(Groß-)Stadthunde

  • Hallo Dogforum Community,

    Stadthunde sind ein heiß diskutiertes Thema. Mehr als 20% der Deutschen sind grundsätzlich gegen Hunde in Städten.

    Ich leben nun seit drei Jahren mit meinem Hund Aaron in Berlin. Wir gehen oft in Parks und er kann sich dort regelmäßig austoben. Meiner Meinung nach geht es ihm gut und das obwohl wir in einer Großstadt leben. In Berlin gibt es allerdings noch Verbesserungsbedarf, was die Hundefreundlichkeit der Stadt angeht.

    Wie seht ihr das? Können Hunde in Großstädten ein schönes Leben haben oder geht das nur auf dem Land? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

    Und welche Großstadt ist eurer Meinung nach die hundefreundlichste?

    LG Sara

  • Hallo Sara,
    wir leben seit fast 3 Jahren mit unserem Hund in Hamburg und ich sehe da bislang keine Nachteile zum Landleben. Muss aber zugeben, dass wir eher im Randgebiet wohnen und direkt vor unserer Haustür ein sehr großer Wanderweg an der Alster entlangläuft, wo es auch Hundefreilaufzonen gibt (in Hamburg gilt Leinenzwang, außer man hat durch ne Prüfung ne Befreiung). Ich finde es gut, dass Großstadthunde mit vielen verschiedenen Eindrücken und Situationen konfrontiert werden und meistens viel Hunde- und Menschenkontakt haben. Bei "Landhunden" habe ich den Eindruck, dass sie manchmal nicht so besonders gut sozialisiert sind.
    Hundefreundlich kann man Hamburg aber nicht unbedingt bezeichnen...
    LG, Katrin.

  • Eigene Erfahrungen kann ich nicht beisteuern, aber ich weiß durch meine Tochter, dass München und auch Stuttgart sehr hundefreundliche Städte sein müssen. Die Parkanlagen sind sehr weitläufig und die HH gehen zum größten Teil mit ihren Hunden ohne Leine spazieren und meine Tochter hat noch nie beobachtet, dass es da zu Konflikten kam. Dies sind aber nur Erfahrungswerte vom blosen Sehen. ;)

  • Großstadt möchte ich Kiel zwar nicht nennen, aber Stadt ist es...
    Ich finde es gibt auch in der Stadt Möglichkeiten den Hund Hund sein zu lassen, zudem sind Kontakte zu Artgenossen meist viel häufiger als auf dem Land.
    Ich habe auch das Gefühl, dass sich Stadthundebesitzer häufig mehr Gedanken zur Auslastung machen, statt den Hund einfach schnell in den (reizarmen) Garten zu lassen.
    Sicher sind manche Hunde in der Stadt auch überfordert, und sicher gibt es auch viele Dorfhunde, deren Besitzer spannende Dinge mit ihnen machen, aber der Hund zeigt es einem doch, ob es ihm gut geht, oder nicht.
    Meiner geht es gut in der Stadt, obwohl sie erst vor drei Wochen zu mir kam und davor direkt am Deich in einem Miniörtchen wohnte.

  • Wir wohnen wirklich mitten in der Altstadt, und ich bin mir recht sicher, dass unser Hundi trotzdem glücklich ist. Klar scheint sie richtig zu lachen, wenn sie über ne rießen Wiese flitzen kann, wenn wir mal rausfahren, aber deswegen unglücklich wo wir wohnen sind wir alle nicht. Wir fahren aber auch so 3 mal in der Woche "raus" oder zu meinen Eltern, damit Hundi was anderes sieht als unsere normalen Gassirunden. Bei denen kann Cookie aber auch immer offline laufen, (nachdem sie inzwischen von der Schlepp befreit wurde :D ) weil wir wunderbar in nem Graben gehen, wo rechts und links hohe Burgmauern sind und so kein Auto weit und breit. Außerdem find ichs toll, dass Cookie so jeden Tag Hunde trifft. Wenn wir bei meinen Eltern zb spazieren, nehmen die meisten Leute ihren Hund zu sich, und Hundis haben so keinen Sozialkontakt. Hab bis jetzt wirklich kaum jemanden gefunden aufm Land, der den Hund mal länger als 5min hat spielen lassen...

    Hundi ist außerdem an wirklich alles gewöhnt und hat vor kaum Sachen Angst. Bus, Straßenbahn, Zug, große Autos, Roller, alles kein Problem... und Menschenmassen ist sie so auch gewöhnt, auch wenn wir sie sicher nicht mit ins größte Chaos Samstagnachmittag oder so nehmen. Aber sie kennt eben einfach auch viele Leute um einen rum.

  • Abgesehen davon, dass ich es selber nicht in einer Großstadt aushalten würde, sehe ich kein Problem mit der dortigen Hundehaltung.
    Natürlich ist es alles etwas beengter und während ich mich hier in meiner Kleinstadt echt anstrengen muss, um nach 18 Uhr noch Hunden zu begegnen.
    Aber pauschal zu behaupten, Großstädter geben sich grundsätzlich mehr Mühe was Auslastung angeht, finde ich dreist.
    Ich könnte meinen Hund in unseren Garten lassen, klar. Und was tut der dann? Sich vor die Tür legen und warten, dass man ihn wieder reinlässt. Oder ich bin mit ihm draußen und er steht da und guckt mich blöde an.

