Kleines Kind und stürmischer Welpe

  • Hallo zusammen,

    war schon lange nicht mehr hier, aber nachdem wir unseren lieben weissen Schäfer Pablo vor einiger Zeit erlösen mussten (Lymphdrüsenkrebs) war mir erstmal nicht mehr so danach :sad2:

    Nun haben wir uns entschlossen, da bei uns keiner ohne Hund kann ;) , wieder eine Fellnase bei uns einziehen zu lassen. Seit zwei Wochen haben wir jetzt unseren Welpen Merlin (10 Wochen). Extra über den VDH was Züchter und so anbelangt informiert (man weiss ja sonst heute nie) etc. und ihn gefunden. Sozusagen: liebe auf den ersten Blick :roll:

    Er hat sich auch superschnell bei uns eingelebt und eigentlich klappt alles prima. Sogar das mit dem stubenrein wird recht schnell besser und wir waren letzte Woche schon in unserer ersten Welpenspielstunde. Das einzigste Problem, wenn man es denn Problem nennen kann, ist: Er liebt es an allem und vorallem an jedem rumzubeissen. Ich weiss, das ist normal, wegen den Milchzähnen, habe mir auch zwei Bücher über Welpen gekauft, wo auch drinsteht wie man sich verhalten soll. Also aufschreien und aua sagen und das Spiel unterbrechen. Bei uns Erwachsenen ist das auch kein Problem, allerdings haben wir einen 1 1/2 jährigen Sohn, den Merlin natürlich auch sofort als seinen neuen Spielkameraden ausgemacht hat. Das ganze ist eigentlich auch kein Problem, meistens spielen die beiden ganz net miteinander. Sprich: Der Kleine wirft Merlin Bällchen oder sie versuchen zu zweit den Sand aus dem Sandkasten zu schaufeln etc. Nur manchmal wird Merlin halt zu stürmisch und beisst an unserem Sohn herum, was natürlich dem nicht gefällt und mir auch nicht unbedingt, da die Milchzähne ja sehr spitz sind. Ich weiss ja, dass der Hund es nicht böse meint, aber ist einfach nicht so der Hit. Bis jetzt habe ich es halt so gemacht, dass ich den Hund dann weggenommen (weggeschoben) habe und nein gesagt habe. Weiss allerdings nicht, ob das so etwas bringt. Würde mich freuen, wenn ihr noch ein paar Tipps hättet. Lieben Dank schon mal.

    :winken:

  • Auch wenn ich jetzt böse bin, einfach MIT GEFÜHL in so einer Situation in das Ohr des Welpen beißen oder kneifen. MIT GEFÜHL, es soll nichts aus dem Ohr herausgebissen werden, dem Welpen sollen auch keine Schmerzen zugefügt werden, es soll nur spürbar sein und unangenehm.

    IN SO EINER SITUATION heißt (für mich) nicht aus heiterem Himmel. Der Hund knabbert, bekommt ein Nein. Er lässt es nicht nach, bekommt wieder ein Nein, das tut weh, lass das, sonst beiße ich zurück. Lässt er jetzt nicht ab, folgt die angedrohte Folge sofort.

    Der Effekt ist, wie im ersten Absatz ansatzweise erwähnt, nicht der Schmerz, den soll es ja gar nicht geben. Es ist die Überraschung, hund, die beißen ja auch und meinen das ernst. Ist keine Vermenschlichung, der Welpe sieht dich dann wirklich an, als kämest du von einem anderen Stern.

    Der Welpe bekommt davon auch keinen Schock fürs Leben. Er geht vielmehr vorsichtiger mit seinem Fang um. Auch nachdem ich meinen Rüden in der geschilderten Art "traktiert" hatte, waren wir gute Freunde. Auch anschließend hielt er mich zärtlich mit seinem Fang fest, wenn er mich bei sich behalten wollte. Auch anschließend fasste er meine Hand mit seinem Fang, um mich irgendwo hinzuführen. Nur, er kontrollierte die Bissstärke und hatte uns nicht mehr so "zum Fressen gern" :lol: .

    Bei meiner Hündin hat das der Rüde übernommen, der bei ihrer Erziehung mitgeholfen hat. Die hat nicht ein einziges Mal an uns rumgeknabbert. Dafür sah sein Fell im Halsbereich reichlich angeknabbert aus (das Fell, nicht der Hals!). Gut, im Gegensatz zum Pullover wächst ein Fell ja auch nach :lol: .

  • Also ich hab meinem Welpen das Nicht-Beissen lediglich über das punktgenaue Bestätigen und Korrigieren beigebracht, nicht durchs Zurückbeissen.

    Jedes ruhige "Beim-Kind-Sein" wurde gelobt, gelobt, gelobt. Alles andere IM ANSATZ korrigiert, d. h. Welpe war IMMER unter Aufsicht und nie mit Kind allein.

  • Zitat

    ..., d. h. Welpe war IMMER unter Aufsicht und nie mit Kind allein.

    Ja, man setzt das voraus, aber leider belehren die fetten Überschriften der Sensationspresse einen immer wieder eines Besseren. Menschen unterliegen in Bezug auf Hunden ebenso Missverständnissen wie umgekehrt. Das ist normal, kann aber auch zu unvorhergesehenen Reaktionen führen. Ein Erwachsener (sollte) diese Situationen meintern können, ein Kind ist da schnell überfordert.

