Fast wäre er weg gewesen...

  • Mit der Straße war mein Fehler, ja. Ich lass Othello auch nicht überall ohne Leine laufen, sondern nur da, wo wir schon waren und uns auskennen, wo ich die Straßen von weitem gut einsehen kann. Wenn ich von weitem Autos fahren sehe, hab ich Othello immer schon am Geschirr und halte ihn fest, ich pass schon auf ihn auf. Als wir neulich zum Grunewald gelaufen sind, mussten wir durch eine Straße durch, ich glaube, da ist bis heute kein Auto durchgefahren, so abgelegen und ruhig war es, aber ich war da noch nie, also war die Leine dran. Ich will nicht, dass ihm was passiert. Ich möchte das noch mal genau erklären, damit ihr mich nicht für verantwortungslos haltet. Ich achte darauf, dass er nicht zu weit weg ist, wenn eine Straße in Sicht kommt. Dann greif ich ihn am Halsband oder am Griff vom Geschirr und lasse ihn sitzen und bleiben, dann schau ich, ob ein Auto kommt. Wenn frei ist, lasse ich Othello los und gehe vor, damit ich groß mitten auf der Straße von weitem zu sehen bin von den Autofahrern, bleibe mitten auf der Straße stehen und schicke Othello auf die andere Straßenseite. Wenn er drüben ist, gehe ich von der Straße runter. An Straßen, die Othello jeden Tag sieht wie die kleine hier direkt an der Wohnsiedlung, braucht er schon gar keine Kommandos mehr, da setzt er sich von alleine hin. Aber selbst da halt ich ihn noch so lange am Halsband fest, bis ich sicher bin, dass da kein Auto/Fahrrad/etc kommt. Ich lass ihn nicht ganz frei herumrennen und ruf ihm von weitem zu, dass er stehen bleiben soll, so weit trau ich ihm noch nicht. Bis ich ihm das zutraue, dürfen gerne noch ein paar Jahre vergehen.

    Das im Café hat mich einfach wütend gemacht. Wenn andere ihre Wut über irgendwas kund tun dürfen, darf ich das auch mal. Mein Hund hat sich keine Flausen angewöhnt, vorgestern saß mein Neffe hier am Tisch mit Spaghetti Bolognese, Othello hatte noch kein Abendessen und er hat brav im Körbchen geschlafen. Ich bin beim Thema füttern am Tisch und betteln einfach so empfindlich, weil wir eben einen Stammgast mit Goldiehündin haben, die immer bettelt und das stört die Gäste und auch meine Kollegen sehr. Ich möchte nicht, dass mein Hund so eine Unart lernt... Und gerade bei so einem verfressenen Labrador hab ich dreifach Angst, dass er sich das Betteln angewöhnt. Vielleicht stell ich wirklich Schilder auf die Tische, die Idee ist gar nicht so schlecht. (Übrigens steht es sogar in unserer Hausordnung, dass es für die Tiere einen Napf gibt und sie nicht am Tisch oder vom Teller gefüttert werden sollen, eben weil es andere Gäste stört.)

  • Ich wüßte gerne, WARUM ein Hund an einer Straße OHNE Leine laufen muss?

    Macht doch keinen Sinn.

    Nachbarn hier haben dies mit ihren zwei Hunden auch gemacht. Ging prima - lange Zeit, bis auf zweimal. Ergebnis: die Hunde gibt es nicht mehr, weil sie nach einander im Abstand von wenigen Wochen dabei überfahren wurden.

    Zum Glück ist dabei nicht sonst noch jemand zu schaden gekommen. Leidtragende sind die Hunde gewesen, die die Unvernunft ihrer Besitzer mit dem Leben bezahlt haben.

    Dein Hund ist noch nicht einmal erwachsen, sondern ein 6 Monate alter Kindskopf. So einen Hund in einer Stadt an der Straße ohne Leine laufen lassen ist einfach nur völlig daneben.

    Zu dem Cafe nur kurz: warum kaufst du für das Tor von dem Garten nicht Maschendraht und machst es davor, dann kann der Hund weiterhin in Ruhe dort draußen bleiben ohne entwischen zu können? Kostet doch nix für so ein kurzes Stück Tor.

