Mein Dalmatiner will Kinder decken...

  • Zitat

    Ein Hund denkt nicht:
    "Oh ich berammel eben die Kids, mal schauen, was passiert....
    Wenn er das zum ersten Mal macht, ist es instinktives Handeln, je nach Reaktion des Halters kann daraus auch eine erlernte Verhaltenskette resultieren, logisch.

    natürlich denken auch hunde "mal schauen, was passiert..." ebenso, wie es kleine kinder tun. wenn ein kind das erste mal in seine eigene windel fasst, passiert genau das "mal schauen, was passiert, mal sehen, was das ist"

    instinktiv daran ist nur der natürliche entdeckerdrand, den säugetiere nun einmal haben.

    Zitat

    Hund rammelt die Kinder an und als Belohnung bekommt er Aufmerksamkeit (Spiel, Streicheleinheiten oder sonst was).

    läuft bei uns menschen lerntechnisch haargenau gleich ab.

    alles verhalten (bis auf reflexverhalten/instinktiv gesteuertes verhalten) ist erlernt.

    das reiz-reaktions-schema eben.

    unser verhalten ist genauso erlerntes verhalten, wo siehst du den unterschied?

    und auch grenzen austesten ist ein natürliches verhalten (bei mensch und tier), welches als ziel die exploration hat. nicht mehr und nicht weniger. kinder testen grenzen, erwachsene testen grenzen. welpen testen grenzen, erwachsene hunde testen grenzen.

    sie tun es bewusst und teilweise sehr zielgerichtet.

    und auch sehr gerne, um herauszufinden, wie weit sie explorieren dürfen. das ist ein natürliches und gesundes verhalten. gesund ist hier aber auch das klare setzen von grenzen, wobei ich ein aus-dersituation-holen in einigen fällen absolut ausreichend finde. wenn die kinder sehr wild mit dem hund spielen, müssen auch sie, meiner meinung nach, im spiel gelenkt werden. umgangsformen mit hunden sollten von klein auf erlernt werden. und wenn ich merken würde, es wird wirklich zu viel für meinen hund (oder auch für die kinder) müssen die gestressten bzw. überforderten die stuation für einen moment verlassen.

    ich kann mir schon vorstellen, dass das aufreiten eine vermischen von funktionskreisen ist, wahrscheinlich ist eine stressbedingte übersprungsreaktion.

    in dem fall: situation und die beteiligten runterfahren, den hund für einen moment rausnehmen und den kindern zeigen, wie man mit hunden spielt.

    das spiel zwischen hund und kind sollte, meiner meinung nach, immer noch vom erwachsenen menschen gelenkt bzw, auch angeleitet werden.

    eventuell jedoch kann es auch eine maßregelung der kinder sein, das wissen wir einfach nicht. hier wäre meiner meinung nach eine sehr scharfe grenzziehung angebracht, sprich: ein klarer abbruch der verhaltensweisen des hundes, durchaus mit so, dass er versteht, dass es so nicht geht.

    hier aus der ferne irgendwelche ratschläge zum thema zu geben halte ich jedoch eigentlich für grob fahrlässig, da wir nicht wissen, was sich zwischen den kindern und dem hund in dieser situation und auch im kontext abspielt.

    ich wundere mich schon, wie das spiel zwischen allen so gestaltet sein kann, dass ein mehrfaches aufreiten überhaupt möglich gemacht wird, gerade bei einem hund mit zweifelhafter vorgeschichte. das kann bös ins auge gehen.

    und gerade deshalb kann ich nur eins empfehlen: fachmann draufschauen lassen und dann weitersehen.

  • Zitat

    Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen:

    Lucanouk und Schopenhauer, meint ihr, der Dalmatiner tobte mit den Kindern und dachte sich:

    "Ich werde jetzt die Kinder anrammeln, mal sehen, wen ich damit ärgern kann."

