Erziehung mit Leckerchen?

  • Hallo!

    Ich frage mich immer wieder, welche Art von Erziehung die bessere bzw. wirksamste ist.
    Ich habe einen Labradormischling, dementsprechend ordentlich verfressen und die Erziehung mit Leckerli klappt super. In der Hundeschule wurde uns gesagt, dass der Hund erst das Kommando erfüllen soll BEVOR die Hand in die Tasche geht und ein Leckerchen hervorzückt, damit sie nicht nur für das Leckerli, was in der Hand ist, arbeiten. Schön und gut.
    Aber weiß der Hund nicht irgendwann, Hand in der Tasche hin oder her, dass es so oder so ein Leckerchen geben wird? Ich frage mich, ob der Hund das Kommando ausführt, weil er weiß es gibt gleich eh ein Leckerchen oder ob er wirklich "Spaß" daran hat mit mir zu arbeiten?

    Man muss allerdings auch dazu sagen, dass Nera ein Junghund ist (6 Monate). Ich habe schon in anderen Foren gelesen, dass diese bei ihren erwachsenen Hunden mit Leckerchen nur arbeiten, wenn diese was neues lernen. Nera lernt ja sozusagen auch immer was neues, jegliches Kommando sitzt ja noch nicht 100%ig (außer Sitz), weshalb das Argument "sie lernt ja noch und braucht Motivation" passen würde.
    Ab wann kommt denn das Alter, wo man mit weniger Leckerchen arbeiten kann/solle, damit der Hund eben nicht NUR für Leckerchen Kommandos ausführt?


    An Hundehalter mit Junghunden: Arbeitet ihr auch hauptsächlich mit Leckerchen? Wenn nicht, mit was stattdessen? Wenn ja: Ab wann werdet ihr das reduzieren bzw. bei welchem Kommando belohnt ihr sogar nur noch selten mit Leckerchen?

    An Hundehalter mit erwachsenen Hunden: Wann habt ihr die Leckerchen reduziert? Wo belohnt ihr momentan immernoch mit Leckerchen? Wie belohnt ihr bei "alten" Kommandos, wenn nicht mit Leckerchen?


    Bin gespannt auf eure Antworten :)

  • ICh habe einen erwachsenen Hund und belohne manche Dinge ab und an mal mit einem Keks.

    Neue Dinge werden immer belohnt, Dinge, die sie besonders viel Überwindung gekostet haben, werden ebenfalls per Keks belohnt.

    Ansonsten gibts oftmals einfach nur ein "Super" oder "Gut gemacht" oder so.

    Reduziert habe ich die Kekszahl dann, wenn ich wusste, dass sie ein Kommando verstanden hat. Dann gabs anfangs einmal keins, die nächsten drei Male wieder eins. Dann wieder keins, usw.

    Maja weiß nie, wann es einen Keks gibt und wann nicht. ICh finde es auch nicht schlimm, wenn sie guckt, obs dafür nun was geben könnte. Solange sie akzeptiert, dass es nicht immer etwas gibt, ist das okay.

    Ich sehs aber auch nicht so, dass mein Hund NUR für den Keks etwas tut. Der Keks kommt halt ab und an "on top", weils so schön war ;)

    LG Henrike

  • egal wie alt oder jung ein Hund ist, neue Dinge werden immer belohnt! Dabei ist es egal ob Leckerlie oder Lieblingsballi, ...

    Und auch egal wie alt oder Jung ein Hund ist Belohnungen müssen schrittweise ausgeschlichen werden. Das heißt wenn ein Kommando klappt dann gibts erst nur noch bei jedem 2. x Leckerlie dann bei jedem 3.x usw bis man nur noch einen Jackpot hat. Dabei kann es immer mal wieder zu Rückschritten kommen. Der Hund muss auch lernen mit der so entstandenen Stresssituation umzugehen. Ist ja doof wenn es aufeinmal nichts gibt aber schnell verstehen sie dass es dann eben beim 2. Mal was gibt und freuen sich schon drauf weiter zu arbeiten.

  • Wir haben unsere immer ohne Leckerchen erzogen.
    Klar, sie bekommen ab und an was, aber ein Hund, der nur hört und mit der Nase an der Tasche mit Leckerchen klebt. Das ist keine Erziehung. Bringt auf Dauer nix.
    Kommandos beibringen und immer schön loben ist immer besser.
    MEINE Meinung. ;) ;)

  • Wir haben ja einen 2 jährigen und der lernt ja noch jede Menge Neues. Bei Sachen die 100% klappen gibt es keine Leckerlies mehr und die wurden ausgeschichen. Ab und an gibt es aber auch für die 100% Sachen noch ne kleine Belohnung. Billy weiß halt nie, gibt es jetzt was, oder nicht.
    Ich habe bei ihm Glück, daß er sowohl auf Leckerlies abfährt, ebenso auf Worte, Streicheleinheiten oder ein kurzes Spiel.
    So richtige Leckerlies gibt es hier nicht, meist ist es etwas von seiner Tagesration Futter und für die besonderen Leckerlies gibt es Fleisch oder Käse.

