Hund schappt nach meinem Kind

  • Zitat


    Ich bin total eingeschüchtert und super ängstlich. Alles war so schön und jetzt, ist es so angespannt. Ich weiß wirklich nicht was ich machen soll.

    Hi,
    du mußt die "Rudelordung" wieder herstellen ;)
    DU bist das "Alttier" und bestimmst, wer hier wen maßregelt.....und dein Kind erziehst immer noch du selbst und nicht der Hund!
    DU sorgst für den "Rudelfrieden" und zwar auf eine ruhige und souveräne Art, daß Hund und Kind begreifen, sich gegenseitig zu respektieren. Ein Hündin ist in der Regel mit der 1. Läufigkeit erwachsen und ein Kleinkind wird automatisch zum "Jungtier", daß auf hündische Weise in die Schranken gewiesen wird. Für eine Hündin ein normales Verhalten......für das Kind kann das lebensgefährlich werden!

    DU hast nun die Aufgabe, deinem Hund klar zu machen: im Rudel(...in der Familie) wird nicht gebissen!
    Du übernimmst die Verantwortung, Du bist die Überlegene und Du duldest keine Aggression.....und zwar nicht, in dem du den Hund aus dem Familienleben auschließt, sondern in dem du ihn klug als deinen "Helfer" einsetzt :smile:

    Achte auf die Körpersprache deines Hundes und achte auf dein Kind! Ein Hund muß nicht jede grobe Zärtlichkeit erdulden, deshalb schütze auch deinen Hund vor zuviel Nähe, denn Kleinkinder können nicht abschätzen, ob sie den Hund übermäßig bedrängen!

    Wenn DU beiden (Kind und Hund) klare Spielregeln vorgibst, dann wirds schon klappen ;)

    LG

  • äh sorry meikel76,
    ich finde du übertreibst ein bisschen ;)
    ich glaube nicht, dass man die Situation so durch analysieren sollte, wenn man nicht live dabei war...


    Den Beitrag von LaBellaStella find ich sehr gut :gut:

  • War es wirklich ein echtes Schnappen?

    Ich kenne solche Situationen, wenn ich mit meiner großen Hündin schmuse, und der Mops kommt dazu, dass meine Große dann auch so ein bissel in die Richtung vom Mops schnappt, um der Kleinen zu signalisieren: "Hey, Kleene, verpiss dich." Aber sie würde dabei nie wirklich schnappen oder beißen, oder der Kleinen wehtun. Es ist eher so ein "wegschieben". Da Hunde ja keine Hände haben, müssen sie dafür ja den Fang einsetzen.

    Dann kenn ich noch die Situation, wenn die Große mich im Gesicht ablecken möchte, und kommt nicht hin, dass sie "nach oben schnappt" ... Das ist aber kein Schnappen im Sinne vom Beißen, sondern eher so ein zärtiches Balgen, so wie Hunde gegenseitig auch Körperteile ins Maul nehmen, wenn sie schmusen ... Also eher so eine übermütige Geste. Sie ist dabei aber immer ganz vorsichtig und tut mir niemals weh.

    Vielleicht hast du das Schnappen ja auch fehlgedeutet???? Kam mir nur so.

  • Wenn der Hund nach meiner Tochter schnappen würde, dann würde ich aber einige Punkte von Meikel76 in Erwägung ziehen. (Ich denke schon, es war ein zurechtweisendes schnappen, nicht in Verletzungsabsicht, aber dennoch klare Ansage. Nicht Liebkosung oder so. Ich würde das jetzt nicht überdramatisieren, aber auch nicht verharmlosen.)
    Mein Hund darf das nicht, er soll eine hohe Reizschwelle haben. Darum finde ich die Idee, strenge Regeln Für Kind und Hund aufzustellen, gar nicht so verkehrt.
    Aufs Sofa oder ins Bett darf meiner ja eh nicht, aber wenn, dann würde ich es erst mal unterbinden.
    Dann würde er sein Spielzeug von mir zugeteilt bekommen, nicht zur freien Verfügung haben, ist jetzt eigentlich auch schon so, bis auf den Wubba.
    Das Kind darf sich dem Hund nie nähern, wenn er schläft.
    Gestreichelt wird er nur, wenn ich dabei bin, und nie von hinten annähern. Meiner mag es z.B. sehr, am Hals gestreichelt zu werden und hinter den Ohren. Am Hund hochziehen finde ich nun nicht so toll.
    Der Hund braucht einen Rückzugsort, welcher für alle anderen Tabu ist.
    Zerrspiele mit so einem kleinen Kind finde ich auch gar nicht gut. Lieber andere Spiele und jede positive Sache mit einem Leckerchen belohnen, welches ihm auch mal das Kind gibt.
    Den Hund nicht ausgrenzen, sondern in die täglichen Erledigungen mit einbeziehen.