    Nein, ich glaube nicht, dass ein Hund diesen Gedankengang vorweg (Plan) hat, der macht das zunächst einfach, aus welcher Motivation heraus (ob nun Stress - oder tatsächlich sexuell begründet) auch immer.

    was sich der hund dachte werden wir niemals erfahren. um eine situation auch nur ansatzweise deuten zu können, müssten wir als allererstes mal dabeisein und alles in ruhe anschauen, den kontext sehen, vielleicht situationen auf video aufnehmen. erst dann können wir darüber nachdenken, warum der hund sich so verhält.

    aber grundsätzlich sind hunde in der lage auch planvoll zu denken. ich geb dir mal ein beispiel:

    bis hundewelpen ca. 6 wochen alt sind (bei wölfen passiert dies etwas später) haben sie innerhalb ihrer familie relative narrenfreiheit, sie dürfen sich unendlich viel rausnehmen und werden selten korrigiert. es wird eher mit ignoranz und viel nachsicht erzogen. aber das scheint sich um die sechste woche schlagartig zu verändern. was die hundemütter und -tanten hier veranstalten ist extrem spannend, wenn man hündsche kognition bewerten möchte.

    eine tante bringt ein spielzeug. sie legt es vor den welpen hin und wartet, bis sich ein welpe zu nahe heran wagt. sie droht und reagiert, falls dieses drohen ignoriert wird mit einem klaren und auch gerne sehr heftigen abbruch (schnauzengriff, auf den boden stuken usw.). sie erteilt direkt eine lehrstunde zum thema "abbruchsignale". wenn das kein planmäßiges handeln ist, was ist es dann?

    sie hat ein ziel vor augen, nämlich das ihr spößling erlernt, was das drohen heißen soll.

    das ist canidentypisch.

    ne andere situation, die ich in einem video von angelika lanzerath beobachten durfte: die althündin lag auf dem boden und ließ sich geduldig von ihrem halbjährigen sprössling beknabbern. dieses spiel wurde immer wilder und wilder. schließlich nervte der kerl so sehr, dass sie ihn mit einem abbruchsignal, welches sehr sachte ausgeführt wurde ausbremsen wollte. er verstand es jedoch nicht so recht. und was tat sie? sie ging wieder an die gleiche stelle, legte sich noch einmal genauso hin, wartete auf ihn, ließ ihn wieder die grenze überschreiten und brach ihn dann klar ab.

    hunden planvolles handeln abzusprechen finde ich sehr weit aus dem fenster gelehnt, ohne hier jemandem zu nahe treten zu wollen.

    ähnlich ist es auch mit dem erlernen von traditionellem jagdverhalten: die mütter bringen ihren welpen übungsobjekte und steigern den schwierigkeitsgrad peu a peu.

    Zitat

    Kein Rettungshund, kein Lawinensuchhund wurde als solches geboren, alle wurden sie ausgebildet und seine Lernfähigkeit und Instinkte genutzt, durch Konditionierung.

    und kein mensch wurde als wissenschaftler, lehrer oder hundetrainer geboren. bei unserer geburt besitzen wir auch nur reflexe, nichts weiter. alles andere müssen auch wir erlernen. auch hierfür brauchen wir ausbildung, sozialpartner und vorbilder, sowie eine anregende lernumwelt.

    was ist nun der unterschied?

  • Lucanouk,

    das ist zu sehr am Thema vorbei, dazu sollte man einen eigenen Thread starten.

    Aber in einem Punkt sind wir uns doch hoffentlich einig:

    Die Intelligenz des Menschen ist doch eine andere als die des Hundes.
    Darauf wollte ich hinaus, ein Hund denkt und plant nicht wie ein Mensch.
    Sonst würde ein Hund mit Sicherheit noch ganz andere Dinge bringen, um uns zu ärgern oder zu testen. :D
    Dann nähme er ein Handy und würde es in die Toilette befördern und zweimal spülen.