  • Wow, hier sind die Gemüter aber ganz schön hochgekocht. Und es wird ganz schön pauschal und schnell geurteilt.
    Ich überlege:
    Wir haben hier einen Hund in einem Cafe. Dieses Cafe hat zweierlei Gästekategorien.
    - die einen, für die der Hundekontakt evtl. eine Freude, eine Bereicherung ist, die ihnen in ihrer Situation vielleicht sogar ein wenig mehr bringt als anderen.
    - die anderen, die der Hund nervt
    Dann haben wir den Hund selbst im Cafe
    - eigentlich toll, super Möglichkeit viele Menschen kenen zu lernen, die es nett mit ihm meinen
    - der Gäste, die ihn nicht mögen, nicht nerven soll.

    1. Möglichkeit
    Ich verbiete dem Hund grundsätzlich alle Kontakte mit Gästen, zitiere ihn auf den Platz und fertig.
    Pro: es gibt auf keinen Fall irgendeinen Ärger
    Kontra: dem Hund entgeht eine Möglichkeit, manche Gäste werden es "gspinnert" finden
    2. Möglichkeit
    Ich erlaube dem Hund grundsätzlich alle Kontakte mit Gästen
    Pro: Hund hat Unterhaltung, einige Gäste auch
    Kontra: es kann mächtig Ärger geben, weil sich manche Gäste belästigt fühlen, vielleicht gar nicht mehr kommen.
    3. Möglichkeit
    Ich erlaube dem Hund Kontakte mit Gästen, die dies auch wünschen. Das wäre für alle toll: Für Hund, für Gäste und für Dich. Also, wie bekomme ich alles unter einen Hut? Das ist die Frage.

    Ich würde es so machen: auf dem Thresen eine Leckerlie-Schale mit Trofu hinstellen. Mit dieser Schale kannst Du auch Deine Bedingungen freundlich formulieren. Ob beim Kommen oder Gehen, Gäste, die es wünschen dürfen füttern, aber bitte nicht am Tisch. Bitte dieses Futter und nichts anderes, weil es dem Hund einfach nicht gut tut. Erzähl halt ne Geschichte: Bauchweh, Durchfall--was weiß ich, denk Dir was Schönes aus...
    Gerade bei HIVlern wirst Du denke ich, schon auf Verständnis treffen, da sie ja selbst auf ihre Gesundheit sehr achten müssen.
    Warum ich glaube, dass es so funktioniert. Hund wird lernen auf die Leckerlie-Schale zu achten und ob da jemand was rausnimmt. Wer da was rausnimmt, den lernt er einzuordnen: "Freund". Wer sich da nichts rausnimmt, ist passé. Erinnere Dich an viele Zoos. Dort wird es genauso gemacht. Der Mensch will füttern und was Gutes tun. Der Zoo stellt die geeigneten Nahrungsmittel dafür, verbittet sich aber anderweitige Fütterung. Das kennt man, das akzeptiert man.

    Insgesamt zu der Streunergeschichte. Wie heißt es so schön. Ein Welpe erkundet die Umwelt. Das tut er. Aber nicht auf einmal: "Wums, die ganze Welt", sondern er erweitert den Radius. Wie bei einem Baum die Jahresringe. Erst die Wurfkiste, dann der Welpenauslauf, dann das Haus, den Garten, usw. usw. Er entwickelt sich einfach weiter und merkt: "hoppala, die Erde ist ja gar keine Scheibe, die hinter dem Gartenzaun aufhört. Da gibt es ja noch viel, viel mehr spannende Dinge zu erleben". Damit musst Du rechnen und ihn absichern.

    Und verlass Dich nicht auf sein Verhalten, darauf, dass Kommandos sitzen. Er ist ein Jungspund und hat Flausen im Kopf. Ist doch ganz einfach zu verstehen, dass es spannendere Dinge als Kommandos gibt - die werden einfach ausgeblendet. Er muss erst lernen, dass die auch für ihn so wichtig werden wie sie es für Dich sind.

