(Alt)Hund rügt aufdringlichen Welpen

  • Ich würde dem Althund nie verbieten, einen aufdringlichen Welpen anzuknurren. Wie soll der sonst lernen, was sich gehört? Das Knurren mit Zähne zeigen ist die Warnung, bevor der massregelnde Hund noch deutlicher wird. Soll man ihm das verbieten, und wenn der Frust gross genug ist, schnappt er ohne Warnung ab?

    Will man keine innerartliche Erziehung, muss man den Welpen selber Nonstop beobachten und regeln. Er lernt so aber nicht, den Althund als Hund zu respektieren, sondern nur als Besitztum des Menschen.

  • Ich habe Lucky das Knurren nicht verboten, ich habe ihn nur aus der Situation, den Welpen maßregeln zu wollen herausgenommen.
    Heißt also: Welpe kam an, nervte, Lucky knurrte mit hochgezogenen Lefzen, Blick und Kopf deutlich abgewendet.
    Welpe hat halbwegs kapiert, ging kurz weg, sein Frauchen rief ihn, ich hab Lucky ins Platz gelegt, damit er sich wieder beruhigt.
    Danach hat des Welpen Frauchen ihn auch zurückgehalten, nur hört der eben noch nicht perfekt und kommt sofort her, wenn er soll.
    Darum hab ich meinen eben abgelegt, weil der eben hört.

    Ich persönlich denke, dass Lucky weiß, wie weit er gehen muss, zumal er wirklich eine Egenlsgeduld beweist. Auch jetzt weicht er nur aus, wenn der Welpe kommt. Sonst nichts. Aber meine Schwester hat von ihrer Züchterin eben gesagt bekommen, dass sie mit den großen Acht geben muss, denn wenn die mal zupacken, ist so ne Sheltie-Schnauze ab.

    Wenns also nach mir gegangen wäre (bzw. es mein Welpe wäre) hätte ich sie machen lassen. Hab dann aber eben, um meine Schwester zu beruhigen, meinen Hund abgelegt und die Situation damit beendet.

  • Unser Jayco, seines Zeichens ca. 13 Jahre alter Schäfer-BernerMix, rügt meine Nikki (14 Monate, aber leider frühkastriert, verhält sich daher leider immer noch wie ein Welpe) auch seehr deutlich. Sie ist bei ihm allerdings auch extrem aufdringlich, da muss er einfach genauso extrem deutlich werden um sie zu bändigen.

    Dazwischen gehen ich nur wenn ich merke das Nicky übertreibt und trotz das Jayco warnt, sie unterwirft und auch mal zuschnappt, immer noch keine Ruhe gibt.
    Dann hol ich NICKY aus der Situation und lass sie sich beruhigen. Anschließend halte ich sie dann mit einem Nein von Jayco weg.
    Ich hab die Erfahrung gemacht das Jayco ganz froh darüber ist und auch schon mal zu uns kommt wenn sie ihm wieder mal zu viel wird :headbash: :hilfe:

  • Hallo,

    wir haben ja nun nach unserem Floridazuwachs drei Hunde.
    Ronja meine Herzhündin ist 12, bringt 17 kg Kampfgesicht auf die Waage und ist noch recht fit bis auf ihre HD, aber nicht gerade welpenbegeistert.
    Sie mag am liebsten ihre Ruhe und sucht auch draußen keinen Kontakt zu Hunden.

    Filou der Spanier ist jetzt 3 Jahre alt und noch etwas unsicher im Umgang mit Hunden. Er wiegt an die 25 Kilo.

    Nun kommt Murphy, Kampfgewicht 4,5 Kilo und ca 5 Monate alt.

    Die ersten Tage hab ich die Hunde sehr genau beobachtet und keine Situationen aufkommen lassen wo es zu Problemen hätte kommen können. Filou ist sehr futterneidisch und daher liegt nichts zum knabbern rum.

    Am zweiten Tag bekam er von Ronja gezeigt, dass sein Verhalten nicht akzeptabel ist. Sie hatte ein Kauseil und er bellte sie 10 Minuten lang an, während Ronja 10 Minuten knurrte. Er wollte sich das Teil dann klauen und bekam heftig eine auf den Deckel.
    Seit dem wird ein Sicherheitsabstand eingehalten, der bis gestern wirkte.

    Filou warnt sehr laut, schießt dann wie ein Blitz vor, knurrt wie ein Wilder, berührt den Zwerg aber nicht mit den Zähnen. Höchstens einen Knuff gab es schon.
    Er ist auch der jenige der mit ihm spielt.

    Gestern war er dann doch wieder frecher und wurde von Ronja aufs Kreuz gelegt. In die Beine lässt sie sich halt nicht beissen beim Spaziergang.
    Zuhause dann nochmal ein Versuch, wobei Ronja nur nach vorne springen musste und Murphy wich sofort zurück.

    Auch Filou gegenüber nahm er sich mehr raus.
    Er lief sehr dicht am liegenden Filou vorbei, obwohl er weiss, dass dieser das nicht prickelnd findet.
    Verwarnende Blicke reichten nicht aus, so dass Filou dann auch nach vorne ging, vor ihm stoppte und ihn anstupste, wobei Murphy auf den Rücken fiel und liegen blieb.

    Danach war alles gut und es kehrte Ruhe ein.
    Filou hat dann später wieder mit ihm gespielt, aber der Dreikäsehoch braucht seine Regeln und diese Sachen lasse ich meine Hunde selbst regeln.

