Leinenpöbeln - wer hat es geschafft?

  • Zitat


    Wir brechen beide ein Verhalten ab -> nix anderes als strafen

    Nein, das ist grundlegend falsch. Die Ausführung eines Signals ist keine Strafe, wenn es als diskriminativer Stimulus aufgebaut wurde.

    Wurde das Signal mit negativer Verstärkung aufgebaut oder mit positiver Strafe abgesichert, wird das ZUVOR gezeigte Verhalten unter Umständen in Zukunft vermieden (positive Strafe).

    Ansonsten gibt es bei der Strafe die negative und positive Strafe.
    Es handelt sich dabei um KONSEQUENZEN und nicht um Signale selber.

    "Nein" ist in der Regel eine konditionierten Strafe.

    Ich hoffe, deine Strafdefinitionen stehen nicht stellvertretend für das, was man bei Canis lernt, aber ehrlich gesagt, kann ich mir das auch nicht vorstellen :/

  • Zitat

    WO habe ich etwas derartiges geschrieben? WO habe ich irgendwem etwas unterstellt? Und wer hat es hier nötig, anderen etwas zu unterstellen?

    Soll ich jetzt mal staffy zitieren, der mir und meinen Hunden irgendwelchen Scheiß unterstellt? Aber das ist ja was anderes, gell? :ugly:

    Ach weisste, mir sind die Privatkriege die hier mal wieder ablaufen, echt egal. Es sind immer die gleichen, die nur oberflächlich auf sachlicher Ebene diskutieren und das als Tarnung für eigentlich persönliche Probleme nehmen.


    Und ja, ich finde es auch weiterhin absolut schlechte Diskussionskultur, wenn du hier unterstellst, man wäre seinem Hund gegenüber gewalttätig, würde sich in Wirklichkeit am Fehlverhalten seines Hundes erfreuen und dann gleich mal gewisse MEthoden implizierst.
    Weiterfolgend irgendwelche Unterstellungen man wäre doof, würde ja eh nichts verstehen etc.

    Was soll sowas?

    Es scheint, als wolle man garnicht andere Wege als den eigenen verstehen, weil bei der Aussage, dass man nicht ausschließlich positiv arbeite (und das nicht hinter irgendwelchen "Signalen" tarnt), sofort der Vorhang die sind ganz arg böse und gemein zu dem Hund und erfreuen sich am Leid fällt.


    Ich halte das auch weiterhin für einen doch sehr beschränkten Horizont.

  • bordy: Da unterstellst nun DU meiner Wenigkeit etwas. ;)

    Die Beispiele waren lediglich mal als Anregung gedacht, das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen.

    Wenn ich hier die "Clicker-Gegner" so lese, was sie von ihrer "Arbeit" mit dem Clicker berichten, dann keimt nunmal der Verdacht auf, daß sie das System "Bestätigung" nicht so recht verstanden haben. Der Clicker alleine soll Wunderwaffe sein und wenn es nicht funktioniert, ist der Clicker schuld. Während bei anderen "Methoden" soooo viele Dinge mitreinspielen und auch mitreinspielen dürfen und sollen, wird von der Anti-Clicker-Fraktion der Clicker immer wieder auf das Kästchen und Futter-stopfen reduziert. Da wird doch ein hinterfragen mal gestattet sein bzw. ein klar stellen.

    Und ja, manche Wege will ich in der Tat nicht verstehen.

  • @Fräuleinwolle

    Du hast folgendes geschrieben:

    Zitat

    WELSH-AUSSIE: Warum sollten "Clickerer" sich nur einzig aufs clickern beschränken?

    Der Clicker ist ne Hilfe, nicht mehr und nicht weniger.

    Das hat mich ein wenig verwirrt, deshalb meine darauffolgende Antwort.
    Ich hatte das Gefühl, dass du den Sinn des vorangegangenen Zitat's nicht richtig verstanden hast.

