Unterfordere ich meinen Welpen?

  • Hallo!
    Nach anfänglichen Verzweiflungsposts hier im Forum hat sich Jerry mittlerweile PRÄCHTIG entwickelt.

    Mittlerweile ist klar, wer der Herr im Haus ist. So ca. 1x in 2-3 Tagen will er das dann zwar nochmal austesten, verliert aber kläglich! :p
    Er wartet vor dem Futter bis ich "friss" sage, macht brav sitz und platz, und bleibt auch schon. Vor jeder Straße setzt er sich auf mein Kommando hin und geht erst los, wenn ich das okay gebe.
    Alles in allem schonmal gut für nen 16 Wochen alten, oder?

    Ich hatte ja damals das Problem, dass Jerry nach kurzer Spielzeit immer VIEL zu wild wurde.
    Nun frage ich mich, ob ich nicht ins genaue Gegenteil übergeschwappt bin, und er nun ein wenig unterfordert ist.

    Ich poste hier mal nen groben Tagesablauf (unter der Woche):

    7.00: Jerry weckt mich (mittlerweile ohne aufs Bett zu kommen). Ich ziehe mich an. Wir gehen raus zum pullern und kackern.
    Danach direkt wieder rein.

    07.15: Jerry bekommt Futter. Einen Teil des Futters wird in einer Klorolle, Backpapier etc. versteckt. Somit beschäftigt er sich, während ich dusche, mich anziehe etc.

    08:00: Wir verlassen das Haus. ca. 10 min Spaziergang bis zum Bus. 10 min Busfahrt. und nochmal 10-15 min Spaziergang bis zur Arbeitsstelle. Dort beschäftigt er sich kurz alleine. Danach spiele ich ca. 10 Minuten mit ihm oder übe Sitz, Platz, Blickkontakt.....je nachdem was gerade ansteht^^

    09:00: Meine ersten Kunden kommen. Jerry pennt dann MEISTENS. Manchmal ist er jedoch angeleint hinter mir und beschäftigt sich mit einem Spielzeug.

    Wenn ich wieder Luft habe (so gegen 12/13 Uhr) pennt er oft noch. Wenn nicht, wird nochmal KURZ gespielt. Also so 10 minuten (ein zerrspiel, suchspiel oder "hol"-spiel).

    Gegen 14:00 Uhr gehts dann wieder raus. In erster Linie zum pullern, aber wir laufen schon n kleines ründchen. Also ca. 15 min.

    Danach bekommt er Futter. Habe ich dann keine Kunden spiele ich ca. 10 min mit ihm. Habe ich Kunden, dann bekommt er wieder etwas zum selbst beschäftigen. Das nehme ich ihm dann irgendwann weg und meist pennt er dann bis 17 Uhr. Wenn er aufwacht wird kurz geübt und danach muss er warten bis Herrchen fertig ist mit Arbeiten.

    Meist arbeite ich dann bis 18 Uhr.
    15 min Spaziergang bis zum Bus. 10 min Fahrt. 10 min bis zuhause.

    Da gibt´s dann ne kurze Auszeit für ihn, weil Herrchen auch mal nen Gang runterfahren muss. Meist so 30 min.
    Danach gehts gegen 19.00 Uhr zur "großen Runde" raus. Meist dauert diese so 30 min. Hier trifft er auch meistens auf andere Hunde. Sind keine anderen Hunde da, so wird auf der großen Wiese ein wenig leinenführigkeit, suchen oder sonst was in den Spaziergang mit eingebaut.

    Nach dem Spaziergang wird nochmal ausgiebig (ca. 20-30 min) gespielt.

    Und naja, wenn herrchen dann für sich gekocht und gegessen hat, ist es auch schon 21.30 und so langsam schlafenszeit für den kleinen. Soll heißen: ich beschäftige ihn dann nicht mehr. Lasse ihn "links liegen" und irgendwann pennt er, ich nehme an vor langeweile, ein.


    ----Er wirkt an und für sich glücklich. Aber beim selbst beschäftigen quieckt und knurrt er manchmal sooo erbärmlich, dass ich denke: Oh mein gott, ich vernachlässige dich bestimmt total......


    Wie denkt ihr drüber?

    Gruß,
    Tom (& Jerry)

  • Ich sollte noch dazu sagen, dass er auch häufiger wach ist, und GAR NICHT beschäftigt wird. Also er schläft nicht immer durch.
    Manchmal ist er wach, so 10 min. und pennt dann weiter.

  • Ich glaube nicht, dass dein Welpe unterfordert ist. Ich persönlich finde das Programm so eigentlich relativ in Ordnung. Die Spielezeit nach der großen Runde würde ich persönlich weg lassen da er unter dem Tag schon viel "bespielt" wird.