  • Zitat

    Ich frage mich, ob der Hund das Kommando ausführt, weil er weiß es gibt gleich eh ein Leckerchen oder ob er wirklich "Spaß" daran hat mit mir zu arbeiten?

    Mit was Du ein gutes Gefühl erzeugst, ist egal, hauptsache Du erzeugst es. Futterbelohnung ist in dieser Hinsicht leicht verfügbar, gut zu dosieren und erzeugt bei fast jedem Hund ein Wohlgefühl.

    Wichtig ist, dass Du erwünschtes Verhalten belohnst. Anfangs häufig, bei gefestigtem Verhalten kann man dann irgendwann bis zur sporadischen Belohnung übergehen - je nach Hund weniger oder mehr. Belohnst Du ein Verhalten gar nicht mehr, wird es irgendwann verloren gehen.

    Das sind übrigens Lerngesetze, die nicht nur für Hunde, sondern alle Lebewesen gelten.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Also wir füttern beim lernen eines kommandos danach wird das langsam reduziert. das heisst nichtmehr immer belohnen sondern manchmal nur loben. Dabei sollte man drauf achten das man nicht immer z.B. beim dritten mal ein Leckerlie gibt, sonst weiss der hund wenn er auf keinen fall ein Leckerlie bekommt. Meiner bekommt manchmal erst nach dem 10. Sitz mit Anschauen etwas manchmal auch 3 mal hintereinander oder bei einem langen sitz nach der hälfte der zeit eins und am Ende nochmal. Zufallsprinzip. So kann für den Hund jederzeit was dabei rausspringen.
    Das er für ein Kommando mal garkeine leckerlies mehr bokommt kann cih mit kaum vorstellen aber er ist eh nicht so der will-to-please hund (auch wenn er sehr freudig arbeitet)

  • Edit: wenn man einen Hund hat der etwas tut wenn man ihn lobt ist erziehung ohne leckerlies sicher schön aber meiner würde gar nicht erst auf die Idee komme etwas zu tun nur weil ich ihn dafür lobe und immer spielen kostet zu viel zeit. Mein hund bettelt auch trotz erziehund mit Futter nciht nach leckerlies und arbeitet dadurch das er die Kommandos mit etwas positivem verknüpft auch mit wenig Futter toll mit.

    Ich denke welche Erziehungsart die beste ist kommt immer auf den Hund an und ob der nur für Lob etwas tun würde.
    Bei meinem ist es so, das er jeh nach kommando oft leckerlies bekommt und wenn er etwas super-maga-gigantisch toll gemacht hat ( er war angeleint und hund läuft eng vorbei, Rückruf, super tolle Grundstellung) gibt es den Jackpott: ein ZERRSPIEL... jaja das lässt terrieraugen leuchten :roll:

  • Also ich finde es nicht gut,wenn man seine Hände ständig in der Tasche hat,um Leckerlies rauszuholen.Das gibs bei uns nicht.Wir arbeiten zwar auch mit Leckerlies,aber diese habe ich IMMER in meiner Hand.
    Beispiel:
    Pino hat im Freilauf irgendwas entdeck sprintet los,ich ruf,er macht eine Vollbremsung und kommt.Dann lobe ich ihn und halte meine Hände an meiner Brust,damit er lernt in meine Augen zu gucken und nicht meine Hände ständig sucht.
    Außer dem arbeiten wir mit dem Ball.Hund haben ja bekanntlich zwei Triebe:der Fress-und Beutetrieb.
    Das gleich Beispiel wie oben,ich habe ihn gerufen und wenn er fast bei mir ist,rolle ich den Ball in die andere Richtung.Und dann holt er mir die "Beute".
    Ich arbeite mehr mit dem Ball,weil ich mir keinen Leckerlie Hund erziehen will.Klar gibs auch Leckerlies,aber nicht wegen jeder Kleinigkeit.Wir haben das jetzt auch reduziert.

    Wenn Pino nicht gleich kommt oder mir den Ball bringt,motíviere ich ihn mit :
    Ja,ja,ja! :)

  • Zitat

    Ich frage mich immer wieder, welche Art von Erziehung die bessere bzw. wirksamste ist.

