Sie ist immer brav - wann kommt der Knall?

  • Hallo,

    wir haben seit April eine Terrier Hündin (bei Übernahme 9 Wochen alt). Irgendwie ist sie... immer brav!

    Mit ihren inzwischen 8 Monaten kann sie neben den Grundkommandos auch Sitz auf Entfernung, sie bleibt zuverlässig im Bleib, sie macht erste Übungen in der Dummyarbeit, jagt keine Katzen auch wenn sie wegrennen, bleibt in Wald und Flur immer in der Nähe und kommt zuverlässig her... Auch ihre erste Läufigkeit verlief ohne Probleme.

    Gibt es wirklich solche Hunde die immer "einfach" sind? Oder kommt irgendwann der Zeitpunkt wo sie ausbrechen?
    Mir kommt das schon fast unheimlich vor und ich befürchte dass so brav sie jetzt ist so schwierig könnte es mal werden.

    Hat von euch jemand einen Hund der eigentlich immer einfach war und sie beim erwachsen werden sehr verändert hat?

  • Also die Hündin unserer Nachbarin ist so ein Exemplar, sie bellt nicht, sie kommt sofort auf Kommando, sie ignoriert alles, was vor ihr wegläuft, usw., aber sie macht irgendwie immer einen depressiven Eindruck und sie war auch schon von Welpe an so, ist mittlerweile 6 Jahre und da hat sich nicht viel geändert.
    Da ist schon alles tierärztlich durchgecheckt worden mit Hormonen, Blutwerten, etc., körperlich ist da alles okay und eine Hundepsychologin meinte lediglich, es gäbe Hunde, die so ruhig und teilnahmslos sind, da könne man nicht viel dran ändern.

    Aber das sie so teilnahmslos ist, scheint ja bei Deiner Hündin nicht so zu sein. Die Irish-Wolfhound-Hündin meines Freundes war aber auch ähnlich, sie hab ich als Welpe nicht mitbekommen, aber die war der liebste und ruhigste Hund, den man sich vorstellen kann und soll auch alles andere als schwierig zu erziehen gewesen sein.

    Es kann natürlich sein, daß irgendwann noch was passiert und es dann umso heftiger wird, aber dann siehst Du es ja rechtzeitig und kannst gegensteuern. Ich würde mich einfach daran freuen, daß der Hund so gut hört und so toll mitmacht und reagieren, falls es nicht so bleibt, denn während Du immer wartest, daß es zum "Durchknallen" kommt, kannst Du Deine gut erzogene Hündin ja garnicht richtig genießen ;)

  • Mir ging es ähnlich wie dir.
    Als ich meine Hündin holte, war sie 5 Monate alt und kam aus dem Tierheim, vorher aus dem Ausland.
    Ich habe mich also auf das schlimmste eingestellt, von wegen Stubenreinheit, Dinge zerstören, Leinenführigkeit
    Jetzt ist sie 11 Monate alt und hat in der ganzen Zeit genau 1 mal Pipi in die Wohnung gemacht, aber nur weil ich nicht schnell genug den 2. Schuh gefunden habe, hat genau 0 Sachen kaputt gemacht, hat Autofahren alles noch gelernt.Geht brav an der Leine.
    Es kam mir vor ich hätte sie von Anfang an gehabt.
    Ich war da eher noch vorgewarnt, was man sonst so von Welpen kennt.
    Das einzige was sie sich angewöhnt hat war das Jagen. Das ist auch die einzige Eigenschaft, die sie von dem Titel absoluter Traumhund trennt. So ist sie nur ein Traumhund.
    Wenn deine jetzt 8 Monate alt ist und schon sooo zuverlässig hört, ihr dabei nicht nachlässig werdet (denn die erweitern ihren Radius beim Erwachsen werden schonmal gerne aus, und "testen", weil sie immer selbstsicherer werden), denke ich nicht das es Probleme geben wird.
    Denn solche Hunde gibt es einfach.
    Nur wie gesagt, bleibt dran an Eurer Konsequenz, das war nämlich mein Fehler, weswegen sie jetzt jagt.

  • Vielleicht hast Du einfach alles richtig gemacht und bist immer gleich konsequent. Ich denke mal, wenn der Hund das einmal verinnerlicht hat, wird er es auch beibehalten, vorausgesetzt, man ändert sich selber nicht und wird schluderig in der Erziehung. Sei froh, es läuft doch alles super!
    Warum sollte sich das ändern? Er wird vielleicht das eine oder andere mal in Frage stellen, da muß man am Ball bleiben, aber dass er sich wesentlich zum Nachteil verändert glaube ich nicht.