    Zurück zum Thema, die TS ist eh nicht mehr dabei...

    Gruß
    Leo

  • Zitat

    Die Intelligenz des Menschen ist doch eine andere als die des Hundes.
    Darauf wollte ich hinaus, ein Hund denkt und plant nicht wie ein Mensch.

    natürlich besitzt ein hund eine anders geartete intelligenz als der mensch. die unterschiede sind hier jedoch graduell und nicht grundsätzlich. d.h. planvolles handeln ist durchaus canidentypisch, schließlich ist ein hund ein säugetier. aber in welchem maße ein hund plant, auf welche art und wie weit diese planung geht ist natürlich anders gestaltet als das menschliche planvolle handeln. aber grundsätzlich können sie in ihrem jeweiligen rahmen planvoll handeln.

    diese graduellen unterschiede kannst du auch zwischen verschiedenen menschen finden.

    sie sind abhängig vom intellekt, von der genetik (jede säugetierart hat hier einfach verschiedene ausrichtungen und möglichkeiten) von den interessen und vom lebensraum. ein afrikanischer buschmann wird auch kein hochhaus planen können. und ein hochglanzmodel wird auch nicht von jetzt auf gleich eine antilopenjagd kalkulieren können.

    oder um mal wieder beim thema zu bleiben: so selbstverständlich wie hundemütter das erlernen wichtiger signale bei ihren babies planen, so schwer fällt es den meisten menschen, die erziehung ihres eigenen kindes zu planen und durchzuführen ;)

    es ist also nicht nur so, dass hunde in allen kongnitionsbereichen uns gegenüber eingeschränkt sind. im gegenteil: wir können einiges von ihnen lernen.

    aber o.k., back to topic, falls es diese noch gibt.

  • Um Himmels Willen, nein, ich glaube nicht, dass Hunde so denken können. Kein Hund tut etwas, um jemanden zu ärgern, oder gar um das bewußt zu testen. Wer so denkt, dass Hunde so denken können, vermenschlicht sie in meinen Augen. Nein, kein Hund kann handeln, um jemanden bewußt zu ärgern. Bei Sätzen, wie "das tut der nur um mich zu ärgern!", krieg ich sowas von dicken Hals. Er kann aber die Stimmung der Menschen spühren, aus Reaktionen lernen und dann sein Handeln dementsprechend ändern. Für Menschen kann das menschlich wirken. Was ich als Grenzen testen meine ist, der Hund tut was, ich verbiete es, er stellt mich in Frage, testet, ob ich es auch ernst meine, ich reagiere.....Und je nachdem wie ich reagiere, nimmt er mich ernst oder auch nicht. Heißt, wenn ich nein meine, meine ich nein. Da kommt kein "ach bitte, bitte sei so nett und lass das", sondern ein NEIN!.

    Heute habe ich meiner Tochter von der Sache erzählt. Sie hat nur mäßig Ahnung von Hundeerziehung und ihre spontane Einschätzung fand ich interessant: "Das ist aber ein dominanter Hund. Der sagte wohl, die Kinder gehören ihm."

    Und ich sehe es auch so, dass der Hund beim ersten Aufreiten Reaktionen erlebt haben kann, die ihn in seinem Tun bestätigt haben, und er deshalb das Verhalten erneut zeigt. Sogenanntes erlerntes Verhalten! Egal, wie die Reaktionen ausgefallen sind. Es kann aber auch sein, dass er versucht hat, die Kinder auf hündische Weise zu erziehen. Und wie schonmal von mir geschrieben, es kann auch sein, dass der Hund einfach übererregt ist und die Vorstellung beim TA nötig wäre. Das muss kein Testosteronproblem sein, möglich wäre ja auch ein Problem mit der Schilddrüse.

