Verhalten gegenüber meinem Vater deuten?

  • Hallo,

    meiner Meinung nach braucht Dein Hund in diesen Situationen einfach mehr Führung von Deiner Seite aus.

    Ich habe/hatte auch so einen Stresskeks zuhause. Heute ist er zu den Besuchern super nett und begrüßt sie auch freundlich, das war nicht immer so:
    früher rannte er hin, hat sich zwar gefreut, war aber dann in den Situationen einfach überfordert und hat angefangen zu knurren.

    Also hab ich es nicht mehr soweit kommen lassen.
    Kam Besuch hatte er erstmal gar nichts mehr am Besuch zu suchen.
    Er musste in seinen Korb und dort bleiben. Das war mein erster Schritt!

    Dann hab ich ihm gezeigt, dass er immer weggehen, oder zu mir kommen kann wenn ihm etwas unheimlich ist. Das war der zweite Schritt!

    Wenn das alles klappt, dann kannst Du anfangen Deinem Hund wieder zu vertrauen und ihm mehr Freiraum zu geben.
    Bei uns hat es gut 1,5 Jahre gedauert bis Filou soweit war, dass ich entspannt sein konnte und ihm einen Vertrauensvorschuss gab.

    Mit Sicherheit bist Du nicht ruhig und entspannt in diesen Situationen, denn das kann man mit einem Hund, der schonmal gepackt hat in so einer Situation nicht sein. Auch wenn man wirklich meint man ist es, so ist man es nicht!
    Das kannst Du erst sein wenn Du Deinem Hund vertraust und so etwas braucht Zeit.

    Das Wichtigste ist:
    wenn man dann an dem Punkt ist, dass der Hund zum Besuch geht, dann muss man entspannt sein und dem Hund vertrauen. Das ist das Schwerste an dem ganzen Training! Selbst überzeugt sein von dem guten Benehmen seines Hundes und ihm vertrauen.

    Filou begrüst mittlerweile die Menschen freundlich und offen. Ist mal einer dabei der ihm nicht passt, dann geht er weg.
    Würde er versuchen diese nicht passenden Menschen zu kontrollieren, dann würde er im Korb bleiben müssen.

    Wer mit Freiraum nicht umgehen kann muss eben darauf verzichten.

    Was ich aber nicht vestehe:
    warum lässt Du ihn auf den Boden zu deinem Vater? Das würde ich unterbinden. Er muss doch nicht immer im Mittelpunkt stehen, kann doch genau so gut in seinem Korb liegen.
    Solche Situationen sollte man vermeiden wenn man einen Hund hat, der unsicher ist mit Besuch!

    Durch mein Training habe ich Filou gezeigt, dass es
    1.) mein Besuch ist
    2.) er sich fernzuhalten hat
    3.) ich die Situation im Griff habe
    4.) er nichts zu kontrollieren hat
    5.) er zum Besuch darf wenn er sich gut benimmt
    6.) ich aber auch bestimme wie lange er beim Besuch bleiben darf

    Das alles hat ihn sicherer gemacht.

    Einen unsicheren Hund ohne Führung und klare Regeln in solchen Momenten machen zu lassen, überfordert den Hund und kann schnell nach hinten losgehen weil der Hund eben so reagiert wie er es für richtig hält.

    Ich drücke Dir die Daumen und hoffe, dass ihr irgendwann entspannt sein könnt.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Zitat


    MICH stört es an sich nicht, wenn er manchmal die Reflektion in der Scheibe angeht, oder einen Ausraster bekommt, weil der Schrank knackt.

    Dieses Verhalten würde mir zu denken geben! Er scheint ja nie wirklich zur Ruhe zu kommen, also ist das Verhalten gegenüber deinem Vater eigentlich nur eine logische Folge.
    Du schreibst ja selbst, daß du nicht weißt, was ihn so stresst. Aber genau da würde ich ansetzen.
    Klingt jetzt blöd, aber hast du ihn mal ermahnt, wenn er einen Ausraster hat? Vielleicht muß man ihm nur klarmachen, daß du das schon allein regelst und ihn nicht zur Verteidigung brauchst.