    Dennnoch, hier kann ich das Problem der Aufsicht bzw. ihres Fehlens nicht erkennen, jedenfalls nicht aus dem, was die TS hier geschrieben hat.

  • Zitat

    Auch wenn ich jetzt böse bin, einfach MIT GEFÜHL in so einer Situation in das Ohr des Welpen beißen oder kneifen. MIT GEFÜHL, es soll nichts aus dem Ohr herausgebissen werden, dem Welpen sollen auch keine Schmerzen zugefügt werden, es soll nur spürbar sein und unangenehm.

    Davon ganz abgesehen, daß ich kein Hund bin und darum nicht um mich beiße, könnte die Gefahr bestehen das der Welpe falsch verknüpft.

    Er beißt am Kind rum, ich beiß ihn ins Ohr, böses Kind....

    Ne, da arbeite ich lieber mit nein, wegschieben und mit Spielzeug zum Beknabbern ablenken.

    Gaby, Idefix und ihre schweren Jungs

  • also vielen Dank erstmal für eure Antworten. Das hier kein falsches Bild aufkommt: Ich lasse die beiden nie alleine, sie sind immer unter meiner Aufsicht. Ich dachte nur, vielleicht wüsste jemand etwas womit man es dem Hund besser vermitteln könnte als wie ich es bisher mache.

    :winken:

  • Also das 1,5 alte Kind würde ich sicher nicht zurückzwicken lassen! Da kommt ja schon fast mit Sicherheit eine Fehlverknüpfung zustanden...
    Ich würde dem Hund in solchen Situationen einfach vom Kind abblocken bzw. sie splitten und das ganz ruhig und ohne ihm das Gefühl zu geben das er von der Gemeinschaft ausgeschlossen wird! Aber grundsätzlich muss jeder ruhige Kontakt mit dem Kind belohnt werden, das ist das A und O!

  • :lachtot: Das Kind soll den Hund auch nicht erziehen. Da käme bestimmt was Lustiges heraus, für die beiden, aber sicher nicht für die Eltern! :lol:

    Quebec
    Das ist doch wohl um die Ecke gedacht: "Er beißt am Kind rum, ich beiß ihn ins Ohr, böses Kind...." So würde kein Mensch denken, weil es abwegig ist, aber auch kein Hund, weil es nicht stur geradeaus gedacht ist.

    Immer Ursache und Wirkung: Hund knabbert am Kind - Frauchen sagt Nein. Hund hört nicht auf - Frauchen schimpft ernster. Hund hört immer noch nicht auf - Frauchen wird böse. Wo ist da das Kind?

    Wäre es anders, müsste der Hund ja auch auf das Kind sauer sein, wenn er vom Kind weggenommen wird. Ist er aber nicht.

    Sehr vereinfacht formuliert: Mit jedem Monat legt ein Hund so viel an Kraft zu wie ein Mensch in 2 Jahren. Hallo, mit 4 Monaten weiß der gar nicht was er anrichtet. Und das mit einem bis dahin 19 Monate alten Kind? Das geht gar nicht, das Eisen wäre mir nun wirklich zu heiß. Nichts gegen Kind und Hund, bin ich voll dafür, aber wenn so schon Konsequenz angesagt ist, dann erst recht und ohne jede Ausnahme. Wie gesagt, es spricht nichts gegen Kind und Hund. Da besteht, wenn man es vernünftig angeht, gar keine Gefahr! Es ist vielmehr dann ein kalkulier- und beherrschbares Risiko, nicht anders als Klettern und Schaukeln auf dem Spielplatz.

    Das ist auch hundegerecht und soll ebenso in keiner Weise für unnötige Härte in der Erziehung sprechen. Ich glaube auch, dass nur weinige hier genau gelesen haben, was ich geschrieben hatte. Da steht zwar was von ins Ohr beißen oder kneifen, da steht aber noch viiiel mehr,z.B., dass das keine Schmerzen verursachen soll. Es ist nichts weiter als eine poplige Machtdemonstration, wie sie jeder Hund veranstaltet und wie sie jeder Hund auch sofort versteht.

  • Wenn ich dem Hund so am Ohr knabbern soll, daß er keinen Schmerz verspürt, ist Ursache und Wirkung verfehlt.

    Als Welpe beiß ich ihm ins Ohr, mit dem Junghund roll ich mich dann auf dem Teppich und halt ihn mit meinen Zähnen an der Kehle unten, dem erwachsenen Hund riech ich zur Begrüßung am Hintern und wenn ich nicht mehr weiter weiß, leck ich ihm die Lefzen.

    Danke, ich verzichte auf "popelige Machtdemonstrationen" und bleibe auch in meinen Handlungsweisen, daß was ich bin - ein Mensch.

    Gaby, Idefix und ihre schweren Jungs

  • Zitat


    Danke, ich verzichte auf "popelige Machtdemonstrationen" und bleibe auch in meinen Handlungsweisen, daß was ich bin - ein Mensch.

    :gut:

    Hunde sind wahre Sprachgenies - Der Mensch kann beruhigt Mensch bleiben und seine Sprache sprechen, die meisten Hunde verstehen uns schneller und besser als manch ein Mensch seinen Hund!

    Gruß
    Leo

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