tierarzt bestärkt wurde. Selbst der TA hat das mit dem packen und runterdrücken gesagt. Jedem den wir das erzählen, rümpft die Nase und meinen der Hund ist dominant, aggressiv und was weis ich nicht alles. "Ihr müsst haerter werden", "Das dürft ihr dem Hund nicht durchgehen lassen" solche Sprüche hören wir von jedem. Das war uns selbst irgendwann zu viel, noch härter? Er ist doch noch ein Baby. Aber wenn "erfahrene" Hundetrainer soetwas sagen, dann wird's schon stimmen. Ich hatte ja noch nie nen Hund und die haben alle 2+
    Ich hoffe er kann uns verzeihen und baut wieder vollstes Vertrauen auf. Ich will ihn ja nicht durch eine scheiss Kindheit laufen lassen. Ich bin unendlich froh, dass ihr alle eure echte Meinung und Kritik hier abgelassen habt! Aus Fehlern lernt man.
    Was ich nur nicht leiden kann ist, wenn Leute behaupten, irgendwelche Rassen als "Neuling"-Hundeführer zu
    meiden. Jeder Hund ist erziehbar, und vorallem der Mensch am anderen Ende der Leine :)

  • Ja, das stimmt. Allerdings hat man es mit manchen Rassen leichter und mit anderen recht schwer. Ausnahmen bestätigen hier die Regel.
    Natürlich gibt es Hunde die extrem dominant sind und eine "harte" Hand brauchen, aber das sind halbstarke oder erwachsene Hunde. Bei Welpen hat das andere Gründe.
    Ich hatte mal nen "Patenhund" der von klein auf geschlagen und vernachlässigt wurde. Er hat geschnappt sobald man ihm zu nahe kam. Er wollte bestimmt nicht dominieren, sondern hatte Angst und war extrem verunsichert!

    Und gerade weil es euer erster Hund ist -und ihr aus Körperhaltung und/oder Mimik vielleicht noch nicht so viel lesen könnt, wäre ich für nen Trainer, denn von hier aus zu sagen WARUM euer Hund so reagiert kann keiner. Aber dennoch ist es viel wahrscheinlicher, dass er verunsichert ist, als dass er in dem Alter so dominantes Verhalten zeigt!

  • Zitat

    Hi ihr,
    Also ich bin das andere Frauchen von Milo hier und ich muss mich erstmal ganz doll bedanken für die vielen Antworten. Um ehrlich zu sein bin ich den Tränen nahe, weil ich bemerke, dass ich den falschen Menschen vertraut habe und ich erkenne was ich bzw. Wir total falsch machen. Mein Gott mir tut das jetzt so leid.. Ich habe mich vorher sehr wohl ueber Pinscher informiert, Haare und Aussehen waren natürlich auch wichtig, aber besonders der Charakter von DP hat es mir angetan. Ich wusste, dass es ein charakterstarker, energievoller Hund ist. Auch, dass es ab und an mal schwierig sein kann, aber das kann es mit jedem Hund. Auch die Züchter haben uns umfangreich über DP informiert. Hab vorher auch Bücher gelesen um mich über die richtige Hundeerziehung schlau zu machen. Es ist mein erster Hund und ich hab schon jetzt so viel falsch gemacht. Das schlimme daran (und ich will mich damit nicht rausreden) ist, dass ich mit den schon hier genannten falschen Methoden durch die Hundeschulenund Tierarzt bestärkt wurde. Selbst der TA hat das mit dem packen und runterdrücken gesagt. Jedem den wir das erzählen, rümpft die Nase und meinen der Hund ist dominant, aggressiv und was weis ich nicht alles. "Ihr müsst haerter werden", "Das dürft ihr dem Hund nicht durchgehen lassen" solche Sprüche hören wir von jedem. Das war uns selbst irgendwann zu viel, noch härter? Er ist doch noch ein Baby. Aber wenn "erfahrene" Hundetrainer soetwas sagen, dann wird's schon stimmen. Ich hatte ja noch nie nen Hund und die haben alle 2+
    Ich hoffe er kann uns verzeihen und baut wieder vollstes Vertrauen auf. Ich will ihn ja nicht durch eine scheiss Kindheit laufen lassen. Ich bin unendlich froh, dass ihr alle eure echte Meinung und Kritik hier abgelassen habt! Aus Fehlern lernt man.
    Was ich nur nicht leiden kann ist, wenn Leute behaupten, irgendwelche Rassen als "Neuling"-Hundeführer zu
    meiden. Jeder Hund ist erziehbar, und vorallem der Mensch am anderen Ende der Leine :)

    Du, du glaubst gar nicht, was ich mir schon alles anhören musste. Ich solle meinem Hund mal ordentlich eins rüberhauen, weil sie (aus Angst, wohlgemerkt) schnappt, wenn jemand fremdes plötzlich den Arm hebt. Leider sind die meisten HH einfach nur absolut unwissend. Und schlechte Trainer gibt es wie Sand am Meer...

    Aber ihr habt ja jetzt hoffentlich nochmal die Kurve gekriegt. Ich würde auch immer auf mein Bauchgefühl hören. Man sagt zwar immer, man soll den Hund nicht mit Menschen vergleichen, aber manchmal ist es doch hilfreich, einfach um sich mal klar zu machen, was man da gerade mit seinem Hundebaby tut. Was würden die Menschen aufschreien, wenn du einem Mädchen, das sich gegen einen Grabscher wehrt, auch noch eine runterhauen würdest. Dein Hund fühlt sich dabei nicht anders! Aber bei Hunden ist es ok - "die machen das ja selbst so". Die meisten Hunde sind 100 mal sozialer als jeder Mensch...