  • Hm bei uns ist das Problem umgekehrt, mein Dad macht einen dermaßenen Tamtam um Fionn das der jedesmal komplett ausflippt. Kommen meine Eltern zu Besuch schaukeln die 2 sich noch im Hausflur so hoch bis Fionn meinem Vater auf den Arm springt und der diesen dann in die Wohnung trägt. Bevor es Mißverständnisse gibt, Fionn ist anspringen generell untersagt und er macht das mit Ausnahme von meinem Vater bei niemanden und versucht es auch nicht. Was ichd amit sagen will ist das nicht alle Menschen in deinem Umfeld die gleiche Beziehung zum Hund haben können. Klar möchte man das grade engste Familienmitglieder auch mit dem Hund klarkommen, aber ist es dafür wirklich nötig das die zwei zusammen auf dem Boden kuscheln?

    Bei uns ist es so, dass wenn es an der Tür klingelt Fionn auf seine Decke zu gehen hat und da bleibt er auch bis der Besucher drin ist, seine Jacke ausgezogen und aufgehängt hat, wir Menschen uns begrüßen konnten. Dann erst wird Fionn gerufen und kann sich den Besucher ansehen, flippt er dabei wild rum ist sofort Ende und er wird wieder auf seinen Platz geschickt. Sein Platz ist somit also gleichzeitig "Stille Treppe" und Sicherhheitszone. Da wird er hingeschickt wenn wir ihn nicht unter den Füßen haben wollen und da geht er hin wenn er seine Ruhe will. (Wobei letzteres bei unserem Exemplar zugegebener Maßen so gut wie nie vorkommt.)

    Wenn er also generell gern mal ausflippt (Schatten in der Scheibe anbellen etc) ist die Idee mit der Decke oder Box wie Gretchen das schon vorschlägt. Gewöhn ihn dran, da ist sein sicherr Platz, niemand tut ihm da was und wenn er seine Ruhe hab en will brauch er nur da zu bleiben. Ich mache ja gerne Vergleiche mit Kindern, ich erwarte von meiner Tochter das sie Besucher begrüßt aber ich bin absolut dagegen das sie jeden küssen muß "Komm gib der Oma mal ein Küsschen!" gibts hier nicht, wenn sie wen küssen will macht sie das und wenn nicht dann nicht. Gleiches gilt für mich für den Hund, wieso muss der unbedingt der Schmusekumpel von Papa sein? Wenn dein Hund von sich aus zu deinem Vater geht kann der ja ein leckerchen parat haben oder ihn kurz streicheln. Da irgendwelche 10minütige Schmuseorgien zu machen bei der durch die Unsicherheit deines Vaters dann eine Stresssituation entsteht bringt keinen von euch weiter. Nicht böse gemeint! Aber was lernt dein Hund aus zB der am Boden kuscheln Situation? Er entspannt sich und fühlt sich wohl neben deinem vater und auf einma bedroht dein Vater ihn (an den Hals fassen). Im schlimmsten Fall wird sich dein Hund mal sobald dein vater sich nähert verteidigen weil er ja davon ausgehen muss das er gleich wieder angegriffen wird.
    Ich verstehe schon das dein Papa das nicht böse meint sondern im Gegenteil versucht ihm ein Freund zu sein aber das dann bitte in Hundesprache was zB ausschließt mit zu schnarchen ;)
    Was macht deine Mutter denn anders das die beiden scheints problemlos miteinander klar kommen?

    Hoffe du nimmst das nicht böse, ich formulier vielleicht manchmal etwas streng ist aber wirklich nur als Hilfe gemeint.

  • Hallo, bei uns ist es ziemlich normal, dass sich fast jeder mit Hundi auf den Teppich schmeißt und erstmal klunscht!

    Als ich deinen Eingangspost gelesen habe, konnte ich die Unsicherheit von euch förmlich spüren und ich kann sie super nachvollziehen!
    Klasse, dass du dir so viele Gedanken machst.

    Ich an deiner Stelle würde weiter beobachten, aber versuchen den Hund nicht so in den Vordergrung zu stellen. Im Grunde versucht ihr alle ständig, ihm gerecht zu werden, ihn zu schützen und für ihn Vorsicht walten zu lassen!
    Das kann zusätzlichen Stress verursachen, weil der Hund eigentlich garnicht versteht, warum er so im Vordergrund steht, warum alle so "angespannt" (und das seit ihr ja zwangsläufig irgendwie) sind. Ihm fehlt dann die Souveränität, die du sonst an den Tag legst (das ist ja klar, ich wäre da auch sehr vorsichtig, man will ja nicht, dass etwas passiert!).
    Ich würde versuchen, den Hund "nebenher" laufen zu lassen.
    Die Idee mit der Höle finde ich super. Allerdings musst du wohl schauen, ob du die Box zu machen kannst, wenn dein Hund eh schon die Tendenz hat auszuweichen.
    Cheyenne liebt ihre Box seit eh und je, aber zu mache ich sie nicht, das findet sie ganz doof!