    Das ist wie bei einem Kind, das Du das ein Millionste Mal dran erinnern musst den Fahrradhelm aufzusetzen. Du weißt um die Wichtigkeit - das Kind nicht. Bei dem kannst Du aber noch erklären. Mal angenommen Du könntest es nicht. Es würde Dir nichts anderes übrig bleiben als so lange zu wiederholen bis es lernt: Radeln ohne Helm gibt es niemals / nicht. Und so funktioniert das auch beim Hund........

  • ehrlich gesagt, verstehe ich es ebenfalls nicht, dass der hund ohne leine an der straße laufen soll. aber: gibt es in berlin nicht so eine verquere leinen-regelung? dass der hund auf gehwegen ohne leine laufen darf und ansonsten angeleint werden muß :???:
    da hätte der hund auf gehwegen (zum beispiel an der straße) die möglichkeit, leinenlos zu laufen, ansonsten herrscht leinenzwang, außer in ausgeschilderten auslaufgebieten. ich meine, sowas hier mal in einem anderen thread gelesen zu haben.

  • Wer kennt sich denn in Berlin gut genug aus um da urteilen zu können? Bei uns gibt es auch am A****-der-Welt-Straßen mit Bürgersteig, wo mein Hund frei laufen kann - an der B2 entlang darf er es deswegen trotzdem nicht....... nur mal so......am Rande bemerkt.

  • Zitat

    Wer kennt sich denn in Berlin gut genug aus um da urteilen zu können? Bei uns gibt es auch am A****-der-Welt-Straßen mit Bürgersteig, wo mein Hund frei laufen kann - an der B2 entlang darf er es deswegen trotzdem nicht....... nur mal so......am Rande bemerkt.

    das ist doch nur vernünftig. ich leine meinen hund an straßen generell- immer an. die leine als verlängerter arm ist eine zusätzliche absicherung. hunde sind auch "nur menschen", daher kann es immer zu vorfällen kommen, in denen man den hund und andere verkehrsteilnehmer gefährden könnte.

  • Die Berlin-Leinen-Regelung sagt, dass der Hund überall ohne Leine laufen darf, außer in öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen, in Waldflächen, auf SPort- und Campingplätzen, in Kleingartenkolonien, in Treppenhäusern und WOhnanlagen, in Büro- und Geschäftsgebäuden, Ladengeschäften und Verwaltungsgebäuden sowie allen anderen "öffentlich zugänglichen baulichen Anlagen", bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Veranstaltungen (Loveparade, Atomkraftdemos, Straßenfeste...), in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Bahnhöfen und dazugehörigen Gebäuden und Haltestellen, in Fußgängerzonen und auf belebten Straßen und Plätzen. "Gefährliche Hunde" (Da gibt es eine 10 Punkte Liste: Pitbull, Staffordshire, Bullterrier, Tosa Inu, Bullmastiff, Dogo Argentino, Fila Brasiliero, Mastin Espanol, Mastino Napoletano und Mastiff) müssen immer und überall eine Leine tragen, außer auf Privatgrund, sogar auf Hundefreilaufflächen, es sei denn, man unterzieht den Hund einem Wesenstest und lässt feststellen, dass der Hund ein Lämmchen ist. (So ein Blödsinn, kommt oft genug vor, dass ein "harmloser" Hund ein Kind zerfleischt...) Die ersten 4 haben dazu noch bestimmte Auflagen, müssen beim Amt angegeben werden uswusf.
    Übrigens herrscht keine Leinenpflicht auf Friedhöfen und in Schwimmbädern, dafür sind Hunde auf Friedhöfen und in Schwimmbädern verboten. :headbash:
    Die Regel ist genauso sinnig wie die NRW-Regel "Alles über 40 cm braucht immer eine Leine, weil die bösen großen unkontrollierbaren Hunde die kleinen terrorisieren, alles unter 40 cm nicht" - so einen Artikel hab ich mal in einer Bochumer Zeitung gelesen. Da wurde der arme kleine (angeleinte) Dackel einer Oma von einem "bedrohlichen schwarzen Labrador" angegriffen und der kleine Dackel hat ja keine Chance.