    Man sollte an allen Problemchen arbeiten und auch Regeln aufstellen, keine Frage. Aber bitte mit Ruhe und liebevoller Konsequenz. Vergiss nicht, dass du für deinen Hund chinesisch redest und er deine Körpersprache auch nicht sofort richtig versteht. Und wer will schon jemanden als Vorbild, der regelmäßig unverständlicher Weise austickt und total unberechenbar ist. Dein Hund soll dich schätzen lernen und dir gerne folgen!

  • Zitat


    Natürlich gibt es Hunde die extrem dominant sind....

    Ich habe mir nur mal das rausgepickt, weil ich wichtig finde, auch mal zu erklären, was an dieser Aussage so fatal falsch ist - nicht übel nehmen ;)

    "Dominant" ist keine Charaktereigenschaft. Wie soll man auch für sich dominant sein, wen will man denn dann dominieren?

    Dominanz bezeichnet in einer Momentaufnahme die Stellung eines Induviduums zu einem anderen, ist zeit- und situationsabhängig.
    Das hat natürlich auch mit Status zu tun, wobei auch das nicht misszuverstehen ist.

    Als Beispiel:
    Mutter: "Räum dein Zimmer auf!"
    Kind: "Schnüffel nicht in meinen Sachen!"
    Beide waren, während diese Aussagen gemacht wurden, dominant - aber nur, wenn diese Ansage vom anderen Part auch akzeptiert wird. Denn Subdominanz entsteht nur, wenn dieses Verhalten für den betroffenen Part akzeptabel und eben auf lange Sicht vorteilhafter ist (sei es durch Vermeidung von Strafe, Lob, Stabilität in der Beziehung, ...).

    @TS
    Damit du auch mal weißt, warum hier alle "Blödsinn" rufen, wenn jemand mit Dominanzgedöns kommt.
    Dann, vielleicht auch noch interessant, die "Rudelchefalphablablubb"-Theorie.
    Auch ein bisschen blöde, bemüht man nur alleine Wikipedia - Induviduen verschiedener Arten bilden kein Rudel.
    Und Hunde sind nicht total doof, die merken schon, dass wir keine Hunde sind ;)
    Deswegen werden wir es auch nie schaffen, wie ein Hund zu agieren; vor Allem, was aus der hündischen Kommunikation abgeleitete Bestrafung (Schnauzgriff, Alpharolle & Co.) angeht, können wir nicht so fein agieren, dass unser Hund versteht, was wir da eigentlich machen.
    Deswegen sollte man es lieber gleich vergessen.

    Auch sollte man sich von der Vorstellung verabschieden, Status käme nur von körperlicher Überlegenheit.
    Mal ganz vermenschlicht:

    Wem würdest du folgen - also dich wirklich freiwillig anschließen:
    Dem Rowdy, der es schafft, dich 10 Minuten lang gegen die Wand zu drücken oder dem Besonnenen, der einem immer eine angenehme Lösung für jedes Problem bietet? :p

    Fahrt mal ganz runter und wieder hoch.

    Euer Welpe will euch nicht ärgern, nicht provozieren, nicht die Weltherrschaft.
    Wenn ich mich an meinen Stinker in der Zeit erinnere, haben ihn da banale Probleme gequält;
    wie das, wie man scharf um eine Kurve rennt, ohne umzufallen oder ob man besser zuerst mit den Hinter- oder mit den Vorderbeinen abspringt oder ob der Wohnzimmertisch heute anders schmeckt als gestern oder ob er immer noch hinter den Schrank passt... und ich verwette Einiges darauf, dass es eurem nicht viel anders geht.

    Vieles, was euch so an ihm verunsichert, sind ein großer Berg Neugier, mangelnde (altersbedingte) Selbstbeherrschung und ich schätze auch Überforderung, da das, wovon ihr so stolz schreibt, dass er es schon kann, doch sehr viel für sein Alter ist.
    Beschränkt euch mal ein Weilchen auf "Nein" und "Hier" - streng genommen braucht man ein Hundeleben lang nicht viel mehr, alles weitere sind nette, nützliche Kunststückchen.

    Und nicht nur ihr seid verunsichert, euer Hund ist es auch, nur geht er damit um, wie es ein Welpe eben tut - impulsiv. Weil großartig Anderes noch nicht in seinem Verhaltensreportoire vorhanden ist. Nicht eure Schuld, das kann noch gar nicht.

    Ich sag jetzt nicht: Lasst alle Regeln sausen. Bloß nicht, feste, beständige Regeln sind für einen Hund sehr wichtig.
    Aber vermittelt sie so, dass er es verstehen kann. Und seid nachsichtig, denn vieles geht auch einfach noch nicht.
    Unerwünschtes Verhalten zu bestrafen bringt zum Beispiel nichts, wenn man nicht im Gegenzug zeigt, was denn erlaubt ist (wie beim Beispiel mit dem Runterdrücken - selbst, wenn euer Hund gewollt hätte, er hätte nicht ausweichen können).

    Welpen sind irre anstrengend, machen Blödsinn, Sorgen und kosten Nerven.
    Aber eins sind sie nicht: Absichtlich böse ;)

    Und nun schluckt die Vergangenheit weg, daran könnt ihr sowieso nichts mehr ändern und hört auf euer Bauchgefühl. Freut euch doch einfach mal über den Zwerg, ohne ständig in jede noch so kleine Ungepflogenheit etwas Großes hinein zu interpretieren.
    Vieles ist Blödsinn, wie bei uns auch.

    Liebe Grüße

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