  • Meiner Meinung nach kommt es nicht darauf an wo ich mit dem Hund wohne, sondern die Regelmäßigkeit und Qualität der Auslastung. Was hat ein Hund auf dem Dorf davon, wenn er den ganzen Tag alleine im eigenen eingezäumten Garten rumdümpelt?

    Wir wohnen mitten in Frankfurt und Blacky genießt jeden Tag 1,5 Stunden (große Runde) im Freilauf mit Hundekumpels, Spiel und Spaß. 1x pro Woche THS, 1x VPG und zwischendurch UO. Dummy und Fährten sind so zum Spaß wenn es reine Gassigänge nur mit mir alleine gibt. Dafür fahre ich fast tgl in Wald und Feld oder auf die großen Niddawiesen.

    Ich denke Hunden kann es überall gut und weniger gut gehen. Ausschlaggebend ist der Mensch und nicht die reine Wohngegend.

  • Also ich denke unsere Hunde sind glücklich in Berlin aber............
    ....................sie sind keine typischen Stadthunde. Das heißt wir fahren fast täglich in das riesige Auslaufgebiet Grunewald und dort können sie toben und schwimmen bis zum abwinken. Für die wenigen Tage die wir zu Hause bleiben, sind hier viele Parks in der Gegend. Probleme mit anderen Hunden gibt es selten.
    Wir nehmen die Hunde aber nicht mit wenn wir einkaufen, shoppen, Termine wahrnehmen, uns mit Freunde treffen, fahren keine öffentliche Vehrkehrsmittel und muten ihnen keinen Trödelvormittag in der Menschenmenge zu.
    Somit kennen sie das Innenstadtleben nicht wirklich und müssen es auch nicht.
    Dazu kommen noch 2-3 Urlaube in Dänemark über ein paar Wochen in denen sie noch mal richtig aufblühen.
    O.K. wir müssen nach Dänemark ziehen. :D

    Warum sollten Stadthunde glücklicher / unglücklicher sein als Landhunde.
    Es kommt doch darauf an wie man einen Hund fordert und fördert und da ist es egal wo sie leben.

    Doch Hunde die nur dreimal täglich für 10 Minuten um den Block kommen oder Hunde die nur im Garten leben sind es zwar gewohnt und wissen nicht wie es besser wäre, doch diese Hunde tun mir leid und das ist dann egal wo.

    LG Sabine

  • Wir wohnen zwar am Land, ich bin mit Fina aber täglich in der Innenstadt, weil dort mein Büro ist. Ich würd nicht sagen das es ein Stadthund schlechter hat als ein Landhund. Nur für den Besitzer ist es etwas unbequemer. Daheim geh ich mit ihr halt mal schnell vor die Tür wenn sie muss, in der Stadt muss ich aber zuerst mal kurz laufen bis wir geeignete Plätze haben. Andererseits soviel (verschiedenen) Hundekontakt wie bei unserer Mittagsgassirunde auf der Hundewiese hat sie daheim nicht. Zudem spricht dich kein Jäger doof an wenn der Hund da über die Wiese saust (kann daheim schon passieren wenn man an den richtigen kommt), weil er das da ja offiziell darf. Andererseits brauch ich aber am Land nicht ewig weit laufen oder fahren damit ich den Hund mal von der Leine lassen kann. Wenn ich mal weniger Zeit habe, kann ich den Hund trotzdem mal ordentlich laufen lassen, weil ich nicht die Hin- und Rückfahrt zur Hundewiese einplanen muss. Meine Freundin lebt in der Stadt und hat einen Cocker Spaniel, die fährt morgens in den Park damit der Hund vor der Arbeit noch laufen kann, dann wieder retour und ins Büro. Wenn sie den Hund eine viertel Stunde laufen lassen will, braucht sie aber ca. 20 min zusätzlich für den Hin- und Rückweg. Ich brauch aber tatsächlich nur eine viertel Stunde, weil raus zur Tür und los gehts.
    Mein Hund ist ganz zufrieden im Büro, schläft ja ohnehin den ganzen Tag. Sie mag die Hundewiese, weil soviele Freunde zum spielen da sind, aber sobald sie daheim ist und sie die Wahl hat Garten oder Haus entscheidet sie sich definitiv für den Garten. Ich glaube fast ihr wärs lieber sie würde den ganzen Tag im Garten verbringen dürfen, als mit ins Büro zu müssen. Aber soviel Entscheidungskraft hat der Hund nicht. ;)
    Daher glaube ich, sie würde sie als Stadthund arrangieren, aber lieber ist ihr doch das Landleben.
    Nur das Straßenbahnfahren würd ihr fehlen. Sie fährt für ihr Leben gerne Straßenbahn. :D

  • Das Wohlfühlen kommt, glaube ich, auch sehr auf den Hundetyp an. Ich hatte eine Hündin, die geradezu großstadtbegeistert war, Bummeln, Schnüffeln, Bahnfahren und vielleicht noch eine Eistüte an der Alster über alles liebte. Die freute sich über die Aktentasche und das "Stadtgeschirr" tatsächlich weit mehr als über die Outdoor-Ausrüstung. Und ich hatte (und habe gerade) Hunde, die das genaue Gegenteil waren, Lärm ebenso haßten/hassen wie Gedränge, ein enormes Laufbedrüfnis haben und so schon vor der Disposition her totale "Landeier" sind. Die in eine Großstadt zu verpflanzen, würde ich als Quälerei empfinden.

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