    Mein Töchterchen ist 7 und weiß eigentlich schon ganz genau,was sie darf und was nicht, aber trotzdem verhält sie sich ab und zu unberechenbar, da kann man noch so aufpassen. Für diesen einen Moment möchte ich persönlich aber, dass mein Hund dann ruhig bleibt und nicht gleich knurrt oder gar schnappt. Das war immer mein größtes Ziel, nicht dass er perfekt an der Leine geht, zu 100 % immer und überalls abrufbar ist, mir aufs Wort hört, da sind mein Ansprüche eher nicht so hoch.

  • Die TS hat ja von Anfang an für den Hund einen Platz gehabt, wo das Kind nicht hindarf, oder hab ich da jetzt was verwechselt?
    Sie hat war/ist immer in der nähe, wenn es zu Hund-Kind Kontakten kam/kommt.
    Zerrspiele zw. Kind und Hund gibt es hier glaub ich auch nicht: dafür ist das Kind ja zu klein und halte ich auch nicht für sinnvoll; ich dachte es ginge um Zerrspiele zw. der TS und dem Hund ;)
    Sie hat mMn gleich richtig reagiert: den Hund weggeschickt.

    Sie hat ja selbst gesagt, dass sie jetzt die Kontakte strenger überwacht etc. daher empfinde ich die Maßnahmen einfach übertrieben: ja in Ansätzen sicher nicht falsch, aber nicht in diesem Umfang... ;)

  • Also erstmal vielen vielen Dank für euren Beiträge.
    Also ich denke, dass das schnappen nicht böse, sondern wirklich ein "Geh weg" bedeutet haben soll, sie wollte dem Kind nicht weh tun.

    Ich werde wirklich fast eurer Ratschläge annehmen. Ihr seid wirklich toll.
    Vielen Vielen Dank. Ich habe selber bemerkt und zwinge mich dazu, entspannter zu werden.
    Ich fange jetzt an wirklich klare Regeln aufzustellen.
    Das Kind darf nicht einfach zum Hund, sondern nur mit mir zusammen.
    Auch das mit der Box finde ich nicht schlecht. Aber ich werde erstmal versuchen irgendwie eine Hütte oder so zu bekommen, wo der Hund wirklich von allen Seiten geschützt ist.
    Und Zerrspiele, naja, der Hund hat schon gezerrt, aber sehr vorsichtig. Halt soviel, dass es ein Spiel bleibt und das die Kleine das Seil auch festhalten kann. Aber auch das werde ich nicht mehr zulassen.
    Und Ja aufs Bett und Sofa, das wird jetzt auch ein klarer Verbot.

    Ich bin wirklich dankbar, dass ihr mir so viele Beiträge dazu geschrieben habt.
    Vielen Vielen Dank.

  • Nachtrag:
    In diesem Fall müssen wir glaube ich präventive Maßnahmen suchen.
    Und dazu braucht man konkrete Handlungsweisen.
    Konkrete Ratschläge aufzuführen, die verbindlich zum Erfolg führen ist natürlich schwierig wenn man den gesamten Kontext nicht sieht.

    Ich denke aus der Sicht des Hundes warum er das Kind korrigiert hat. Dabei betrachte ich die Umstände...
    Natürlich wäre es falsch den Hund einzusperren oder ihn nur auf seinen Platz zu begrenzen damt er dem Kind nicht zu nahe kommt.
    Aber genauso wenig kann es richtig sein das der Hund ständig das Kind mit Blicken oder Folgen kontrolliert. Strategische Plätze dazu sind tabu.