  • hi Padua !
    ich habe auch so ein exemplar ;) meine Paula (Labrador Hündin) hat es uns von anfang an auch IMMER einfach gemacht! ich hatte nie was zu meckern und habe es auch bis heute nicht. sie ist inzwischen 1 jahr und 7 monate alt. auch beide läufigkeiten problemlos. ich warte auch noch auf den großen knall ;) bezeichne sie immer als "Anfängerhund"

    sei stolz auf dich ! anscheinend hast du bisher alles richtig gemacht. denn die meisten dinge womit hundi uns ärgern liegen doch an uns menschen wenn wir ehrlich sind ;) also bleib konsequent ! das ist das wichtigste. lass es nicht schleifen nur weil du meinst es klappt ja alles so super. ich denke das ist nämlich oft der fehler und dann schleichen sich so kleine probleme ein.

    wenn ich bei paule verhalten gemerkt habe (in der pubertät die dir auch jetzt bald bevorstehen wird ;) ) die mir nicht gefallen, habe ich sofort dagegen gearbeitet und sie hat sich bisher jede kleine macke sofort wieder austreiben lassen. mach einfach weiter wie bisher und beobachte deinen hund genau. du wirst ja auch sicher viel über hunde verstehen und unerwünschte verhaltensmuster die sich in der pubertät einschleichen könnten wirst du dann gezielt aus dem weg räumen können!

    verändern wird sich auch dein hund nochmal. sicher wird sie noch ein bissel selbsständiger und vielleicht wird sie auch bald versuchen deine ansagen in fragen zu stellen. bleib einfach am ball !

    ist doch schön das es auch solche hunde gibt die wirklein KEINE Probleme machen! teilweise sogar schon langweilig denk ich manchmal ;)

  • Teilnahmslos oder depressiv wirkt sie nicht, sie nimmt ihre Umwelt auch aufmerksam war - nur sieht sie eben keine Veranlassung wegen einem anderen Hund zu bellen, oder etwas hinterherzujagen.
    Arbeiten macht wirklich sehr viel Spaß mit ihr, ich werde natürlich weiter am Ball bleiben und hoffe einfach dass alles weiterhin so gut läuft.


    Ach ja, einen "Mangel" hat sie noch: bei zu viel Ablenkung ist sie noch nicht Leinenführig - aber das ist doch ein Luxusproblem :smile:


    Mich interessiert es nur ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat wo sich der Hund dann doch noch sehr verändert hat.

  • Ich wollte hier mal ein Update machen:
    Inzwischen ist unsere Hündin 17 Monate alt und sie ist immer noch so ein Lämmchen :blush2: Ich warte ja immer noch auf den Knall wo sie mal abhaut, anfängt bei irgendwas zu bellen oder sonstiges. Momentan ist sie zum 3. mal läufig und im Vergleich zur ersten Läufigkeit merkt man kaum was davon - sie frisst, arbeitet mit und ist kaum abgelenkt.
    Anscheinend gibt es auch unter den Terriern fast "selbsterziehende" Exemplare!

    Wenn ich wüsste dass ich nochmal so einen Hund erwische, dann fiele mir die Entscheidung zum Zweithund nicht schwer :D

  • Ich hab auch so einen selbsterziehenden Terrier... Less ist 13; da kommt sicher keine Überraschung mehr!

    Das kommt also durch aus mal vor! :-)

    LG Eva

  • "Wann kommt der Knall",

    Wenn du Glück hast "NIE". :D

    Vor 28 Jahre hatte ich meine Münsterländer- Schnauzermixhündin Gina mit 9 Wochen geholt. Sie war genauso wie dein Hund. Sie war immer ruhig, blieb ohne Schäden anzurichten zu Hause, sie hat super gehört, also einfach ein Sonnenschein. Wenn ich mit Mann und Kind in Urlaub flog, haben sich die Verwandten um Gina gerissen.
    So einen Hund habe ich nie wieder gehabt und unsere jetzigen, drei Fellnasen haben jeder irgendeine Macke, nichts bedeutendes oder anstrengendes, aber eben nicht sooo pflegeleicht wie sie war.

    Genieße dieses Gefühl der Unbeschwertheit, denn Hunde mit Baustellen gibt es zu genüge. ;)

    LG Sabine

  • Der Knall muß absolut nicht kommen.

    Meine erste Hündin, Terrierschnauzerpudeldackel, war schon als Welpe ein total vernünftiger, selbsterziehender Typ und ist genauso geblieben, bis sie an Altersproblemen starb: Der absolute no nonsense-Typ, sozusagen Professor McGonagall auf hündisch - und von irgendwelchen pubertären Phasen hatte die ganz sicher nie gehört. Unproblematischer hätte ein Hund nicht sein können - sie war wirklich ganz dicht an perfekt, weil sie einfach so war.

    Die Airedale-Hündin nach ihr war dann der Hund, der nie was falsch gemacht hat - das war manchmal schon fast wieder unheimlich, weil sie da so supersensibel war, aber auch sie war einfach so.

    Mit den Russells kam dann deutlich mehr Leben in die Erziehungs-Bude - aber den ganz großen, unvorhersehbaren Knall hat's da bisher auch noch nicht gegeben.

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