    Ich drück euch jedenfalls die Daumen, dass ihr ein harmonisches und friedliches Weihnachtsfest zu 4 habt!
    Schöne Grüße, aussiemausi!

  • Hier meine Inspiration:
    Ich würde den Hund viel öfter aus der Situation herausnehmen/herauslassen. Mir scheint sich zu viel um ihn zu drehen und er reagiert überfordert. Schnell lösen sich so Kettenreaktionen aus, weil du dann wiederum auf den überforderten Hund reagierst (und reagieren musst).

    Ich würde den Hund grundsätzlich auf seinem Platz abliegen lassen, nicht nur wenn Besuch kommt. Dass er einen Ort der Ruhe hat und merkt, dass das Treiben im Haus ohne sein Zutun abläuft.
    Auch in anderen Situationen würde ich ihn als Randfigur behandeln. So nach dem Motto: Alles ist wichtiger als er und du regelst das.
    Dann kann sich der Hund aus dem Abstand in Ruhe ansehen, was passiert. Er kann darauf warten, ob du was von ihm willst und braucht sich ansonsten nicht einmischen.

    Klar, das heißt auch, auf viele kleine nette Kommunikationssituationen mit dem Hund zu verzichten. Aber es würde Ruhe in den Hund bringen, weil es ihm seine Position deutlich machen.

    Mich erinnert dein Hund an eine Doberfrau, die ich kenne. Bei ihr ist es auch so ein Kreislauf: Zum einen ist sie Sozialpartner No1 fürs Herrchen, zum anderen reagiert sie auf andere/anderes schnell überschießend. Sie ist sehr sensibel, aber mitunter auch schwer von Begriff. Fasst man sie zu hart an, blockiert sie; lässt man sie ihr Ding machen, überfordert man sie. Sie braucht klare Führung. Aber als Sozialpartner No1 sucht das Herrchen auch immer wieder den Dialog mit ihr, reagiert auf sie als wäre sie "gleich berechtigt" - dann führt er sie nicht. Und das rächt sich.
    Die beiden stecken in meinen Augen in einem Dilemma - und ich sehe gewisse Parallelen zu dir und deinem Hund.

    Noch mal konkret: Wenn dein Hund unsicher reagiert (das erkennst du ja sehr gut), würde ich ihm sagen, was er tun soll. Ich würde ihm keinen Befehl geben, was/das er lassen soll, sondern ihm sagen, was er stattdessen tun soll.
    Immer wieder, mit stoischer Konsequenz.
    Sobald er sich "komisch" gebärdet im Haus (zB der knarrende Schrank), würde ich ihn auf seinen Platz schicken und ihn dann ignorieren.

    Noch ein Gedanke:
    Evt ist er ein Kandidat, der sich in Situationen hineinschaukelt und dann nicht alleine heraus findet. Hier kann eine Auszeit helfen. Den Hund aus der Situation heraus nehmen, etwas anderes mit ihm machen bzw ihn heraus nehmen und ihn runterkühlen lassen (nicht beachten, nur den Ort wechseln). Und dann erneut in die Situation herein führen.


    Ich glaube, es handelt sich hier weniger um situative Probleme, sondern der Hund entscheidet grundsätzlich zu viel selbst, fühlt sich zu oft auf sich alleine gestellt.
    Ich habe auch so eine Einzelkämpferin an meiner Seite. Sie musste erst davon überzeugt werden, dass sie etwas davon hat, sich mir anzuvertrauen. In Stresssituationen verfällt sie immer wieder in ihr altes "Dann-mach-ich-es-selbst"-Muster - ist aber zunehmend ansprechbar dabei. Kleine Führungsschwächen rächen sich sofort.


    Ich meine das nicht als Kadavergehorsam und will keinen "willenlosen" Hund! Ich meine es wirklich als Hilfe für den Hund, sein Frauchen und das Umfeld. Lass den Hund die 2. Geige spielen, es wird alle glücklicher machen.

    - So weit meine Inspiration aus der Ferne, denn natürlich kann ich auch falsch liegen, da ich euch nie zusammen agieren gesehen hab.

