Welpenmaßregelung

  • Hallo Leute,

    aus gegebenen Anlass würde ich gerne von euch hören, wie man einen Welpen wirklich maßregelt.
    Allein zu Hause sowie in der Gruppe, speziell Welpenstunde.

    Und zwar darum:
    Ich mach gerade die Ausbildung zum ÖKV Trainer (Österreich), speziell is z.Z. der Welpen-/Junghundetrainer dran.
    Bisher war ich auf 3 Seminaren, wie man nen Welpen wovon wie abhält, wurde leider nicht wirklich angesprochen und ist auch in den Unterlagen leider nicht sonderlich erkenntlich bzw. möchte ich trotzdem eure Meinungen hören.
    Ich bin also als Helfer in der Welpengruppe dabei, je nachdem wie ich Zeit hab - alle paar Wochen mal (hab bis zur Prüfung noch 3 Jahre Zeit, die ich höchstwahrscheinlich nutzen werde bis ich mich da allein reinstelle).

    Situation 1:
    Welpe/Junghund (4-5 Monate) bellt am Gartenzaun wenn jemand vorbei geht. WIE halte ich ihn davon ab?
    Den Tipp der "Trainerin" möchte ich nicht erläutern, dazu bedarf es keiner Kommentare.

    Situation 2:
    Zwei Hunde kommen zum rangeln in der Gruppe. HH1 zieht den kleinen am Geschirr hoch aufm Arm, Junghund springt nach und wie ein Flummi an HH1 hoch. WIE halte ich sie davon ab, bzw. mache ihr klar, dass das unerwünscht ist (abgesehn davon dass der andere nich aufm Arm gehört)?

    Situation 3:
    Welpe/Junghund beißt immerwieder ins wehende Kleid der Tochter. WIE mache ich ihr hier klar, dass das nicht in Ordnung ist?

    Bei uns ist es leider noch Gang und Gebe, den Leuten Nackengriff und auf den Rücken drehn nahe zu legen.
    Auf mich hört leider noch niemand, deshalb hab ich vor, eine Trainersitzung abzuhalten - dazu möcht ich ihnen aber situationsbezogen Alternativen vorschlagen können. Sollte sich nichts ändern, wars das mit der Ausbildung.

  • Situation 1:
    Ich würde hingehen zu dem Welpen, mich zwischen Zaun und Hund "drängeln" in dem ich bedrohlich auf ihn zu gehe (Intensität je nach Hund, aber anfangs deutlich. Er sollte merken, dass ich das nicht will; vorn übergebeugt, Augenkontakt). Hört er auf und ist die Aufmerksamkeit bei mir, dann freundlich vom Zaun weglocken und mit ihm vielleicht etwas üben, oder zeigen oder zum Spielen auffordern etc.
    Beim nächsten Mal schon vorher verhindern.

    Sitution 2:
    Ich glaub ich wär da für manche etwas zu brachial, aber ich würde einen Wassereimer (muss ja nicht ganz voll sein ;) ) über den Unruhestifter ausleeren, ohne etwas zu sagen. Oder wieder körpersprachlich dazwischen gehen.
    Hört er auf, dann wieder anderweitig beschäftigen.

    Situation 3:
    Da würde ich mit einem deutlichen Nein hingehen und kurz aber deutlich über die Schnauze fassen, nicht festhalten.

    Übrigens empfehlen sich immer 1-2 souveräne erwachsene Hunde in den Welpenspielgruppen, die Kleinigkeiten oft viel einfacher lösen können als wir.

  • In Situation 2 würd ich das mim Wasser nicht machen, aber körperlich blocken würd gehn ja.

    Ansonsten alles nicht so schlecht, danke für den Beitrag.
    Kommt hoffentlich noch mehr :)

  • Wasser würd ich auch eher bei älteren Junghunden machen, die sich häufiger und auch etwas ernsthafter kabbeln oder mobben.
    Bei Welpi, der das grad spannend findet, würd ich vielleicht dem HH mit anderem Hund auf dem Arm auch einfach sagen er soll sich wegdrehen, bis der Kleine weggeholt wird.

  • Huhu,
    zu Stiuation 1:

    Dem Tier beibringen, auf das Wort ''aus'' zu hören bzw. geziehlt daran arbeiten , indem man eine oder mehrere Testpersonen darum bittet, dort her zulaufen und ggf. Dinge zu machen wie laufen, rennen,Spielen und was man noch so alles machen kann.
    Wenn man dann Testpersonen gefunden hat, kann es los gehen.
    das Tier in den Garten lassen und z.B mit einer Schleppleine oder andere Leine fixieren.
    Ich würde mich von dem Tier (geht mit Schleppleine super) 4-5 m entfernen und die Testperson folgt ihren Aufgaben.
    Wenn das Tier dann mit Bellen, und am Zaun entlanglaufen/ hochspringen beginnt , würde ich versuchen das Tier abzulenken und die Aufmerksamkeit auf mich richten. Z.B durch Ballspiel oder Frisbee oder Quietschie oder ggf. Witzige Geräusche machen, sodass das Tier kommt / oder zu mir guckt. Wenn das passiert, ganz doll loben, Leckerchen,und Spieleinheit oder Streicheln .
    und das mehrmals wiederholen. und auch wenn das Tier ruhig ist Loben.