    Was sie nicht dürfen:
    sich gegenseitig in der Bewegung einschränken.
    mich als Eigentum ansehen und versuchen die anderen fernzuhalten.
    Eifersüchteleien.
    Kämpfe austragen.

    Wird es gar zu bunt und einer hört nicht auf, dann sprech ich ein Machtwort.

    Angst wegen des Größenunterschiedes hab ich nun nicht mehr, wobei es schon beängstigend aussieht wenn Filou Murphys Kopf im Maul hat und ihm dann die Ohren anknabbert...

    Ich hoffe es läuft weiter so gut. Mal sehen wie es wird wenn der Kleine in die Rüpelphase kommt und seine Grenzen austestet...

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Mal abgesehen davon, was dein Hund selbst regeln darf oder nicht, noch ein paar Worte zu deiner Schwester. ;)

    Ich weiß natürlich, dass jeder seinen Welpen betüddeln und beschützen möchte. ABER man muss auch lernen loszulassen. Ein paar selbst geholte blaue Flecken erziehen manchmal besser, als jedes Frauchen es je könnte. Und dann solltest du deiner Schwester auch klar machen, dass sie im Zweifelsfall eben mal früher und deutlicher eingreifen muss. Denn wenn sie nicht möchte, dass ihr Welpe von anderen erwachsenen Hunden gemaßregelt wird, dann ist es ihre Pflicht, den Welpen gar nicht erst in so eine Situation kommen zu lassen.

    Wobei ich persönlich letztere Möglichkeit nicht in Betracht ziehen würde. Hunde lernen Sozialverhalten nur von anderen Hunden und soooooo schnell geht so ein Welpe auch nicht "kaputt". Die halten schonmal was aus, auch wenn es für uns Menschen super gefährlich aussieht und es sich noch gefährlicher anhört.

  • Als ich damals das Problem hatte, dass mein Wuffel, als er noch klein war, von größeren Hunden gemaßregelt wurde, hat man mir hier im Forum ans Herz gelegt, meinen Welpi da sofort rauszunehmen (Verletzungsgefahr).
    Weil viele Hunde eben nicht wissen, was ein Welpenschutz ist und die Welpen wiederrum eben ungestüm sein können. Es gibt eben Hunde, die dann auch mal zubeißen, weil die Welpen einfach noch nicht wissen, wie weit sie gehen dürfen. Ich weiß nicht, ob ich es hilfreich fände, meinen Welpen erst beißen zu lassen, damit er es lernt.
    Die kleinen sollen ruhig mal zurechtgewiesen werden, aber wenn man sich nicht sicher sein kann, dass er gebissen wird, würde ich persönlich es nicht drauf ankommen lassen.

  • @pheaven: Welpenschutz gibt es nicht unter "fremden" Hunden.

    Zur Ausgangsfrage, ich hätte im ersten Moment auch so gehandelt.
    Und zwar aus dem Grund, weil Deine Schwester sonst wahrscheinlich hysterisch geworden wäre und das wäre für alle Beteiligten nicht gut.

    Du schreibst, dass sich Lucky sehr viel gefallen lässt, auch Beschwichtigung zeigt, sich wegdreht etc.
    Der Welpe muss ja erst noch lernen, was das alles heißt.
    Und dafür sind coole Hunde, die ihm mal die Meinung geigen sehr wichtig.

    Meine Große hatte auch eine Engelsgeduld mit meiner Lütten.
    Die war überall mit Schorf voll, weil die Welpenzähne eben auch Spuren hinterlassen.
    Aber wenn es ihr zu bunt wurde, dann wurde Bibo auf die Seite geschubst und der Eckzahn gezeigt.
    Das hat völlig ausgereicht und Bibo wusste, bis dahin und nicht weiter.

    Was einen nicht verunsichern darf, die Welpi brüllen wie am Spieß, wenn sie sowas zum ersten Mal erleben und als HH denkt man sonst was.
    Aber es kommt in den allerseltensten Fällen zu wirklichen Bissen. Oftmals wird geknurrt, mal in die Seite gebufft, ein Eckzahn gezeigt, mal in die Richtung geschnappt und mehr nicht.

    Gruß
    Bibi

  • Soo schlimm war es für meine Schwester auch nicht, ich hab im Nachinein nochmal mit ihr darüber gesprochen und sie meinte auch, dass es richtig war, dass Lucky geknurrt hat. Sie war nur eben unsicher, weils ihr erster Welpe (erster Hund überhaupt ist) und der Größenunterschied ist eben da.
    Heute haben die Beiden gespielt und Lucky hatte den ganzen Kopf von Djuma (so heißt der Kleine) im Maul.
    Aber der Kleine hat ja auch nach dem Knurren verstanden, ist ok, ich lass es.

    Ich schätze Lucky eigentlich als sehr souveränen Hund ein und auch heute beim Spielen hat er ganz genau aufgepasst, dass er nicht zu doll vorgeht, wenn er mit einem anderen Hund gespielt hätte, der genauso groß ist wie er, geht das anders zu.

  • Als wir Jayco mit drei Jahren aus dem Tierheim holten musste der auch noch lernen seine Beißkraft in jeder Situation richtig einzuschätzen.

    Hätte er das an einem Welpen anstatt an unserer damaligen souveränen Hündin Nancy gelernt, wäre das vielleicht auch nicht soo prickelnd gewesen.
    Zumal er im Spiel vor allem den Kehlbiss auffallend oft geübt/gespielt hatte, da hat unsere Nancy ihm das eine oder andere Mal seehr deutlich ins Ohr geknurrt wenn er das nicht richtig gemacht hatte.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!