  • Also erst mal finde ich es toll, wieviel Mühe ihr drei euch gebt, miteinander klar zu kommen. Ich weiss aus eigener Erfahrung im Familienkreis, wie schwer es für unsichere und Hunde-unerfahrene Menschen ist, mit einem Hund generell souverän und ungezwungen umzugehen, und seine Körpersprache richtig zu deuten. Umgekehrt ist es für einen unsicheren Hund mit verkorkster Vergangenheit mindestens genauso kompliziert, sich in so einer Situation entspannt zu verhalten. Wie schwer muss dies erst für deinen Vater und Alfons sein.

    Aber: Die beiden kuscheln, begrüssen sich, kommunizieren erfolgreich: Alfons knurrt, dein Vater kapiert es erst nicht, Alfons knurrt nochmal, dein Vater versteht und reagiert völlig richtig - und beide haben wieder was übereinander gelernt. Gut, gelegentlich gibt es noch Missverständnisse (du schreibst, Alfons erschrickt, und bellt dann oder schnappt). Okay, hier könntet ihr euch noch mehr absichern, z.B. durch nen Mauli für Alfons, falls ihm das nichts ausmacht, und dein Vater sich dann noch sicherer fühlt. Aber deine Beschreibung klang jetzt nicht nach schwerer Beschädigungsabsicht und als würdest du dir Sorgen machen, dass Alfons deinen Vater ernsthaft verletzen würde.

    Für mich unbedarfte Aussenstehende klingt es so, als wärt ihr alle auf einem sehr guten Weg. Was du vielleicht im Hinterkopf behalten solltest, ist, dass Alfons vermutlich schlecht generalisieren kann. Jede Veränderung in der Personenkonstellation, Körperhaltung, Raumverhältnisse, Licht etc. ist für ihn neu und anders. Für den Kontakt mit deinem Vater heisst das, dass Alfons wirklich erst in jeder erdenklichen Stellung und Situation lernen muss, dass er deinem Vater vertrauen kann. Da hilft es sicher am besten, die beiden so oft wie möglich und in vielen unterschiedlichen Situationen zusammen zu führen. Also drinnen, draussen, im Hellen, im Dunkeln, dein Vater in unterschiedlicher Kleidung, mit Hut, ohne Hut, mit Futter in der Hand, mit deiner Mutter dabei, mit dir, mit Alfons mal alleine... alles Weitere bringt die Zeit. EDIT: Natürlich nur in kleinen Dosen, ohne den Fonsie zu überfordern. Aber du schriebst ja schon, dass er sich in manchen Situationen auch in Gegenwart deiner Vaters schon entspannen kann. Darauf würde ich aufbauen, damit das auch in anderen Situationen klappt.

    Vielleicht wäre es tatsächlich besser gewesen, wenn dein Vater bei dem letzten Missverständnis Alfons im Dunkeln kurz freundlich angesprochen hätte. Dann hätte er die Erfahrung machen können "oha, den Menschen gibt es auch im Dunkeln, kein Grund zur Aufregung". Die Korrektur hat ihn vermutlich verunsichert, das schriebst du ja schon, und verhindert, dass sich sein Gefühlszustand zum Positiven verändert. Aber sich im Nachhinein deswegen zu ärgern, bringt ja auch nichts. Solche Dinge werden euch in Zukunft wahrscheinlich noch ab und zu passieren, aber irgendwann nicht mehr :smile: .

    Mach dir nicht zu sehr nen Kopf und freu dich auf die gemeinsamen Feiertage mit deinen Lieben. Ich finde, das liest sich zwischen den Zeilen doch alles recht positiv.

  • Hui!
    Hallo ihr Lieben!
    Ich war hier schon ein bisschen länger nicht mehr für mehr als einen kurzen Moment online, hatte garnicht damit gerechnet, dass noch Antworten kommen.

    Vorweg die Antwort auf LasPatitas Frage bezüglich den Endokrinen Werten:
    Das sind doch zB Schilddrüse etc. oder? Also die hormonschleuder-Organe?
    Weil wenn ja, haben wir das testen lassen, nach einem Jahr sogar noch ein zweites Mal. Fonsie ist ja so ein dünnes Ding und mit dem ganzen Stress dachten beide Tierärzte sofort an etwas hormonelles.
    Das wurde allerdings ausgeschlossen, und als rein psychosomatisch abgelegt.