    Mein Hund knurrt und quietscht heute noch wenn er sich selbst beschäftigt ;)

  • Selbstbeschäftigung für Titus heißt bei uns ganz oft: Ich quieke die Boxen der Stereoanlage an, ich belle meinen Futterball an, weil die kleinen Häppchen nicht schnell genug rauskullern, ... :lol: :lol:
    Daher: mach dir keine Sorgen! So lange er ja mittlerweile deutlich ruhiger ist und nicht mehr so schnell hochfährt/wild wird, scheint alles gut zu sein... Aber auch ich würde die letzte Spielzeit deutlich kürzen oder sogar ganz weglassen - keine Angst, davon wird Jerry bestimmt nicht mega-gelangweilt! ;)

  • Zitat

    Die Spielezeit nach der großen Runde würde ich persönlich weg lassen da er unter dem Tag schon viel "bespielt" wird.

    Würd ich auch.

    Ich glaube auch nicht, dass Dein Welpe unterfordert ist.
    Ein Welpe braucht noch gar keine richtige "Auslastung". Ein paar kleine Übungs- und Spieleinheiten und kurze Spaziergänge über den Tag verteilt reichen aus. Wichtiger ist, dass so ein kleiner Knirps viel von der Welt sieht. :smile:

  • Meine Meinung ist eher, daß er ein wenig zuviel tut - Faustformel: 5 Minuten pro Lebensmonat Spaziergang.

    Also in Eurem Fall 20 Minuten.


    Er läuft morgens 25 Min.

    Mittags ca. 15 Min.

    Abends wieder 25 Min.

    Und später 30 Min. Abendspaziergang


    Ich würde mal versuchen die Abendrunde kürzer zu halten, bzw. nicht jeden Abend 30 Minuten. Ein so langes Spiel (20-30 Minuten) nach (!) einer für sein Alter großen Runde würde ich einstellen oder wenigstens deutlich kürzer ausfallen lassen. Vielleicht dreht er da zuviel auf!?

    Vielleicht auch mehr die Dinge zur Beschäftigung, die Du morgens machst (Futter in Klorolle ect.) - da hat er was zu tun und wird jedoch nicht so aufgedreht wie z.B. beim Zerrspiel.


    Wgen Schlafen:
    Ein Hund und insb. ein Hundebaby schläft mindestens 16 Stunden am Tag. In dem Alter Deines sogar noch deutlich mehr.

  • Danke für das Feedback!
    Ich werd die Abendbeschäftigung mal verkürzen.

    Hatte ne Zeit Probleme mit nervenaufreibendem Aufmerksamkeitsbellen. Und die Spielrunde nach meinem runterfahren, hat das sehr gut gelöst.

    @ Escha:
    Erst einmal vielen lieben Dank für Deine Kritik! Konstruktiv mag ich sowas gern!
    Aber trotzdem zu meiner "Verteidigung":
    wenn ich mal wirklich 25 min "laufen" würde, wäre es toll.^^
    Ohne Hund habe ich morgens einen Fußweg von insgesamt 10 Minuten gehabt. Da Jerry aber alles so interessant findet, und ich ihn nicht hetzen will und schnuppern lasse, wenn es nichts verbotenes ist und die Zeit dafür da ist, brauche ich so lange. Also die Hälfte der Zeit stehen wir irgendwo rum!^^

    Ich kenne die Faustformel und halte mich in der Regel GROB an sie.

    Abends: Ich bin 30 Minuten abends mit ihm draussen, wirklich fortbewegen tuen wir uns aber keine 30 min.^^
    Meist treffen wir da auch andere Hunde, dann lass ich ihn da ein wenig toben. Ist dies der Fall, wird nach spätestens 10-15 min abgebrochen und Heim gegangen.

    Was die Spielzeit Abends angeht: Wie oben beschrieben dreht er ja nicht auf. Im Gegenteil. Seitdem ich sie eingeführt habe, kann ich danach einen ruhigen Abend genießen.^^ Aber ich werde Sie mal stark reduzieren und schauen wie es läuft.
    Ich habe Sie auch eingeführt, da ich tagsüber, also in meiner Praxis, nicht wirklich BindungsSPIELE mit ihm machen kann. Erstens würde der Boden ruckzuck kaputt sein (was ja aber egal wäre, da sowas ersetzbar wäre), und zweitens ist der viel zu rutschig als dass man da etwas ausgelassener Spielen könnte. Jerry kann normal gehen, aber laufen ist nicht drin, da legt er sich im wahrsten Sinne des Wortes "auf die Schnauze". Und das ist bestimmt nicht gut für seine Gelenke und muskeln.
    Deswegen gibt es da nur kleine Trainingseinheiten. Dafür gab es dann Abends bis zum heutigen Tage ein längeres Spiel.^^
    Wenn ich die Zeit habe mit Ihm in den Garten der Praxis zu gehen und da "rumtoben" kann, dann wird abends auch weniger gespielt.

  • Hi,
    ich finde, es liest sich ganz vernünftig, eine Spielrunde würde ich eventuell auch verkürzen.

    Allerdings würde ich ihm jetzt langsam beibringen, daß er auf dem Weg zur Arbeit einfach mitlaufen soll, also nicht alles ewig abschnuppern, rumtüddeln etc. Auch wenn die Zeit jetzt da ist, diese "Trödelei" festigt sich unglaublich schnell und er soll ja irgendwann mal flüssig an der Leine laufen können, wenn Du ohne Pause irgendwo hinwillst. Da sind die Arbeitswege eine prima Übung.

    LG von Julie

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