    Zerrspiele sehe ich aus diesem Grund in diesem Zusammenhang kritisch.
    Es hat immer was von Kräftemessen grad für einen jungen Hund. Ich finde es hinsichtlch des geschilderten Vorfalls wichtig in den präventiven Überlegungen mitzubedenken. Der Hund sollte kein Überlegenheitsgefühl dem Kind gegenüber entwickeln. Junge Hunde stellen gerne eine Rangordnung übers Spielen fest auf die sie sich dann später berufen.
    Genauso ist es mit Spielzeug für den Hund. Es gibt Hunde für die ist Spielzeug einfach da. Oder es gibt Hunde für die ist ihr Spielzeug ein Statussymbol, mit dem sie imponieren oder es verteidigen. Um die Gefahr des letzteren Auszuschließen wäre ich nach diesem Vorfall grundsätzlich Vorsichtig um evtl. Situationen gar nicht erts entstehen zu lassen.

    Ich halte es für wichtig ein gezeigtes Verhalten wie geschildert in den ersten Ansätzen zu vermeiden. Um ein sicheres und entspanntes Familienleben mit Hund zu haben.
    Um es für den Hund leichter zu machen die Familienstruktur nachvollziehen zu können, halte ich es für notwendig klare Strukturen für den Hund zu gestalten. Nur so kann er sich letztendlich mit seinen Bedürfnissen integrieren.
    Versteht mich bitte nicht falsch. Ich bin der Auffassung das ein Hund ein vollwertiges Familienmitglied ist!!! Und er soll freie Entscheidungen treffen können aber es muss in Familienstruktur passen.
    viele Grüße

  • Hallo,

    vielleicht wäre das für dich lesenswert:

    Kopf hoch, das wird schon, nimm es ernst, aber gerate nicht in Panik.
    Es ist natürlich erst einmal ein großer Schrecken, der verdaut werden muss, aber dein Hund ist keine reißende Bestie.
    Achte darauf, dass dein Hund niemals bedrängt wird, in Ruhe fressen kann und dass er nichts auf dem Sofa verloren hat, wenn das Kind bei dir ist.
    Stelle Regeln auf, genug gute Tipps hast du ja bekommen.

    Zur Beruhigung:
    Unser Zweithund hat auch schon sehr heftig auf ein Kind reagiert und ich war verzweifelt.
    Entstanden durch eine sehr dumme Situation, durch Unachtsamkeit, weil ich nicht mal wusste, dass Nachbars Kind im Haus war... und dieses Kind nahm meinem Hund Futter weg.
    (Tochter ließ die Freundin ohne mein Wissen durch die Hintertür herein - Hund fraß)
    Mein Gott, hier war was los...
    Hund reagierte natürlich sehr deutlich, Gott sei Dank ohne Biss, Kind blieb unverletzt, aber durch die Geräuschkulisse wurde ich aufmerksam:
    Ein knurrender (und wie!) Hund, der sich auf das Kind stürzte, welches dann logischerweise schrie wie am Spieß.
    Ich war fix und fertig.

    Ich will dir nur damit sagen, dass dein Hund situationsbedingt reagiert hat und nicht grundsätzlich aggressiv ist.

    Gruß
    Leo

  • Zitat

    Versteht mich bitte nicht falsch. Ich bin der Auffassung das ein Hund ein vollwertiges Familienmitglied ist!!! Und er soll freie Entscheidungen treffen können aber es muss in Familienstruktur passen


    Da stimme ich dir zu :gut: dein erster Post hatte nur so den Anschein von "Alternative für jeden Hund"
    Was du allerdings jetzt geschrieben hast, kann man eher nachvollziehen und bejahen

    Ich würde aber zusätzlich den Hund immer belohnen, wenn er sich selbst vom Kind abwendet. Auch so lernt er, daß Angriff nicht immer die beste Wahl ist, sondern das Rückzug gern gesehen und belohnt wird.
    Auch jegliches freundlich-gelassene Benehmen dem Kind gegenüber würde ich belohnen. Damit der Hund so Angenehmes mit dem Kind in Verbindung bringt.

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