    Zum Thema:

    Box/Höhle
    Für Alfons wäre das sicherlich eine gute Lösung, wir sind dabei etwas umzuräumen, und werden ihm im OG eine komplett ruhige Nische bauen.
    Allerdings werden wir hier sehr, sehr, sehr(!) viel Zeit mit Gewöhnung verbringen müssen. Er läuft weder in dunkle Räume, noch in verwinkelte Ecken oder Bereichen mit niedriger Höhe. Früher hat er uriniert vor Angst und sich wirklich die Seele aus dem Leib geschrien, wenn er vermutete, in solch eine Situation gedrängt zu werden.
    Mittlerweile tasten wir uns mit Liegeplatz unter einem Tisch, gemeinsames Höhlenbekrabbeln, Brücken unterqueren etc. an.
    Liegeplätze hat er ansonsten 2. Einmal "Korb" (VetBed, mobil). oder "in den Flur", Kissen vor Haustür. Beide Kommandos versteht und akzeptiert er. Soll heissen: Er steht nicht auf, bevor wir ihn frei geben, wenn wir alleine sind zu 100%, im "lockeren Verband" zu 90%. Die übrigen 10% sind eben diese Bellattacken.
    Maulkorb haben wir eigentlich schon im September kaufen wollen, aber haben noch keinen komfortabelen gefunden. Ich bin definitiv pro Mauli, und finde, dass so etwas einfach eine Absicherung, ein Hilfsmittel ist, und keine Bestrafung oder ein "mein Hund ist böse" Zeichen.
    Ich werde dann auch erstmal lange, lange Zeit Besuch nur empfangen, wenn Alfons besagten Maulkorb trägt. So muss auch ein Vorgeschädigter wie mein Vater keine Angst haben (er neigt eher zu Mitleid, aber da muss er durch).
    Apropos Vater:
    gemeinsame Beschäftigungstherapie, wie es the007Gretchen vorschlug ist ja leider nur begrenzt möglich. Wir leben ja leider in zwei verschiedenen Ländern, und meine Eltern sind nicht einmal über die Feiertage hier(bei mir der Umstände halber auch "Alleinnachten genannt" ; )
    bei Tageslicht sind die Situationen etwas entspannter, und da wurde auch schon mit dem Futterdummy gearbeitet, und wir hatten wunderschöne Tage an der zeeländischen Küste, in denen die Beiden kein einziges Mal ein Problem miteinander hatten.

    Zitat

    (...)
    ein positiver randeffekt wäre dann auch, das nicht nur der hund schön ausgelastet ist, sondern auch dein vater ; )
    er hat also seine dosis hund bekommen und muss nicht dauernt um dessen aufmerksamkeit buhlen mittels streicheln oder ähnlichem.

    vielleicht ist das auch der knackpunkt?


    Das hast du sehr schön gesagt =)
    Meine Vermutung ist, dass er -vielleicht gerade wegen dem schönen Küstenaufenthalt- zu viel, zu schnell will. Und immer 200%. Auch um mir zu beweisen, dass er keine Angst und keine Abneigung gegenüber dem Hund hat, und mich und mein Leben so akzeptiert und genießt wie es ist.
    Da liegt die Schuld dann auch bei mir, denn ich traue mich selten, ihn zu drosseln, da ich solchen Enthousiasmus ehrlich gesagt nicht gewohnt bin, und Väter selten gerne korrigiert werden. Ich werde aber dran üben, und mal ein Gespräch mit meinem Vater führen.

    Knautschgesicht, ich ermahne ihn, allerdings ist es schwer, bei seinem Charakter den richtigen Ton und Zeitpunkt zu erwischen. Bei uns gibt es eigentlich nur:
    Räuspern als Korrektur (Kommando brechen,zB er steht von seinem Platz auf)
    böses Hey als Mahnung ( kein Kommando vorrausgegangen oder Korrektur ignoriert)
    danach kommt -je nach Situation- Körpereinsatz. zB nicht ans Futter lassen, welches er sich klauen wollte, Blocken, wenn er pöbelt etc.
    Bei diesem Dunkelheitsding (Reflektionen, Menschen "aus dem Nichts") hab ich aber immer noch keinen Erfolg gehabt. Mittlerweile probiere ich, ihn an die gruseligen Sachen ranzuführen und ihm die Kontrolle zu gewähren, solange er sich zusammenreisst. Wird er pöbelig muss er wieder weg.
    Das hat jetzt schon etwas zum Erfolg geführt (unsere neuen Fenster gehen fast bis auf den Boden und er bellt keine Hunde mehr an, die vorbeilaufen).
    Allerdings bleibt er angespannt, wenn ich ihm Dinge einfach nur verbiete.
    Unsere Erfolgsformel lautete bisher:

    zurückhalten, ansprechen, zusammen "entdecken und erleben", Stück für Stück mehr Freiraum lassen.
    Das hat bei allen anderen Problemen geholfen.
    Für die Besucher bin ich, glaube ich, selbst etwas zu unsicher. Ich bin zwar nicht schüchtern und mache mir an sich nicht oft Sorgen um mein "Ansehen", aber es ist mir unangenehm, wenn ich anderen Menschen lästig falle, oder anderweitig für Umstände sorge. Es schwingt definitiv ein Subton mit, dass ich nicht möchte, dass ANDERE jetzt MEINE Erziehungsfehler/-probleme miterleben und ausbaden müssen.
    Ich weiss, dass das größtenteils Schwachsinn ist, und manchmal springe ich über meinen Schatten und sehe, dass es garnicht so anstrengend war, aber zu Beginn fremdel ich immer ein wenig.

    Fionn, der Kindervergleich ist super, ich musste schmunzeln, da ich auch ohne Küsschenzwang erzogen wurde.
    "Meine Tochter ist doch kein Zirkusäffchen" :lol:
    die 10minütigen Kuschelmarathone haben beide ja eigentlich schon mehr als genug gehabt, rein von so etwas würde auch kein Problem mehr entstehen, glaube ich. Das mit dem Schnarch-Knurren ist halt etwas doof gelaufen, aber ich finde, die beiden haben das super geregelt. Die beiden sind irgendwie schon Sportsfreunde, und dazu total verkuschelt, nur versteht Alfons bei meinem Vater IMMERnochnicht, dass er den "seltsamen Typen der aus der Dunkelheit kommt" ja schon kennt.
    Bei meiner Mutter wars irgendwie Liebe auf den ersten Blick. Da wurde zwar auch mal geknurrt oder gebellt, aber die brabbeln sich generell den ganzen Tag voll, machen zusammen Nickerchen, meine Mama nimmt sich den Hund halt auch einfach mal und geht Gassi. Sie weiss aber auch, wie man mit Tieren umzugehen hat (nicht Anstarren, nicht von oben kommen, nicht auf das Tier zurennen etc). Sie ist halt allgemein etwas feinmotorischer als mein Vater, uns spricht Alfons oft freundlich an, bevor sie etwas "unheimliches" macht -sie hat einen saulauten Kaffeevollautomaten, und hat vor der ersten Inbetriebnahme "Alfons? guck mal was ich da mach *brabbel brabbel*" gesagt, dann den Spülknopf gedrückt, wieder gebrabbelt, und nach 2 Tassen Kaffee hat das Fellknäuel weitergepennt, obwohl das Ding direkt neben ihm gerattert hat. Plus: sie ist ne Frau! Alfons hatte anfangs panische Angst vor Männern.


    So, jetzt muss ich erstmal eine Pause machen, hier in Belgien ist ja nicht am 24.12 sondern am 25.12 der große Festabend, und ich hab ein ausgiebiges Dinner für Hund und mich gekocht (wenn das später einer liest/sieht, kann ich meine Glaubwürdigkeit bezüglich TamTam und vewöhnen in die Tonne kloppen :lol: )

    Ich hoffe, ihr habt alle noch ein schönes Fest (und friedliche Hund-Familie-Begegnungen ;) )

  • Zitat

    Hui!
    Hallo ihr Lieben!
    Ich war hier schon ein bisschen länger nicht mehr für mehr als einen kurzen Moment online, hatte garnicht damit gerechnet, dass noch Antworten kommen.

    Vorweg die Antwort auf LasPatitas Frage bezüglich den Endokrinen Werten:
    Das sind doch zB Schilddrüse etc. oder? Also die hormonschleuder-Organe?
    Weil wenn ja, haben wir das testen lassen, nach einem Jahr sogar noch ein zweites Mal. Fonsie ist ja so ein dünnes Ding und mit dem ganzen Stress dachten beide Tierärzte sofort an etwas hormonelles.
    Das wurde allerdings ausgeschlossen, und als rein psychosomatisch abgelegt.

    Das ist gut, dass ihr das gemacht habt :smile:

    Welche Werte wurden denn da untersucht?

  • jetzt muss ich doch mal ganz neugierig nachfragen: wie hat es an weihnachten geklappt?

    das mit der box ist natürlich doof!
    evtl. kannst du das mit einer selbst gebauten höhle lösen?

    du hängst erst ganz hoch eine dünne decke über den hundeplatz und diese wird dann immer niedriger, sobald da kein stress mehr vorhanden ist....nur so ein gedankenspiel, ob es funktioniert weiß ich nicht.

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