    Ganz sicher ist es sehr "wirksam" mit Belohnung zu arbeiten. Es ist die einfachste und unkomplizierteste Weise.
    Aber die Belohnung sollte nicht auf ein Leckerchen reduziert werden. Dann stünden Leute deren Hunde nicht unbedingt auf Futter abfahren ganz schön dumm da, nicht wahr? ;)
    Belohnung muss sich erstmal daran orientieren, was der Hund als solche empfindet. Und dann ist es sicher eine der effektivsten Methoden die man sich vorstellen kann wenn man über Belohnung, aber nicht zwangsläufig Leckerchen arbeitet.

    Zitat

    ...weil er weiß es gibt gleich eh ein Leckerchen oder ob er wirklich "Spaß" daran hat mit mir zu arbeiten?

    Ob ein Hund wirklich Spaß bei der "Arbeit" hat ist individuell und kann nicht nur daran fest gemacht werden ob du ein Leckerchen oder auch eine andere Belohnung in Aussicht stellst (und ja, klar checkt ein Hund das, wenn er immer ein Leckerchen oder eine Belohnung bekommt wenn du das nur so übst.).
    Es ist eine Frage des Umgangs, des Triebs und dem allgemeinen Willen zur Zusammenarbeit des Hundes.
    Es gibt Hunde, die haben keine Lust auf Unterordnung, Obedience, VPG, Agility oder weiß der Himmel was. Die wollen vielleicht gern ausgiebig spazieren gehen, schnüffeln, gucken... die machen was man sagt, die sind abrufbar und alles, wenn man übt. ABER: was immer man da mühsam herbeitrainiert, der Hund wird nie wirklich "Spaß" dabei haben.
    Und es gibt Hunde die arbeiten gern mit dir, sofern du entsprechend mit ihnen umgehst, die haben sicher in gewisser Weise Spaß und ein Faktor mag da auch die Belohnung spielen, aber sicher auch die Anlagen vom Hund und der Art des Hundeführers zu arbeiten.


    Zitat

    An Hundehalter mit Junghunden: Arbeitet ihr auch hauptsächlich mit Leckerchen? Wenn nicht, mit was stattdessen? Wenn ja: Ab wann werdet ihr das reduzieren bzw. bei welchem Kommando belohnt ihr sogar nur noch selten mit Leckerchen?
    An Hundehalter mit erwachsenen Hunden: Wann habt ihr die Leckerchen reduziert? Wo belohnt ihr momentan immernoch mit Leckerchen? Wie belohnt ihr bei "alten" Kommandos, wenn nicht mit Leckerchen?

    Ich reduziere Belohnungen eigentlich gar nicht mehr :D .
    Es kommt eher drauf an wie ich belohne und was der Hund als Belohnung auffasst. Es kann ja auch eine Belohnung sein, wenn der Hund freigegeben wird (ableinen, Leine verlängern zum schnüffeln etc.) oder wenn er einen anderen Hund begrüßen darf (wenn er verträglich ist) es gibt ja wirklich verschiedenste Möglichkeiten zu belohnen. Die Grundfrage vor der Belohnung muss lauten: Was empfindet DER HUND jetzt am allerehesten als Belohnung? Was will er?
    Und dann muss man sehen, ob das möglich ist und ggf. eine Alternative die der Hund viellt. auch ziemlich gerne möchte.
    Allermeistens gibt es eine Möglichkeit in einer Form zu belohnen die der Hund als solche empfindet.

    Futter, Leckerchen verwende ich nicht unbedingt wenn ich belohnen will, sondern wenn ich einen verhältnismäßig großen Gegenreiz setzen muss um überhaupt eine Ansprechbarkeit herzustellen. Ich "belohne" zwar auch mal mit Leckerchen, Welpen locke ich gelegentlich gar mit Futter :p, aber in der Hauptsache ist es ein Mittel um einen großen Gegenreiz gegen einen anderen, äußeren Reiz, zu setzen. Dabei gilt: je hungriger der Hund umso mehr funktioniert der Reiz "Futter".
    Arbeitet man auf diese Weise, sollte das logischerweise im Laufe der Zeit reduziert werden, je besser der Hund mit dem äußeren Reiz klar kommt umso weniger Futter. Dann kann man andere Belohnungen einführen.
    Allerdings ist dann unbedingt zu beachten, dass der Hund nicht so hungrig und verfressen sein sollte, dass er den äußeren Reiz gar nicht wahrnimmt... er sollte schon mitschneiden was da abläuft, den anstrengenden, ablenkenden, triebauslösenden etc. Reiz mit der Befriedigung des Bedürfnisses Fressen verbinden. Wenn sie den äußeren Reiz vor lauter "Futter" im Schädel nicht mehr wahrnehmen, verknüpft sich da auch nix.

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