Leckeli abbauen

  • Hallo ihr Lieben! :smile:

    Ich arbeite mit Naila ( 7 Mon.) viel mit Leckerli und ich möchte jetzt versuchen das Leckerli langsam abzubauen, weil ich das Gefühl habe sie macht das halt nur fürs Leckerli. Ich mache das auch schon so das es manchmal ein Leckerli für einen Befehl gibt und manchmal nicht.

    Meine Frage ist jetzt wie man es schafft seinen Hund vom Leckerli zu bekommen. Bis jetzt habe ich jede Übung mit Hilfe von Leckerlis gemacht aber auch ab und zu mit spielen , aber das motiviert sie nicht so sehr.

    In der Hundeschule arbeiten wir auch mit Futter, aber zu Hause würde ich es gerne auch mal ohne probieren.

    Sie guckt mich auch immer ganz blöde an wenn ich mal was von ihr erwarte , wenn ich kein Leckerki habe.

    Also zusammenfassend: Schafft man es die Leckerlis abbzubauen und wie? Oder sollte ich erst warten bis der Grundgehorsam sich richtig gefesstigt hat und dann ohne Futter arbeiten?

    Liebe Grüße Ines mit Naila

  • Leider hab ich da nicht "die Lösung".
    Du könntest vielleicht versuchen die Leckerlis durch ein Superspielzeug zu ersetzen das es nur bei erfolgreichen Übung gibt.
    Dabei dann immer übertrieben loben und freuen.

    OT
    leider bestätigt es wieder das kein Segen auf Leckerli gabe liegt. Die Freude und Ansprache des Menschen sollte für den Hund das größte sein.

  • Bevor die Übungen noch nicht sitzen, würde ich mit Leckerli arbeiten.

    Man schleppt ja später nicht überall Leckerlis mit hin, dann geht das auch mal ohne ;) wenn du dann mit Stimme lobst, ist der Hund auch zufrieden.

  • Zitat

    Die Freude und Ansprache des Menschen sollte für den Hund das größte sein.

    Ja das denke ich auch!

    Aber da Naila mein erster Hund ist und in den meisten Büchern die ich gelesen habe alles mit Leckerlis aufgebaut wird und wir auch in der HS damit arbeiten, dachte ich bisher es wäre die beste und vorallendingen EINFACHSTE möglichkeit.

    Ich seh ja jetzt das Ergebnis :roll:

    Aber eine andere Frage habe ich noch:

    Wie habt ihr den Hund dazu gekriegt motiviert und freudig mit zu arbeiten und das vielleicht ohne Leckeli.

    ( zu ersten Frage kann auch noch geantworte werden ;) )

    LG Ines

  • Hallo

    Wir haben es so gelernt in der Hundeschule, dass man das langsam und stufenweise abbaut.
    Ich nehm als Beispiel mal das Sitz. Ich habe Milo für jedes Sitz belohnt. Dann fängst man an, dass man Sitz sagt, dann lauf und dann wieder sitz, d.h der Hund bekommt das Leckerli erst nach dem zweiten Sitz. Das macht man dann weiter, bis der Hund problemlos beidemale hinsitzt.
    Dann erhöht man und derr Hund bekommt erst beim dritten Sitz ein Leckerli, das wird wieder solange geübt, bis der Hund sich dreimal hinsetzt, ohne Probleme. Das wiederholt man bis 5 Wiederholungen. Dann kannst du auf eine variable Belohnung umsteigen, da dein Hund dann gelernt hat, dass er irgendwann ein Leckerchen bekoimmt, auch wenn er erst den Befehl ein paar mal ausführen muss. Variabel heist, mal bekommt er nach zweimaliger Ausführung ein Leckerli, manchmal aber erst nach 6 mal.
    Das erlernt der Hund nicht binnen einem Tag, aber es geht doch recht flott. Jedoch solltest du das mit allen Kommandos, die dein Hund bisher kann so aufbauen.

  • Klasse Beitrag von Milo!

    Mein Senf dazu: VOR der Leckerlie-Gabe ein "Fein" (oder "Supi" oder sonst was). Damit konditionierst du den Hund auf dein stimmliches Lob. So dass sich der Hund später über dein "Fein" genauso freut bzw bestätigt sieht.
    (Remember: Der Hund von Pawlow begann nach der Glocke zu speicheln, bevor er Futter bekam, weil der Reiz verknüpft wurde.)