    Wegen dem Tor, ich darf da keinen Maschendraht anbringen, weil das Tor nicht uns gehört. Also der ganze Hauskomplex gehört dem Eigentümer, da sind oben Wohnungen drin und ganz unten ist unser Café. Wir haben einen Schlüssel für das Tor, aber wir dürfen nicht daran herum bauen. Sonst hätte ich es längst mit Hasendraht bespannt, die Idee hatte ich nämlich auch schon. ;) Aber die Idee, eine extra Leckerchenschüssel für Othello hinzustellen, finde ich prima, so werden wir es versuchen :smile: :smile:

  • Zitat

    Die Berlin-Leinen-Regelung sagt, dass der Hund überall ohne Leine laufen darf, außer in öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen, in Waldflächen, auf SPort- und Campingplätzen, in Kleingartenkolonien, in Treppenhäusern und WOhnanlagen, in Büro- und Geschäftsgebäuden, Ladengeschäften und Verwaltungsgebäuden sowie allen anderen "öffentlich zugänglichen baulichen Anlagen", bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Veranstaltungen (Loveparade, Atomkraftdemos, Straßenfeste...), in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Bahnhöfen und dazugehörigen Gebäuden und Haltestellen, in Fußgängerzonen und auf belebten Straßen und Plätzen. "Gefährliche Hunde" (Da gibt es eine 10 Punkte Liste: Pitbull, Staffordshire, Bullterrier, Tosa Inu, Bullmastiff, Dogo Argentino, Fila Brasiliero, Mastin Espanol, Mastino Napoletano und Mastiff) müssen immer und überall eine Leine tragen, außer auf Privatgrund, sogar auf Hundefreilaufflächen, es sei denn, man unterzieht den Hund einem Wesenstest und lässt feststellen, dass der Hund ein Lämmchen ist. (So ein Blödsinn, kommt oft genug vor, dass ein "harmloser" Hund ein Kind zerfleischt...) Die ersten 4 haben dazu noch bestimmte Auflagen, müssen beim Amt angegeben werden uswusf.
    Übrigens herrscht keine Leinenpflicht auf Friedhöfen und in Schwimmbädern, dafür sind Hunde auf Friedhöfen und in Schwimmbädern verboten. :headbash:

    :gott: großer gott, was für eine bescheuerte regelung :headbash: da bin froh, dass es bei uns hier ein wenig anders läuft. wenn man es genau nimmt, haben wir gegenüber berlin eine sehr tolerante stadt. bei uns gibt es nur sehr wenig einschränkungen, unsere hunde müssen nur in der brut und setzzeit in wald und flur angeleint werden, ansonsten setzt man voraus, dass jeder rücksicht nimmt. in der innenstadt führt fast jeder seinen hund an der leine, steht der hund im gehorsam und läuft im wirkungskreis seines besitzers (direkt am bein im fuß), sagt das OA gar nichts dagegen. das einzige, worauf die achten ist: ob der hund eine steuermarke trägt und dass man den kot beseitigt. in öffentlichen gebäuden herrscht meistens hundeverbot und in den Öffis muß man den Hund an die leine nehmen.

  • Ich möchte dir nur zwei Geschichten, die mir heute erzählt wurden erzählen, vielleicht bringt es dich zum Nachdenken.

    Hund 1, ging in der höchsten Klasse von der Unterordnung. Herrchen hat ihn an einer Straße frei bei Fuß laufen lassen. Da war auf der anderen Straßenseite plötzlich eine Katze. Der Hund schoss los, in dem Moment kam ein Auto und der Hund starb.

    Hund 2, ebenfalls Situation siehe oben, Krankenwagen kommt, Hund erschrickt, wurde am nächsten Tag 20 Kilometer weit weg aufgegriffen.

    Warum müssen solche Geschichten passieren? Warum? Ein Hund ist nicht eingeschränkt wenn er bedingt an der Leine laufen muss oder im Restaurant mal angebunden wird. Dafür passiert ihm nichts. Manchmal reicht ein Auto.

    Mich macht es traurig wie Leute wild dagegen argumentieren den Hund ordnungsgemäß sichern zu müssen.Einmal und dann kann man nur noch sagen "hätte ich doch eine Leine dran gehabt". Leider muss immer erst was passieren bis Menschen lernen....

    Übrigens mein Hund könnte auch sogar sehr zuverlässig frei an der Straße laufen- darf sie aber nicht, eben weil Geschichten wie oben passieren können.

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