  • Lach, nun mit meiner Tochter habe ich auch darüber geredet, schopenhauer. Nur die fragte gleich nach, warum der Hund denn nicht da rausgenommen wurde und man nicht auf die Idee kam, die Kinder zu bremsen. Das sei doch alles viel zu viel für ihn.

    Nur aufgrund ihrer Behinderung reagiert sie intuitiv.....

    Komisch oder?!?

  • Zitat

    Lach, nun mit meiner Tochter habe ich auch darüber geredet, schopenhauer. Nur die fragte gleich nach, warum der Hund denn nicht da rausgenommen wurde und man nicht auf die Idee kam, die Kinder zu bremsen. Das sei doch alles viel zu viel für ihn.

    Nur aufgrund ihrer Behinderung reagiert sie intuitiv.....

    Komisch oder?!?

    Vielleicht erinnerst du dich an den Einganspost, ich zitiere: Er ging beide Mal auch sofort ab, roch aber direkt wieder im Schritt der Mädchen.

    Hast du das deiner Tochter auch gesagt? Hat sie mitbekommen, dass die Mädels für den Hund gut gerochen haben? Dass er sie erst aufgeritten hat und dann zu dieser Handlung nach der Maßregelung überging? Kommt jetzt von dir, dass die Mädels sich hätten besser waschen sollen, oder was? :mute:

  • Lach, schopenhauer, ist Dir zu warm?

    Das kam zuerst:

    Zitat

    Domino zeigt seit einigen Tagen dieses Verhalten im Spiel mit Kindern wenn es zu wild wird.
    Erst war es einmal bei meiner Tochter in der Wohnung und heute bei 2 neuen Nachbarsmädchen die auf der Wiese mit Ihm getobt haben. Die Mutter nahm es GsD mit Humor und auch die Kinder ließen sich nicht abschrecken.
    Ich habe Ihn beim ersten Mal laut "aus" zugerufen und Ihn runtergeholt. Beim 2. Mal war ich forscher und hab den Schnauzengriff gemacht.


    Und das anschließend.

    Zitat

    Er ging beide Mal auch sofort ab, roch aber direkt wieder im Schritt der Mädchen.
    Was bedeutet das? Trieb? Dominanzverhalten?
    Er ist nicht kastriert.
    Den Rottweilerwelpen meiner Schwester wollte er auch ständig besteigen was ja aber wohl eindeutig Dominanzverhalten war, oder?
    Bitte helft mir..! :hilfe:


    Wobei das :

    Zitat

    Domino zeigt seit einigen Tagen dieses Verhalten im Spiel mit Kindern wenn es zu wild wird.
    Erst war es einmal bei meiner Tochter in der Wohnung und heute bei 2 neuen Nachbarsmädchen die auf der Wiese mit Ihm getobt haben.

    Noch Fragen?

    Vorallem, wenn ich das dazu sehe:

    Zitat

    Hallo zusammen,

    mein Name ist Sonja und ich habe seit einigen Wochen Domino bei mir zu Hause. Er ist 4 Jahre, kommt aus dem Tierheim und ein Dalmatiner Mix...

    Bis bald...

    [/quote][/quote]

  • Man sollte sich die ganze Situation anschauen, Schopenhauer und nicht nur die Sequenzen, die zu der eigenen favorisierten Theorie passen.

    Der Blick über den Tellerrand, vorallem über den eigenen.

  • Meine Damen, meine Damen ;)

    die TS hat genau 1 (in Worten einen) Beitrag in diesem Fred geschrieben und die TS hat sich 24 Tage (in Worten vierundzwanzig) nicht mehr gemeldet.

    Und dafür schreibt ihr euch die Finger wund und hackt euch die Augen aus??? :???:
    Vielleicht telefoniert ihr mal miteinander, wer weiss, vielleicht seid ihr euch sogar sympatisch :D und habt gar nicht so unterschiedliche Ansichten.

    Die TS hat anscheinend ihr Problemchen schon längst gelöst oder.....ach ich schreibs besser nicht :p

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