    Und noch etwas Motivierendes aus der Verhaltensbiologie:
    Die sg intermittierenden Verstärkerpläne sind die effektivsten. Der Hund ist motivierter, wenn er eben nicht jedes Mal ein Leckerlie bekommt. Er wird versuchen, das gewünschte Verhalten immer besser zu zeigen, um vielleicht doch ein Leckerlie zu ergattern.
    Das kannst du dir wunderbar zu nutzen machen: a) zum Ausschleichen der Leckerlie und b) um eine exaktere Ausführung des Kommandos zu erreichen.

    Warum einige HH am Ausschleichen der Leckerlie scheitern, liegt in meiner Beobachtung häufig daran, dass sie die Leckerlie falsch einsetzen. Sie locken den Hund damit, statt ihn zu loben bzw positiv zu verstärken. Dann macht der Hund es für das Leckerlie, aber er tut es "ohne Sinn und Verstand". Er stellt nicht die Verbindung: richtiges Verhalten --> Leckerlie her. Sondern bei ihm entsteht ein: Leckerlie --> Verhalten zeigen


    Ich hab meinen Hund jetzt 3 J und bin immer noch mit Leckerlies unterwegs. Manchmal gebe ich tagelang keine. Aber an anderen Tagen, an denen sie zB etwas richtig super macht, gibt es dafür auch ein Superleckerlie. Oder halt bei den Trainingsschritten, die noch etabliert werden müssen.
    Ich finde neben dem Ausschleichen auch diese Dosierung sehr hilfreich, um den Hund punktgenauer zu motivieren. ZB beim Superpfiff kommt ein Superleckerlie (bei mir einfach mehr vom normalen Leckerlie).

    Bei Verhaltensweisen, die ich dem Hund anerziehen, gibt es etliche, die ihm so in Fleisch und Blut übergehen, dass sie ihm zur Gewohnheit werden. Eine Gewohnheit belobe ich aber nicht.
    ZB Leinenführigkeit: In der Trainingsphase positiv verstärkt. Aber wenn der Hund verinnerlicht hat "so" geht man an der Leine", wird er gar nicht wissen, was du da denn nun belohnst ;)

  • Ich arbeite ohne Leckerlies und lobe statt dessen. Das geht auch sehr gut, hat aber zur Folge, dass Leckerlies sich als Motivationshilfe wenig eignen. Wenn der Hund, der es ohne Leckerlie kennt, überhaupt darauf anspricht, dann nach dem Motto: Jetzt habe ich das Ding und kann tun und lassen was ich will.

    Und mal ehrlich, welcher vernünftige Mensch erzieht seine Kinder mit Bonbons, Schokolade und Pudding? Wäre völlig daneben. Warum soll das bei Tieren anders sein? Man handelt sich nur Probleme ein mit verfressenen und belohnungsgeilen Tieren. Mit Erziehung hat das m.E. nichts zu tun.

    Leckerlies gibt es dennoch auch bei mir. Am Abend, wenn die Schüssel leer ist und zum Geschirrspüler gebracht wurde, beim Grillen oder einfach mal zwischendurch. Für das Schüsselbringen gibt es etwas Futter aus der Hand, das ich von der Ration abgeweigt habe. Grillen oder mal zwischendurch sind sporadische "Veranstaltungen", die weiß Gott nicht täglich vorkommen.

  • Ich glaube auch, dass man sich Probleme der Art "Mein Hund tut es nur für Leckerli" durch übermässiges Locken geschaffen hat, anstatt das Leckerli als Belohnung zu nutzen. Wenn der Hund beim Signal nicht wissen kann, ob da ein Leckerli folgt, ist das Ausschleichen kein Problem mehr.

  • Ich handhabe es auch ohne Leckerli, nur mit Stimme.... und unsere reagiert ganz toll darauf.......Leckerli gibts einfach mal so, nicht als Lob gedacht, sondern just for fun. Und: so habe ich die Taschen frei für anderes, Leckerlis brauch ich nicht.
    Wie gesagt wurde oben, man "erzieht" ja auch nicht Kinder mit".....", - werden nur dick von.
    Gru0, Edda und Schmusebacke

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