  • Zitat


    Wenn ich hier die "Clicker-Gegner" so lese,

    Ich bin erstaunt :hust: es gibt Clicker-Gegner? Wow :D sehe ich hier gar nicht. Ganz viele, wenn nicht fast alle derer die den Clicker als Erziehungsmittel etwas differenzierter betrachten arbeiten auch mit dem Clicker. Wo siehst du Clicker-Gegner?

    Das einzige wofür plädiert wird, dass sehe ich tatsächlich wiederholt in mehreren Postings, ist den Geist weiter zu öffnen, offen zu sein und über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.

  • Es hat im Grunde alles damit begonnen:

    Warum ist der Trainer gegen Clicker? (wurde nicht beantwortet)

    Wo liegen die Unterschiede in Erziehung und Ausbildung? (wurde beantwortet, aber nur von Shoppy und mir begründet).

    Desweiteren habe ich (wie in nem Forum so üblich) meine eigenen Gedanken, Erfahrungen geäußert und so manches in Frage gestellt (worauf ich aber leider wieder nur sehr wenig Antworten erhielt).

    welsh-aussie: ja, vielleicht haben wir da ein wenig aneinander vorbei geschrieben.

  • Hallo,

    ich lese sehr interessiert dieses Thema. Ich habe einen 17 Monate alten Labrador der mir Hundebegegnungen auch sehr schwer macht. Er ist nicht aggressiv, er fixiert nur, springt teils rüber wenn der andere Hund parallel ist und ist recht hibbelig, was meines erachtens nach aber auch aus Unsicherheit kommt und teils spielen wollen.
    Ich möchte ihm gerne auch beibringen bei anderen Hunden mich anzuschauen.

    Vor allem die Trainingsmethode von Shoppy interessiert mich sehr. Also mit click wenn er zum Hund schaut bzw. clickern wenn er mich daraufhin anschaut. Nur er ist ja nicht unbeding negativ eingestellt anderen Hunden gegenüber, was ja wenn ich richtig gelesen habe durch den Click aufgelöst werden soll. Könnte es dadurch passieren das er nur noch eher rüber titscht da er merkt hunde sind ja wirklich toll, dann möchte ich da nur noch mehr hin.
    Hoffe ihr versteht was ich damit meine. ;)

    Lg, Cora

  • Hallo Fräuleinwolle.
    Ich bin so hin- und hergerissen. Sehe in allen Argumenten sinniges und unsinniges und denke, ich bin kein 'Clickerer', finde aber den Weg ganz interessant. Ich habe zur Zeit keinen Hund - brauche noch etwas Zeit - habe aber mit meinem vorherigen Hund und dem Clickern nur im Spassbereich gearbeitet.

    Ich wuerde gerne von Dir Erklärungen zu folgenden Punkten haben, um es besser verstehen zu können:
    - Was ist Meidemotivation, wie baut man die auf und wie arbeitet man sie mit Clickern ein?
    - Kannst Du Dich auf Deinem Hundespaziergang auch um Dich und Deine Mitmenschen kümmern, oder musst Du mit dem Clicker in der Hand 'allzeit bereit' sein, um gewünschtes Verhalten zu belohnen?
    - Was passiert, wenn Du vergisst oder es nicht schaffst 'richtiges' Verhalten mit Click zu belohnen und der Hund ausserdem keine Belohnung (Leckerchen) für sein richtiges Verhalten bekommt? Fängt man dann nicht wieder weiter vorne an, um sich an den 'alten Vertrauensstand' heranzuclickern'
    - Wie funktioniert es, dass der Hund, der gerne mit Hunden pöbelt, im Bogen um Hunde herumläuft, obwohl Du 15 Meter weit entfernt bist? Haltet ihr Blickkontakt? Clickst Du regelmäßig. Kommt der Hund zu Dir, sobald Du clickst.

    Sorry für die vielen Fragen. Ich bin gespannt auf Deine Antworten!

    Gruss
    Klaus

  • Zitat

    Es hat im Grunde alles damit begonnen:

    Wo liegen die Unterschiede in Erziehung und Ausbildung? (wurde beantwortet, aber nur von Shoppy und mir begründet).