    zu Sit.2:
    Wenn 2 Tiere sich begegnen würde ich vorerst fragen ob das ok ist.
    Wenn es dann zu dem kommt, was du schilderst, würde ich wenn ich HH2 (von dem Hund ,der an HH1 hochspringt)
    wäre mein Tier am Halsband/Geschirr greifen, das wort ''nein'' zum ermahnen des Hundes einsetzten und dann ein Kommando ausführen lassen (Sitz/Platz) damit sich die Situation beruhigt, bzw ggf. wenn mein Tier aggressive Absichten hat, mein Tier von der HH1 wegführen.

    zu Sit.3:
    Wenn mein Tier versucht dort hinein zu beißen (sei es aus Neugier, oder Agressivität) würde ich zu meinem Tier hingehen, am Halsband / Geschirr greifen , etwas betonter ''Nein/Aus'' sagen und dabei mit einem beherzten Griff (ohne dem Tier schaden zu zufügen) um die Schnute greifen und 1/2 Sekunden zu/festhalten.
    wenn das Tier es dann nicht mehr macht, oder sich beruhigt hat,positiv bestärken- loben, Leckerchen,streicheln.
    Und wenn ich dann iwann später spatzieren gehe, und der Hund schon jmd anpeilt um in den Rockzipfel zu kneifen oder daran zu nabbeln, sage ich im voraus ''nein''
    und wenn das Tier dann gehorcht sofort positiv bestärken- loben, Leckerchen,streicheln.
    Oder ggf. wie das Tier aus Wasserspritze/pistole reagiert, damit bespritzen . Oder ein Säckchen mit Kleingeld füllen und (nicht falsch verstehen) in die Richtung des Tieres werfen, damit es durch das Geklimper Geräusch beeindruckt ist und sich etwas erschreckt.(soll jetzt nicht heißen , das man das Tier ab/bewerfen soll!!!!!!!!!!!!!!!!!!) und wenn das Tier dann eagiert und aufhört sofort loben, Leckerchen,streicheln.

    VLG

  • tja, wie würd ichs machen?
    ich glaube, da würden hier eine aufschreien ;-)

    Situation 1:
    Hund kennt das Abbruchsignal (wenn nicht, wirds halt aufgebaut) und kommt angeleint in den Garten mit mir
    wenn er an kurzer Leine (großer Abstand vom Tor und ich beschäftige mich nicht mit den daher laufenden Leuten) Theater macht, gibts von mir auch Theater, denn er hat es einfach nicht zu machen
    wenn er sich statt dessen zu mir orientiert (auch nach Ärger) wird er belohnt etc.

    denn er soll merken, dass es sich mehr lohnt, Kontakt zu mir zu haben, als auf Deppen zu achten
    und so würde ich den Abstand vergrößern, bis die Leine ab ist

    Situation 2:
    auch hier ist nen Abbruchsignal hilfreich, dazu die Leine und zusätzlich sollte man am Abruf arbeiten ;)

    und auch bei Situation 3 arbeite ich übers "Meideverhalten" beim abgesicherten Hund

    denn alles 3 kann gefährlich werden ;)

  • Zitat

    tja, wie würd ichs machen?
    ich glaube, da würden hier eine aufschreien ;-)

    Wie denn? :)


    Ansonsten, Danke!
    Sind alles brauchbare Anregungen und auch aus meiner Sicht bzw. nach meinen Erziehungswerten nachvollziehbar :)

  • Manu :gut:
    Die Absicherung über die Leine(kann auch eine kurze Schlepp sein), finde ich in den genannten Situationen wichtig.
    Laß deinen Hund nicht tun, was er nicht soll. :D
    Wenn möglich, verhindere falsches Verhalten BEVOR es geschieht.

    Wenn meine Hündin am Zaun bellt, schicke ich sie ins Haus (sie weiß das ;) ).

  • Ich würde vermutlich so reagieren:

    Situation 1
    Solange der Hund noch kein Abbruchsignal kennt, würde ich ihn unkommentiert anleinen und mit mir nehmen.
    Evtl. würde ich das Abholen mit einem Nein verbinden und evtl. den Hund vom Zaun abdrängen.

    Situation 2
    Den springenden Hund würde ich mit meinem Körper abblocken. Je nach Hund würde ich ihm evtl. den Schlüssel vor die Füße knallen. Hochnehmen wäre zwar auch nicht meine Alternativen, aber in Situation X möchte ich das nicht ausschließen.

    Situation 3
    wie Situation 1

  • Zitat


    Situation 3:
    Welpe/Junghund beißt immerwieder ins wehende Kleid der Tochter. WIE mache ich ihr hier klar, dass das nicht in Ordnung ist?

    Hier stellt sich mir auch die Frage, wie mit dem Welpen/Junghund gespielt wird und ob er schon eine gewisse Frustgrenze kennengelernt hat.

    Ich finde, hier sollte man auch daran arbeiten, dass die Tochter auch was zu sagen hat und das selber unterbinden kann.

    Für alle drei Fälle benötigt man ein Abbruchkomando bzw. ein bombenfestes NEIN

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