    Es ging Dir doch darum, dass für Dich Erziehung nur eine Aneinanderreichung von Tricks ist. Die Unterschiede haben Dir hier mehrere zu erklären versucht.

    Kerstin

  • Zitat

    Und für mich gibts da keinen Unterschied in der Basis !
    Du siehst den Hund aufs Kind zurennen, rufst STOP und erzählst dem Hund dann, was er tun soll (vermute ich mal).

    Nö, da würde ich direkt abrufen.


    Zitat


    Ich sehe meinen Hund auf dem Weg dorthin, ruf Lass Es (mein NEIN). Was Hundchen danach tut ist mir schnuppe, ausser er überlegt noch, dann schieb ich ein Komm nach.

    Wir brechen beide ein Verhalten ab -> nix anderes als strafen

    Nein, das ist nicht das gleiche. Ich baue die Signale mit positiver Bestärkung auf. Ich muß also aufpassen, dass ich das "unerwünschte" Verhalten möglichst frühzeitig unterbreche, weil ich nämlich ansonsten gefahr Laufe, das unerwünschte Verhalten zu bestärken :D denn meine Signale sind durch den aufbau tertiäre Bestärker.


    Zitat


    Und ich glaube nicht, daß wir (ausser dem Clicker) unsere Kommandos anders aufgebaut haben. Oder was machst du, wenn Hundi ein Stop überläuft ?

    Gruß, staffy

    Dann denke ich, "verdammte Axt", schreibe eine Notiz an mich selbst, dass ich in ähnlichen Situationen nächstens frühzeitiger reagieren und ausserdem das Signal etwas pimpen muß, und rufe dann halt einfach nochmal.

    Was machst Du, wenn Dein Hund ein "Nein" überläuft? Ach, ich weiß, das kommt bestimmt niemals vor...


    Ich habe Hunde, keine Maschinen. Ich habe nie behauptet, dass die wie Maschinen 100%ig funktionieren und jederzeit und immer in allen Situationen auf alle Signale richtig reagieren.

    Mir fallen auch spontan 10 Gründe ein, warum ich bei einer auf Grün springende Ampel nicht losfahre ("komm/fahr los") ignoriere" (war nicht erkennbar, war abgelenkt, Motor war abgesoffen, hatte keinen treibstoff mehr, ein anderes Signal hat das "Grün" überlagert, die Kreuzung war blockiert, wenn ich losführe, plättete ich die Frau mit dem im Gulli hängengebliebenen Kinderwagen, will gar nicht losfahren, weil ich am ziel gar nicht so gerne ankommen mag...). Oder, bei Rot ("Nein, nicht fahren" doch noch zusiehst, zügig von der Kreuzung zu kommen (von hinten kommt ein Ding mit Überbreite und schiebt mich sonst in den Gegenverkehr, traue mich nicht anzuhalten, weil ich an dem steilen Hang mit der Gangschaltung nicht wieder starten könnte...

    Alle diese Arten von Hinderungsgründen gibt es auch für das Nichtausführen von Signalen bei Hunden, und für die meisten kann der Hund nichts - der Mensch ist verantwortlich. Deshalb ist für mich das Vorhandensein der Möglichkeit, dass mal ein Signal nicht ausgeführt wird, kein hinreichender Grund, über Meideverhalten zu arbeiten. Und zwar, weil das Verknüpfen eines Maideverhaltens mit mir die Wahrscheinlichkeit erhöht, das Signale nicht ausgeführt werden, weil ein weiter Hinderungsgrund hinzukommt, den ich ohne diese Verknüpfung nicht gehabt hätte (will gar nicht losfahren, weil ich am ziel gar nicht so gerne ankommen mag...).

    Alle meine Signale haben eins gemeinsam: sie sind mit mir verknüpft. Daraus folgt für mich, dass ich mich hüte, ein Signal mit etwas aversivem zu verknüpfen. Denn indem ich dieses Signal "vergifte", vergifte ich alles, was Bestandteil dieses Signals ist - also MICH, und damit wiederum sämtliche andere Signale.
    Bestrafung hemmt Verhalten - global...

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